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Serie: Formel-1 - Schweizer Rennfahrer: 9. Jo Siffert

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Formel-1 - Schweizer Rennfahrer: 9. Jo Siffert

von Michael Zeitler

Jo Siffert gewann ebenfalls GP-Rennen, obwohl er meist nur für Privatteams fuhr. Ein tödlicher Unfall beendete nicht nur sein Rennfahrerleben.

| Faenza (!NS!DE RAC!NG) - Dass Jo Siffert überhaupt mal Spitzensportler werden würde, und das ist man als F1-Fahrer unumstritten (vor allem in der damaligen Zeit) war nicht gleich von Anfang an klar: Siffert kam nämlich mit einem Handicap auf die Welt: Sein rechter Fuß war stark nach innen gedreht, was nur durch zahlreiche Operationen repariert werden konnte. Dadurch wurde sein rechtes Bein allerdings kürzer als das linke. Sein zweites Handicap, was für eine F1-Karriere ebenfalls alles andere als förderlich war: Die Familie Siffert lebte am Existenzminimum, war eher eine ärmlichere Familie, in der auch die Kinder Geld verdienen musste. Trotzdem fasste Siffert schon früh den Entschluss, Rennfahrer zu werden.

Siffert arbeitete aber nicht gleich in Richtung Formel-1, denn diese Serie fasste der Schweizer erstmal gar noch nicht ins Auge. Stattdessen fuhr er zunächst Motorrad. Er wird Beifahrer im Seitenwagen-Sport von Edgar Strub. Siffert ließ keine Gelegenheit aus, sich einen Namen zu machen, dabei ging er oft über die Schmerzgrenze hinaus. Bei einem Rennen 1958 beispielsweise verfängt sich seine linke Hand in den Speichen des Seitenwagens. Die Folge: Abgerissene Fingernägel. Die Ärzte rieten von einem Start im Rennen ab, Siffert war von dieser Idee aber wenig begeistert. Er startete im Rennen, in dem aber der Verband über der Wunde aufging. Siffert verlor den Verband, Treibstoff aus dem übervollen Vergaser floss über Sifferts Wunde. Die Schmerzen kann sich wohl jeder vorstellen, Siffert konnte sich kaum noch halten, schlitterte aus dem Korb und schaffte es nur durch eine gute Reaktion und einer Vollbremsung von Strub wieder zurück in den Wagen. Unter höllischen Schmerzen fahren die beiden weiter und erreichen sogar das Ziel!

Als er auf 4 Räder wechselte, ging alles sehr schnell: Bereits 1962 debütierte Siffert beim Belgien GP in der Formel-1. Seine erste GP-Saison verlief nicht glücklich, was auch auf sein veraltetes und vor allem unzuverlässiges Material zurückzuführen war. Beim Deutschland GP beispielsweise lag er bis kurz vor Rennende auf einem aussichtsreichen Punkteplatz, ehe ihm der Motor in die Luft ging. Auch 1963 fuhr er mit einem Lotus BRM, dieses mal allerdings mit dem eigenen Jo Siffert Racing Team statt mit der Ecurie Filipinetti. Siffert wird beim Frankreich GP 6. und holt sich seinen ersten WM-Punkt. Noch erfolgreicher war er bei F1-Rennen außerhalb der WM: Beim Sizilien GP gewann er das Rennen!

1964 fuhr Siffert zunächst auch wieder mit seinem eigenen Team, bei den letzten Rennen nahm ihn aber Rob Walker unter Vertrag. Beim USA GP wurde er in einem Brabham BRM von Rob Walker Racing 3. Bis 1969 fuhr Siffert dann für Rob Walker Racing – eine sehr lange Bindung. Kein anderer Fahrer fuhr so viele Rennen für Rob Walker Racing wie es Siffert machte:

Die 10 Fahrer mit den meisten Rennen für Rob Walker Racing
1. Jo Siffert (SUI) 53 (1964-’69)
2. Jo Bonnier (SWE) 29 (1963-’65)
3. Maurice Trintignant (FRA) 22 (1958-’60/’62)
4. Stirling Moss (GBR) 20 (1958-’61)
5. Graham Hill (GBR) 11 (1970)
6. Tony Rolt (GBR) 2 (1952/’54)
7. Hap Sharp (USA) 2 (1964)
8. John Riseley-Prichard (GBR) 1 (1954)
9. Peter Walker (GBR) 1 (1955)
10. Jack Brabham (AUS) 1 (1957)

Mit Rob Walker Racing erlebte Jo Siffert 1968 beim Großbritannien GP in einem Lotus Ford auch seinen ersten F1-Sieg, der auch WM-Status hatte. Es war wohl auch der GP-Sieg, der Siffert bei Ferrari ins Gespräch kommen ließ. Freilich hätte Siffert nie etwas gegen einen Wechsel zu Ferrari gehabt, Porsche schon. Bei Porsche fuhr er abseits seiner F1-Rennen für Walker auch Sportwagen. Wäre er nun zu Ferrari gegangen, wäre er auch für Ferrari statt für Porsche Sportwagenrennen gefahren. Porsche konnte Siffert vom Transfer auch tatsächlich erfolgreich abhalten. Nach einer letzten Saison für Walker Racing, 1970 ging er zu March. 1971 fuhr er seine letzte F1-Saison und schaffte mit seinem BRM im österreichischen Grand Prix sogar noch seinen 2. F1-Sieg.

Alle 2 F1-Siege von Jo Siffert
Großbritannien GP 1968: Jo Siffert vor Chris Amon (Ferrari)
Österreich GP 1971: Jo Siffert vor Emerson Fittipaldi (Lotus Ford)

Siffert beendete seine Karriere aber nicht freiwillig: Siffert verstarb bei einem nicht zur WM zählenden F1-Rennen in Brands Hatch nach einem Unfall mit seinem BRM: Der Unfall war spektakulär: Nach einem Schaltfehler verlor Siffert die Kontrolle über sein Auto. Es rutschte von der Strecke, überschlug sich und schlitterte auf dem Kopf liegen noch mehr als 100 Meter weiter. Kurze Zeit später ging das Auto in Flammen auf – mit Siffert eingeklemmt zwischen den Trümmern. Siffert dürfte nicht in Folge des Unfalls gestorben sein, denn wie durch ein Wunder hatte er nur Knochenbrüche im linken Bein, aber das Feuer brachte ihn um. Als Todesursache wurde Ersticken angegeben. Gerüchte halten sich bis heute, dass einige der Feuerlöscher der Marshalls nicht ordnungsgemäß funktionierten. Eine der Marshalls wurde auch verletzt.

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