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Serie: Formel-1 - Die Vorbesitzer von Mercedes GP: 7. Gerald Forsythe

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Formel-1 - Die Vorbesitzer von Mercedes GP: 7. Gerald Forsythe

von Michael Zeitler

Gerald Forsythe war als BAR-Teilhaber nicht wirklich präsent. Seine Welt ist die IndyCar.

| Brackley (!NS!DE-RAC!NG) - Er gilt als Hardliner, dieser Gerald Forsythe. Sein IndyCar-Team war sympathisch und auch Forsythe selbst machte einen sympathischen Eindruck, als er meist mit Sonnenbrille und in den letzten Jahren auch mit erweißten Haaren an der Boxenmauer saß. Aber Forsythe war eben ein Geschäftsmann – und mit dem war eben auch nur schwer ein Geschäft zu machen. Forsythe hat einen Stolz, dessen Schatten länger als jede Rennstrecke ist. Über diesen zu springen, schaffte Forsythe nicht – auch deshalb gibt es heute kein Forsythe-Team mehr.

Forsythe konnte es Tony George nie verzeihen, dass dieser 1996 eigene Sache machte. Die so erfolgreiche IndyCar-Serie (CART), die es im Grunde nicht nur mit der Formel-1 aufnehmen konnte, sondern es auch tat, wurde zerspalten. Es blieb ein Haufen Scherben übrig und zwei Serien, die sich gegenseitig im Weg standen: Die Indy Racing League von George und die ChampCar-Serie, die nun im Besitz von Forsythe, Kevin Kalkhoven und Paul Gentilozzi war. Gentilozzi gründete 1985 das IndyCar-Team Rocketsports und war zuvor selbst Rennfahrer. In einem Nissan des Cunningham-Teams gewann er 1994 zusammen mit Scott Pruett, Butsch Leitzinger und Steve Millen das 24-Stundenrennen von Daytona, das in Amerika etwa den Stand hat wie in Europa das 24-Stundenrennen von Le Mans. Die IRL jedenfalls hatte das Indy 500 und die ChampCar noch die besten Teams. Durch die Spaltung litten beide Serien, die Stockcarserie Nascar wurde die neue Motorsportgröße in Amerika und der Formel-Sport war irgendwo im Nirgendwo.

Die Fronten waren verfeindet und Forsythe war ein Hardliner auf der Seite der ChampCar. 2002 legte Forsythe ein Veto dagegen ein, die gleichen Motoren zu verwenden, wie die IRL. Das hat eine Anfreundung verhindert, denn Forsythe war immer noch der Meinung, die ChampCar würde den Kampf gewinnen. Es war klar, dass es einen Verlierer geben würde, aber je länger die zwei Serien parallel existierten, war die Wahrscheinlichkeit größer, dass beide verlieren würden. Tatsächlich sah es auch 2002 noch recht gut aus für die ChampCar und so verharrte Forsythe auf die Cosworth-Motoren. Als Ford Ende 2004 den Stecker zog, kaufte kurzerhand Forsythe zusammen mit Kalkhoven die Cosworth-Firma. Damit war Forsythe auch zum zweiten Mal in der Formel-1 vertreten, denn Cosworth belieferte weiterhin Teams mit Motoren, 2010 kommt Cosworth wieder zurück, als Motorenlieferant von Williams, Virgin und Lotus, sowie Campos und USF1, falls es die beiden Teams in die Startaufstellung schaffen.

Tatsächlich ging es mit der ChampCar aber immer weiter bergab. Gleiches gilt zwar auch für die IRL, aber die ChampCar rauschte noch tiefer, auch, weil die finanzielle Situation immer miserabler wurde. 2008 gingen die beiden Serien endlich wieder zusammen, es gab wieder nur eine IndyCar-Serie. Aber die Fusion war nicht freundschaftlich, das merkte man, weil Forsythe sein Team lieber in der Formel-Atlantik an den Start schickte, als in der neuen IndyCar-Serie. Tatsächlich ging nämlich die ChampCar Pleite und wurde von der IRL geschluckt. Für Forsythe war das auch ein Gesichtsverlust, der seinen Schatten nur noch größer werden ließ. Zwar gab es immer wieder Gerüchte, Forsythe würde zumindest zum Indy 500 auftauchen, aber weder 2008, noch 2009 war Forsythe in der IndyCar zu sehen.

Forsythe nahm gerne alles selber in die Hand. Das zeigt sich auch dadurch, das Partnerschaften meistens schnell zerbrachen. Drei Beispiele: Nachdem er 1981 als Sponsor (Forsythe ist nebenher Besitzer zahlreicher Firmen) des Brayton-Teams in die IndyCar-Serie einstieg, war Forsythe 1982 bereits Teambesitzer: Gemeinsam mit seinen beiden Brüdern John und Jimmy Forsythe ging er eine Partnerschaft mit Garvin Brown ein. Das Team nannte sich Forsythe Brown Racing. Das Team hielt nicht mal bis Mitte der Saison, trotz eines Sieges von Ex-F1-Pilot Hector Rebaque in Elkhart Lake und Brown verabschiedete sich aus dem Team. 1983 machte Forsythe dann eigene Sache und das Forsythe-Team wurde gegründet.

Beispiel zwei: Nach der Saison 1985 zog sich Forsythe wieder aus der IndyCar zurück, obwohl es rasch Erfolge gab. Schon 1983 gab es einen Rennsieg. Erst 1993 gab Forsythe sein Comeback, zunächst in der Formel-Atlantik, ab 1994 auch wieder in der IndyCar. Dabei spannte Forsythe aber mit Barry Green zusammen. Die Partnerschaft stand für zwei Jahre, dann ging Green und gründete sein eigenes Team. Green nahm dabei etwa Jacques Villeneuve mit, der auch prompt IndyCar-Meister wurde, während Forsythe – wieder auf sich allein gestellt – an die Erfolge von Green nicht heran kam.

Beispiel drei: 2001 gab es eine Zusammenarbeit zwischen Forsythe und dem deutschen Zakspeed-Team, das in den 80er Jahren in der Formel-1 fuhr und zuletzt in der Formel-Superleague fuhr, mittlerweile aber vor dem Konkurs steht. Die Partnerschaft hielt wieder nicht lange – nicht einmal bis zum Saisonende.

Aber freilich gibt es auch positive Beispiele, etwa die langfristige Partnerschaft mit Kalkhoven. Außerdem ist mittlerweile wieder ein Teilhaber bei Forsythe an Bord: Dan Pettit, der zuvor bereits Teilhaber bei PK-Racing und bei RuSport war. Aber seit Pettit an Bord ist, also seit 2008, fuhr Forsythe auch nicht mehr viele Rennen. An die glamourösen Jahre war längst nicht mehr anzuknüpfen: 1995 holte Greg Moore für Forsythe den Titel in der Formel-Atlantik, 2003 wurde Paul Tracy mit Forsythe Meister der IndyCar-Serie. Der Titel mit Tracy war der Höhepunkt der Karriere von Forsythe. Der Tiefpunkt war vier Jahre zuvor, als Greg Moore bei einem brutalen Unfall sein Leben verlor – in einem Auto von Forsythe. Das Schicksal hat es nicht anders gewollt: Eigentlich sollte Moore wegen einer Verletzung an der Hand bei dem Rennen gar nicht starten. Moore war ein großes kanadisches Talent zu dieser Zeit. 2000 hatte er einen Vertrag bei Penske unterschrieben, aber auch McLaren und Sauber wollten Moore in die Formel-1 holen.

Die meisten IndyCar-Rennen für Forsythe
1. Patrick Carpentier (CAN) 135 (1998-2004)
2. Greg Moore (CAN) 72 (1996-’99)
3. Paul Tracy (CAN) 71 (2003-’08)
4. Alex Tagliani (CAN) 58 (2000-’02)
5. Teo Fabi (ITA) 37 (1984/’85/’95)
6. Bryan Herta (USA) 21 (2000/’01)
7. Mario Dominguez (MEX) 20 (2005-’07)
8. Jacques Villeneuve (CAN) 16 (1994)
9. Rodolfo Lavin (MEX) 14 (2004)
10. Howdy Holmes (USA) 13 (1985)

Von 1998 bis 2000 kam Gerald Forsythe als Teilhaber zudem zu BAR in die Formel-1. Groß ins Geschäft eingemischt hat sich Forsythe aber nicht. Über die Hintergründe seines Engagements bei BAR ist bis heute nichts überliefert.

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