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Serie: Formel-1 - Welche Nationen kommen als nächstes? 9. Rumänien

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Formel-1 - Welche Nationen kommen als nächstes? 9. Rumänien

von Michael Zeitler

Michael Herck ist in der GP2 bereits erfahren. Kauft sein Vater ein F1-Team?

| Moskau (!NS!DE-RAC!NG) - Rumänien:

Fahrer, der an der Formel-1 klopft: Michael Herck: Die Motorsportinfrastruktur in Rumänien ist vorsichtig formuliert miserabel. Die Voraussetzungen für Michael Herck waren trotzdem gut: Herck ist nämlich nicht nur rumänischer Staatsbürger, sondern auch belgischer. Seit 2007 fährt er zwar mit der rumänischen Lizenz, davor war er aber mit der belgischen unterwegs. Sein Vater ist André Herck ist Belgier und Geschäftsmann noch dazu. „Ich war sogar Doktor“, erklärt Herck Senior auf Anfrage per Mail exklusiv. Geld war also nie das Problem für Michael Herck und Geld spielt im Motorsport nun einmal eine entscheidende Rolle – und das hat nicht nur mit den immer teurer werdenden Spritpreisen zu tun.

André Herck selbst hatte mit dem Motorsport nichts am Hut. Aber durch Michael tastete er sich heran. Überhaupt hat er zwei sehr sportbegeisterte Zöglinge, denn sein zweiter Sohn Andréa, ist seit Jahren erfolgreich im Reitsport unterwegs. Für André Herck ist es selbstverständlich, dass er seine Kinder unterstützt. Im Fall von Michael heißt das: André hat sich bereits mehrere Rennteams gekauft. Inzwischen besitzt er das GP2-Team DPR zu 100%. Das Team wurde vor Jahrzehnten von David Price gegründet und trat bereits bei F1-Rennen an, die allerdings nicht zur Meisterschaft zählten. Zuvor besaß Herck Senior aber auch Teams im Kartsport, sowie in niedrigeren Formel-Klassen.

Durch das Engagement seines Vaters hat Michael Herck sein Cockpit in der GP2 sicher, obschon die Resultate bislang weitestgehenst ausgeblieben sind. Die Familie Herck erinnert stark an die Familie Piquet: Der dreimalige F1-Champion Nelson Piquet kaufte sich sämtliche Teams um die Karriere seines Sohnes Nelson Piquet Junior zu fördern. Bei Piquet hatte das natürlich auch Erfolg, denn mit drei Weltmeistertiteln hatte er sich einen Namen gemacht und lockte damit Sponsoren mit Leichtigkeit an. Seit Piquet Junior bei Renault ein F1-Cockpit bekam (das er mittlerweile wieder verloren hat), ist Piquet Senior immer weniger an seinem GP2-Team interessiert. Inzwischen gehört es wieder ganz den Machern des GP Racing Teams, der Teamname Piquet wurde durch Rapax ersetzt. Piquet und Herck sind aber nicht die einzigen, die für ihre Sprösslinge ganze Rennställe kaufen: Auch Walter Grubmüller Senior kaufte sich in der britischen Formel-3 ins Hitech-Team ein, um die Karriere seines Sohnes Walter Grubmüller Junior zu fördern. Inzwischen fährt der Österreicher in der Formel-World-Series-by-Renault – weil sich sein Vater ins P1-Team des ehemaligen Brabham-F1-Mechanikers Roly Vincini eingekauft hat.

Für Michael Herck ist es dadurch natürlich etwas einfacher, zumindest in der Theorie. André Herck dazu: „Ich bin sehr hart mit Michael und vielleicht mehr als mit seinem Teamkollegen.“ Die Nachteile liegen auf der Hand: Sich einen Stand selbst zu erarbeiten bringt bedeutend mehr positive Rückmeldung, als im Hintergrund alles spendiert zu bekommen. Das weiß auch ein Schreiner-Bursch, der in der Schreinerei seines Vaters eine Ausbildung gemacht hat und sich danach auf dem Arbeitsmarkt umsieht. Nicht anders ist es auch bei Rennfahrern. Kontakte zu F1-Teams fehlen derzeit deshalb, obschon Herck schon seit Jahren in der GP2 fährt. Offiziell bestätigen tut das zwar keiner, aber de facto ist es so. André Herck schließt deshalb nicht aus, eines Tages auch ein F1-Team zu gründen oder sich in eines einzukaufen. Mit einer Ausnahme: „Sicherlich nicht, sollte Briatore zurückkommen“, so Herck in der Mail weiter. In den letzten Tagen deuten verschiedene Medien aber an, dass Flavio Briatore mehrere Rollen übernehmen könnte, die bisher F1-Boss Bernie Ecclestone übernimmt. Bis 2013 ist Briatore eigentlich wegen dem Crashskandal von Singapur 2008 aus der Formel-1 verbannt – wenn auch mit Hintertürchen.

Vermutlich kann diesbezüglich aber auch André Herck noch milde gestimmt werden, vor allem, wenn Michael Herck einem F1-Cockpit weiterhin erfolglos hinterherfährt. Aber dazu hat Herck auch noch etwas Zeit: Obschon er erst 21 Jahre alt ist, hat Herck bereits viel Erfahrung in Formel-Klassen unmittelbar unter der Formel-1. Das Problem: Bisher blieb der Erfolg aus. Bis 2005 holte sich Herck einige Erfolge im Kartsport und in Formel-Renault-Klassen. 2005 ging es danach in die Formel-3. Hauptsächlich war er in der österreichischen Formel-3 unterwegs, aber auch nach Großbritannien machte er Ausflüge. In Österreich wurde er Meister, woraufhin er im Team von Ex-F1-Minardi-Testfahrer bas Leinders einen Platz für die F3-Euroseries bekam. Ohne Bäume auszureißen kam er 2007 zu Comtec in die Formel-World-Series-by-Renault. Im Winter fuhr er im GP2-Team des ehemaligen F1-Fahrers Giancarlo Fisichella in der Asien-Serie, seit 2008 fährt er für DPR in der GP2. 2008 musste er die ersten Rennen aber aussetzen, weil er sich in Asien bei einem Unfall die Hand brach.

Nebenher fuhr Herck 2009 auch in der WSbR für Interwetten und in der europäischen Formel-3000 für Lazarus fallweise Rennen, um weitere Erfahrung zu sammeln. Dabei blieb er aber ähnlich erfolglos wie in der GP2.

Andere aktuelle Nachwuchsfahrer aus Rumänien: Sollte es Michael Herck nicht in die Formel-1 schaffen, hat Rumänien noch zwei weitere Eisen im Feuer: Einer davon ist Mihai Marinescu, der wie Herck 21 Jahre alt ist. Er fährt derzeit in der Formel-2, nachdem er 2009 für Interwetten in der Formel-World-Series-by-Renault unterwegs war. Von 2005 bis 2007 fuhr er in verschiedenen Formel-Renault-Klassen, 2008 ging es in die europäische Formel-BMW zu Fisichella, fuhr fallweise aber auch in der Formel-Master für Pro Motorsport.

Doru Sechelariu ist eine Klasse unter der GP2, also in der neuen GP3-Serie. Er fährt für Tech 1 Racing und kann damit hoffen bei guten Resultaten in die WSbR befördert zu werden, wo Tech 1 ebenfalls involviert ist. Außerdem wird sich Tech 1 vermutlich um einen Platz in der GP2 ab der Saison 2011 bewerben. Bisher sammelte Sechelariu aber noch keine Punkte. In den vergangenen drei Jahren war er in der Formel-BMW unterwegs, unter anderem für Räikkönen Robertson Racing, Meritus, Fortec und Fisichella. Immer wieder konnte er auch Rennen gewinnen, eine Meisterschaft gewann er dort aber nicht.

Fahrer aus Rumänien – ein Blick in die Historie: Fahrer aus Rumänien sind in der Geschichte Mangelware. Iorgu Ghica fuhr 1936 einige GP-Rennen, allerdings gab es die F1-WM damals noch nicht. Matei Ghica und Jean Calcianu fuhren teilweise mit französischer Lizenz. Calcianu gewann 1936 die berühmte Rallye Monte Carlo und war außerdem ein erfahrener Mechaniker. 1939 war er beim Belgrade GP unterwegs, war ansonsten aber auch bei Bergrennen in Rumänien zu Hause. Er fuhr oft mit Bugatti-GP-Rennwagen, die George Nadu erstanden hatte. Auch Nadu kommt aus Rumänien und war sehr wohlhabend. In der Formel-Easter waren sogar Fahrzeuge aus Rumänien unterwegs, kutschiert von folgenden rumänischen Fahrern: Eugen Peteanu, Corneliu Biribi, Mircea Ponta und Tiberiu Gedeon. Georg Fernic versuchte sich 1927 beim Indy 500, bürgerte sich danach in Amerika ein und verstarb bei einem Flugzeugabsturz.

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