reinGezappt!: Die Jochen Rindt Show

Geschrieben von: Roland Schäfges.

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Ausgabe 1: Eher Formel-1-Pilot oder doch viel mehr? Der erste deutsche Formel 1 Weltmeister Jochen Rindt ist dieser Tage viel im TV zu sehen. Die erste Medienkolumne "reinGezappt!" widmet sich diesem Thema.

reinGezappt!: Die Jochen Rindt Show

von Roland Schäfges

 Eher Formel-1-Pilot oder doch viel mehr? Der erste deutsche Formel 1 Weltmeister Jochen Rindt ist dieser Tage viel im TV zu sehen. Die erste Medienkolumne "reinGezappt!" widmet sich diesem Thema.

THEMA: "Jochen Rindts letzter Sommer" und "Jochen Rindt lebt" (3sat / KW: 35)

| Mayen (!NS!DE-RAC!NG) - Liebe Österreicher, auch wenn ihr es nicht verstehen werdet steht eines fest. Adolf Hitler war Österreicher. Und Jochen Rindt war Deutscher. Nur dass Hitler ein „deutscher Politiker“ war und Rindt ein „österreichischer Rennfahrer“.  Logisch oder?

Aber wir wollen Rindt nicht mit dem Führer vergleichen, der beide Länder erst vereinte um sie dann durch Krieg und Verwüstung nachhaltig zu zerstören. Wobei doch beide Schicksale ironischerweise irgendwie zusammengehören.

Rindt eben im Verlauf des Krieges im rheinland-pfälzischen Mainz geboren, musste in der Hamburger Feuerhölle den Tod seiner Eltern verkraften. Womit er zu seinen Großeltern nach Graz kam um dort im Verlauf der Jahre zusammen mit dem heutigen Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko Rennfahrer zu werden. 

Jochen Rindt Mensch, der Rennfahrer:

Rindt war mehr als nur ein Luftikus mit dem Lenkrad. Rindt war der erste Popstar der Formel 1. Rindt war der James Dean des Motorsports. Rindt war der Held seiner Generation. Die österreichische Journalistenlegende Helmut Zwickel schreibt es in seinem aktuellen Speedweek Beitrag unwidersprechlich.  Rindt muss man gekannt haben!

Personen die Ihn sehr gut gekannt haben, wie z.B. sein Halbbruder, seine Ehefrau, seine Tochter, seine Rennsportfreunde Marko oder Stewart und zeitgenössische Journalisten wie eben Zwickel können dies eben viel besser. In über 180 Minuten zeigte 3sat in dieser Woche zwei sehr bewegende und künstlerisch beeindruckende Werke vom renommierten Motorsportjournalisten Eberhard Reuß sowie vom Wiener Filmemacher Christian Giesser.

Beide Werke kann und muss man zusammengesehen haben. Emotionale Aussagen und nie veröffentlichte Videoaufnahmen machen diesen Film zu einer unglaublichen Reise in die späten 60er Jahre und in den Sommer 1970.

Jochen Rindts letzter Sommer:
Dieser beeindruckende Film erzählt von der sensationellen Laufbahn des in Mainz geborenen und in Österreich aufgewachsenen Formel-1-Piloten. Bislang unbekanntes Filmmaterial aus dem Privatarchiv von Nina Rindt sowie fast vergessene Videos aus den Archiven von FOM, ARD, ZDF, SF und ORF zeigen eine bislang nie dagewesene und daher besonders beeindruckende Rekonstruktion der Formel 1 Saison 1970. Der 5. September und der Verlauf des tragischen Unfalls werden ausführlichst dokumentiert und in einer neuen 3D-Animation rekonstruiert. Zeitzeugen und Weggefährten wie Jacky Ickx, Niki Lauda, Bernie Ecclestone, Herbie Blash, Heinz Prüller, Helmut Zwickl, Erich Walitsch und viele andere erinnern an den Menschen und Rennfahrer Jochen Rindt.

Wertung: Dieses Werk bekommt von der Redaktion von !NS!DE-RAC!NG eine Bewertung von 5 Ausrufezeichen.  Gerade da das !R-Archiv eine große Auswahl an Dokumentationen aus verschiedenen Zeiten besitzt, muss man sagen, dass dies  eine der komplettesten Formel-1 Dokumentationen ist, welche im deutschen Fernsehen je ausgestrahlt wurden.

Jochen Rindt lebt

Gibt Einblick in das waghalsige Leben des vielbewunderten Motorsportlers: Kindheit, Schulzeit, das erste Auto, die ersten Rennerfolge und die Karriere in der Formel 1. In die Dokumentation ist bisher unveröffentlichtes und privates Filmmaterial von Rindts Familie und seinen Rennfahrerfreunden umfangreich integriert. Sein Halbbruder und sein Cousin sprechen offen in die Kamera über die gemeinsame Kindheit. Wegbegleiter und Freunde wie Helmut Marko, Jackie Stewart oder Helmut Zwickl berichten über den Rennfahrer und das Phänomen Jochen Rindt, welche immer der Beste sein wollte und es auch war.

Wertung: Ebenso 5 Ausrufezeichen. Künstlerisch wird der Zuschauer in das Leben von Jochen Rindt geführt. Ohne Sprecher aber mit emotionaler Musik und Aussagen seiner Freunde bekommt dieses Werk eine unglaubliche Qualität. 

Fazit: In beiden Filmen wird Rindt auch als Lebemann und Geschäftsmann gezeigt. In beiden Filmen sieht man seinen beeindruckenden Lebensweg. Vom Kriegswaisen zum deutsch-österreichischen Superstar der Formel 1. Einem von dem Bernie Ecclestone sagt: „Er würde heute mit mir die Formel 1 managen“ Michael Schumacher mag der beste Rennfahrer aller Zeiten sein. Aber Rindt der größte Popstar eines Sport zu einer Zeit als die Reporter offen von Kriegsberichterstattung sprachen.  Filme mit Kultstatus!


Herzlichst ihr Medienkolumnist
Roland Schäfges, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Roland Schäfges ist seit frühester Kindheit (seit 1993) ständiger Beobacher der Grand Prix Szene und des Motorsports. Er hat ein Privatarchiv mit unzähligen Stunden Rennsportvideomaterial  von 1970 bis heute.  Der ausgebildete Mediengestalter arbeitet seit 2005 fürs Fernsehen und ist seit 2006 ebenso Motorsportjournalist, weshalb er Gast bei vielen Rennen ist und daher auch viele Rennfahrer und Journalisten persönlich recht gut kennt.

 


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