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Serie: Formel-1 - Teamchefs bei Renault/Benetton/Toleman: 8. David Richards

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Formel-1 - Teamchefs bei Renault/Benetton/Toleman: 8. David Richards

von Michael Zeitler

David Richards wollte das Benetton-Team eigentlich kaufen und gab sich mit dem Teamchef-Posten zufrieden (ähnlich wie Peter Collins vor ihm). Richards blieb nur ein Jahr.

| Enstone (!NS!DE RAC!NG) - David Richards war 1998 zwar Teamchef bei Benetton, aber das war nicht wirklich das, was er machen wollte. Ursprünglich plante Richards nämlich, seinen 1984 mit Ian Parry gegründeten Prodrive-Rennstall in die Formel-1 zu führen. Dies sollte mittels einer Übernahme eines bestehenden F1-Teams passieren. 1994, zum 10-jährigen Jubiläum, gab es die ersten entsprechenden Pläne, als Richards in Verhandlungen mit Simtek verwickelt war. Die Übernahme scheiterte jedoch. Richards versuchte es danach bei Benetton. Das italienische Team befand sich mit dem Ende der Saison 1997 in einer undurchsichtigen Phase. Renault hat sich aus der Formel-1 zurückgezogen und Teamchef Flavio Briatore musste seinen Hut nehmen. Lange Zeit stand nicht fest, ob Benetton mit der Formel-1 überhaupt weitermachen würde. Also bemühte sich Richards um eine Übernahme.

Zuvor war David Richards auch bei Tyrrell abgeblitzt. Die Kontakte mit Benetton immer enger geflochten, die Verhandlungen immer intensiver. Rückendeckung erhielt Richards nicht nur von Prodrive, sondern auch vom amerikanischen Ford-Konzern, der offenbar mit seinem Partner Stewart unzufrieden war. Aber Benetton entschied sich, mit der Formel-1 weiterzumachen und Richards konnte keine Anteile am Team kaufen. Trotzdem nahm er den Posten des Teamchefs an – denn so konnte er idealerweise Erfahrungen in der Formel-1 sammeln. Denn nebenher liefen seine F1-Pläne weiter. Er kaufte sich in das F3000-Team von Christian Horner ein, Arden International. Horner, mittlerweile selber F1-Teamchef bei Red Bull besitzt das Team heute noch. Ebenso kaufte Richards Galmer Racing um dort den Bau eines F1-Chassis in Auftrag zu geben. Galmer war mit dieser Aufgabe bereits vertraut: 1993 baute man bereits die F1-Boliden von Brabham. Vor Richards gehörte Galmer Bruce McCaw, dem Besitzer des PacWest-IndyCar-Teams. Ursprünglich gegründet wurde Galmer 1988 vom ehemaligen March-Ingenieur Alan Mertens, sowie Rock Galles, Besitzer des Galles-IndyCar-Teams.

Die Pläne gingen nicht auf: Bei Benetton war Richards mit Arbeit eingedeckt, auch wenn er die Aktivitäten von Prodrive in der Rallye-WM und bei den Sportwagen bereits an Teampartner abgeschüttelt hatte. Arden kaufte Richards ferner durch russische Gelder aus dem Team und auch bei Galmer gingen die Pläne nur zaghaft voran. Zudem überwarf sich Richards immer mehr auch mit Benetton, weil dessen Zweigleisigkeit denen freilich ein Dorn im Auge war. Nach nur einem Jahr war Richards als Teamchef von Benetton bereits wieder weg. Die Saison war mit Giancarlo Fisichella und Alexander Wurz am Steuer zwar solide, hatte aber mit WM-Tauglichkeit wie noch wenige Jahre zuvor nichts mehr zu tun. Aber das war schon 1996 und 1997 so und keine Schuld von David Richards.

Nach dem Aus bei Benetton verhandelte er mit Stewart und Arrows bezüglich einer Übernahme. Auch das versandete, konkret wurden erst wieder Gespräche mit BAR im Ende der Saison 2000. Tatsächlich kam man zu einer Übereinkunft, es war mehr oder weniger ein Merger zwischen BAR (herausgegangen aus der alten Tyrrell-Mannschaft) und Prodrive: Richards wurde Teamchef und zog auch von Prodrive einige Leute ab, etwa Nick Fry. Der Brite war nach Richards Teamchef bei BAR und ist noch heute Geschäftsführer im Team, das sich mittlerweile Brawn nennt und 2009 sowohl den Fahrer-, als auch den Konstrukteurstitel gewinnen konnte. Teamanteile bekam aber weder Richards, noch Prodrive. Trotzdem ging es unter Richards immer weiter aufwärts. 2004 war Jenson Button hinter den übermächtigen Ferrari-Piloten Stärkste Kraft. Ausgerechnet nach dieser Saison nahm Richards aber seinen Hut.

2005 und 2006 wollte er das Midland-Team kaufen und daraus endlich auch namentlich das Prodrive-Team machen. Es wiederholte sich die Geschichte: Richards blitzte ab. Es folgte ein radikaler Kurswechsel: Im März 2006 schrieb sich Prodrive als eigenes F1-Team ein. Tatsächlich wurde Prodrive auch als neues F1-Team für 2008 bestätigt. Es folgte die Vorbereitungszeit, in der man sich etwa mit Geoff Willis einig wurde, der als Spitzentechniker zum Team stoßen sollte. Willis war noch aus der BAR-Zeit bei Richards bekannt. Der erste Prodrive-F1-Renner sollte im Prinzip nichts anderes sein, als ein gekaufter McLaren Mercedes. Ein entsprechender Vertrag war nicht nur aufgesetzt, sondern bereits von beiden Parteien unterzeichnet. Aber Kundenchassis waren nicht erlaubt. Auch aus diesem Grund bekam Richards kalte Füße und zog seine Prodrive-Nennung zurück. 3 Jahre später schrieb er sich für die Saison 2010 ein. Dieses Mal lehnte aber der Automobilweltverband die Nennung ab, weil man anderen Teams den Vorzug gab. Ein Grund war offenbar, dass Prodrive zum alten Plan zurückkehrte und mit McLaren-Mercedes-Renner antreten wollte. Die FIA bevorzugte aber Teams, die auf Cosworth-Motoren setzen.

Das war bislang der letzte Akt – aber bestimmt nicht der Letzter. David Richards hat sich mittlerweile bereits die Sportwagenmarke Aston Martin gekauft, in den 50er Jahren ebenfalls in der Formel-1 vertreten. Zudem hat er arabische Gelder im Hintergrund. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis Richards mit Prodrive den nächsten Schritt plant. Der Fokus derzeit liegt aber wieder in der Rallye-WM, wo man 2009 nicht mehr dabei ist, weil der Partner Subaru ausgestiegen ist. Die Partnerschaft begann 1990, Colin McRae wurde 1992 britischer Rallye-Weltmeister, 1995 auch Weltmeister. Prodrive und Subaru entwickelten ferner zusammen auch ein eigenes Straßenauto, den Prodrive P2. Auch im Tourenwagensport und in Le Mans war Prodrive bereits vertreten.

Richards begann seine Motorsport-Karriere als aktiver Rallye-Fahrer. Werke wie British Leyland, Lancia oder Ford lockten Richards aber und er wurde Co-Pilot. Zusammen mit Ari Vatanen, der im Kampf um den FIA-Präsidentenposten diesen Monat gegen Jean Todt gescheitert ist, gewann Richards 1981 den Rallye-WM-Titel.

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