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Serie: Formel 1 - Japanische Teambesitzer: 7. Watru Ohashi

Geschrieben von: Michael Zeitler.

F1: Serie: Japanische Teambesitzer: 7. Wataru Ohashi

Michael Zeitler

 

Anfang der 90er Jahre übernahm Wataru Ohashi mit seiner Footwork-Firma das Arrows-Team. Wie auch bei den anderen japanischen F1-Abenteuer zu dieser Zeit ging auch das nicht gut: Arrows wanderte zu den ursprünglichen Besitzern zurück, Ohashi wurde verhaftet.

 

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| Tokio (!NS!DE RACING) - Ende der 70er Jahre gründeten Franco Ambrosio, Alan Rees, Jackie Oliver, Dave Wass und Tony Southgate das F1-Team Arrows. Mehr als 10 Jahre später geriet das Team in finanzielle Schräglage, von den Besitzern waren nur noch Oliver und Rees an Bord. Doch auch die beiden ehemaligen Rennfahrer konnten nicht mehr weitermachen. Ein Verkauf des Rennstalls war unvermeidbar. Also verkauften Rees und Oliver 1989 das Team an den Japaner Wataru Ohashi und dessen japanischen Transportunternehmen Footwork, das neben Ohashi auch Nihon Unsou gehörte. Die Firma wurde 1984 gegründet und hieß zunächst Zen Nippon Ryutsu.

 

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Ohashi suchte nach Werbemöglichkeiten von Footwork. Also stieg er 1987 in den Motorsport ein, zunächst in die japanische Formel-3000. Dort sponserte Ohashi beziehungsweise Footwork das Mooncraft-Team von Takuya Yura und Yashuhito Takebayashi, das von 1985 bis 1992 und von 1998 bis 2002 in der japanischen Formel-2/F3000/F-Nippon fuhr. Zunächst startete das Team noch als Yura Takuya Racing, später auch als Mooncraft und Footwork. Siege gab es insgesamt 6: Geoff Lees gewann 1986 ein Rennen, ansonsten fuhr Aguri Suzuki 1987 zwei Siege und 1988 drei Siege ein.

 

Alle Siege in der japanischen F2/F3000/F-Nippon von Mooncraft/Footwork

Fuji 1986: Geoff Lees vor Satoru Nakajima (Heroes; March Honda)

Suzuka 1987: Aguri Suzuki vor Kazuyoshi Hoshino (Hoshino; Lola Honda)

Suzuka 1987: Aguri Suzuki vor Kazuyoshi Hoshino (Hoshino; Lola Honda)

Fuji 1988: Aguri Suzuki vor Kazuyoshi Hoshino (Cabin; Lola Mugen)

Nishinihon 1988: Aguri Suzuki vor Emanuele Pirro (Middlebridge; March Mugen)

Suzuka 1988: Aguri Suzuki vor Kazuyoshi Hoshino (Cabin; Lola Mugen)

 

Nachdem Aguri Suzuki für Footwork 1988 die japanische Formel-3000-Meisterschaft vor Kazuyoshi Hoshino und Emanuele Pirro gewonnen hat, folgte für 1989 der nächste Schritt: Mit Damon Hill und Ukyo Katayama stieg Footwork 1989 in die internationale Formel-3000-Meisterschaft ein, blieb aber erfolglos. 1989 ergab sich für Ohashi die Möglichkeit, sich das Arrows-Team unter die Nägel zu reißen. Ab 1990 hieß das Arrows-Team Footwork, ab 1991 auch die F1-Boliden des Teams.

Start als Porsche Werksteam:

Ohashi ging das F1-Projekt motiviert an. Er holte nicht nur Alan Jenkins als Technischen Direktor, sondern fädelte für die Saison 1991 auch das F1-Comeback von Porsche ein. Auf dem Papier sah das hervorragend aus. Die Mannschaft war stark aufgestellt, denn Rees und Oliver blieben als treibende Kräfte mit an Bord. John Wickham, der zuvor bei Spirit arbeitete, wurde Direktor, wie auch Yoshihiko Nagata. Alan Harrison wurde Assistentmanager, James Robinson kam an Stelle von Ross Brawn als Designer, Dave Amey war Konstrukteur, Paul Bowen Chefingenieur, Bon Bell und Allen McDonald Renningenieure, Ken Silbley Chefmechaniker, James Vale war bis Mai Mechaniker, Rod Nielson Entwicklungsingenieur. Keiichiro Masuyama kam zudem 1991 für die langfristige Teamentwicklung an Bord.

So gut das alles klingt, so gut war es aber lange nicht. Das Projekt mit Porsche ging völlig in die Hose. Nur bis zum Mexiko GP fuhr das Team überhaupt mit den deutschen Motoren, dann stieg man wieder auf Ford-Aggregate um. Alex Caffi und Michele Alboreto schafften es aber auch mit den Ford-Motoren nur selten in die Startaufstellung. Es lag also auch am Team selbst, nicht unbedingt nur an den Porsche-Motoren. An den Fahrern lag es in jedem Fall nicht: Alboreto wurde wenige Jahre zuvor noch Vizemeister, für Caffi kam nach dessen Unfall in Monaco für wenige Rennwochenenden Stefan Johansson. Porsche war auch von Footwork-Chef Ohashi gar nicht so abgeneigt. Als die Zusammenarbeit mit dem Team aufgelöst wurde, versuchte Footwork Ohashi zu überreden, mit Porsche ein komplett neues Team aufzubauen. Ohashi lehnte aber dankend ab, weil er seine Aufgabe bei Arrows noch lange nicht als beendet betrachtete.

Tatsächlich ging es 1992 bergauf. Immer wieder war das Team für Punkte gut, Platzierungen ganz weit vorne waren aber noch lange nicht drin. Als Fahrer waren Alboreto und Aguri Suzuki verpflichtet worden. Für Alboreto kam 1993 Derek Warwick. Der Brite sorgte immer wieder für spektakuläre Unfälle, überschlug sich beim Warm-Up zum Deutschland GP, sowie beim Testen in Silverstone. Footwork bekam die Motoren nun von Mugen Honda. Bis auf 2 Duselrennen von Warwick blieben Punkte aus, insgesamt waren es 4 Punkte am Saisonende. Ohashi ging allerdings eine Partnerschaft mit McLaren ein. Gemeinsam entwickelte man ein halbautomatisches Getriebe, das auf der Strecke auch einige Zehntel brachte. Es waren aber nicht genug.

Der langsame Ausstieg:

Für die Saison 1994 standen die Fahrer bei Footwork Schlange: Luca Badoer, JJ Lehto, Bertrand Gachot, Andrea de Cesaris und Jos Verstappen wurden mit einem Cockpit bei Footwork in Verbindung gebracht. Christian Fittipaldi und Gianni Morbidelli stiegen am Ende tatsächlich in den Footwork Ford FA15. Doch Morbidelli kam nur wegen seinen Sponsorengeldern, was nicht heißt, dass er keine Leistung brachte. Aber sobald seine Sponsoren nicht mehr zahlten, geriert Morbidelli unter Beschuss seitens der Teamleitung. 2 Mal war es äußerst knapp: Beim Belgien GP sollte er eigentlich durch Badoer ersetzt werden, beim Europa GP war Jean Marc Gounon schon als Ersatz bereit. Footwork war mittlerweile wieder auf Sponsorengelder angewiesen, nachdem Ohashi seine Anteile schrittweise an Oliver und Rees zurückverkaufte. In den Jahren des Engagements bei Arrows steckte er 100 Millionen Dollar in das Team. Ende 1994 waren alle Anteile von Ohashi an Arrows zurückverkauft, dennoch hießen die Autos bis Ende 1996 noch Footwork, weil Jordan eine vorzeitige Namensänderung blockierte. Das bedarf nämlich der Zustimmung aller Teams, sonst müssen die Namen des Teams und Autos für 5 Jahre identisch sein. Erst 1997 hieß das Team wieder Arrows.

Einige Footwork-Rennwagen landeten in der Interserie, einer Sportwagenserie. Der Footwork-Firma selbst ging es immer bescheidener. 2001 musste die Firma dicht machen, Wataru Ohashi und 5 weitere Firmenmitglieder wurden verhaftet. Sie sollen Bankkredite veruntreut haben.

WM-Rennen mit Footwork-Renner

1. Aguri Suzuki (JPN): 30 GP (1992/’93)

2. Gianni Morbidelli (ITA): 26 GP (1994/’95)

3. Michele Alboreto (ITA): 25 GP (1991/’92)

4. Taki Inoue (JPN): 17 GP (1995)

5. Derek Warwick (GBR): 16 GP (1993)

6. Christian Fittipaldi (BRA): 16 GP (1994)

7. Jos Verstappen (NED): 16 GP (1996)

8. Ricardo Rosset (BRA): 16 GP (1996)

9. Massimiliano Papis (ITA): 6 GP (1995)

10. Alex Caffi (ITA): 2 GP (1991)

 

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