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Serie: Formel-1 - GP-Geschichte der Auto Union: 7. Fahrer (1)

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Formel-1 - GP-Geschichte der Auto Union: 7. Fahrer (1)

von Michael Zeitler

Welche Fahrer für die Auto Union GP-Rennen gefahren sind und einige Anekdoten dazu.  

| Ingolstadt (!NS!DE-RAC!NG) - GP Rennen für Auto Union
1. Hans Stuck (GER) 43 (1934-’39)
2. Bernd Rosemeyer (GER) 33 (1935-’37)
3. Achille Varzi (ITA) 21 (1935-’37)
4. Rudolf Hasse (GER) 20 (1936-’39)
5. Herrmann P. Müller (GER) 18 (1936-’39)
6. Ernst Delius (GER) 14 (1936/’37)
7. Tazio Nuvolari (ITA) 12 (1937-’39)
8. Herrmann Leiningen (GER) 7 (1934/’35)
9. August Momberger (GER) 6 (1934)
10. Luigi Fagioli (ITA) 4 (1937)
Ebenfalls noch vier Rennen: Christian Kautz und Georg Meier, drei Rennen hat Wilhelm Sebastian (eigentlich Chefmechaniker bei Auto Union), je zwei Paul Pietsch und Ulrich Bigalke und eines auch Ernst-Günther Burgaller.

Aber es waren immer wieder auch andere Fahrer für die Auto Union im Gespräch, wie etwa Dick Seaman für die Saison 1937. Damals testeten auch Walter Bäumler und Adolf Brudes für die Auto Union, bekamen aber das Cockpit nicht. Genauso wie ein Jahr zuvor Paul Scheeff, Ernst Loof und Artur Geiß. Für die Auto Union getestet hat 1934 in Monza auch Rudolf Caracciola. Es gab Gerüchte, er könnte zur Auto Union wechseln, andere sagten, es war mehr eine Spaß-Aktion und dafür hätte Hans Stuck auch den Mercedes Benz von Caracciola testen dürfen. Karl Rudolf Heydel sollte 1936 für die Auto Union fahren, nachdem er sich bei Testfahrten durchsetzte. Doch bei Testfahrten vor der Saison verstarb er, als er wohl von der Sonne geblendet in eine Betonmauer raste. Piero Taruffi sollte 1935 für die Auto Union fahren, testete das Auto auch bereits. Doch man entschied sich für Ernst von Delius, obwohl sich Hans Stuck für Taruffi einsetzte.

Hans Stuck: 1934 war er der absolute Spitzenfahrer der Auto Union. Damals fuhr Stuck wohl seine beste Saison aller Zeiten. Als Bernd Rosemeyer zur Auto Union kam, wurde die Vormachtstellung von Stuck immer mehr angeknabbert. Ein Grund dafür war auch, dass sich der 1900 in Warschau geborene Stuck viel lieber bei Bergrennen aufhielt, als bei den anstrengenden Grand-Prix-Rennen. Denn auf einer Runde zählte Stuck zu den Schnellsten im Feld, aber mit der Zeit verließ er die Kondition. Damals dauerten die Rennen noch deutlich länger als heute mit maximal zwei Stunden. Auch die Renndistanz war teilweise deutlich länger als heute mit 300 plus ein paar zerquetschte Kilometer. Zweifelsohne hatte Stuck bei Bergrennen Erfolg. Er siegte beim: Felsberg-Bergrennen im Saarland 1934, Kesselberg-Bergrennen in Bayern 1934/’35, Schauinsland-Bergrennen in Freiburg 1934/’35/’37, Mount Ventoux in Frankreich 1934, Feldberg-Bergrennen in Taunus 1935, Bergrennen La Turbie in Frankreich 1936, Großglockner-Bergrennen in Österreich 1938, Maloja-Bergrennen 1938, Feleac-Bergrennen in Rumänien 1938 und Kronstadt-Bergrennen 1938. Die Auto Union gewann mit Bernd Rosemeyer noch zwei weitere Bergrennen: Schauinsland-Bergrennen in Freiburg und Feldbergrennen in Taunus 1936. Ende 1937 trennte sich die Auto Union vorübergehend von Hans Stuck – bis zum Großen Preis von Deutschland 1938. Wieso er plötzlich wieder im Auto Union saß ist nicht ganz geklärt: Angeblich soll er sich bei den Nazis persönlich für eine Wiederanstellung stark gemacht haben. Der Draht von Stuck zum Regime soll recht gut gewesen sein. Andererseits liegt es auch nicht fern, dass die Auto Union einfach wieder einen Spitzenfahrer benötigt hat, nachdem Rosemeyer tödlich verunglückte. Zur Bio: Der Legende nach hat Stuck sein Talent als Rennfahrer durch seinen Bauernhof in Oberbayern entdeckt. Damals musste er rasend schnell die Milch in die Geschäfte fahren, damit sie nicht sauer wurde. Dabei soll er so schnell gefahren sein, dass die Milch nicht selten zu Butter wurde. Anhand von Fakten kann nachgewiesen werden, dass Stuck jedenfalls 1925 seine Motorsportkarriere begann. Von 1927 bis 1930 fuhr er bei Austro Daimler und gewann 1930 die Berg-Europameisterschaft, die es heute noch gibt und zuletzt 2009 vom Italiener Simone Faggioli gewonnen wurde, mit einem Rennwagen des ehemaligen F1-Rennstalls Osella. Bei Mercedes Benz konnte Stuck den Erfolg 1932 mit einem Sportwagen wiederholen. Von 1934 bis zum Zweiten Weltkrieg fuhr er danach für die Auto Union. Weil Deutsche nach dem Krieg zunächst vom Rennsport ausgeschlossen waren, startete Stuck sein Comeback in den 40er Jahren mit einer österreichischen Lizenz. Stuck fuhr damals vor allem in der Formel-2 für AFM und als die Fahrer-Weltmeisterschaft 1952 und 1953 nach F2- statt F1-Regeln ausgetragen wurden, startete Stuck auch bei WM-Rennen, allerdings weniger erfolgreich. 1960 wurde Stuck deutscher Bergmeister, 1962 beendete er seine aktive Karriere. Sein Sohn Hans-Joachim Stuck fuhr in den 70er Jahren für March, Brabham, Shadow und ATS GP-Rennen in der Formel-1.

Bernd Rosemeyer: Bernd Rosemeyer war der erfolgreichste Fahrer der Auto Union und wohl auch der talentierteste. Durch seine Erfolge wurde er in der SS befördert: Er wurde Hauptsturmführer der SS. Auch sein Vater Josef Rosemeyer war Rennfahrer, allerdings auf dem Fahrrad. 1896 startete Josef Rosemeyer sogar bei den Olympischen Spielen in Athen. Auch Bernd begann seine Laufbahn auf zwei Rädern, allerdings motorisiert. Nach einigen Motorradrennen für NSU und DKW wechselte er auf vier Räder und wurde 1935 Werksfahrer der Auto Union. Nur drei Jahre bestritt Rosemeyer als GP-Rennfahrer, trotzdem holte er einige Siege und hinterließ einen tiefen Eindruck. Im Winter 1938 wurden Rosemeyer die atemberaubenden Weltrekord-Fahrten zwischen Mercedes Benz und Auto Union zum Verhängnis, als bei weit über 400km/h eine Windböe seinen Auto Union erfasste. Bei den Überschlägen wurde der noch keine 30 Jahre alte Rosemeyer aus dem Auto in einen Wald geschleudert. Er war auf der Stelle tot.

Achille Varzi: Der Italiener hatte bei Auto Union nicht den besten Stand. Er fuhr, weil er talentiert war, fiel aber immer mehr in Ungnade. Varzi war ein Draufgänger, der nichts unversucht ließ. Das galt sowohl auf der Rennstrecke, als auch daneben. So spannte er seinem Teamkollegen Paul Pietsch die Frau aus! Einmalig war das im Motorsport nicht: René Arnoux (bei Ferrari) und Alain Prost (bei Renault) hatten ihre Kündigungen Mitte der 80er Jahre auch deshalb zu verdanken, weil sie eine Affäre mit Frauen von ranghohen Team/Konzernmitgliedern hatten. Und vor Varzis Zeit spannte Louis Chiron seinem Förderer Alfred Hoffmann die Frau aus. Hoffmann kaufte einige Bugattis und setzte die für unter anderem Chiron ein. Dabei konnte Pietsch noch ganz froh sein, dass Ilse nun an Varzi gebunden war. Denn sie soll es gewesen sein, die Varzi an die Drogen führte. Als die Teamleitung von Auto Union davon Wind bekam, führte man im Hotel von Varzi eine Durchsuchung durch, während dieser bei Testfahrten für den Schweiz GP 1936 war. Dabei wurden die Drogen entdeckt. Wegen der Drogensucht wurde Varzi Ende 1936 entlassen, bekam 1937 beim Italien GP noch einmal eine Chance, vertat die aber. Varzi begann seine Karriere auf dem Motorrad, wurde 1923 auf einer Garelli-Maschine italienischer Meister bis 350 Kubik. 1928 wechselte er auf vier Räder, gewann 1929 mit einem Alfa Romeo bereits den Monza-GP. Bis zum Wechsel zur Auto Union gewann Varzi danach für Alfa Romeo, Bugatti und Maserati mehrere GP-Rennen. In Italien elektrisierte der Kampf zwischen Varzi und Tazio Nuvolari, mit dem besseren Ende meistens für Nuvolari. Für das riesige Selbstbewusstsein von Varzi war das natürlich ein herber Dämpfer. Seinen Tod fand er 1948 bei Testfahrten zum Schweiz GP.

Rudolf Hasse: Auch der Deutsche bestritt zunächst Motorradrennen, ehe er ab 1929 als erfolgreicher Langstreckenspezialist auf vier Rädern bekannt wurde. Als solcher kam der Fahrer mit der riesigen Schutzbrille und der weißen Kappe 1937 zur Auto Union und blieb bis zum Zweiten Weltkrieg dort Werksfahrer. Den Krieg überstand Hasse nicht, er erkrankte und verstarb 1942.

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