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Serie: Formel-1 - Schweizer Rennfahrer: 7. Silvio Moser

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Formel-1 - Schweizer Rennfahrer: 7. Silvio Moser

von Michael Zeitler

Silvio Moser war ein talentierter und tüchtiger Rennfahrer, aber in der Formel-1 blieben Erfolge aus. Wieso, und alle Hintergründe seines eigenen Rennteams, sowie zu seinem tödlichen Unfall können Sie im 7. Teil unserer Serie über Schweizer GP-Piloten nachlesen.

| Faenza (!NS!DE RAC!NG) - Auf den ersten Blick, ist auch Silvio Moser in der F1-WM nicht mehr als nur eine Fußnote: 12 Rennen, 3 Punkte, immerhin WM-16. in der Saison 1969. Das ist keine schlechte Ausbeute, aber es gibt mehr als nur eine handvoll Fahrer, die das besser hingebracht haben. Dabei galt der Schweizer als talentierter Nachwuchsfahrer. Dass seine F1-Karriere doch eher gescheitert ist, liegt wohl an 2 Gründen: Zum einen waren Mosers Englisch-Kenntnisse wohl so gut, wie ein die Inhalte eines Bestseller-Romans für einen Analphabeten. Zum anderen fehlte Moser schlicht eine gut gepolsterte finanzielle Rücklage. Statt sich voll und ganz auf den Rennsport zu konzentrieren, musste sich Moser mit zahlreichen Nebenjobs über Wasser halten, um seine teure Leidenschaft finanzieren zu können.

Besonders die Tatsache, dass Moser der englischen Sprache nicht mächtig war, machten Kontaktaufnahmen zu Topteams praktisch unmöglich. Zwar gab es ein paar Angebote, etwa von Tecno, aber die waren dann so schlecht, dass Moser sie nicht annehmen wollte. Andere sagen: Moser war es, der einfach zu viel forderte und deshalb nichts bekam. Seine Nachwuchskarriere war trotz akuten Geldmangels ein voller Erfolg: Mit 21 Jahren begann er 1921 mit Formel-Junior-Rennen, wurde 1964 sowohl Champion der hoch eingeschätzten argentinischen Formel-Serie Temporada, zum anderen wurde er Europameister in der Formel-3. Es folgten fallweise F2-Rennen, 1967 kam er dann in die Formel-1.

Der Schweizer Charles Vögele gab Moser eine Chance in seinem Rennteam, das allerdings uralte Cooper-Chassis mit noch urälteren ATS-Motoren einsetzte. Moser schied beim einzigen WM-Versuch 1967 beim Großbritannien GP auch prompt mit Motorschaden aus. 1968 erstand Vögele einen Brabham Repco von Guy Ligier, den Moser beim Holland GP auch zu einem starken 5. Platz chauffierte und später von Karl Foitek bei Bergrennen eingesetzt wurde. Trotz der ersten Achtungserfolge zog sich Vögele am Ende des Jahres zurück – damit stand Moser einmal mehr auf der Straße. Gemeinsam mit seinem Renningenieur Beat Schenker wollte Moser eigentlich in der Formel-2 weitermachen, aber da spielten die Sponsoren von Moser nicht mit, die befürchteten, in der Formel-2 nicht genügend repräsentiert zu werden. So entstand aus der Not heraus das Silvio-Moser-Racing-Team.

Über den Winter brachte Moser das Team in die Formel-1. Dazu kaufte er sich einen Brabham Ford von Frank Williams, der im Winter mit Piers Courage am Steuer in der Tasman-Serie gehörig auftrumpfte und Courage den Weg zu Gesamtplatz 3 ebnete. Solche Erfolge sollte es in der F1-WM mit dem Brabham und mit Moser am Steuer nicht geben. Beim USA GP wurde Moser aber immerhin 6. und holte sich damit einen WM-Zähler. Moser freundete sich zudem immer mehr mit der Rolle als Teambesitzer an und strebte nach mehr. Moser gab bei Guglielmo Bellasi den Bau eines F1-Renners in Auftrag, der freilich auf dem Brabham basierte, der von Mosers Team 1969 eingesetzt wurde. Bellasi war Konstrukteur in der italienischen Formel-3. Den ersten Bellasi-F3-Renner gab es 1966 und wurde von der Scuderia Inter Corse eingesetzt. Moser konnte sich mit dem Bellasi Ford F1 nur für den Österreich Grand Prix qualifizieren, schied dort aber mit einem Schaden am Kühler aus. 1971 meldete man sich nur beim Italien GP, aber auch dort erfolgte der vorzeitige Ausfall.

1972 und 1973 hielt er sich bei Rennen außerhalb des GP-Sports fitt, wollte aber 1974 eigentlich ein Comeback in der Formel-1 geben. Dieses Mal nicht mit einem eigenen Team, sondern als Fahrer eines privaten Rennstalls, für das er zu Beginn des Jahres 1974 Sportwagen fuhr: Das Bretscher Team. Bretscher plante noch für 1974 gemeinsam mit Tonino Nicodemi ein eigenes F1-Team, für das Moser als Fahrer antreten sollte. Nicodemi gehörte jener Lola BMW, mit dem Moser aber beim 1000-Kilometer-Rennen in Monza ums Leben kam. Danach war das Projekt freilich gestorben.

Der Unfall von Moser geschah in Runde 144, als er die 2000 cm3 Klasse souverän anführte. In der Ascari-Schikane brach sein Auto nach rechts aus; Moser crashte in den bereits abgestellten March BMW 74S (gefahren von Gabriele Serblin, Mario Nardari und Paolo Bozzetto). Da Mosers Helm bei dem Crash gebrochen wurde, erlitt er schwere Kopfverletzung; auch trug er innere Verletzungen davon. Erst nach 5 Minuten trafen die Rettungsärzte am Unfallort ein. Zunächst wurde er ins Medicalcenter, also dem Streckenkrankenhaus, gebracht, danach wurde er ins Niguarda-Krankenhaus in Mailand verlegt. Dort wurde er noch am Abend am Kopf operiert, am nächsten Tag wurde er in die schweizer Klinik in Locarno eingeliefert, auf Wunsch seiner Familie. Moser fand sich nach einer weiteren Operation am Kopf auf dem Weg der Besserung, doch 31 Tage nach seinem Unfall (der Crash passierte am 25. April) wurde sein Zustand plötzlich wieder schlechter, der Tod trat am 26. Mai ein. Der Grund für den Unfall lag am Verlust des Bolzens am unteren Reaktionsarm hinten rechts. Ob der Bolzen gebrochen ist oder was genau damit passiert ist, ließ sich nicht ermitteln, da die Teile nie gefunden wurden. Beim Beschleunigen aus der Ascari-Schikane öffnete sich da Rad, somit ließ sich das Auto nicht mehr kontrollieren.

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