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Kommentar der Woche

  • Woche 16| Applaus für Sergio Perez von !NS!DE-RAC!NG-Redakteur Michael Zeitler. Weiterlesen...

Serie: International - Meister neuer Serien: 3. F2-EM 1967: Jacky Ickx

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: International - Meister neuer Serien: 3. F2-EM 1967: Jacky Ickx

von Michael Zeitler

Die zweite Liga der Formel-1, heute als GP2 bekannt, begann 1967 mit der F2-Europameisterschaft. Sie erfreute sich großer Beliebtheit und hatte mit Jacky Ickx einen bekannten ersten Champion.  

| Monza (!NS!DE-RAC!NG) - Meisterschaft: Die GP2-Serie ging aus der Internationalen Formel-3000 hervor, die wiederum aus der F2-Europameisterschaft entsprang. Mit der EM ging es 1967 los. Die Formel-2 gibt’s aber freilich schon länger, verschiedene Serien wurden in verschiedenen Ländern ausgetragen. Auch heute gibt es seit 2009 wieder eine F2-Meisterschaft. Selbst die GP-WM wurde 1952 und 1953 nach F2-Regeln ausgetragen. Genauer genommen ist also Alberto Ascari nie F1-Weltmeister geworden. Der Begriff Formel-2 wurde Ende der 40er geprägt, 1948 wurde in Schweden das erste F2-Rennen ausgetragen. Davor hieß die Serie Voiturette-Klasse.

Als die EM 1967 erstmals ausgetragen wurde, waren vor allem die Preisgelder verlockend. Heute würde kein F1-Fahrer mehr einen Grand Prix sausen lassen, um an einem GP2-Rennen teilzunehmen. Doch genau das war damals keine Seltenheit. Um den Nachwuchsfahrern die Butter nicht vom Brot zu nehmen, waren die F1-Fahrer damals ab einer bestimmten Anzahl an GP-Rennen nicht mehr berechtigt, Punkte für die F2-EM zu sammeln, sehr wohl aber die Preisgelder.

So gewann Jochen Rindt auch das erste F2-EM-Rennen der Geschichte, 1967 in Snetterton. Bis 1969 siegte Rindt bei 23 F2-Rennen, zwölf davon zählten zur Meisterschaft. Damit liegt er – obschon nie einen Punkt eingefahren – bis heute auf Rang drei der ewigen Bestenliste hinter Giorgio Pantano (15) und Mike Thackwell (13). In Snetterton ’67 kamen sieben Fahrer ins Ziel, nur zwei davon waren punktberechtigt! Alan Rees heimste so die Höchstpunktzahl ein, obschon er noch Dritter wurde. Rees fuhr damals im Team von Roy Winkelmann, für das auch Rindt in einem Brabham Ford Cosworth unterwegs war. Winkelmann, ein US-Amerikaner aus dem Bundesstaat Colorado, leitete damals das erfolgreichste Team in der Serie. Bis heute reichen die elf Siege für einen Platz in den Top-10 der ewigen Bestenliste – gleichauf mit Onyx und dem aktuellen GP2-Team Racing Engineering liegt man auf Platz acht. Alan Rees wurde später auch Manager des Teams. Der Brite fiel auch in der Formel-1 eher als Teammanager statt als F1-Fahrer auf.

In der Tabelle führte nach dem ersten Rennen jedenfalls Rees (9) vor Piers Courage (6), der mit einem McLaren Ford von John Coombs fuhr. Rees konnte beim zweiten Rennen in Silverstone sein Punktekonto auch auf 18 Zähler erhöhen, weil er wieder die Punkte für den Sieg bekam, obwohl wieder sein Teamkollege Jochen Rindt gewann. Auf den ersten fünf Plätzen gab es wieder vier Fahrer, die bereits in der Formel-1 etabliert waren. Die Tabelle nach zwei Rennen: Rees (18), Frank Gardner, Courage (je 6). Gardner fuhr einen Werks-Brabham Ford.

Als nächstes fand das Rennen auf dem Nürburgring statt, offiziell als Eifelrennen deklariert. Das Rennen war einst populär, vor allem natürlich, als in den 30er Jahren Mercedes Benz gegen Auto Union bei diesem Rennen mit GP-Status die deutschen Massen begeisterten. An dieser historischen Stätte ging der Siegeszug von Rindt weiter. Damit gewann der Österreicher zum dritten Mal in Folge, eine solche Serie ist heute sehr selten, letztmals schaffte das Nicolas Hülkenberg 2009 für ART. Während Rindt bisher immer gewann und Teamkollege Rees die Punkte einheimste, war dieses Mal der Unterschied, dass Rees nur einen Punkt eingefahren hatte. Stattdessen sammelte Jacky Ickx die neun Punkte des besten Punktekandidaten. Der Belgier fuhr für das Matra-Werksteam. Rees führte nun mit 19 Punkten vor Ickx (13) und Courage (10).

In Hockenheim sammelte erstmals ein Fahrer auch verdient neun Punkte, weil er auch auf der Strecke gewonnen hat: Frank Gardner. Allerdings – und schon wird auch das wieder gerade gerückt – fuhr nur ein F1-Fahrer mit: Pedro Rodriguez. Der Mexikaner wurde allerdings vorzeitig gestoppt, weil sein Protos Ford Cosworth von Ron Harris Racing nicht über die Distanz kam. In der Tabelle machte Gardner damit einen Sprung auf Rang drei und lag mit 15 Punkten nur noch vier Punkte hinter Rees, der ohne Punkte blieb.

Im österreichischen Trulln gab Jochen Rindt sein Comeback und freilich gewann er sein Heimrennen auch. Wieder war der Drittplatzierte der Fahrer, der auch als bester punkteberechtigt war. Dieses Mal fuhr Jean-Pierre Beltoise im Werks-Matra auf diese Position. Für den Franzosen waren es die ersten großen Punkte der Saison, aber auch die Meisterschaftskandidaten haben ordentlich gepunktet. Gardner übernahm dabei die Tabellenspitze: Gardner (21), Rees (19), Ickx (17).

In Jarama siegte Jim Clark in einem Werks-Lotus. Chris Irwin im Werks-Lola wurde Dritter, als bester F2-Fahrer mit Punkteberechtigung. Der Brite spielte in der Meisterschaft allerdings keine Rolle. Von den Spitzenkandidaten konnte nur Courage punkten. Vor Zandvoort war der Stand der Dinge Folgender: Gardner (21), Rees (19), Courage (18).

Das Rennen in Zandvoort war dann ein Schwarzes. Die F2-EM hatte ihren ersten Todesfall zu beklagen: Ian Raby. Der Brite verunfallte bei dem Rennen, starb allerdings erst zwei Monate später. Es waren allerdings zwei Monate Leidenszeit ohne wirkliche Hoffnung. Raby fuhr einen Brabham Lotus für sein eigenes Team, das er 1963 aus dem Boden stampfte und selbst managte. Er holte sich zwei Mechaniker an Bord, das reichte ihm. Als Manager war Raby an der richtigen Stelle: In Großbritannien verkaufte er zunächst Autos und wurde Geschäftsmann. Zum Zeitpunkt des tödlichen Unfalls war er bereits 46 Jahre alt. Bis dahin fuhr er allerdings schon viele Rennen in verschiedensten Serien: Mit der Formel-3 fing er an, weil er die Serie bis 500 Kubik mit gegründet hatte. Zunächst baute er auch einen eigenen F3-Wagen (Envoy), aber die Erfolge mit einem gekauften Cooper-Chassis waren deutlich größer. Über die Formel-Junior und einigen Sportwagenrennen wie Le Mans kam er auch in die Formel-1. Zwischen 1963 und ’65 meldete er sich bei sieben WM-Rennen, fuhr auch deren drei – jeweils mit privaten Fahrzeugen mit BRM-Motoren: Einmal ein Gilby, ab 1964 ein Brabham. Beim Großbritannien GP 1965 wurde er damit Elfter. Bereits 1966 hatte Raby in Brands Hatch einen schweren Unfall in der Formel-2.

Das sportliche Geschehen rückte in den Hintergrund. F1-Fahrer waren eh keine am Start, sodass Ickx mit seinem Matra Ford des Tyrrell-Teams gewinnen konnte, vor Courage und Gardner. Dementsprechend sah auch die Tabelle aus: Ickx (26), Gardner (25), Courage (24). In Enna zum Mittelmeer GP (den es auch, so wird immer wieder diskutiert, in der F1-WM geben könnte in Zukunft) konnte Ickx seine Führung noch etwas ausbauen, auch wenn Beltoise noch mehr Punkte eingefahren hat. Aber selbst der wurde auf der Strecke noch Zweiter, geschlagen im gleichen Auto, aber nicht im Werksteam Matra, sondern im Tyrrell-Team, von F1-Pilot Jackie Stewart.

Das Rennen in Brands Hatch war wieder in F1-Hand, auch weil Rindt einmal mehr siegte. Jo Schlesser steuerte seinen von Ford France eingesetzten Matra auf Rang drei und kassierte damit neun Punkte. Gardner holte dahinter wieder auf Ickx auf. Vor dem Finale in Vallelunga stand es nun so in der EM: Ickx (36), Gardner (31), Courage (24).

Und in Vallelunga gab sich Ickx keine Blöße: Das Rennen hieß offiziell Rom GP, also jener Grand Prix, der 2012 oder 2013 wieder zurückkehren wird mit einem Stadtkurs in der italienischen Hauptstadt. Bisher war das Rennen zweimal bereits ein F1-Rennen, jeweils allerdings außerhalb der WM. Die GP-Rennwagen machten zu diesem Grand Prix außerdem von 1928 bis 1932 Halt. Ickx war das egal: Er gewann, obschon durchaus auch F1-Fahrer unterwegs waren. Beltoise machte als Zweiter WM-Rang drei perfekt:

1. Jacky Ickx (BEL) 45 Matra Ford
2. Frank Gardner (AUS) 34 Brabham Ford
3. Jean-Pierre Beltoise (FRA) 27 Matra Ford
4. Piers Courage (GBR) 24 McLaren Ford
5. Alan Rees (GBR) 23 Brabham Ford
6. Chris Irwin (GBR) 15 Lola Ford
7. Johnny Servoz-Gavin (FRA) 15 Matra Ford
8. Jo Schlesser (FRA) 13 Matra Ford
9. Brian Redman (GBR) 9 Brabham Ford
10. Hubert Hahne (GER) 8 Lola BMW
11. Brian Hart (GBR) 8 Protos Ford
12. Robin Widdows (GBR) 8 Brabham Ford
13. Philip Robinson (GBR) 2 Alexis Ford
14. Gerhard Mitter (GER) 2 Brabham Ford
15. Ian Raby (GBR) 2 Brabham Lotus
16. Alan Rollinson (GBR) 1 Cooper Ford
17. Jean-Pierre Jaussaud (FRA) 1 Matra Ford
18. Henri Pescarolo (FRA) 1 Matra Ford
19. Robert Lamplough (GBR) 1 Lola Ford

Fahrer: Mit Jér1ome D’Ambrosio könnte es 2011 wieder einen belgischen F1-Fahrer geben, Jacky Ickx ist ein Fahrer, der nicht nur in der Formel-1 von sich reden machte. Sein Vater Jacques Ickx nahm den 65-Jährigen mit zu einigen Rennveranstaltungen, die Jacques als Journalist besuchte. Mit dem Motorrad machte Jacky selbst erste Gehversuche – und das bei belgischen Rennen auch sehr erfolgreich. Trotzdem erfolgte der Wechsel auf vier Rädern und dort räumte Ickx ab: 1967 wurde er erster F2-Europameister, nachdem er zuvor schon erste Gehversuche in der Formel-1 unternahm, wenngleich mit einem F2-Rennfahrzeug. Die erste volle F1-Saison (nur bei den Nordamerika-Rennen reiste das Ferrari-Team nicht an) bestritt er 1968 für Ferrari und beendete diese als Gesamt-4. In den beiden folgenden Jahren wurde er jeweils Vizemeister, 1969 für Brabham und 1970 wieder bei Ferrari. Danach konnte er an diese Erfolge nicht mehr anknüpfen, auch weil er immer öfter das Team wechselte und auch mit schwachen Boliden wie einem Iso Marlboro Ford oder einem Ensign Ford unterwegs war. Immerhin acht Rennen (von 114) konnte Ickx für sich entscheiden, 25 Mal kletterte er auf das Podest, 13 Mal rauschte er von der Pole Position los, 14 Mal drehte er die Schnellste Rennrunde und 181 WM-Punkte buchte er auf seinem Konto ab. Nach der Formel-1 war aber noch lange nicht Schluss: Fünf Mal gewann er den Sportwagenklassiker in Le Mans, 1983 siegte er bei der legendären Wüstenrallye Rallye-Dakar. Auch die dunklen Seiten des Motorsports lernte er kennen, als er 1985 in den tödlichen Unfall von Stefan Bellof in Spa verwickelt war. Seine Tochter Vanina Ickx fährt ebenfalls Rennen, unter anderem Sport- und Tourenwagen.

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