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Serie: Formel-1 - WM Red Bull: 4. Red Bull in der F1

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Formel-1 - WM Red Bull: 4. Red Bull in der F1

von Michael Zeitler

Von der Spaß- zur Erfolgstruppe: Das Red-Bull-Team hat einen Wandel hinter sich.

| Milton Keynes (!NS!DE-RAC!NG) - Erfolg kostet Sympathie. Diese Weisheit wird nirgends so deutlich, wie bei Red Bull. Man kam als absolute Spaßtruppe in die Formel-1, doch im harten WM-Kampf verliert man immer mehr Sympathien.

Das eigene F1-Team hat Red Bull aber erst seit 2005. Schon 1995 stieg Red Bull aber als Sponsor in die Formel-1 ein. Man sponserte das Sauber-Team, das Ende der 90er Jahre sogar Red Bull als Anteilseigner und Titelsponsor bekam. Red Bull blieb als Partner jedoch still – bis man 2001 ein Cockpit für den von Red Bull geförderten Fahrer Enrique Bernoldi wollte. Sauber aber verpflichtete trotz größerer Umstände – der Automobilweltverband FIA war lange nicht gewillt dem unbekannten Rookie eine Superlizenz auszustellen – den Finnen Kimi Räikkönen. Es war ein Zug, der sich als Erfolg herausstellte, aber es war auch ein Zug, der Red Bull aufzeigte, dass man das Projekt Formel-1 anders angehen muss. Das Verhältnis zu Sauber änderte sich ab diesem Zeitpunkt, man sponserte nun auch das Arrows-Team, um Bernoldi dort zu parken. Ende 2004 zog man sich von Sauber zurück und kaufte das Jaguar-Team – damit hatte man für 2005 einen eigenen Rennstall und genoss eigene Souveränität. Ironie des Schicksals: Räikkönen, der 2001 noch ein Red-Bull-Gegner im Kampf um ein Sauber-Cockpit war, wurde zuletzt selbst von Red Bull in der Rallye-WM unterstützt. Lange Zeit gab es sogar Gerüchte über ein F1-Comeback des ehemaligen Weltmeisters – bei Red Bull.

Das Red-Bull-Team machte zu Beginn richtig Spaß. Es mischte die Formel-1 auf, allerdings nicht bei den Erfolgen. Zwar holte man mit David Coulthard einen Topmann, der beim Einstand in Australien 2005 auch gleich auf Rang vier fuhr, doch lange Zeit fuhr man den erwarteten Ergebnissen hinterher. Red Bull beeindruckte nicht auf der Strecke, aber mit dem Auftreten: Witzige Pressemitteilungen, teilweise bespickt mit Selbstzynismus, verpackt mit Ironie, Sarkasmus und Humor, kamen ebenso gut an, wie die eigene Zeitschrift, die man kostenlos im Fahrerlager verteilte. Es war eine Lektüre für die Zuschauer vor Ort, die mit tollem Inhalt glänzte. Inzwischen wurde das Projekt ausgeweitet und zu einer wöchentlichen Zeitschrift im Einzelhandel verändert: Zwar kaufte sich Red Bull dafür einige namhafte Redakteure, doch konnte es nie an den Vorgänger anknüpfen.

Auf große Sponsoren verzichtet Red Bull bis heute. Immer wieder macht man aber Werbung für Filme: Vor allem bei den GP-Rennen in Monaco bemalte man schon mal gerne den Overall mit einer Film-Neuheit, oder, wie 2006, als Coulthard Dritter wurde, stieg mit einem Superman-Umhang auf das Siegerpodest. Red Bull war ein Gute-Laune-Team.

Doch Erfolge suchte man vergebens: Bis Ende 2008 wurde man lediglich drei Mal Siebter und einmal Fünfter in der Konstrukteurswertung. Man machte also dort weiter, wo das Vorgängerteam Jaguar aufhörte. Obwohl Red Bull nichts unversucht ließ, so holte man mit Adrian Newey den absoluten Topdesigner ins Team, wechselte auch mehrmals den Motorenlieferanten: Der Cosworth-Motor war zu schwach, das Ferrari-Aggregat vertrug die extreme Bauweise von Newey nicht, also fährt man seit 2007 mit Renault – allerdings übt man wegen mangelnder Leistung immer wieder Kritik an den Zulieferer. Der Wunschpartner Mercedes konnte bis heute noch nicht angeheuert werden.

Als Teamchef fungiert seit 2005 Christian Horner. Der Brite wollte mit seinem GP2-Team Arden eigentlich selbst in die Formel-1 aufsteigen, hatte die Finanzen beisammen, um das Jordan-Team zu kaufen, doch Eddie Jordan weigerte sich, die sportliche Leitung an Horner abzutreten. Das Angebot von Red Bull, Horner als Teamchef zu verpflichten, war dann verlockend. Arden blieb in der GP2 und wurde dort zum Juniorenteam von Red Bull. Doch die Kosten in der GP2 waren hoch und als Red Bull die Möglichkeit hatte, mit dem Minardi-Team ein zweites F1-Team zu kaufen, machte man das. Der Rennstall wurde in Scuderia Toro Rosso umbenannt und ist für die Ausbildung junger Red-Bull-Nachwuchsteams aus dem Juniorenprogramm gedacht.

Als Teilhaber bei Toro Rosso wurde Gerhard Berger angeheuert, ein zehnmaliger GP-Gewinner. Toro Rosso verwendete die gleichen Chassis, wie Red Bull auch – sehr zum Ärgernis der Konkurrenten. Seit 2010 sind Kundenchassis nun verboten, Toro Rosso muss nun seine eigenen Boliden konstruieren. Inzwischen steht das Toro-Rosso-Team eher schlecht da: Berger ist weg, der Bau eines eigenen Chassis kostet Geld und Kapazität und Red Bull unterstützt das A-Team inzwischen deutlich mehr. Denn 2008 war Toro Rosso besser als Red Bull Racing, weil das Team besser geleitet wurde. Sebastian Vettel konnte beim Regenrennen in Monza 2008 außerdem den ersten Sieg für Toro Rosso holen, absolut verdient und damit noch bevor Red Bull gewinnen konnte. Es war eine Blamage für Red Bull.

Doch es zeigte sich das, was sich 2009 und 2010 im WM-Kampf immer wieder bestätigte: Red Bull macht zu viele Fehler, in allen Bereichen. Das Technikteam um Adrian Newey funktioniert perfekt und als vor der Saison 2009 der große Regelumbruch kam, nutzte Red Bull die Gunst der Stunde. Bereits 2009 hatte man ein WM-fähiges Auto, wurde von der Übermacht Brawn und aus eigenen Fehlern aber letztlich geschlagen. Auch 2010 schien man sich lange selbst im Weg zu stehen, doch am Ende gewann Sebastian Vettel auch etwas mit Glück den Titel. Das Jahr war aber geprägt von inneren Zerwürfnissen, Streitereien und Taktikfehlern. Mark Webber fuhr phasenweise schneller als Vettel, was zu zwei Lagern führte: Webber war nur Angestellter, Vettel ist der Red-Bull-Fahrer, der schon seit seiner Jugend von Red Bull gefördert wurde. Weltmeister musste Vettel werden, auch um den in Kritik stehenden Nachwuchscoach Dr. Helmut Marko von Kritik zu befreien. Red Bull spielte Politik, gibt sich nach außen aber als sauber und fair. Das kostete Sympathien – und fast den WM-Titel.

Aber eben nur fast. Red Bull gewann beide Meisterschaften 2010 und ist damit am Höhepunkt der bisherigen F1-Karriere. In Zukunft wird es schwierig den Erfolg zu halten, außer Newey baut wieder ein WM-Auto, das allen anderen deutlich überlegen ist. Auch einen eigenen Red-Bull-Motor könnte es laut Dietrich Mateschitz in Zukunft geben.

Einen ausführlichen Rückblick auf die WM-Saison 2010 von Red Bull gibt es hier:

http://www.inside-racing.de/saisons/3406-jahresrueckblick-2010-formel-1-wm.html
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