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Kommentar der Woche

  • Woche 16| Applaus für Sergio Perez von !NS!DE-RAC!NG-Redakteur Michael Zeitler. Weiterlesen...

Serie: Formel-1 - GP-Geschichte der Auto Union: 4. GP-Siege (1)

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Formel-1 - GP-Geschichte der Auto Union: 4. GP-Siege (1)

von Michael Zeitler

Die Auto Union konnte mehrere GP-Rennen gewinnen. Wie die Siege zustande kamen, Teil 1.  

| Ingolstadt (!NS!DE-RAC!NG) - Deutschland GP 1934: Auto Union und Mercedes Benz waren die dominierenden Teams in der Saison. Doch vor heimischem Publikum am Nürburgring wollten natürlich beide gewinnen. Mercedes Benz ging allerdings geschwächt ins Rennen: Manfred von Brauchitsch verunfallte im Training und zog sich dabei einen Bruch im Arm, Schlüsselbein und fünf Rippen zu! Ein Start war damit nicht möglich, aber auch Ersatzfahrer Ernst Henne war erkrankt. Deswegen beförderte Mercedes Hans Geier, der zuvor nur einige Sportwagenrennen fuhr. Doch Mercedes hatte noch ihren Nummer-1-Fahrer, Rudolf Caracciola. Und der zeigte ein beeindruckendes Rennen: Zwar ging Hans Stuck mit seinem Auto Union in Führung, doch Caracciola konnte ihm mühelos folgen. Bis Runde 13 dauerte es allerdings, bis er vorbeikam, er überholte ihn im Karussell. Caracciola blieb nicht lange vorne: Mit Motorschaden schied er aus, womit Stuck wieder in Führung war. Anders als Caracciola konnte Luigi Fagioli im zweiten Mercedes Benz Stuck nicht folgen. Einen Schock gab es für Stuck erst vier Rennen vor Schluss, als die Anzeige der Kühlwassertemperatur Überhitzung anzeigte. Wild gestikulierend fuhr er an seiner Boxenmannschaft vorbei, die ihm aber signalisierte, weiterzufahren. Am Ende stellte sich heraus, dass die Nadel nicht die Kühlwasser-, sondern die Motortemperatur anzeigte. Hans Stuck gewann den Deutschland GP 1934, vor Fagioli und Louis Chiron im Alfa Romeo der Scuderia Ferrari.

Schweiz GP 1934: Die Auto Union hatte leichtes Spiel beim Rennen in Bremergarten. Während der Rest des Feldes schlicht nicht konkurrenzfähig war, hatte Mercedes Benz technische Probleme, betreffend den Motor und die Bremsen. Dabei kehrte Manfred von Brauchitsch nach seinem Unfall auf dem Nürburgring wieder ins Cockpit zurück, kam aber nur mit Unterstützung anderer ins und aus dem Auto. Außerdem wurde sein Rücken mit einem Kissen stabilisiert. Hans Stuck war schon im Training nicht zu schlagen und stellte seinen Auto Union auf Pole Position. Es folgte ein lupenreiner Start-und-Ziel-Sieg, der durch Rang zwei von August Momberger abgerundet wurde. Momberger war aber nicht so stark unterwegs wie Stuck und musste hart kämpfen, um René Dreyfus und dessen Bugatti zu distanzieren. Der Doppelsieg von Auto Union wurde überschattet vom tödlichen Unfall von Hugh Hamilton. Wohl wegen eines Reifenschadens wurde er mit seinem Maserati gegen zwei Bäume geschleudert.

Tschechoslowakei GP 1934: Der Grand Prix in Brno war ein Duell zwischen Luigi Fagioli im Mercedes Benz und Hans Stuck im Auto Union. Lange Zeit führte Fagioli das Rennen an und konnte die Lücke zu Stuck vergrößern. Doch dann musste er wider Erwarten einen Boxenstopp einlegen und Stuck erbte die Führung. Es war die Schlüsselstelle, das Rennen war entschieden. Einmal mehr wurde der Sieg aber durch einen tödlichen Unfall überschattet: Der Lokalmatador Josef Brázdil verunglückte bereits im Training, als er seinen Maserati gegen einen Baum fuhr. Der Hintergründ könnte vermutlich ein Selbstmord gewesen sein, denn der Tscheche hätte nach dem Rennen ins Gefängnis gemusst. Brázdil kaufte sich nämlich vor dem Rennen einen Maserati, konnte den Preis dafür aber nicht bezahlen und wanderte hinter Gitter. Auch durch die Mithilfe zahlreicher anderer Rennfahrer konnte die tschechische Justiz davon überzeugt werden, Brázdil den Heim-GP fahren zu lassen und erst nach dem Rennen wieder einzusperren. Dazu kam es nicht mehr.

Tunis GP 1935: Achille Varzi war unbestritten der Meister dieses GP-Rennens und so wollte er auch 1935 starten. Weil der neue Auto-Union-Rennwagen aber noch nicht fertig war, schickte man nur Varzi mit einem etwas modifizierten Vorjahresmodell zum Rennen. Es hat sich rentiert: Varzi gewann absolut dominierend den GP von Tunis, vor Jean-Pierre Wimille im Werks-Bugatti, der den zweiten Platz von Tazio Nuvolari erbte, dessen Scuderia Ferrari Alfa Romeo mit technischen Problemen streikte.

Italien GP 1935: Auf dem Kurs wurden einige Schikanen eingebaut, die den Boliden große Schwierigkeiten bereiteten. Nur fünf von 17 Autos sahen überhaupt die Zielflagge. Das Rennen war spannend, denn zunächst führte Rudolf Caracciola im Mercedes Benz vor Tazio Nuvolari im von Ferrari eingesetzten Alfa Romeo und Hans Stuck, dem späteren Sieger mit Auto Union. Achille Varzi folgte Stuck zunächst auf Rang vier, schied dann aber mit Motorschaden aus. Auch Bernd Rosemeyer hatte einen Getriebeschaden, übernahm aber den Boliden von Paul Pietsch und wurde noch Dritter. Bei Mercedes schlug der Defektteufel noch mehr zu: Alle Boliden schieden aus. Und so wurde das Rennen ein Duell zwischen Nuvolari und Stuck. Stuck hatte das schnellere Auto, aber Nuvolari ließ nicht locker. Eine Vorentscheidung fiel an der Box, als Stucks Mannschaft mehr als 30 Sekunden schneller arbeitete als die Ferrari-Truppe von Nuvolari. Stuck siegte.

Tschechoslowakei GP 1935: Es gibt Tage, da läuft’s einfach. Ein solcher Tag war der 29. September 1935, der Tag des Tschechoslowakei GP, für Bernd Rosemeyer. Weil unter anderem Mercedes gar nicht zum Rennen antrat, war Auto Union der klare Favorit. Die Alfa Romeos der Scuderia Ferrari hatten nicht den Hauch einer Chance, doch die Auto Union kämpfte mit technischen Problemen. Hans Stuck, der zunächst das Rennen angeführt hat, flog ein Vogel ins Gesicht und musste sein blutiges Auge von den Ärzten behandeln lassen. Zwischenzeitlich übernahm deshalb Paul Pietsch seinen Boliden und als Stuck wieder fuhr, ging der Motor hoch. Achille Varzi war ebenfalls nicht lange in Führung, auch er schied mit technischem Defekt aus. Und so führte Bernd Rosemeyer das Feld zur Zielflagge. Es war nicht nur sein erster GP-Sieg, sondern auch der erste Sieg überhaupt in seiner Karriere. Nuvolari hatte einen Rückstand von über sechseinhalb Minuten. Und bei der Siegesfeier lernte Rosemeyer auch noch Elly Beinhorn kennen. Sie wurde später seine Frau.

Tripolis GP 1936: Teamorder ist auch 2010 ein bestimmendes Thema im GP-Sport, nachdem Felipe Massa den Sieg beim Deutschland GP an Fernando Alonso abtreten musste. Auch beim Tripoli GP 1936 gab es eine Teamorder, doch nicht etwa wie bei Ferrari 2010 wegen sportlichen Aspekten, sondern damals aus politischen Gründen. Die deutschen Teams, die dominierenden Teams, wurden dazu aufgefordert, wenn möglich einen italienischen Fahrer gewinnen zu lassen. Weil die Auto Union mit Hans Stuck und Achille Varzi eine Doppelführung hatte und der Italiener aber auf Rang zwei fuhr, musste die Teamführung um Dr. Feuereissen eingreifen. Man befohl Stuck langsamer zu machen und Varzi schneller zu fahren. Varzi fuhr eine Rekordrunde und überholte Stuck kurz vor der Zielflagge. Beide wurden erst nach dem Rennen aufgeklärt, aber freilich gab es einige Reibereien. Für Diskussionen sorgte auch Tazio Nuvolari: Er zerlegte seinen Alfa Romeo im Training, wurde dabei aus dem Auto geworfen und brach sich mehrere Rippen. Die Ärzte verboten ihm einen Start, Nuvolari widersetzte sich dem und fuhr in Gips und im Ersatzwagen auf Rang acht.

Eifelrennen 1936: Das Rennen wurde bei starkem Regen gestartet. Tazio Nuvolari führte mit seinem Alfa Romeo das Rennen zunächst zwar an, aber Regenfahrer Rudolf Caracciola überholte Nuvolari bald. Doch der Italiener in Diensten von Ferrari schlug zurück und ging wieder an Caracciola vorbei, dessen Mercedes dann auch mit Motorschaden abgestellt werden musste. Nun führte Nuvolari vor Bernd Rosemeyer. Als plötzlich dichter Nebel aufzog, wurden die Geschwindigkeiten deutlich verlangsamt und an die Sicht angepasst. Nicht so Rosemeyer: Er fuhr wie entfesselt weiter, war pro Runde ne halbe Sekunde schneller und gewann das Rennen deutlich vor Nuvolari und dessen Teamkollege Antonio Brivio.

Deutschland GP 1936: Auch der Deutschland GP wurde in der Eifel auf dem Nürburgring ausgetragen und somit war Bernd Rosemeyer wieder einer der Favoriten. Das lockte nicht weniger als 350.000 Zuschauer an die Strecke! Zwar war es wieder kühl und windig, aber nicht neblig. Trotzdem wurde Rosemeyer seiner Favoritenrolle gerecht und gewann das Rennen vor Teamkollege Hans Stuck. Nach dem Start war zunächst noch Manfred von Brauchitsch in Führung, aber gegen Rosemeyer war kein Kraut gewachsen. Herrmann Lang konnte Rosemeyer noch etwas folgen, musste seinen gebrochenen Finger dann aber von den Ärzten versorgen lassen.

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