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Serie: Formel-1 - Schweizer Rennfahrer: 6. Emmanuel de Graffenried

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Formel-1 - Schweizer Rennfahrer: 6. Emmanuel de Graffenried

von Michael Zeitler

Im Rahmen der Serie über Schweizer GP-Piloten nimmt !NS!DE RAC!NG 5 Fahrer genauer unter die Lupe. Der erste davon ist Emmanuel de Graffenried.

| Faenza (!NS!DE RAC!NG) - In der Schweiz ist das Tragen von Adelstiteln eigentlich verboten. Trotzdem schmückte sich Emmanuel de Graffenried gerne als Baron. Seine Adelsfamilie reicht bis ins Jahr 1270 zurück. In den Statistiken findet sich das Baron nur seltenst, dafür finden sich vor allem zahlreiche Meldungen mit Maserati-Renner. De Graffenried hatte eine Zuneigung gegenüber der italienischen Automarke und fuhr bereits in der Voiturette-Klasse mit Maserati-Rennwagen. In den 30er Jahren fuhr er noch hauptsächlich in dieser 2. Liga, in den 40er Jahren, also nach dem 2. Weltkrieg, stieg der im Januar 2007 verstorbene Schweizer aber auch dauerhaft in die höchste Klasse des GP-Sports auf, die 1950 zur F1-Meisterschaft wurde. Gemeinsam mit Christian Kautz gründete De Graffenried einen eigenen Rennstall (Team Autosport), für die er auch 1950 in der F1-WM fuhr. Bei 4 auserwählten Rennen trat er an, steuerte seinen Maserati beim Heimrennen, sowie beim Italien GP jeweils auf die 6. Position.

1951 und 1952 fuhr Emmanuel de Graffenried zunächst für andere Teams, war kurz im Werksaufgebot von Alfa Romeo (5. Platz beim Schweizer Grand Prix 1951), wechselte dann aber zur Scuderia Enrico Plate, bei der er wieder (na klar) Maserati-Autos unter dem Hintern hatte. Bei dem Rennteam von Enrico Plate war mittlerweile auch De Graffenried involviert, nachdem Kautz verstorben war und das Autosport-Team dicht gemacht wurde. Plate bastelte auch noch etwas an den Maserati-Motoren, allerdings ohne dabei das Rad neu zu erfinden.

De Graffenried betrieb mit den verschiedensten Partnern gerne eigene Rennteams, so auch in den 30er Jahren mit dem US-Amerikaner John de Puy. De Puy war, vorsichtig formuliert, dem Alkohol zumindest nicht gänzlich abgeneigt, um nicht zu sagen, er war hochgradiger Alkohol. Vor einigen Jahren gab De Graffenried zum Besten, dass De Puy gerne mal 30 Flaschen Bier an einem Tag trank! Freilich dürfte das wohl eine Übertreibung sein, aber Fakt ist, dass sich De Puy oft auch nicht zurückhalten konnte, wenn ein Rennen anstand. Das führte bei De Graffenried und seinem Mechaniker zu kreativen Ideen, wie man an einem Auto etwas verstellen kann, damit es nicht mehr funktioniert, ohne dabei aber größeren Schaden anzurichten. Nachdem das Auto nicht funktionierte, konnte De Puy, der auch in den 50er Jahren nochmals einen Rennstall mit Bruce Halford (selbst 8 F1-WM-Rennen alt) betrieb, nicht mehr fahren.

1953 wurde das beste Jahr für De Graffenried, der in den 70er Jahren als Vertreter der Tabakfirma Philip Morris in der Formel-1 ein wichtiger Gesprächspartner bezüglich Sponsorengelder für F1-Teams war. De Graffenried wurde WM-8., holte sich beim Belgien GP mit Rang 4 auch sein bestes Resultat in seiner F1-Karriere. Dabei fuhr er wieder als Privatfahrer, nun auch ohne den Zusammenschluss mit Plate. 1954 trat Emanuel nur noch bei 2 Rennen in der Weltmeisterschaft an, 1956 folgte noch ein letztes Gastspiel beim Italien GP, als er einen Maserati (was auch sonst) der Scuderia Centro Sud auf Platz 7 steuerte.

Seinen größten Erfolg feierte De Graffenried übrigens beim Großbritannien GP 1949, also vor 60 Jahren. Damals gewann er das Rennen in Silverstone exakt ein Jahr bevor das Rennen das Eröffnungsrennen zur ersten Automobilweltmeisterschaft der Formel-1 wurde. De Graffenried war vor seinem Tod auch der einzige noch lebende Fahrer, der den ersten WM-GP 1950 in Silverstone bestritten hat, nachdem kurz vor De Graffenried auch Eugene Martin ablebte. Mit stolzen 84 Jahren kletterte De Graffenried 1998 noch einmal in einen F1-Renner – zwecks Demorunden zum 50. Geburtstag von Silverstone.

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