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Serie: Formel-1 - Schweizer Rennfahrer: 8. Clay Regazzoni

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Formel-1 - Schweizer Rennfahrer: 8. Clay Regazzoni

von Michael Zeitler

Clay Regazzoni ist der beste Schweizer in der F1-Geschichte. Deshalb darf der Haudegen natürich auch in unserer Serie über schweizer GP-Piloten nicht fehlen.

| Faenza (!NS!DE RAC!NG) - Clay Regazzoni ist der beste F1-Fahrer aus der Schweiz. Weltmeister wurde er auch er nicht, zumindest nicht auf der Strecke, sehr wohl aber Weltmeister der Herzen. Immerhin wurde er 1974 Vizemeister. Regazzoni war äußerst beliebt, was an seinem wilden und spektakulären Fahrstil lag. Regazzoni überstand schwerste Unfälle auf der Rennstrecke unverletzt, aber 2006 kam er bei einem Verkehrsunfall ums Leben – im Alter von 67 Jahren.

Clay Regazzoni fuhr im privaten Austin Healey seine ersten Rennen in Italien 24-jährig in der Saison 1963. Ein Jahr später fuhr er Mini-Cooper-Rennen, erst 1965 startete er ernsthaft seine Karriere in der europäischen Formel-3. 5 Jahre lang hielt er sich in der Formel-3 auf, zum Teil mit privat eingesetzten Brabhams, zum Teil auch bei Tecno. Mit Tecno gewann Regazzoni 1970 auch den EM-Titel in der Formel-2! Damit gewann der Schweizer die 2. Liga der Formel-1 – ein Los in Richtung Formel-1.

Aber bereits bevor Regazzoni seinen F2-Titel in der Tasche hat, fuhr er erfolgreich in der Formel-1. 1970 fuhr er einige Rennen für Ferrari, begann seine Laufbahn im GP-Sport mit zwei 4. Plätzen beim Holland- und Großbritannien GP. Am Schluss der Saison war er Dauergast auf dem Podium, gewann in Italien unter tobenden Applaus der Fans auch das Rennen. Besser hätte ein F1-Debüt kaum verlaufen können. Regazzoni zählte damit bereits nach seiner ersten Saison zu den Topstars der Szene. Aber die Erwartungen konnte Regazzoni nicht immer erfüllen: 1971 und 1972 fuhr er weiter für Ferrari (er hatte wohl 1971 ein McLaren-Angebot), allerdings nur mit durchwachsenen Resultaten. Podestplätze gab es zwar ein paar, Siege aber nicht.

1973 legte Regazzoni damit ein Jahr Ferrari-Pause ein und ging zu BRM. Dort lernte er Niki Lauda kennen, der erst im Anfangsstadium seiner Karriere war. Die Resultate von Regazzoni waren 1973 eher nicht überzeugend: Beste Platzierung waren zwei 6. Plätze. Trotzdem kamen Lauda und Regazzoni 1974 zu Ferrari, für Lauda eine große Chance, für Regazzoni ein Comeback. Zunächst war Regazzoni sogar noch besser als Lauda, wurde 1974 Vizemeister, während Lauda weiter hinten in der WM platziert war. Aber im Laufe der Saison 1975 drehte Lauda das Duell zu seinen Gunsten und wurde Weltmeister, während Regazzoni dumm aus der Wäsche schaute. Immerhin gewann Regazzoni das Ferrari-Heimspiel in Italien.

Nachdem Regazzoni auch 1976 das Nachsehen gegen Lauda hatte, musste er am Ende der Saison gehen. Regazzoni, der das nicht wahrhaben wollte, sah das zu spät ein. Er ging lange davon aus, dass Ferrari ihn weiter behalten würde, also schlug er ein Angebot von McLaren für die Saison 1977 aus. Zu spät erkannte Regazzoni, dass das ein großer Fehler war. Er verhandelte deshalb mit Brabham, doch die nahmen kurzer Hand John Watson unter Vertrag. Für Regazzoni blieb tatsächlich nur noch ein Cockpit im Hinterbänklerteam Ensign. Mit dem Ensign Ford kämpfte Regazzoni nur selten um Punkte, oft auch einfach nur um die Qualifikation für das Rennen, was für den Monaco- und den Großbritannien GP sogar misslang! Bei Ensign hatte Regazzoni aber Freiräume, beispielsweise konnte er mit einem McLaren Offenhauser für Theodore Racing beim Indy 500 fahren. Auch 1978 blieb Regazzoni nur ein Platz in einem eher mäßigen Team, Shadow. Wieder holte er nur ein paar Punkte.

1979 verhandelte Regazzoni mit Alfa Romeo – seine Wunsch-Andokstelle, denn Regazzoni wollte wieder zurück in ein italienisches Team. Der Wunsch blieb ein Wunsch, dafür kam er aber zu Williams, mit Sicherheit keine schlechtere Wahl. Bei Williams hatte er nämlich wieder ein Top-Auto, auch wenn er im Schatten von Teamkollege Alan Jones stand. Trotzdem gelang Regazzoni ein historischer GP-Sieg, als er beim Großbritannien Grand Prix den ersten Sieg für das Williams-Team heraus fuhr. Williams würdigte das nicht ausreichend: Am Ende der Saison musste Regazzoni gehen. Noch einmal tat er sich 1980 ein paar Rennen für Ensign an, aber nach dem USA GP war nach 132 WM-Rennen, 5 Siegen, 5 Poles und 212 WM-Punkten Schluss.

Alle 5 F1-Siege von Clay Regazzoni
Italien GP 1970: Clay Regazzoni vor Jackie Stewart (Tyrrell; March Ford)
Deutschland GP 1974: Clay Regazzoni vor Jody Scheckter (Tyrrell; Tyrrell Ford)
Italien GP 1975: Clay Regazzoni vor Emerson Fittipaldi (McLaren; McLaren Ford)
USA-West GP 1976: Clay Regazzoni vor Niki Lauda (Ferrari; Ferrari)
Großbritannien GP 1979: Clay Regazzoni vor René Arnoux (Renault; Renault)

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