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Serie: Formel-1 - Teamchefs bei Renault/Benetton/Toleman: 3. Gerard Larrousse

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Formel-1 - Teamchefs bei Renault/Benetton/Toleman: 3. Gerard Larrousse

von Michael Zeitler

Gerard Larrousse war fast die gesamte Lebensdauer des ersten Renault-Werkteams über Teamchef der Franzosen, auch über die Formel-1 hinaus. Er fuhr auch selbst F1-Rennen und hatte später einen eigenen F1-Rennstall.

| Enstone (!NS!DE RAC!NG) - Am 23. Mai 1940 erblickte Gerard Larrousse in der Nähe von Lyon in Frankreich das Licht der Welt. Dass Larrousse eines Tages eine der wichtigsten Figuren des französischen Motorsports werden sollte, wusste damals freilich noch keiner und konnte auch keiner erahnen. Anders als viele andere Motorsportler war seine Familie nicht ansatzweise im Motorsport verwurzelt.

Egal, ob Formel-1, Formel-2, Sportwagen, Tourenwagen, Rallye – immer wieder stolpert man über den Namen Gerard Larrousse. Seit fast 50 Jahren ist er im Motorsport involviert. In dieser Zeit packte er so viele an. Er fuhr selbst Rallye-Rennen, fuhr auch bei einigen wenigen Tourenwagen-Läufen, fuhr im Porsche-Werksteam auch Sportwagen. Er gewann mit Vic Elford die 12 Stunden von Sebring 1971, mit Henri Pescarolo 1973 und 1974 die 24 Stunden von Le Mans.

Henri Pescarolo ist nicht nur ein ehemaliger F1-Pilot, sondern besitzt seit einigen Jahren auch ein eigenes Rennteam, das vor allem beim 24-Studenrennen von Le Mans immer wieder die großen Werksteams ärgern kann. Larrousse besaß bekanntlich ebenfalls jahrelang einen eigenen Rennstall, sowohl in der Sportwagenszene, zuvor aber auch in der Formel-1. Nach einem Jahr bei Ligier gründete er zusammen mit Didier Calmels 1987 einen eigenen Rennstall, das Larrousse-Team. In den folgenden Jahren arbeitete Larrousse oftmals mit Partnern zusammen, alleine wollte er die Verantwortung offenbar nie tragen. Auch zu Zeiten, als er Teamchef bei Renault war, hatte er mit Jean Sage seine rechte Hand. Larrousse ging bei der Auswahl seiner Partner nicht immer sehr gewissenhaft vor: Erst Calmels und später auch ein weiterer Larrousse-Teilhaber (Rainer Walldorf) hatten große Probleme mit der Polizei. Dabei ging es nicht nur um Kavaliersdelikte, Calmels erschoss beispielsweise seine Ehefrau, Rainer Walldorf war eigentlich nur ein Pseudonym. Dahinter verbarg sich in Klaus Walz ein Hoch-Krimineller.

Die falschen Partner, die meist als Geldgeber fungierten, brachten Larrousse in die eine oder andere Schwierigkeit. Das Team stand immer wieder kurz vor der Pleite. Immer wieder musste Larrousse deshalb Teile des Teams verkaufen, immer wieder versuchte Larrousse aber auch einen Merger mit anderen französischen Teams wie AGS oder DAMS. Und damit kann man den Bogen zu Henri Pescarolo wieder spannen: Auch die Franzosen, so besagen Gerüchte, planten einst eine Fusion beider Teams. Beide kannten sich aus Le-Mans-Zeiten gut, beide respektierten sich und beide wussten, wie man Rennteams führt. Auf Anfrage wollte Henri Pescarolo zu diesen Gerüchten allerdings bislang noch nicht Stellung nehmen.

Zurück zu der Rennfahrerkarriere von Gerard Larrousse, denn neben Sportwagen und Rallye begann er auch eine Formel-Karriere. Wie gut Larrousse war, zeigten Triumphe in der Formel-2, so gewann er sogar für seinen eigenen Rennstall Ecurie Elf Switzerland ein EM-Lauf der Formel-2. Das Team war das erste eigene Team von Larrousse und wurde gemeinsam mit Jean Sage, sowie Paul Archambeaud geführt. Daraus entstand später auch das Renault-F1-Team, für das Larrousse in den 70er und 80er Jahren als Teamchef verantwortlich war. Zwar konnte Renault unter Larrousse nie einen WM-Titel gewinnen, sehr wohl aber war man mit Alain Prost und René Arnoux zu Beginn der 80er Jahre nahe dran. Renault dominierte oft über Phasen, brach danach oder davor aber zu stark ein, um den Titel für sich zu entscheiden. Erfolgreich war Renault unter Larrousse aber sehr wohl in der Rallye-Szene und der Sportwagenszene. Auch darum kümmerte sich der Motorsport-Allrounder Larrousse.

Bevor Larrousse aber F1-Teamchef bei Renault und später bei seinem eigenen Team wurde, fuhr er selbst noch F1-Rennen. In der WM tauchte er allerdings nur zweimal auf, wobei man den Frankreich GP 1974 schnell abhandeln kann: Denn für sein Heimrennen konnte er sich nicht qualifizieren. So blieb der Belgien GP des gleichen Jahres auch das einzige WM-Rennen, bei dem Larrousse auch in der Startaufstellung stand. Das Rennen endete für ihn vorzeitig wegen eines Reifenschadens. Beides Male steuerte er einen Brabham Ford für die Scuderia Finotto, einem Rennteam von Martino Finotto aus der Schweiz, das noch bei 2 weiteren Rennen gemeldet war, mit Helmut Koinigg und Carlo Facetti aber nicht in die Startaufstellung kam.

 

Ein ausführliches Portrait über das Larrousse-F1-Team erscheint in Kürze auf !NS!DE RAC!NG, in der History-Rubrik unter Motorsportgeschichten!

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