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Serie: International - Meister neuer Serien: 9. F2 2009: Andy Soucek

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: International - Meister neuer Serien: 9. F2 2009: Andy Soucek

 von Michael Zeitler

Im letzten Teil der Serie geht es um die neue F2-Meisterschaft, deren erste Ausgabe 2009 Andy Soucek gewinnen konnte. 

| Monza (!NS!DE-RAC!NG) - Meisterschaft: F2-Rennen gibt es schon seit Jahrzehnten. Auch als die F2-EM in internatioale Formel-3000 umgetauft wurde, gab es in verschiedenen Ländern noch F2-Rennen, sei es in Mexiko, in Japan oder auch in Großbritannien. 2009 wurde eine neue F2-Meisterschaft gegründet, unterstützt vom Automobilweltverband FIA. Die FIA war auch Drahtzieher hinter der Serie, denn die Gründung der F2-Serie war der Höhepunkt des Machtkampfes zwischen der FIA und F1-Boss Bernie Ecclestone. Eine Spaltung der Formel-1 drohte und weil die GP2-Serie im Besitz der Firmen von Ecclestone ist, reagierte FIA-Präsident Max Mosley mit einer eigenen Meisterschaft unterhalb der Formel-2. Doch bis heute konnte sich die Serie nicht als Nummer zwei durchsetzen, die GP2 bleibt das non plus ultra.

Dabei verfolgte die FIA neue Konzepte: Die Autos wurden nicht mehr von Rennteams eingesetzt, sondern lediglich von Mechanikern, die bestenfalls von Rennen zu Rennen den Fahrern zugelost werden sollten. Das Ganze wurde etwas gelockert und schließlich hatte doch jeder seine eigenen Mechaniker. Die Idee sollte zwei Fliegen mit einer Klatsche treffen: Erstens sollte dadurch Chancengleichheit gewährleistet werden, denn in der GP2 gewinnen meistens nur Fahrer, die auch in den Topteams wie ART oder Addax unterwegs sind. Und zweitens sollen damit die Kosten im Zaum gehalten werden – und tatsächlich ist die Formel-2 eine äußerst günstige Nachwuchsserie.

Und auch die Qualität stimmt eigentlich: Die Rennen sind äußerst spannend, auch bedingt durch einen Power-Knopf, der durch die Audi-Turbomotoren gewährleistet ist. Der Schritt zu den Audi-Motoren war logisch, weil die Serie durch den ehemaligen F1-Fahrer Jonathan Palmer organisiert wird. Der Brite besitzt bereits die Formel-Palmer-Audi, wie der Name verrät mit Audi-Motoren. Die Serie ist nun unmittelbar unter der Formel-2 angesiedelt. Während in der Formel-Palmer-Audi aber Chassis von Van Diemen eingesetzt werden, setzt die Formel-2 auf Rennwagen von einem F1-Team, nämlich von Williams. Die Konstruktion der Williams-F2-Chassis wurde von Williams-Teilhaber Patrick Head geleitet. Die Zusammenarbeit mit Williams hatte auch den Vorteil, dass dadurch für den Meister der Serie ein F1-Test mit Williams ausgehandelt werden konnte. Ironischerweise setzte Williams 2010 aber statt auf den F2-Meister auf den Meister der Konkurrenzserie in der Person von Nicolas Hülkenberg. Auch für 2011 steht mit Pastor Maldonado der nächste GP2-Meister auf der Favoritenliste für ein Cockpit bei Williams – allerdings auch aus finanziellen Gründen.

Die Saison 2009 war also äußerst spannend, wie bereits beschrieben. Die Rennen waren bepackt mit richtigem Racing. Aber es gab auch bittere Stunden: Mit Henry Surtees gab es auch ein Todesopfer. Beim Rennen in Brands Hatch wurde der Brite von einem herumfliegenden Reifen von Jack Clarke tödlich getroffen. Einen ganz ähnlichen Unfall gab es kurz darauf auch in der Formel-1, als Felipe Massa durch eine Feder vom Brawn Mercedes von Rubens Barrichello am Helm getroffen wurde und ebenfalls schwere Verletzungen erlitt. Surtees aber traf es noch mehr – und damit trauerte auch die ganze Motorsport-Welt. Denn Henry Surtees war auch kein No-Name: Sein Vater John Surtees ist der bisher einzige Fahrer in der Geschichte, der die Weltmeisterschaft sowohl bei den Motorrädern, als auch in der Formel-1 (1964) gewinnen konnte. Bis heute ist Surtees in verschiedenen Funktionen im Motorsport involviert – für ihn war der Unfalltod seines Sohnes freilich der bitterste Moment im Racing.

Sportlich siegte Andy Soucek recht deutlich. Dabei brauchte er einige Zeit, bis er seine Konkurrenten auf der Strecke unter Kontrolle hatte, dann aber war er nicht mehr zu schlagen. Von den letzten zehn Rennen gewann er deren sechs. Mit Soucek setzte sich auch der absolute Topfavorit durch, denn der Spanier hatte auch jahrelange Erfahrung in verschiedenen Nachwuchsserien, unter anderem auch in der GP2. Vizemeister wurde Robert Wickens, der noch die ersten beiden Rennen für sich entscheiden konnte. Der Endstand:

1. Andy Soucek (ESP) 115
2. Robert Wickens (CDN) 64
3. Mikhail Aleshin (RUS) 59
4. Mirko Bortolotti (ITA) 50
5. Julien Jousse (FRA) 49
6. Tobias Hegewald (GER) 46
7. Kazim Vasiliauskas (LIT) 45
8. Philipp Eng (AUT) 39
9. Milos Pavlovic (SER) 29
10. Nicola de Marco (ITA) 25
11. Carlos Iaconelli (BRA) 21
12. Edoardo Piscopo (ITA) 19
13. Tristan Vautier (FRA) 9
14. Henry Surtees (GBR) 8
15. Henri Karjalainen (FIN) 7
16. Sebastian Hohenthal (SWE) 7
17. Armaan Ebrahim (IND) 7
18. Jack Clarke (GBR) 6
19. Alex Brundle (GBR) 5
20. Tom Gladdis (GBR) 4
21. Jolyon Palmer (GBR) 3
22. Jason Moore (GBR) 3
23. Natacha Gachnang (SUI) 2
24. Germán Sánchez (ESP) 1

Fahrer: Der 25-Jährige Andy Soucek tritt auf der Stelle. Auch der Titelgewinn in der Formel-2 änderte daran nichts. Beim F1-Test für Williams überzeugte er zwar mit der Tagesbestzeit, doch zu einem Stammcockpit reichte es aber nicht. Virgin heuerte Soucek zwar als Test- und Ersatzfahrer an, aber weil er nie zum Einsatz kam, verließ er das Team vorzeitig. Zuletzt fuhr er in der Formel-Superleague, wo er 2008 bereits unterwegs war. 2007 und 2008 war er auch in der GP2 unterwegs, fuhr dort aber nur für Hinterbänklerteams wie DPR und Super Nova. Trotzdem wusste er fallweise zu überzeugen, fuhr etwa in Belgien 2007 auf Rang zwei. Soucek selbst hat zwei Staatsangehörigkeiten, nachdem sein Vater Österreicher ist, seine Mutter aber Spanierin. Er selbst fühlt sich ebenfalls als Spanier, fährt deswegen auch mit einer spanischen Rennlizenz. Von 2002 bis 2005 fuhr er in der spanischen Formel-3 und holte sich 2005 mit dem Llusia-Team den Titel.

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