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Serie: Formel-1 - Welche Nationen kommen als nächstes? 8. Norwegen

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Formel-1 - Welche Nationen kommen als nächstes? 8. Norwegen

von Michael Zeitler

Bereits in den 1910er Jahren fuhren Norweger beim Indy500 mit, aber in der Formel-1 fehlen sie bislang. Kann Pål Varhaug das ändern?

| Moskau NS!DE-RAC!NG) - Norwegen:

Fahrer, der an der Formel-1 klopft: Pål Varhaug: Mit 19 Jahren schrieb Pål Varhaug im Rahmen des F1-WM-Laufs in Barcelona Geschichte, in dem er der erste Laufsieger der GP3-Serie wurde. Die Serie wurde 2010 neu aus der Taufe gehoben und soll den Unterbau der Formel-1 komplettieren, nachdem es bereits die GP2-Serie gibt, die unmittelbar hinter der Formel-1 angesiedelt wird. Damit ist auch klar, wohin der Weg von Varhaug führen soll – in die Königsklasse des Motorsports. Mit dem Sieg in Barcelona machte der Norweger einen weiteren Schritt in diese Richtung. Denn die Rennen finden fast ausnahmslos im Rahmen der Formel-1 statt, also vor den Augen der F1-Teamchefs.

Die GP3 ist daher für Nachwuchsfahrer durchaus eine attraktive Serie. Varhaug scheint damit einen richtigen Weg eingeschlagen zu haben, denn am Ende der Saison 2008 stand er bereits am ersten Scheideweg: Nachdem er Ende 2006 dem Kartsport entstieg, fuhr er in den darauf folgenden zwei Jahre in verschiedenen Formel-Renault-Serien. In der schweizer Meisterschaft bis zwei Liter wurde er 2007 Vizemeister, die italienische Meisterschaft bis zwei Liter entschied er 2008 für sich. Doch Varhaug brachten die Erfolge auch in eine Zwickmühle: Die nächste Station wäre die Formel-World-Series-by-Renault gewesen. Für Prema Power testete er nach der Saison 2008 bereits, mit großer Wahrscheinlichkeit hätte Varhaug dort oder in einem anderen Team ein Cockpit bekommen.

Das Problem: Varhaug hat neben seinem Vater Jadar Varhaug einen zweiten Mentor: Andreas Jenzer. Für das Rennteam des Schweizers fuhr Varhaug seit 2007 – und bis heute. Deshalb entschied er sich, Jenzer, der kein Team in der WSbR einsetzte, die Treue zu halten und in die Formel-Master zu wechseln. Fünf Mal stand Varhaug in der Serie auf dem Podest, am Ende wurde er Gesamt-5. Für einen Rookie keine schlechte Bilanz, sein Teamkollege Fabio Leimer holte sich allerdings überlegen den Meistertitel. Während es für Leimer danach in die GP2-Serie ging, fährt Varhaug 2010 in der GP3, natürlich weiterhin für das Jenzer-Team. Hinter Status-Pilot Robert Wickens liegt Varhaug derzeit auf Rang zwei in der Meisterschaft. Bleibt er ähnlich stark, wird sich Varhaug von Jenzer trennen müssen, denn dann wäre ein Aufstieg in die GP2 ein logischer Schritt. Dort hat Jenzer seine Mannschaft aber nicht platziert, auch wenn es für die Saison 2011 ein neues Auswahlverfahren geben wird.

Andere aktuelle Nachwuchsfahrer aus Norwegen: Neben Varhaug gibt es derzeit noch zwei weitere Nachwuchsfahrer aus Norwegen, die man nicht ganz aus den Augen verlieren sollte: Mit 26 Jahren ist Thor-Christian Ebbesvik gegenüber Pål Varhaug nicht nur beim Alter weiter: Ebbesvik testete bereits für eine Vielzahl von GP2-Teams: Racing Engineering, Arden und Fisichella. Gleichzeitig testete er auch für die WSbR-Teams Comtec und Fortec. Seit Ebbesvik für 2009 aber weder in der GP2, noch in der WSbR einen Vertrag bekam, geriet seine Formel-Karriere ins stocken. Stattdessen fährt er nun Sportwagen, wobei eine Rückkehr zu den Monoposti nicht auszuschließen ist.

Talent zeigte Ebbesvik bislang nur eingeschränkt: Weder in der britischen Formel-Ford, noch in der spanischen Formel-3 für West-Tec (2007 und 2008) konnte er aufblühen. Zwei Siege in der spanischen Formel-3 waren zu wenig, einen zusätzlichen gab es immerhin noch beim nicht zur Meisterschaft zählenden Lauf in Valencia, der aber im Rahmen der Formel-1 ausgetragen wurde. Bei den Sportwagen fuhr er 2009 in der neu gegründeten Formel-Le-Mans einen Oreca Chevrolet, 2010 ist er in der Le-Mans-Serie mit einem LMP2 Ginetta Zytek unterwegs, für den Rennstall Bruichladdich. Zusammen mit seinen beiden Teamkollegen Tom Greaves und Karim Ojjeh, dem Sohn des McLaren-F1-Teamteilhabers Mansour Ojjeh, belegt er derzeit Rang fünf im Klassement.

Anders Krohn versucht sich derzeit auf der anderen Seite des Atlantiks durchzuschlagen. Die Erfolgsaussichten für Norwegen sind dort traditionell besser: Noch nie schaffte es ein Fahrer aus Norwegen in die Formel-1, sehr wohl aber in die amerikanische Pendant-Serie, die IndyCar-Serie beziehungsweise deren Vorläufer AAA-Meisterschaft. 2008 wechselte Krohn auf die andere Seite des Großen Teichs, kam aus der Formel-Ford und ging in die amerikanische Formel-2000 zu Andersen Racing. Auf Anhieb gewann er die Meisterschaft, seit 2009 fährt er in der Formel-Mazda. Für Andersen Racing liegt er derzeit auf dem vierten Platz in der Tabelle. Ob das der richtige Weg ist, um in der Formel-1 Fuß zu fassen, darf aber bezweifelt werden.

Fahrer aus Norwegen – ein Blick in die Historie: Norweger gibt es in der Motorsport-Geschichte wie Sand am Meer – und das eigentlich in so jeder Serie. Die Formel-1 ist die große Ausnahme, ein Grund, wieso ein Norweger in der Formel-1 nur noch eine Frage der Zeit sein dürfte. Ein anderer Grund ist natürlich die finanziell sehr gute Situation in Norwegen, denn Geld ist im Motorsport nun mal eine wichtige Voraussetzung.

Der bisher erfolgreichste Norweger dürfte Gil Anderson gewesen sein – auch wenn das schon einige Jahrzehnte zurückliegt. Er fuhr von 1910 bis 1917 in der AAA-Meisterschaft, heute besser bekannt als IndyCar-Serie. 1912 starte er beim berühmten Indy500 von der Pole Position, 1915 beendete er das prestigeträchtige Rennen als Dritter. Im gleichen Jahr wurde er auch Dritter in der Meisterschaft mit zwei seiner insgesamt drei IndyCar-Siegen. Fast alle Rennen bestritt Anderson, der später US-amerikanischer Staatsbürger wurde, mit Stutz-Rennwagen, denn dort war Anderson als Ingenieur angestellt. Swan Ostewig fuhr ebenfalls IndyCar-Rennen, aber erstens weniger erfolgreich und zweitens nur im Zeitraum von 1915 bis 1917.

Den amerikanischen Weg versuchte deshalb auch Harald Huysman: Er fuhr zunächst unter anderem für Eddie Jordan, dessen Team heute als Force India noch immer in der Formel-1 ist, in der britischen Formel-3 (Rang neun 1985), fuhr dann mit ähnlichen Erfolg ebenfalls zwei Jahre in der deutschen Formel-3, bis er neben seinem Engagement bei Sportwagenrennen (für das Team von Walter Brun, das auch in der Formel-1 fuhr) auch nach Amerika ging und dort in der Barber Saab Pro Series fuhr. Es blieb zunächst bei einem einmaligen Ausflug in die Staaten, denn schon 1991 fuhr er wieder in Großbritannien in der Formel-3000 für dass Team des späteren F1-Weltmeisters Nigel Mansell. 1992 und 1993 war er aber wieder in Amerika unterwegs, erst in der Formel-Atlantik, dann in der Indy-Light-Series – beides Vorstufen zur IndyCar-Serie. 1993 wurde Huysman immerhin Gesamt-8. Dabei fuhr er für das gleiche Team wie Bryan Herta, der Meister wurde: Für Tasman Motorsports. Martin Stenshorne fuhr 1997 eine Saison in der Barber Dodge Pro Series und wurde Siebter.

Einige Norweger statteten den europäischen F3-Serien mehr oder weniger kurze Besuche ab: 1981 tauchte in der europäischen Formel-3 ein Norweger auf, der privat einen Chevron Toyota meldete: Geir Tony Johansen fuhr aber nur bei einem Rennen, war ansonsten in der schwedischen Formel-3 zu Hause. Auch Olav Rønningen fuhr damals ein Rennen in gleicher Serie mit einem Ralt Toyota, war in Europa aber schon bekannter: Seit 1979 fuhr er nämlich bereits jeweils ein Rennen in der europäischen Formel-3, tauchte 1997 auch noch mal in der nordischen Formel-3 auf und wurde mit einem Reynard Mugen Honda Gesamt-8. und war damit besser als Stein Tore Sørlie, der nur auf Rang zwölf kam.

Sigurd Krane fuhr 1984 mit einem privaten Ralt Toyota ein Rennen in der britischen Formel-3, allerdings der nationalen Klasse. 1985 war er nur in der schwedischen Formel-3 aktiv, 1987 fuhr er aber in der F3-Euroseries zwei Rennen mit einem Ralt VW, ging dann aber wieder nach Schweden, wo er mit Unterbrechung 1990 bis 1991 in der schwedischen Formel-3 unterwegs war und 1989 Gesamt-14. wurde. Trond-Aage Krosby fuhr 1988 als Privatier zwei Rennen in der deutschen Formel-3 mit und holte sich sogar fünf Punkte! Dafür tauschte er einen Alfa-Romeo-Motor, den er in der schwedischen Formel-3 in seinem Ralt-Renner hatte, gegen ein VW-Aggregat. 1986 fuhr Dag Rosthe bereits ein Rennen mit einem Reynard VW in der deutschen Formel-3, allerdings nicht als Privatfahrer, sondern im Team von Malte Bongers. Von 1977 bis 1979 fuhr Per Sundet mit einem March Toyota fallweise bei Rennen zur europäischen Formel-3.

In den Formel-3-Serien des Nordens waren folgende Norweger am Start: Leif Børstad bestritt 1987, 1991 und 1992 die schwedische F3-Meisterschaft. Den größten Erfolg hatte er dabei 1987 mit Platz zehn in der Gesamtwertung. Damit war er auch bester Norweger in der Saison, denn Per Fredrik Janner wurde ist nur auf Rang 20 aufgelistet. 1999 fuhr Pål Richard Eidsvoll in der schwedischen Formel-3 mit einem Reynard Mugen Honda auf Rang 14, gleichzeitig in der nordischen Formel-3 auf einen besseren elften Platz. Noch besser aber war Ole Martin Lindum, der im Team von Franz Wöss Gesamt-4. wurde. Mit einem eigenen Team wurde Thomas B Faale Gesamt-6., Joachim Johnsen Gesamt-7. (KNA), Lars Kristian Ekorness Gesamt-9. und Torbjørn Kvia Gesamt-15.

Kvia fuhr bereits in seiner dritten Saison in dieser Serie, war zuvor auch in der skandinavischen Formel-Opel-Lotus unterwegs, wo er als persönliche Bestleistung Rang fünf 1991 zu verbuchen hatte. Faale fuhr ebenfalls die beiden Jahre zuvor bereits in der nordischen Formel-3, mit dem Highlight 1998, als er Gesamt-5. wurde. Damals war auch Ekorness unterwegs, genauso wie 1997 als noch ein zweiter Ekorness aus Norwegen, nämlich Yngvar Ekorness, unterwegs war.

Freilich gab es auch Norweger in kleineren Formel-Serien in Skandinavien: Öystein Borgen fuhr 1988 in der schwedischen Formel-Ford und wurde Gesamt-15. Sieben Jahre später erreichte dort Fredrik Sørlie den dritten Platz, Petter Dyrstad den fünften und Dan René Larsen den siebten. Ketil Greve war 1989 und nochmals 1992 in der skandinavischen Formel-Opel-Lotus unterwegs, erreichte dort 1989 knapp die Top-10. Als Greve seine letzte Saison in dieser Serie fuhr, gab Harald Hagen sein Debüt, blieb aber ebenfalls nur zwei Jahre, wurde aber 1993 auch Gesamt-10. Damals gewann mit Tommy Rudstad sogar ein Norweger die Meisterschaft, mit Lars Svelander wurde ein weiterer Gesamt-5. Björn Langrekken wurde 1979 Gesamt-10. in der schwedischen Formel-Ford.

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