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Serie: Formel-1 - Welche Nationen kommen als nächstes? 2. Bahrain

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Formel-1 - Welche Nationen kommen als nächstes? 2. Bahrain

von Michael Zeitler

Hamad Al-Fardan kratzt am F1-Cockpit. Vor einer Saison fuhr er bereits in der asiatischen GP2. Alles über Bahrain und deren Rennfahrer.

| Moskau (!NS!DE-RAC!NG) - Aus Bahrain:

 Fahrer, der an der Formel-1 klopft: Hamad Al-Fardan: Spätestens seit der Wüstenstaat Bahrain 2004 einen Grand Prix bekam, wächst das Motorsportinteresse in Bahrain – auch, wenn sich das bei den Rennen in Bahrain noch nicht zeigt: Die Tribünen mitten in der Wüste bleiben oftmals unbesetzt, die Scheichs können mit der Kultur des Motorsports noch nicht viel anfangen. Deshalb gibt es auch statt dem üblichen Schampus nur Rosenwasser, denn Alkohol ist in Bahrain verboten. F1-Boss Bernie Ecclestone hat den Rennzirkus aus wirtschaftlichen Gründen nach Manama gebracht, nicht aus sportlichen, das ist klar. Deshalb wurmt es auch einigen, dass 2010 der Saisonauftakt in Bahrain stattfindet, statt in Melbourne. Weil Bahrain mit Abu Dhabi jüngst Konkurrenz in der Wüste bekommen hat, könnte der Bahrain GP mittelfristig wieder wackeln. Ein F1-Pilot aus dem Scheichtum würde dem Grand Prix sicherlich gut stehen und das Motorsportinteresse weiter erhöhen.

Tatsächlich schwenken bereits einige Bahrainis um. Einer von ihnen ist Hamad Al-Fardan. Der 22-Jährige ist zwar in Manama geboren, begann mit dem Motorsport aber schon weit bevor es überhaupt Pläne gab, die Formel-1 in die Stadt zu holen: 1997 absolvierte er mit geschmeidigen zehn Jahren sein erstes Kartrennen! Das ungewöhnliche Sportinteresse für diese Region rührt jedoch von seinem Vater: Ahmed Al-Fardan. Der war nämlich ebenfalls Rennfahrer, fuhr aber Rallyes, was für diese Region nicht ganz so ungewöhnlich ist. Hamad Al-Fardan ging jedoch einen anderen Weg und stieg 2004 in den Formel-Sport ein, nachdem er 1999, 2002 und 2003 Kartmeister in Bahrain wurde.

Es ist kein Zufall, dass Al-Fardan ausgerechnet 2004 ein Formel-Cockpit bekam, als es den ersten Bahrain GP gab. Für das Belgravia-Team fuhr er in der asiatischen Formel-BMW und blieb dort auch 2005, wechselte jedoch ins Meritus-Team – ein kluger Schachzug, denn das Team aus Malaysia war damals das Topteam dieser Serie. Der Wechsel fruchtete: Al-Fardan gewann vier Rennen und wurde Gesamt-3. Was Al-Fardan jedoch ärgern dürfte: Meister wurde damals ein anderer Fahrer aus Bahrain, nämlich Salman Al-Khalifa.

Al-Fardan blieb bei Meritus und wechselte in die Formel-Toyota in Neuseeland. 2007 kam er nach Europa und bestritt eine gute Saison in der nationalen Klasse der britischen Formel-3. Zwölf Mal fuhr er aufs Podest, stand zwar nie in der Mitte, am Ende wurde er jedoch Gesamt-3. Im Winter fuhr er in Asien in der Formel-3, weil er den Lockrufen des Force-India-F1-Teams erlag: Das Team von Vijay Mallya versprach dem Meister der Serie einen F1-Test. Meister Frédéric Vervisch wartet aber noch heute auf seinen Test. Al-Fardan wurde Gesamt-4. und kam damit nicht in Reichweite des F1-Tests.

2008 blieb Al-Fardan in der Formel-3 und fuhr im Team von Franz Wöss in der deutschen und österreichischen Formel-3. Dabei belegte er Mittelfeldpositionen, was aber reichte, um von iSport für die asiatische GP2 verpflichtet zu werden. Damit war Al-Fardan bereits in der zweiten Liga des Motorsports, auch wenn die asiatische Ablegerserie nicht ganz so einen guten Ruf hat, wie die GP2-Hauptserie. iSport, ein renommiertes Team holte Al-Fardan auch aufgrund Sponsoren aus Bahrain. Al-Fardan nahm das Angebot trotzdem dankend an, konnte sich aber nicht für höhere Aufgaben empfehlen: Er wurde nur 20. in der Gesamtwertung. Für die Hauptserie war das zu wenig, auch wenn er für Trident noch testete, aber auch das italienische Team entschied sich gegen Al-Fardan, der sich damit nicht dauerhaft einen Schritt unterhalb der Formel-1 etablieren konnte.

Das Alter spricht aber für den Rennfahrer aus Bahrain: 2009 baute er seine Karriere wieder auf und gewann die asiatische Formel-Renault V6 mit vier Siegen aus vier Rennen, vor seinem Dyna-Ten-Motorsport-Teamkollegen Ro Charlz aus Australien. Das aus einem Meister dieser Serie was werden kann, zeigt Karun Chandhok. Der Inder wurde 2006 erster Meister dieser Serie und fährt 2010 für HRT in der Formel-1. Auch für Al-Fardan öffnete der Titel neue Pforten: Für die Saison 2010 ist er bei Brian Stewart Racing in der Indy-Lights-Serie im Gespräch, der zweithöchsten Formel-Serie in Amerika. Noch steht sein Sponsorenpaket für die Saison 2010 jedoch nicht.

Andere aktuelle Nachwuchsfahrer aus Bahrain: Es gibt im Formel-Sport noch einen weiteren bahrainischen Nachwuchsfahrer. Menasheh Idafar wird 2010 für T-Sport in der nationalen Klasse der britischen Formel-3 fahren. Von 2007 bis 2009 fuhr der 18-Jährige in der Formel-Renault in Großbritannien, ohne dabei groß in Erscheinung zu treten. Idafar traf bei auf seinen Landsmann Isa Yousif. Der 19-Jährige fährt seit 2007 in den gleichen Serien wie Idafar, konnte sich auch etwas achtbarer aus der Affäre ziehen, hat bisher für 2010 jedoch noch kein Cockpit.

Eine Vielzahl von bahrainischen Fahrern tummelt sich derzeit bei Touren- und Sportwagenrennen: Hamad Al-Khalifa fährt aktuell in Arabien Supercar. In der gleichen Serie fährt auch Fahad Al-Musalam mit 35 Jahren. Mittlerweile ist auch der 28-jährige Salman Al-Khalifa in diese Serie umgestiegen. Bis 2007 trieb er seine Formel-Karriere voran, nachdem er teilweise sogar besser war als Hamad Al-Fardan (asiatische Formel-BMW 2005 zum Beispiel) und schaffte es bis in die nationale Klasse der britischen Formel-3. Dann wechselte er in den Sport- und Tourenwagensport. Ezra Idafar ist in der gleichen Serie unterwegs, könnte man aber noch im Auge behalten, denn er ist erst 17 Jahre alt und könnte noch den Sprung in den Formel-Sport schaffen. Mit 26 Jahren dürfte Faisal Raffii dafür schon zu alt sein, auch wenn er in der gleichen Serie wie Idafar fährt. Bruder Read Raffii, ebenfalls in der Supercar-Serie ist erst 21 Jahre alt. Ein weiterer Fahrer dieser Serie aus Bahrain trägt den klangvollen Namen Salah Salahuddin. Mustafa Al-Khan fährt ebenfalls in einer unbedeutenden Tourenwagenserie.

Fahrer aus Bahrain – Ein Blick in die Historie: Motorsport ist in Bahrain etwas Neues. Deshalb finden sich in der Motorsportgeschichte kaum Fahrer aus Bahrain, zumindest nicht im Formel-Sport, schon eher bei den Rallyes. Dort fuhr beispielsweise auch Ahmed Al-Fardan, Vater von Hamad Al-Fardan. Seit 1984 gibt es eine Rallye-Meisterschaft im Mittleren Osten, die bisher aber kein Fahrer aus Bahrain gewinnen konnte.

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