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Serie: International - Meister neuer Serien: 2. F1-WM 1950: Giuseppe Farina

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: International - Meister neuer Serien: 2. F1-WM 1950: Giuseppe Farina

von Michael Zeitler

Giuseppe Farina gewann 1950 die erste Fahrer-Meisterschaft der Formel-1.

| Monza (!NS!DE-RAC!NG) - Meisterschaft: GP-Rennen gab es seit 1906, ähnliche Rennen auch schon davor. In den 30er Jahren kam erstmals die Idee auf, einige wichtige GP-Rennen zu einer Meisterschaft zusammenzufassen – die Europameisterschaft war geboren. Der Krieg setzte der Meisterschaft schon nach wenigen Jahren ein vorzeitiges Ende. Sie war geprägt vom Duell der deutschen Werksteams Mercedes gegen Auto Union. Nach dem Krieg gab es zunächst nur wieder einzelne GP-Rennen, um die Teilnehmer wieder an die Strecke zu locken. Erst 1947 wurde der Begriff Formel-1 geprägt, als eine neue Motoren-Formel eingesetzt wurde. 1950 erst wurde dann eine Fahrermeisterschaft ausgetragen, heute als F1-WM bekannt. Mit der Saison 1950 beginnt damit auch die Statistik, für viele ist der Punkt der Beginn der Formel-1. Vor allem in den 50er Jahren umfasste der Meisterschaftskalender nur wenige Rennen, die meisten wurden weiterhin mit Preisgeldern, aber nicht mit Punkten belohnt. Deshalb lügen die Statistiken heute gewaltig.

Die Regeln schrieben vor, dass nur Autos erlaubt waren, deren Hubraum auf 1,5 Liter beschränkt ist, sofern es sich um Kompressormotoren handelte. Bei Saugermotoren waren 4,5 Liter Hubraum erlaubt. Damals kam die Leistung noch fast gänzlich vom Hubraum, heute ist der Hubraum längst nicht mehr der ganze Clou. Die Formel-1 verwendet lediglich einen Hubraum von etwas mehr als zwei Liter!

Bis am 13. Mai der Großbritannien GP als erstes Rennen der heutigen F1-WM stattgefunden hat, gab es noch vier GP-Rennen ohne Meisterschaftsstatus. Mit diesen Rennen konnte man sich den ersten Eindruck verschaffen, mit welchen Fahrern in der Meisterschaft zu rechnen ist. Recht zügig stellte sich heraus, dass die Meisterschaft nur über Alfa Romeo führen würde. Dort entpuppte sich Juan Manuel Fangio als Top-Fahrer, obschon seine Verpflichtung vor allem in Italien kritisch beäugt wurde: Ein Argentinier in einem italienischen Team? Damals war das eine Tatsache, an die man sich erst gewöhnen musste. Immer wieder klagte Fangio danach auch über mangelnde Unterstützung seitens des Teams. Fangio gewann jedenfalls gleich einmal zwei der vier Nicht-WM-Rennen, bei den anderen beiden war Alfa Romeo nicht vertreten. Die Siege gingen daher an Reg Parnell (Maserati) in Goodwood und Georges Grignard (Talbot Lago) in Montléry.

Dann aber stand das erste richtige Kräftemessen statt. Anders als heute üblich an einem Samstag. Der Hintergrund war, dass das Königshaus von England am Sonntag Tee-Time machen wollte und kein F1-Rennen schauen, deshalb die Vorverlegung auf Samstag. Letztlich war es Alfa Romeo egal, ob Samstag oder Sonntag: Man war absoluter Favorit und wurde dieser Rolle auch gerecht. Für den GP in Silverstone holte man sogar noch Reg Parnell in einen vierten Werks-Alfa Romeo und alle vier belegten im Qualifying die ersten Plätze, Giuseppe Farina ganz vorne. Der Italiener, der schon in den 30er Jahren GP-Rennen mit Alfa-Romeo-Boliden bestritt, gewann auch das Rennen – allerdings mit etwas Glück verbunden. Denn das gesamte Rennen über stand er von Fangio und Luigi Fagioli im weiteren Alfa Romeo unter Druck. Fangio schied jedoch mit Problemen am Motor aus, Fangio gewann so vor Fagioli und Parnell. Dementsprechend führte Farina (9) vor Fagioli (6) und Parnell (4) die Meisterschaft auch an.

Kurz darauf stand der Monaco GP an, der damals bereits Kultstatus hatte. So wurde das Rennen mit Spannung erwartet – und keiner der Fans wurde enttäuscht. Das Rennen bot den ersten Massenunfall der F1-Geschichte. Denn durch den lebhaften Wind wurde immer wieder Wasser auf die Strecke gespült. Der Führende Juan Manuel Fangio hatte damit keine Mühe, aber dahinter krachte es in Runde eins, als Farina die Kontrolle über seinen Alfa Romeo verlor. José Froilán Gonzalez konnte mit seinem Maserati nicht mehr ausweichen und kollidierte mit Farina, dahinter wurden neun weitere Fahrzeuge involviert. Und so hatte Fangio natürlich leichtes Spiel: Der Argentinier gewann mit einer Runde Vorsprung vor Alberto Ascari. Ascari fuhr für Ferrari, die damit ihr Debüt in der Meisterschaft gaben, nicht aber im GP-Sport: In den 30er Jahren wickelte Ferrari bereits die Werkseinsätze von Alfa Romeo ab. Nun fuhr man gegeneinander, zunächst noch mit dem besseren Ende für Alfa Romeo, doch bis heute wurde Ferrari zum erfolgreichsten Team der Geschichte. Auch 2010 ist man mit Fernando Alonso im Titelkampf vertreten. Auf Rang drei fuhr der Lokalmatador Louis Chiron mit einem Maserati ein. In der Meisterschaft gab es damit Punktgleichheit zwischen Farina und Fangio: Farina (9), Fangio (9), Ascari (6), Fagioli (6).

Nach dem dritten Meisterschaftslauf gab es sogar drei Fahrer an der Spitze mit der gleichen Punktzahl: Das nächste Rennen war nämlich das Indy 500, das nach AAA-Regeln ausgetragen wurde. Die AAA-Serie ist die heutige IndyCar-Serie, doch damals zählte das Rennen auch zur Fahrermeisterschaft der Formel-1. Sieger Johnnie Parsons im Kurtis Kraft Offenhauser holte den Sieg beim Rennen, das wegen starken Regenfällen abgebrochen wurde. Damit hatte er wie Farina und Fangio neun Punkte. F1-Teams und Fahrer nahmen nicht teil.

Es folgte der Schweiz GP, wieder mit den eigentlichen GP-Fahrern. Und damit war auch die Dominanz von Alfa Romeo wieder zurück. Der Sieger hätte eigentlich Juan Manuel Fangio heißen müssen. Doch der Argentinier schied mit Elektrik-Problemen aus, damit konnte Giuseppe Farina vor Luigi Fagioli und Louis Rosier (Talbot Lago) gewinnen. Damit sah die Meisterschaft so aus: Farina (18), Fagioli (12), Parsons, Fangio (je 9).

Vor dem nächsten Rennen in Belgien gab es in Douglas einen Lauf, der nicht zur Meisterschaft zählte. Die Teilnehmerzahl war daher dünn, Sieger war Bob Gerard im ERA. Beim Belgien GP gab es dann wieder das übliche Spiel: Die Alfa Romeos dominierten, mit Fangio und Farina ungefähr auf Augenhöhe, Fagioli direkt dahinter. Auf Rang zwei liegend bekam Farina Getriebeprobleme und fiel auf Rang vier zurück. Damit schaffte es Rosier wieder aufs Podium, während Fangio vorne deutlich vor Fagioli gewinnen konnte. Die Meisterschaft: Farina (22), Fagioli (18), Fangio (17).

Auch beim Frankreich GP gab es nicht den Dreifachsieg für Alfa Romeo: Peter Whitehead schaffte es dieses Mal auf Rang drei. Der Hintergrund war ein Ausfall von Farina. Der Italiener zeigte bis dato aber ein großes Kämpferherz: Benzinprobleme warfen ihn schon nach kurzer Renndistanz auf den letzten Platz zurück. Er kämpfte sich wieder bis auf Rang drei nach vorne, bis der Defekt an der Ölpumpe ihn zum Aufgeben zwang. Fangio hatte dadurch vorne leichtes Spiel und gewann vor dem Ewigen Zweiten Fagioli. In der Meisterschaft wurde es damit extrem spannend: Fangio (26), Fagioli (24), Farina (22).

Bis zum Saisonfinale in Monza dauerte es aber noch zwei Monate. Bis dahin fanden allerdings einige Rennen statt, für die es keine Punkte gab: Farina und Fangio gewannen je zwei dieser Rennen, das Titelduell war also offen. Fangio hatte jedoch einen klaren Vorteil: Er hatte vier Punkte mehr und war über weite Phasen auch der schnellere Fahrer. Außerdem schien sich das Pech, das er zu Beginn der Saison hatte immer mehr auf Farina zu übertragen.

Doch der Italien GP gestaltete sich schwieriger als erwartet: Ferrari brachte einen brandneuen Ferrari nach Monza und konnte damit Alfa Romeo erstmals herausfordern. Ascari fuhr um den GP-Sieg als der Motor überhitzte und er aufgeben musste. Er übernahm allerdings den Wagen seines Teamkollegen Dorino Serafini und wurde damit noch Zweiter! Auch Fangio wechselte während des Rennens das Fahrzeug: Nach einem Getriebeproblem fuhr er mit dem Alfa Romeo von Piero Taruffi, schied allerdings ebenfalls aus. Damit war der Weg frei für Farina: Er gewann das Rennen und damit auch die Meisterschaft:

1. Giuseppe Farina (ITA) 30 Alfa Romeo
2. Juan Manuel Fangio (ARG) 27 Alfa Romeo
3. Luigi Fagioli (ITA) 24 Alfa Romeo
4. Louis Rosier (FRA) 13 Talbot Lago
5. Alberto Ascari (ITA) 11 Ferrari
6. Johnnie Parsons (USA) 9 Kurtis Kraft Offenhauser
7. Bill Holland (USA) 6 Deidt Offenhauser
8. Prince Bira (THA) 5 Maserati
9. Peter Whitehead (GBR) 4 Ferrari
10. Louis Chiron (MON) 4 Maserati
11. Reg Parnell (GBR) 4 Alfa Romeo
12. Mauri Rose (USA) 4 Deidt Offenhauser
13. Dorino Serafini (ITA) 3 Ferrari
14. Yves Giraud Cabantous (FRA) 3 Talbot Lago
15. Raymond Sommer (FRA) 3 Talbot Lago
16. Robert Manzon (FRA) 3 Simca Gordini
17. Cecil Green (USA) 3 Kurtis Kraft Offenhauser
18. Philippe Étancelin (FRA) 3 Talbot Lago
19. Felice Bonetto (ITA) 2 Maserati
20. Eugène Chaboud (FRA) 1 Talbot Lago
21. Joie Chitwood (USA) 1 Kurtis Kraft Offenhauser
22. Tony Bettenhausen (USA) 1 Kurtis Kraft Offenhauser

Fahrer: Giuseppe Farina konnte an den Erfolg nie mehr anknüpfen. So viel Glück er auch beim Titelgewinn hatte, so viel Pech hatte der Italiener in seiner Karriere: Als er am Höhepunkt seiner Karriere war, brach der Zweite Weltkrieg aus und legte den Motorsport erst einmal auf Eis. Bis zum Krieg reifte Farina bei Ferrari als Nummer-2 neben der Legende Tazio Nuvolari. In der italienischen Meisterschaft war er Ende der 30er Jahre unschlagbar, auch einige GP-Rennen konnte er für sich entscheiden. 1940 in Tripoli gewann er den letzten GP vor Kriegsausbruch. Aber auch nachdem die GP-Szene sich nach dem Krieg wieder erholte, war Farina ein Top-Fahrer. 1948 gewann er den berühmten Monaco GP, 1950 wurde er Meister in der Formel-1 – mit über 40 Jahren. Geboren wurde er nämlich 1906, also in jenem Jahr, als in Frankreich der erste Grand Prix ausgetragen wurde. Nach dem Ausstieg von Alfa Romeo kam er 1952 zu Ferrari zurück, stand dort aber im Schatten von Alberto Ascari. 1952 wurde er nochmals Vizemeister, 1953 Gesamt-3. Das wars dann aber auch. Später versuchte er sich auch beim Indy 500, allerdings erfolglos. Farina war für seine harte Fahrweise auf der Strecke bekannt. Er war unter anderem in die beiden tödlichen GP-Unfälle von Marcel Lehoux und László Hartmann verstrickt. Farina selbst verstarb 1966 bei einem Autounfall.

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