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Serie: Formel-1 - Lotus im Portrait: 7. Tragödien

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Formel-1 - Lotus im Portrait: 7. Tragödien

von Michael Zeitler

Die Lotus-Boliden galten als gebrechlich. Aber war die Technik wirklich immer Schuld an den Lotus-Tragödien?

| Enstone (!NS!DE-RAC!NG) - Dass die Lotus-Boliden als sehr gefährliche Konstruktionen galten, wurde bereits erwähnt. Beispiele wurden in den Saisonrückblicken ebenso schon angeführt. Aber auch darüber hinaus gab es einige tödliche Unfälle mit Lotus-Formel-Boliden:

Gleich zwei Todesopfer hatte der Belgien GP 1960 zur Folge. Eines davon war Alan Stacey, der für Lotus gefahren ist. Der Unfall war größtes Pech, denn er wurde ausgelöst, weil ein Vogel gegen sein Gesicht flog. Möglicherweise war Stacey bereits nach der Kollision mit dem Tier tot oder zumindest bewusstlos, jedenfalls crashte er in Folge des Zusammenstoßes. Der Brite wurde 26 Jahre alt.

Bei einem nicht zur Meisterschaft zählenden F1-Rennen in Westmead (Natal GP) 1962 verunfallte Gary Hocking in einem Lotus 24 Climax fatal. Der damals 25-Jährige kam aus Rhodesien, dem heutigen Simbabwe, und begann zunächst mit dem Motorrad-Sport, bevor er es seinem ehemaligen Teamkollegen John Surtees nachmachte und auf Formel-Fahrzeuge umstieg. Dort beeindruckte er derart, dass er bei Rob Walker, dem Lotus-Kundenteam Nummer eins, Einsatzfahrer werden sollte. Britische Journalisten stellten Hocking ein starkes Zeugnis aus, doch zu Ruhm gelangte er wegen des Testunfalls in Westmead 1962 nicht mehr. Der Unfall wurde höchstwahrscheinlich von einem Problem an der Lenkung ausgelöst. Hocking krachte gegen einen Baumstumpf, wodurch der Wagen geteilt wurde und Hocking schwere Kopfverletzungen erlitt. Er verstarb auf dem Weg ins Krankenhaus.

Im gleichen Jahr verstarb Ricardo Rodriguez beim Mexiko GP in einem Lotus Ford von Rob Walker Racing tödlich. Das Rennen zählte damals noch nicht zur Weltmeisterschaft, war aber gut besucht. Der Unfall von Ricardo passierte im Training, entweder aufgrund eines Bremsschadens oder eines Fahrfehlers.

Beim historischen Event Goodwood Festival of Speed 2000 gab es einen tödlichen Unfall mit einem Lotus 63, dem Allrad-Lotus. John Dawson-Damer, ein nach Australien ausgewanderter Brite, machte eine Karriere im Rallye-Auto und war danach begeisterter Sammler von Lotus-F1-Boliden. Den Lotus 63 führte er in Goodwood aus, verlor aber auf der Start-und-Ziel-Geraden die Kontrolle über den Wagen und rammte auch zwei Marshalls. Andrew Carpenter verstarb dabei ebenso, wie Dawson-Damer. Es wurde spekuliert, dass der Unfall durch das Bewusstloswerden des Fahrers ausgelöst wurde. Technische Hintergründe wurden ausgeschlossen.

1964 verunglückte Bobby Marshman bei einem privaten Test mit dem Lotus-Ford-IndyCar in Phoenix tödlich. Genauere Hintergründe zur Unfallursache gibt es nicht. 1968 crashte Mike Spence bei Testfahrten vor dem Indy 500 mit dem Lotus Pratt & Whitney. Unfallursache war ein Fahrfehler. Spence crashte in die Mauer und wurde wohl von seinem rechten Vorderrad erschlagen.

Herbert McKay Fraser fuhr 1957 für das neue Lotus-Team in der Formel-2. Der US-Amerikaner wollte im europäischen Rennsport Fuß fassen. Im Juli 1957 verunglückte er bei einem F2-Rennen in Reims aber tödlich mit seinem Lotus Climax. Es war der erste tödliche Unfall mit einem Lotus-Formel-Renner. 1966 gab es in der australischen Formel-2 einen schweren Unfall, als Joch Marchiori in das Wrack von Jeff Trenholme fuhr, sich dabei überschlug, aus dem Cockpit geschleudert wurde und sich dabei tödliche Kopfverletzungen zuzog. Marchiori wurde nur 27 Jahre alt.

Heute ist der Macau GP eines der F3-Klassiker im Kalender. Damals, 1967, war das Rennen noch ein Formel-Libre-Rennen. Arsenio Laurel gewann den Klassiker schon zwei Mal und 1967 wollte der Philippiner in einem F2-Lotus fahren, dem Lotus Ford 41. Er war Favorit auf den Rennsieg, doch er crashte heftig. Es war ein übler Feuerunfall und der Sohn des ehemaligen philippinischen Präsidenten José P. Laurel hatte keine Überlebenschance.

Norberto Balagnasta verstarb bei einem F3-Rennen 1964 in einem Lotus Ford. Technische Gründe gab es bei dem Crash allerdings nicht: Beim Start zum Rennen für die italienische F3-Meisterschaft 1964 kam der Wainer Ford von Giuseppe Colnaghi nicht vom Fleck und Balagnasta konnte nicht mehr ausweichen. Er kollidierte mit dem Wainer Ford, stieg auf und überschlug sich. Dabei zog sich Balagnasta tödliche Kopf- und Nackenverletzungen zu. Der damals 33-Jährige war ein viel versprechendes Talent. Bereits 1962 war er in der italienischen Formel-Junior in einen tödlichen Unfall verwickelt, bei dem ein Lotus-Pilot ums Leben kam: Jean Lucienbonnet, ein Pseudonym.

1964 verunglückte auch der Deutsche Roman Dirschl bei einem F3-Rennen in Jugoslawien (heutiges Gebiet Sloweniens) tödlich. Dirschl fuhr unter einem Pseudonym Franz Müller, weil er sein Hobby trotz seiner bereits 40 Jahren seiner Mutter verschweigen wollte. Der Unfall wurde wohl durch einen platten Reifen verursacht. Hintergründe zum tödlichen Unfall von David Bicheno 1965 im Caldwell Park fehlen.

1967 gab es in der argentinischen Formel-3 einen tödlichen Zwischenfall mit einem Lotus-Boliden. Opfer war der 29-jährige Argentinier Carlos J. Martín, der beim Rennen in Plata die Kontrolle über seinen Lotus 41 Ford verlor, durch einen Zaun krachte und in die Zuschauermassen fuhr. Fünf Zuschauer wurden teils schwer verletzt, Martín erlag an Kopf- und Brustverletzungen. 1970 crashte André Willem bei einem Bergrennen mit einem Lotus-F3 und verstarb dabei.

Ob durch einen Fahrfehler, oder durch technisches Versagen, konnte nie ermittelt werden, aber der US-Amerikaner Dale Prochazka verunfallte beim Formel-Ford-Rennen im Mallory Park 1970 tödlich. Er stürzte einen Abhang hinunter und hatte aufgrund fehlender Sicherheitsgurte und -kleidung keine Überlebenschance. Beim Formel-Ford-Rennen in Portugal 1972 verunglückte Luís Fernandes tödlich. Der 33-Jährige hatte einen Crash und flog dabei in einen in der Nähe der Strecke liegenden See. Er konnte sich nicht aus dem Wrack befreien, auch viele Leute, die in das Wasser gesprungen sind, um den Portugiesen zu retten, scheiterten beim Versuch, ihn aus dem Wasser zu ziehen. Die Unfallursache konnte nie abschließend geklärt werden. Möglich ist ein Fahrfehler, aber auch ein Experiment mit zu niedrigem Frontflügel, der den Boden berührte.

1961 verunfallte Rudi de Waldkirch aus der Schweiz mit seinem Lotus im Oulton Park und musste das mit seinem Tod bezahlen. Der Kanadier Peter Ryan kollidierte beim Formel-Junior-Rennen in Reims 1962 mit einem Kontrahenten und wurde in die Luft geschleudert. Er erlag den Verletzungen einen Tag später. Imselben Jahr wurde der Deutsche Heinz Starke bei einem Formel-Junior-Rennen in Belgien durch einen Unfall getötet. Beim privaten Test in Riverside verstarb der in Deutschland geborene Peter Hessler im Lotus-Boliden bei einem Crash. Beim Formel-Junior-Rennen in Virginia 1963 kam es zu einer verhängnisvollen Kollision zwischen John T. Henderson und der Corvette von Ronald Gooding. Henderson verstarb sofort. 1964 setzte ein Unfall beim Formel-Junior-Rennen in Buenos Aires dem Leben des 33-Jährigen Albérico Passadore ein Ende. Der Fahrer aus Uruguay zählte trotz des Erscheinens einiger internationaler Fahrer zu den Favoriten und war bis zu seinem Unfall auch flott unterwegs.

Barry Westmoreland war 67 Jahre alt, als er bei einem historischen Event im Caldwell Park mit einem Lotus-Formel-Junior tödlich verunglückte.

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