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Kommentar der Woche

  • Woche 16| Applaus für Sergio Perez von !NS!DE-RAC!NG-Redakteur Michael Zeitler. Weiterlesen...

Serie: Formel-1 - Die Vorbesitzer von Mercedes GP: 4. Adrian Reynard

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Formel-1 - Die Vorbesitzer von Mercedes GP: 4. Adrian Reynard

von Michael Zeitler

Adrian Reynard besaß jahrelang 15% des Teams und ist noch heute in dem Team verwickelt. Ein ausführliches Portrait.

| Brackley (!NS!DE-RAC!NG) - Immer wieder wird über Motorsportler gesagt, sie hätten Benzin im Blut. Freilich ist das nur eine Metapher, doch auf Adrian Reynard, geboren am 23. März 1951, trifft das zu 100% zu. Reynard entdeckte den Motorsport schon früh für sich, aber was genau seine Berufung in dieser Sportart sein sollte, das wusste Reynard zunächst noch nicht. Er begann ganz klein mit Motorradrennen Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre. Dabei arbeitete Reynard auch mit George Brown zusammen, der ebenfalls Motorradfahrer war und später Motorräder konstruierte, die einige Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt hatten. Von Brown lernte Reynard sein Ingenieurs-Handwerk. Reynard interessierte sich so immer mehr für die Technik von Rennautos. 1972 baute er sein erstes eigenes Rennauto. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war der Umstieg von zwei auf vier Rädern beschlossene Sache.

Reynard wollte aber nicht irgendeinen Rennwagen fahren, sondern seine eigenen Konstruktionen. Deshalb tat er sich mit dem ehemaligen March-Prodruktionschef Bill Stone zusammen und gründete Sabre Automotive. Bei Stone handelt es sich um einen leidenschaftlichen Motorsportler aus Neuseeland. Er selbst fuhr selbst einige Rennen, unter anderem in der Tasman-Serie, als er von Roly Levis einige Rennautos gekauft hatte. 1967 fuhr Stone sogar in dessen Team eine halbe Saison, ansonsten tauchte er meist nur zum Neuseeland GP auf, der damals eben ein Tasman-Rennen war für ausrangierte F1-, F2- und F5000-Fahrzeuge und kein F1-WM-Rennen. Levis war meistens schneller unterwegs als Stone, was aber auch kein Wunder war. Levis zählte zu den absoluten Motorsport-Größen in Neuseeland. Seine Bilanz bei den GP-Rennen in Neuseeland: Platz 14 1965 mit einem Cooper Ford, 1966 ein Ausfall mit dem gleichen Fahrzeug, Platz 8 mit einem Brabham Ford 1967 und Platz 10 mit gleichem Fahrzeug 1968. 1968 sammelte Bill Stone auch einen Punkt in der Tasman-Serie.

Stone fuhr auch einige Rennen in der Formel-3 in Europa, aber auch in der Formel-1: 1969 fuhr er beim nicht zur WM zählenden Madrid GP. Zwar schied Stone mit seinem Brabham Lotus aus, wurde aber noch auf Platz 6 gewertet. Stone blieb von 1973 bis 1977 bei Sabre Automotive, danach verkaufte er seine Anteile an Adrian Reynard. Die Firma wurde in Reynard umbenannt, unklar, wieso sie zunächst Sabre hieß. Möglich, dass sich der Name aus einigen Buchstaben der Namen von Stone und Reynard ergab, wie das auch bei March der Fall war: Stone Adrian Bill Reynard. Diese Variante ist in sofern wahrscheinlich, als dass Reynard die Firma eben in Reynard Motorsport umtaufte, als Stone von dannen zog. Ein zweiter Erklärungsansatz ist die Zuneigung Reynards gegenüber Flugzeugen. Reynard wurde immer wieder mit Navy-Flugzeugen gesichtet und ein amerikanisches Kampfflugzeug trägt den Namen F-86 Sabre.

Bill Stone war auch nach dem Abgang von Reynard in Kontakt mit ihm, denn der Abgang war freundschaftlich. Im Prinzip wurde er schlicht nicht mehr gebraucht, denn Stone war für die Produktion verantwortlich, Reynard für das Design der Autos. In der Zwischenzeit hatte sich die Reynard-Firma aber so gut entwickelt, dass sie auf Stone verzichten konnte. 1990 griff Stone aber noch mal auf ein Reynard-Fahrzeug zurück und setzte in der britischen Formel-Renault für Jason Plato noch ein Team zusammen: Cuda Motorsport. Schnell verschwand das Team aber wieder und mittlerweile fährt der inzwischen ergraute Stone seine eigenen Fahrzeuge bei historischen Rennen.

Adrian Reynard glich den Abgang von Stone damit aus, dass er Rick Gorne an Bord holte. Gorne kümmerte sich um den geschäftlichen Teil von Reynard und bewies dabei sein Geschick: Es war Gorne, der Reynard zu einer führenden Rennschmiede-Marke machte. Reynard kann sich durchaus mit bekannten Rennschmieden wie Lola oder Dallara messen, in fast allen Formel-Serien setzte Reynard bereits Rennautos ein, von der Formel-Ford bis zur Formel-3, von der japanischen Formel-3000 bis in die internationale Formel-3000, der heutigen GP2, von der amerikanischen F1-Serie IndyCar bis in die F1-Weltmeisterschaft. Beispielsweise verkaufte sich der Formel-Ford 82FF von Reynard 661 Mal und holte mehrere Titel!

Mitte der 70er Jahre bekam Reynard auch den ersten Auftrag außer Haus. Mike Keegan, ein britischer Airline-Besitzer und damit wohlhabender Geschäftsmann versuchte seinem Sohn Rupert Keegan unter die Arme zu greifen, nachdem dessen Karriere ins Stocken geriet. Dazu kaufte er sich Hawke Racing Cars. Das 1969 von David Lazenby gegründete Unternehmen baute Formel-Ford-Renner und gewann 1969 gleich auf Anhieb die schottische Formel-Ford-Meisterschaft – mit dem späteren F1-Teambesitzer von Ligier und Arrows, Tom Walkinshaw, am Steuer. 1970 traute man sich an eine größere Aufgabe heran, als mein einen Formel-Renner für die Formel-5000 zusammenschrauben wollte. Dazu kaufte man von Leda einen älteren F5000-Renner, aber das Projekt kam nie zustande.

Aber kaum hatte sich Keegan ins Team eingekauft, waren die Ambitionen noch größer. Keegan beauftragte Reynard zunächst mit dem Bau eines F3-Renners. Tatsächlich war mit diesem Rennwagen aber kein Blumentopf zu gewinnen und Rupert Keegan wollte nicht warten, bis man in den Nachwuchsserien endlich Erfolg hatte. Also sollte Reynard für 1977 einen Hawke-F1-Renner bauen, betrieben mit einem Ford-Cosworth-Motor. Reynard machte sich bereits ans Konstruieren, als das Projekt gestoppt wurde. Im November vergangenen Jahres erklärte Reynard auf Anfrage per Mail: „Das Projekt wurde gestoppt, als Rupert einen Platz bei Hesketh bekam.“ Rupert Keegan hatte es also in die Formel-1 geschafft und prompt ließ die Familie Keegan Hawke gegen die Wand fahren.

Adrian Reynard hatte zu dieser Zeit auch noch immer seine eigene Rennfahrerkarriere im Kopf. 1979 siegte er am Steuer eines Eigenbaus in der europäischen Formel-Ford 2000. Zwei Jahre später wurde er Gesamt-5. in der Formel-Pazifik am Steuer eines Cuda Ford. Gleichzeitig erkannte aber nicht nur Hawke das Talent von Reynard in Sachen Design von Rennautos: 1980 holte ihn RAM ins F1-Team. Zunächst arbeitete er an einem Williams, bevor er 1981 Chefingenieur wurde. Allerdings blieb Reynard nur bis September im Team. Denn Reynard hängte nach der Saison auch den Helm an den viel zitierten Nagel und kümmerte sich nun hauptsächlich um seine Reynard-Firma. Denn man plante die große Expansion – und zu der kam es auch.

1983 begann Reynard mit einem Projekt für die Formel-3. Das trug sofort Früchte: Beim Debüt in Silverstone 1985 gewann Andy Wallace gleich das erste Rennen für Reynard, mit dem Swallow-Team. Reynard hatte damals durchaus namhafte Konkurrenten, wie etwa Ralt (am Ende mit dem Titel gesegnet), Anson, Magnum, Sparton, March und Safir. Bis 1993 entwickelte Reynard eigene F3-Autos, aber vor allem in Mexiko waren die Fahrzeuge auch noch bis ins neue Jahrtausend erfolgreich. Insgesamt wurden 360 F3-Autos von Reynard gebaut, rund um den Globus hatte man Erfolge und holte Meisterschaften.

F3-Meisterschaften von Reynard
1986 britische Formel-3: Andy Wallace (Swallow; Reynard VW 863)
1986 schwedische Formel-3: Niclas Schönström (Picko Troberg; Reynard VW 863)
1987 britische Formel-3: Johnny Herbert (Jordan; Reynard VW 873)
1987 japanische Formel-3: Ross Cheever (Funaki; Reynard Toyota 873)
1987 österreichische Formel-3: Franz Binder (Helmut Bross; Reynard VW 863)
1988 britische Formel-3: JJ Lehto (Pacific; Reynard Toyota 883)
1988 deutsche Formel-3: Joachim Winkelhock (WTS; Reynard VW 883)
1989 französische Formel-3: Jean-Marc Gounon (Oreca; Reynard Alfa Romeo 893)
1989 schwedische Formel-3: Jan Nilsson (G-Son; Reynard VW 883)
1989 österreichische Formel-3: Josef Neuhauser (Josef Neuhauser; Reynard VW 873)
1990 französische Formel-3: Eric Hélary (Formula Project; Reynard Honda 903)
1990 deutsche Formel-3: Michael Schumacher (WTS; Reynard VW 903)
1990 italienische Formel-3: Roberto Colciago (RC; Reynard Alfa Romeo 903)
1990 schwedische Formel-3: Niclas Johnsson (Reynard Honda 903)
1990 südamerikanische Formel-3: Christian Fittipaldi (Fittipaldi; Reynard Alfa Romeo 883)
1990 österreichische Formel-3: Josef Neuhauser (Josef Neuhauser; Reynard VW 893)
1990 skandinavische Formel-3: Fredrik Ekblom (G-Son; Reynard VW 903)
1990 mexikanische Formel-3: Carlos Guerrero (Dasatec; Reynard Alfa Romeo 903)
1991 schwedische Formel-3: Niclas Johnsson (Itchi Ban; Reynard Honda 913)
1991 mexikanische Formel-3: Adrian Fernandez (Lozana; Reynard VW 903)
1991 österreichische Formel-3: Josef Neuhauser (Josef Neuhauser; Reynard VW 903)
1992 britische Formel-3: Gil de Ferran (Paul Stewart; Reynard Mugen Honda 923)
1992 deutsche Formel-3: Pedro Lamy (WTS; Reynard Opel 923)
1992 japanische Formel-3: Anthony Reid (Tomei; Reynard Honda 923)
1992 südamerikanische Formel-3: Cesar Jiminez (Cesar Triberio Jiminez; Reynard Alfa Romeo 903)
1992 österreichische Formel-3: Peter Wieser (RSM Marko; Reynard Alfa Romeo 923)
1993 britische Formel-3: Kelvin Burt (Paul Stewart; Reynard Mugen Honda)
1993 mexikanische Formel-3: Carlos Guerrero (GO; Reynard Alfa Romeo 903/933)
1993 schwedische Formel-3: Magnus Wallinder (Itchi Ban; Reynard Honda 913)
1993 skandinavische Formel-3: Magnus Wallinder (Itchi Ban; Reynard Mugen Honda 913)
1994 skandinavische Formel-3: Magnus Wallinder (Itchi Ban; Reynard Honda 913)
1994 mexikanische Formel-3: Carlos Guerrero (GO; Reynard Alfa Romeo 933)
1995 mexikanische Formel-3: Derek Higgins (GO; Reynard Alfa Romeo 933)
1996 mexikanische Formel-3: Rod MacLeod (Herdez; Reynard Alfa Romeo 933)
1997 mexikanische Formel-3: Derek Higgins (GO; Reynard Alfa Romeo 933)
1998 mexikanische Formel-3: Carlos Perea (Inverlat Perea; Reynard VW 933)
1998 australische Formel-3: David Bruce (Reynard 863)
1999 mexikanische Formel-3: Eduardo Olvera (Reynard VW 933)
2000 mexikanische Formel-3: José Antonio Ramos (El Universo Ramos; Reynard VW 933)
2001 mexikanische Formel-3: Gilberto Jimenez (Reynard VW 933)
2002 mexikanische Formel-3: Guillermo Zapata (Guillermo Zapata; Reynard VW 933)

Nebenher machte Reynard den nächsten Schritt: 1988 erfolgte der Einstieg in die Formel-3000 – und wieder gleich gekrönt mit einem Sieg: Johnny Herbert gewann das Rennen in Jerez für das Jordan-Team und mit Roberto Moreno von Bromley Motorsport holte auch ein Reynard-Pilot den Titel. Anders als heute – Dallara stellt mittlerweile Einheitschassis für die Nachfolgerserie GP2 zur Verfügung, gab es damals auch noch andere Chassishersteller, nämlich Lola, March und Ralt. 220 Chassis wurden für die Formel-3000 gebaut.

F3000-Meisterschaften von Reynard
1988 internationale Formel-3000: Roberto Moreno (Bromley; Reynard Ford Cosworth)
1989 internationale Formel-3000: Jean Alesi (Jordan; Reynard Mugen Honda)
1989 britische Formel-3000: Gary Brabham (Bromley; Reynard Ford Cosworth)
1990 britische Formel-3000: Pedro Chaves (Mansell Madgwick; Reynard Ford Cosworth)
1991 internationale Formel-3000: Christian Fittipaldi (Pacific; Reynard Mugen Honda)
1991 britische Formel-3000: Derek Warwick (Mansell Madgwick; Reynard Ford Cosworth)
1992 internationale Formel-3000: Luca Badoer (Crypton; Reynard Ford Cosworth)
1992 britische Formel-3000: Ivan Muller (Omegaland; Reynard Ford Cosworth)
1993 internationale Formel-3000: Olivier Panis (DAMS; Reynard Ford Cosworth)
1993 britische Formel-3000: Philippe Adams (Madgwick/Argo; Reynard Ford Cosworth)
1994 internationale Formel-3000: Jean-Christophe Boullion (DAMS; Reynard Ford Cosworth)
1994 britische Formel-3000: Jose Luis di Palma (AJS/Madgwick; Reynard Ford Cosworth)
1994 Formel-Brabham: Paul Stockell (Birrana; Reynard Holden)
1995 internationale Formel-3000: Vincenzo Sospiri (Super Nova; Reynard Ford Cosworth)
1995 Formel-Brabham: Paul Stockell (Birrana; Reynard Holden)
1996 britische Formel-3000: Gareth Rees (Super Nova; Reynard Mugen Honda)
1996 Formel-Nippon: Ralf Schumacher (LeMans; Reynard Mugen Honda)
1996 Formel-Holden: Paul Stockell (Birrana; Reynard Holden)
1997 Formel-Holden: Jason Bright (Birrana; Reynard Holden)
1998 Formel-Nippon: Satoshi Motoyama (LeMans; Reynard Mugen Honda)
1998 Formel-Holden: Scott Dixon (SH; Reynard Holden)
1999 Formel-Holden: Simon Willis (Birrana; Reynard Holden)
1999 Formel-Nippon: Tom Coronel (Nakajima; Reynard Mugen Honda)
2000 Formel-Holden: Simon Willis (Birrana; Reynard Holden)
2000 Formel-Nippon: Toranosuke Takagi (Nakajima; Reynard Mugen Honda)
2001 Formel-Nippon: Satoshi Motoyama (Impul; Reynard Mugen Honda)
2001 Formel-Holden: Rick Kelly (Birrana; Reynard Holden)
2002 Formel-Nippon: Ralph Firman (Nakajima; Reynard Mugen Honda)
2002 Formel-Holden: Will Power (Ralt Australia; Reynard Holden)
2003 australische Formel-4000: Daniel Gaunt (Pure Power/Ralt Australia; Reynard Holden)
2004 australische Formel-4000: Neil McFadyen (Ralt Australia; Reynard Holden)
2005 australische Formel-4000: Peter Hackett (Ralt Australia; Reynard Holden)
2006 australische Formel-4000: Derek Pingel (WISC; Reynard Holden)
2007 australische Formel-4000: Ty Hanger (Ty Hanger; Reynard Holden)

Formel-3, Formel-3000 – die nächste Stufe wäre die Formel-1. Und tatsächlich fasste Reynard auch die Königsklasse des Motorsports ins Auge. Und zwar 1989, als man einen F3000-Renner als Basis für den GP-Boliden hernahm. Das war zum Scheitern verurteilt, denn die F3000-Renner waren doch etwas langsamer als die F1-Boliden, also verkaufte Reynard den Rennwagen nach Japan zum Reifenhersteller Bridgestone, die damit Testfahrten fuhren. Reynard verkaufte aber nur das Auto, nicht die Idee zum F1-Einstieg. Stattdessen versammelte Reynard eine Mannschaft hinter sich, etwa „20-Mann stark“, so Reynard weiter in der Mail vom November. 20 Mann, das  hört sich erst einmal recht wenig an, aber die Namen sind durchaus bekannt und stehen für Erfolge und Routine in der Formel-1: Rory Byrne, ein wichtiger Baustein für die sieben WM-Titel von Michael Schumacher; Pat Symonds, jahrelang bei Toleman, Benetton und Renault, Dave Wass und Willem Toet unter anderem.

Und trotzdem wurde aus dem für 1992 anvisierten F1-Einstieg nichts. Reynard: „Wir konnten uns 1992 den Yamaha-Motor (oder ein anderes Triebwerk) nicht sichern und wir haben nicht genug Geld gefunden.“ Die Arbeit war jedoch nicht für die Katz: Byrne nahm den Boliden einfach mit zu Benetton, wo er als Grundlage für den Benetton Ford B192 von 1992 diente. Als das F3000-Team Pacific Reynard um Hilfe für die Konstruktion eines F1-Rennwagens für die Saison 1994 bat, diente das Design ebenfalls als Grundlage. „Aber das Design war veraltet und es wurde nichts daran entwickelt“, so Reynard. „Und so war das Auto dann auch nicht konkurrenzfähig.“ Der Pacific Ilmor PR01 schaffte nur selten die Quali-Hürde und absolvierte kein einziges Mal die volle Renndistanz.

Für 1995 arbeitete Reynard wieder an einem externen F1-Projekt. Wieder im Auftrag eines F3000-Teams. Das französische DAMS-Team ließ bei Reynard einen Rennwagen entwickeln, der allerdings alles andere als renntauglich war. Unter anderem Jan Lammers und Erik Comas testeten den Boliden und gaben ein katastrophales Feedback. DAMS löste damit die Zusammenarbeit mit Reynard schnell wieder auf und versuchte eine Fusion mit dem finanziell strauchelnden Larrousse-Team. Dort wollte Gerald Larrousse aber nicht vom Posten des Teamchefs weichen und so ist DAMS bis heute nicht in der Formel-1 gefahren.

Bis zum nächsten F1-Versuch von Reynard, der dann endlich auch glückte, widmete sich Reynard anderen Projekten, etwa die IndyCar-Serie, so etwas wie die amerikanische Formel-1. Heute gibt es auch dort Einheitschassis von Dallara, als Reynard 1994 aber mit einem eigenen Chassis aufwartete, gab es noch einige verschiedene Rennwagen. Bis 2004 war Reynard in der IndyCar-Serie aktiv und gewann 99 Rennen, die meisten Siege davon holte sich Alessandro Zanardi (15), vor Jimmy Vasser (8) und Gil de Ferran (7). Mit 99 Siegen ist man hinter Lola (193) und Dallara (148) dritterfolgreichster Chassishersteller seit 1909! Und Reynard schaffte auch das Kunststück, dass man bereits in der Formel-3 und der Formel-3000 schaffte: Auf Anhieb ein Sieg. Siegreicher Fahrer war dabei Michael Andretti für das Ganassi-Team.

IndyCar-Meisterschaften von Reynard
1995 Jacques Villeneuve (Green; Reynard Ford Cosworth)
1996 Jimmy Vasser (Ganassi; Reynard Honda)
1996 Buzz Calkins (Bradley; Reynard Ford Cosworth)
1997 Alessandro Zanardi (Ganassi; Reynard Honda)
1998 Alessandro Zanardi (Ganassi; Reynard Honda)
1999 Juan Pablo Montoya (Ganassi; Reynard Honda)
2000 Gil de Ferran (Penske; Reynard Honda)
2001 Gil de Ferran (Penske; Reynard Honda)

1998 dann kam Reynard wird in die Formel-1. Er gehörte einem Konsortium an, das von der Zigarettenfirma British American Tobacco und Craig Pollock angeführt wurde. Man kaufte sich das Tyrrell-Team. Auch Adrian Reynard kaufte sich 15% der Anteile des neuen BAR-Teams. Und Reynard war mitverantwortlich für die Entwicklung der BAR-Rennwagen. Bis in den Februar 2005 besaß er die 15% Anteile am Team, dann verkaufte er sie an BAT, die wiederum das komplette Team an Honda verscherbelten. Bis dato konnte BAR nicht viel gewinnen, auch wenn Jenson Button 2004 regelmäßig aufs Podest fuhr.

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