In Donington soll 2010 wieder ein Grand Prix stattfinden. !NS!DE RAC!NG schaut auf die Geschichte der Rennstrecke, die 1993 zuletzt Austragungsort eines F1-Rennens war.

F1: Alles zum Donington Park

Michael Zeitler

 

In Donington soll 2010 wieder ein Grand Prix stattfinden. !NS!DE RAC!NG schaut auf die Geschichte der Rennstrecke, die 1993 zuletzt Austragungsort eines F1-Rennens war.

 

Donington (!NS!DE RAC!NG) - Ab 2010 findet der Großbritannien GP in Donington statt, nicht mehr in Silverstone. Experten bezweifeln das allerdings, vor allem weil die Infrastruktur rund um den Donington Park nicht F1-tauglich ist. Dass dies so wird, dafür soll der deutsche Streckenarchitekt Hermann Tilke sorgen. Tilke war bereits für den Bau der Strecken in Malaysia, Bahrain, China, Türkei und vielen weiteren verantwortlich, auch baute er beispielsweise den Hockenheimring um. Auch in Donington soll er Verbesserungen am Streckenlayout vornehmen, doch das ist ja nicht das Wichtigste.

Dass Donington in der Lage ist, einen Grand Prix auszutragen, das zeigte man schon 1993. Aber das ist eben auch schon 15 Jahre her. Damals fand in Donington der Europa GP statt – und was für ein Grand Prix das war! Bei wechselhaftem Wetter zeigte der legendäre Ayrton Senna all seine Fahrkünste. Obwohl er im unterlegenem McLaren Ford fuhr, ließ er die Konkurrenten gleich reihenweise wie Nachwuchsfahrer aussehen. Er fuhr Kreise um Nigel Mansell, Michael Schumacher und Konsorten und arbeitete sich innerhalb der ersten Runde von Platz 5 auf Rang 1 vor – eine der sehenswertesten Runden in der über 100 Jahre alten GP-Geschichte. Was folgte war ein F1-Rennen, in dem Senna natürlich siegte, in dem Senna aber die Schnellste Rennrunde durch die Boxengasse drehte! Es war ein F1-Rennen, in dem Rubens Barrichello in seiner ersten Saison zum tragischen Helden wurde. Auch er – nicht zufällig Sennas Landsmann – hatte mit dem Jordan Hart keinesfalls einen Boliden, mit dem man so einfach beeindrucken konnte. Aber Barrichello tat es: Bis zu seinem Ausfall kurz vor Rennende fuhr er auf Podestkurs auf Rang 3!

Dass das Rennen 1993 nicht der einzige Grand Prix in Donington war, wissen von den Historikern mal abgesehen nicht viele. Das hat den einfachen Grund, dass die Rennen in Donington schon eine beträchtliche Zeit zurückliegen. Damals dachte man noch nicht einmal von einer F1-Weltmeisterschaft. Die GP-Rennen wurden als Einzelevents ausgetragen. Hin und wieder gab es kurze Meisterschaften, wie die Europameisterschaft, die in den 30er Jahren sämtliche berühmte europäische Grand Prix vereinte, wie den Deutschland-, Frankreich- oder den Großbritannien GP.

Der erste Grand Prix wurde 1935 in Donington ausgetragen und hieß schlicht Donington GP. Die Namen der teilnehmenden Fahrern waren wenig klangvoll, es war ein Rennen, an dem nationale Spaßfahrer teilnahmen. Selbst der Sieger des Rennens, Mad Jack (natürlich nur ein Pseudonym) Shuttleworth ist keine Berühmtheit im Motorsport. Anders als Dick Seaman, der später sogar Stammfahrer bei Mercedes Benz wurde, einem der führenden GP-Teams damals. Kein Wunder, die deutschen Teams von Mercedes und Auto Union (heute besser als Audi bekannt) wurden damals finanziell nicht geringfügig von Adolf Hitler unterstützt. Österreich-Deutsche wollte Deutschland ganz vorne repräsentieren, einen Weg darin sah Hitler im Motorsport. Als sich Seaman, der beim Deutschland GP 1937 als erster Brite seit Henry Segrave beim Frankreich GP 1923 wieder einen Grand Prix gewann, 1936 in die Siegerliste des Donington GP eintrug, fuhr er aber noch nicht für Mercedes, sondern er saß am Steuer eines Alfa Romeo, der im Besitz des Schweizers Hans Rüsch war.

Im Dezember des gleichen Jahres lud der Streckenbesitzer Fred Craner die Elite der damaligen GP-Szene zu einem Einladungsrennen an. Das Rennen verlief zur üblichen silbernen Schlacht zwischen Auto Union und Mercedes Benz. Auto-Union-Pilot Bernd Rosemeyer setzte sich dabei gegen die Konkurrenz von Mercedes Benz mit den legendären deutschen GP-Piloten Manfred von Brauchitsch und Rudolf Caracciola durch.

Durch den 2. Weltkrieg wurde die Strecke geschlossen. Der ehemalige F1-Teambesitzer Tom Wheatcroft eröffnete die Strecke 1977 neu. Den Traum des Briten, die Formel-1 wieder zurück nach Donington zu holen, kam F1-Boss Bernie Ecclestone aber erst 1993 nach. Zuvor wurden in Donington schon sämtliche Nachwuchsserien gesichtet, von Formel-3 bis zur Formel-2. Mitte der 80er Jahre wurde die Strecke saniert, um 1988 den Großbritannien GP nach Donington zu holen, aber den Rufen kam Ecclestone nicht nach.

Bislang gab es in Donington übrigens 6 tödliche Unfälle, den letzten 1990 beim Formel-3000-Rennen. Damals krachten Jordan-Pilot Emanuele Naspetti und Allan McNish zusammen. McNish flog dabei im hohen Bogen durch die Luft, zerschellte an einer Mauer. Sein DAMS-Rennwagen zerstückelte sich, der Motor flog in Mitten der Zuschauer. Dabei wurde ein Streckenmarshall getroffen. Ray Plummer überlebte den Unfall nicht. MZ

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