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Serie: Formel-1 - Teamchefs bei Renault/Benetton/Toleman: 6. Peter Collins

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Formel-1 - Teamchefs bei Renault/Benetton/Toleman: 6. Peter Collins

von Michael Zeitler

Peter Collins war 1986 der erste Benetton-Teamchef. Viel öfter wird er aber mit Lotus in Verbindung gebracht, denn unter Collins ging das Traditionsteam, das 2010 wiederbelebt werden soll, Pleite.

| Enstone (!NS!DE RAC!NG) - Vorweg: Der Peter Collins, der von 1986 bis 1989 F1-Teamchef bei Benetton war, ist nicht jener Peter Collins, der 1956 um ein Haar F1-Weltmeister geworden wäre und der zwischen 1952 und 1958 bei 32 Rennen für HWM, Vanwall, BRM, Maserati und Ferrari immerhin 32 F1-Rennen gewinnen konnte. Jener Peter Collins, der 1956 den Titel Juan Manuel Fangio schenkte, verstarb nämlich bei einem Unfall im deutschen Grand Prix 1958.

Es dauerte aber nicht lange, dann begann sich Benettons Peter Collins für den Motorsport zu interessieren. Das passierte in den frühen 60er Jahren. Zunächst hatte er aber nur Jobs auf der untersten Karriereleiter inne. Angefangen vom Laufbursche, bis hin zum Verfassen irgendwelcher Nachrichtentexte einiger Teams. Durch den frühen Tod seines Vaters musste Collins Geld verdienen, deshalb konnte er sich nicht 100% auf den Motorsport konzentrieren.

Erst 1975 hatte er den ersten ahnsehnlichen Job im Motorsport: Er wurde Teammanager bei Pat Burke Racing. Pat Burke war ein Australier und war Nachbar von Warwick Brown. Gemeinsam fuhren sie gegeneinander Rennen, bis sich Brown als eindeutig schneller erwies. Der wohlhabende Burke stampfte ein kleines Rennteam aus dem Boden, für das Warwick Brown auch Rennen fuhr, und für das Peter Collins 1975 als Teammanager für das US-Formel-5000-Team an Bord kam. Brown fuhr dort einen Talon Chevrolet, aber deutlich besser ging es mit einem Lola in der tasmanischen Formel-5000, wo Brown 1975 sogar Meister wurde. Peter Collins arbeitete aber nicht nur bei Pat Burke Racing, sondern auch im IndyCar-Team des ehemaligen F1-Fahrers Dan Gurney, AAR.

Peter Collins hatte aber andere Probleme. Als er davon Wind bekam, dass Lotus nach einem neuen Teammanager suchte, rief er bei Colin Chapman an. Dem war Peter Collins aber noch weitgehend unbekannt, deshalb bekam Collins zunächst nur einen Korb. Wenige Jahre später, nämlich 1978, kam er aber tatsächlich als Teammanager unter. Collins war maßgeblich dafür verantwortlich, dass Nigel Mansell von Lotus verpflichtet wurde. Aber alles in allem blieb die Bilanz recht ernüchternd. Deshalb musste er nach 3 Jahren auch gehen. Er dockte ein Jahr lang bei ATS an, wurde dann aber von Williams verpflichtet – wieder als Teammanager. Obschon das Team erste Erfolge feierte, wie den Titelgewinn von Alan Jones 1980 oder jenen von Keke Rosberg 1982, trennte sich Williams nämlich vom vorherigen Teammanager Jeff Hazel, der später recht erfolgreich das Sportwagenprogramm von McLaren leitete und 2003 km Auftrag des Automobilkonzerns Cadillac einen IndyCar-Rennstall gründen sollte. Das Projekt aber versandete.

Williams konnte zunächst nicht so recht an alte Erfolge anknüpfen, trotzdem war Peter Collins nie ein Wackelkandidat. Als er Williams 1985 verließ, tat er das aus freien Stücken. Das Projekt bekam aber nie ein Gesicht, also versuchte er das Toleman-Team zu kaufen. Benetton kam ihm zuvor und so wurde er 1986 Teamchef bei Benetton. Unter Peter Collins ging es Schritt für Schritt in Richtung Erfolg. Er konnte sowohl BMW, als auch Gerhard Berger ins Team holen. Beim Mexiko GP gab es den ersten Sieg.

Obschon die Performance des Rennstalls immer besser wurde, kam es 1989 intern zu politischen Spielchen. Benetton holte nämlich den Mode-Geschäftsmann Flavio Briatore ins Team. Der Italiener wusste, was einen guten Manager ausmacht, Collins, der jahrelang bei verschiedenen Rennställen einen Manager-Posten innehatte, wusste das auch. Es musste zu einem Machtkampf der beiden kommen. Als Streitobjekt wurde schnell Johnny Herbert ausfindig gemacht. Der Brite galt als großes Talent, hatte beim F3000-Rennen in Brands Hatch 1988 allerdings einen schweren Unfall, bei dem er sich auch an den Beinen verletzte. Peter Collins holte ihn trotzdem zu Benetton in die Formel-1, das passte Briatore aber gar nicht. Die Gräben wurden immer tiefer, der Streit immer lauter, die Medien immer mehr einbezogen. Es kam zu einem Machtkampf zwischen Collins und Briatore, den Briatore für sich entscheiden konnte. Peter Collins verließ das Team.

Hinter den Kulissen schmiedete er längst andere Pläne. Er tat sich mit Peter Wright zusammen, der jahrelang bei Lotus als Techniker engagiert war. Zusammen wollten sie den Traum von Collins von einem eigenen Rennstall endlich in die Realität umsetzen. Dazu kauften sich die beiden das Lotus-Team. Die Performance-Kurve zeigte zwar nach oben, die finanzielle Situation aber deutlich nach unten. Ende 1994 ging Lotus Konkurs, nachdem sämtliche Übernahme-Pläne, auch durch Collins scheiterten. So versuchte Guy Edwards, der bis 1994 bei Lotus für die Sponsorensuche zuständig war, gemeinsam mit Peter Hall, der bereits Minderheitsbeteiligter bei Lotus war, und Tom Walkinshaw, einem Rennstallbesitzer bei den Sportwagen und Teilhaber beim Benetton-Team das Team zu kaufen. Aber auch der damalige McLaren-Teamchef Ron Dennis interessierte sich zumindest für die Konkursmasse von Lotus. Gerüchten zu Folge soll sogar Ex-F1-Pilot Nigel Mansell an Lotus interessiert gewesen sein. Das Projekt sollte Mansell als Fahrer vorsehen, Peter Collins, der Mansell einst zu Lotus geholt hat, wäre Teamchef geblieben.

So aber wurde die Konkursmasse von Lotus aufgeteilt. Ein Teil des F1-Teams fusionierte mit dem Pacific-Rennstall, andere Teile übernahm der malaysische Automobilhersteller Proton, die Namensrechte sicherte sich David Hunt, der Bruder des ehemaligen F1-Champions James Hunt. Für Peter Collins bedeutete dies das Ende seiner F1-Karriere. Er ging in den Kartsport und förderte und managte dort junge Nachwuchspiloten.

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