F1 Terminkalender

Zur Zeit sind keine Eintrge vorhanden!

Kommentar der Woche

  • Woche 16| Applaus für Sergio Perez von !NS!DE-RAC!NG-Redakteur Michael Zeitler. Weiterlesen...

Serie: Formel-1 - Teamchefs bei Renault/Benetton/Toleman: 5. Ted Toleman

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Formel-1 - Teamchefs bei Renault/Benetton/Toleman: 5. Ted Toleman

von Michael Zeitler

Ted Toleman hatte mit Renault an sich zwar nichts zu tun. Aber sein in den 70er Jahren gegründetes Team ist der Ursprung des heutigen Renault-Werksteam.

| Enstone (!NS!DE RAC!NG) - Mit großem Interesse und Elan betrieben die beiden Brüder Bob und Ted Toleman Motorsport. Dafür bedienten sie sich dem Vermögen des Vaters Albert, der als Geschäftsmann einige Dollar-Scheine scheffelte. Bob und Ted Toleman würde man heute als Amateur-Rennfahrer bezeichnen, aber wegen ihres finanziell gut aufgestellten Hintergrunds, fuhren sie auch bei Profirennen mit. Anstellungen in größeren Rennteams bekamen sie nicht, also stampften sie einen eigenen Rennstall aus dem Boden, was freilich auch zur Folge hatte, dass sie nur sporadisch Rennen fuhren. Sie spannten dabei auch mit einem guten Bekannten zusammen, Alex Hawkridge, der ähnlich gesinnt war, wie die Toleman-Brüder.

Die erste Station war die Formel-Ford. Bob Toleman fuhr im Formel-Ford-Team der drei 1976 seine ersten Rennen. Und prompt schlug das Schicksal zu: Bei einem Unfall in Snetterton crashte er mit seinem Royale Ford und verstarb einen Monat später an den Folgen der Verletzungen! Bob Toleman wurde nur 30 Jahre alt. Trotzdem machten Ted Toleman und Alex Hawkridge weiter. Ted Toleman fuhr auch weiterhin Rennen, etwa bei Sportwagenrennen oder später auch bei der berühmt berüchtigten Wüstenrallye Rallye Dakar.

Das Rennteam wechselte 1977 in die Formel-Ford-2000. Von dort aus ging es 1978 in die Formel-2! Als Fahrer verpflichtete Toleman den Neuseeländer Doug Dougall, eingesetzt wurde ein March BMW. Der Einstand in Thruxton war erstaunlich: Hinter Bruno Giacomelli und Marc Surer, beide ebenfalls mit einem March BMW unterwegs, wurde Dougall auf Anhieb Dritter. Während 1978 keine weiteren ähnliche Ergebnisse erzielt werden konnten, gewann Brian Henton für Toleman ein Jahr später bereits erste Siege. Er wurde am Ende auch Vizemeister.

Richtig interessant wurde es allerdings erst 1980. Toleman hatte nämlich im Vorfeld der Saison Rory Byrne an Bord geholt. Byrne wurde später einer der besten F1-Konstrukteure der Neuzeit. Er war maßgeblich für die dominante Ära Michael Schumacher mit Ferrari verantwortlich, aus der zwischen 1997 bis 2006 sämtliche Titel und Vizetitel in Fahrer- und Konstrukteursmeisterschaft resultierend. Zuvor war Byrne bereits mitverantwortlich für die beiden WM-Titel von Michael Schumacher bei Benetton, dem Nachfolgerteam von Toleman. Rory Byrne wurde von Toleman damit beauftragt, für 1980 einen eigenen F2-Rennwagen zu konstruieren. Der Toleman Hart TG280 war ein voller Erfolg: Gleich zum Saisonauftakt in Thruxton gab es durch Henton und Derek Warwick einen Doppelsieg. Henton wurde am Ende auch Meister der Serie. Einige der Toleman-Rennwagen waren auch 1981 in der Formel-2 unterwegs. Bereits 1980 verkaufte Toleman die eigene Rennwagen auch an das Docking Spitzley Team von Alan Docking. Der Australier besitzt sein Rennteam noch bis heute. 2009 startete es etwa in der britischen Formel-3, der britischen Formel-Ford, der A1GP-Serie für Australien (im Besitz von Ex-F1-Weltmeister Alan Jones), sowie in der Formel-Superleague.

Der zweite interessante Teil des Jahres 1980 kam dann im November, als Ted Toleman den Einstieg in die Formel-1 für 1981 verkündete. Das Projekt war deshalb besonders aufregend, weil Toleman eigentlich mit Lancia zusammenspannen wollte. Die Italiener, die nach der Le-Mans-Katastrophe 1955 aus der Formel-1 ausgestiegen sind, sollten Turbomotoren für Toleman bauen. Aber Lancia stieg letztlich doch nicht ein und Toleman musste mit den Hart-Motoren Vorlieb nehmen. Aber das war nicht der einzige Grund, wieso man derart schlecht war. Man scheiterte meist schon an der Qualifikation. Das Team hatte die Formel-1 zunächst überschätzt.

Aber es wurde besser: Statt Brian Henton fuhr 1982 Teo Fabi neben Derek Warwick. Man schaffte es schon viel öfter in die Startaufstellung, über Platz 10 beim Deutschland GP von Warwick kam man aber nicht hinaus. 1983 waren Warwick und Giacomelli am Ende der Saison regelmäßig Anwärter auf Punktplatzierungen. Das absolute Highlight aber war die Saison 1984, als man sich Ayrton Senna holen konnte. Der Brasilianer fuhr seine erste Saison für Toleman, aber die Verpflichtung an sich war spektakulär, denn eigentlich hatte der damalige Brabham-Teambesitzer Bernie Ecclestone Senna bereits so gut wie sicher verpflichtet, Testfahrten waren bereits gut verlaufen. Senna fuhr eine ziemlich starke Saison und wurde beim Monaco GP sensationell 2. – im strömenden Regen. Er zeigte also bereits bei Toleman sein weltmeisterliches Talent und wurde so für andere Teams interessant. Obschon er eigentlich auch 1985 an Toleman gebunden war, ging er zu Lotus.

Stattdessen kam 1985 Teo Fabi zurück, daneben fuhr Piercarlo Ghinzani. Die Saison war wieder erstaunlich schlecht, obwohl man zumindest finanziell gut gerüstet war. Die Modemarke Benetton kam als Hauptsponsor an Bord. Am Ende der Saison gab es sogar den Besitzerwechsel: Toleman verkaufte seinen F1-Rennstall an Benetton. Mit Gerhard Berger gewann Benetton 1986 in Mexiko seinen ersten Grand Prix, 1994 und 1995 holte Michael Schumacher für das Team den WM-Titel. Ende 2001 wurde das Team an den französischen Hersteller Renault verscherbelt. Fernando Alonso wurde mit Renault 2005 und 2006 neuerlich Weltmeister. Gerüchten zu Folge könnte das Team vor der Saison 2010 nun wieder verkauft werden. Als Interessenten stehen Andrej Krajnik und Gerald Lopez parat.

Ted Toleman investierte nach seinem F1-Engagement vor allem in die Powerboot-Szene, wie auch schon zuvor in den 70er Jahren. Toleman spannte dort beispielsweise mit Richard Branson und dessen Virgin-Gruppe zusammen. Branson und Virgin haben seit Neustens auch die Formel-1 für sich entdeckt, waren 2009 bereits Sponsor beim Weltmeisterteam Brawn und könnten 2010 Hauptbesitzer und Namensgeber des Manor-F1-Teams werden. Ted Toleman fuhr aber auch gemeinsam mit Barry Lee von 1987 bis 1989 bei der Rallye Dakar mit, unter anderem mit einem Auto, das von Adrian Reynard designet war. Bei Reynard arbeitete später auch Alex Hawkridge, der Teammanager beim Toleman-F1-Team war. Peter Gethin, Ex-GP-Sieger, nutzte seinen Posten als Sportdirektor bei Toleman, um seinen eigenen F3000-Rennstall zu gründen.

Ted Toleman lebte danach lange Zeit in Südafrika, kehrte allerdings wieder zurück, als sein Sohn Gary dort erschossen wurde. Heute hält sich Ted Toleman besonders oft in Australien und auf den Philippinen auf. So ist er mittlerweile Organisator der australischen Mini-Challenge. Er unterstützt aber auch den Australier Nathan Antunes. Der 21-jährige australische Nachwuchspilot machte bisher von sich aufmerksam, als er als Rookie-Fahrer im australischen A1GP-Team fuhr, oder als er vor 2 Jahren einen GP2-Test für Super Nova bestritt. Toleman ist auch Berater von Piccola Scuderia Corse, einem Team, das in der australischen Formel-3 involviert ist.

Wir haben 57 Gäste online

Next Race:

© 2008 - 2013 !R Redaktionsgemeinschaft / !NS!DE-RAC!NG Online Magazin
Ein Angebot der RTV-WORLD MediaGroup - Fa. Roland Schäfges: Katzenberger Weg 114 - 56727 Mayen - www.rtv-world.de - redaktion@inside-racing.de