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Serie: Formel-1 - WM Red Bull: 6. Chef(berater) Helmut Marko

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Formel-1 - WM Red Bull: 6. Chef(berater) Helmut Marko

von Michael Zeitler

Dr. Helmut Marko, ein ehemaliger F1-Pilot, ist der eigentliche Chef bei Red Bull. Verantwortlich zeigte er sich auch für die Nachwuchsförderung.

| Milton Keynes (!NS!DE-RAC!NG) - Diese Überschrift wurde nicht zufällig gewählt: Ganz offiziell ist Dr. Helmut Marko nur Berater und Talentförderer von Red Bull. Berater gibt es bei Red Bull aber viele: Angefangen von Marko, bis hin zu David Coulthard, der eigentlich nur noch als Aushängeschild dient. Marko dagegen ist die Rechte Hand von Dietrich Mateschitz und der eigentliche Chef im Team. Teamchef Christian Horner leitet das Team, aber Marko ist in der Praxis der Mann, der das Sagen hat.

Marko gilt als Hardliner, der im Motorsport durchaus einige Erfolge vorzuweisen hat. Einige, die unmittelbar mit ihm zu tun hatten, bezeichnen Marko gerne als schwierig. Mark Webber wird in Zukunft wohl einer von diesen sein. Der Australier bekam in der Saison 2010 bei Red Bull Gegenwind in Form des Sturmtiefs Marko. Fleißig schob Marko Webber Schuld in die Schuhe, als es um die teaminterne Kollision in der Türkei ging, die offensichtlich Vettel verursacht hatte. Fleißig redete Marko kleinere Bevorzugungen für Vettel vor der Presse schön. Und fleißig vermittelte Marko öffentlich den Eindruck, das Team stehe mehr hinter Vettel, als hinter Webber – psychologisch natürlich ein Extra-Gewicht, das Webber mit sich herumschleppte.

Helmut Marko, der gemeinsam mit dem ehemaligen F1-Champion Jochen Rindt die Schule besuchte und 1967 zum Doktor der Rechtswissenschaften promovierte, wusste, dass sein Stuhl wackeln würde, wenn statt Vettel Webber den WM-Titel für Red Bull gewonnen hätte. Als Talentförderer genießt Marko keinen besonders guten Ruf, weil die meisten Red-Bull-Zöglinge in der Formel-1 versagten – und das obschon man mit dem Kauf eines zweiten Teams optimale Bedingungen stellt. Marko scheint sich offenbar nicht die besten Nachwuchsfahrer unter seine Fittiche zu holen, oder er hält an den falschen fest. Immer wieder gibt es durchaus namhafte Namen bei der Talentschmiede Marko, zum Beispiel Juan-Pablo Montoya, doch Marko lässt zu den ungünstigsten Zeitpunkten manche Fahrer fallen wie heiße Kartoffeln. Und die Trennungen mit Red Bull enden oft unschön.

Kritik bei der Nachwuchsförderung muss Marko immer wieder einstecken: Obschon Jörg Müller 1996 den Titel für sein Team in der internationalen Formel-3000 holte, der heutigen GP2-Serie, bekam Müller nie ein F1-Cockpit. 2001, als Marko bereits für Red Bull den Nachwuchs coachte, schaffte man es nicht, Partner Sauber vom eigenen Zugpferd Enrique Bernoldi zu überzeugen; Stattdessen musste Red Bull ein zweites Team (Arrows) sponsern und Bernoldi dort platzieren, weil Sauber auf die Verpflichtung von Kimi Räikkönen bestand – und die Historie hat Sauber recht gegeben und Marko eine Ohrfeige verpasst. Und auch heute gibt es Kritik an der Nachwuchsplanung, weil Red Bull aus finanziellen Gründen Nachwuchsfahrer eher in der Formel-World-Series-by-Renault parkt, statt in der eigentlichen zweiten Liga, der GP2.

Inzwischen brachte Red Bull einige Fahrer in die Formel-1, aber die meisten gingen unter: Bernoldi ging mit Arrows den Bach unter und fährt jetzt in der brasilianischen Tourenwagenmeisterschaft; Vitantonio Liuzzi wurde bei Toro Rosso von Vettel gebügelt und scheint 2011 nur noch eine Option bei HRT zu haben; Scott Speed wurde von Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost geohrfeigt, seit dem fährt er Nascar, schied aber jetzt endgültig aus dem Fördertopf von Red Bull aus; Sébastien Buemi und Jaime Alguersuari machen nicht den Eindruck, als würden sie je über das Cockpit bei Toro Rosso hinauskommen, eher im Gegenteil: Es gilt praktisch als fix, dass einer der beiden zur Saisonmitte 2011 Daniel Ricciardo Platz machen muss.

Sebastian Vettel ist eine Ausnahme. Beleuchtet man die Hintergründe, dann erkennt man, dass dafür auch BMW einiges hinzugetan hat. Vettel ist nicht nur ein Red-Bull-Nachwuchs, sondern auch ein BMW-Junior, fuhr dort auch als Ersatz für den verletzten Robert Kubica beim USA GP 2007 sein erstes F1-Rennen. Doch so weit analysiert Marko das in der Öffentlichkeit nicht, denn der WM-Titel von Vettel hat Marko möglicherweise den Kopf gerettet.

Marko selbst fuhr bereits in der Formel-1, schaffte es aber nie so weit wie Rindt: 1971 beim Frankreich GP sollte er eigentlich einen McLaren Ford für das Team von Jo Bonnier fahren, fuhr aber nicht. Bei vier WM-Rennen für BRM kam er nicht über Platz elf beim Heimspiel in Österreich hinaus. 1972 folgten noch einmal fünf Rennen für BRM, wobei er Achter in Monaco wurde. Beim Frankreich GP kam dann das F1-Aus: Der Lotus Ford von Emerson Fittipaldi wirbelte einen Stein auf, der Marko am Auge traf. Seit diesem Zwischenfall trägt Marko ein Glasauge. Sein BRM-Nachfolger Niki Lauda, österreichischer Landsmann von Marko, fiel bei BRM deutlich mehr auf als Marko bei seinen neun Auftritten. Dafür überzeugte Marko gemeinsam mit Gijs Van Lennep in einem Porsche des Martini-Teams beim 24-Stundenrennen von Le Mans 1971. Die beiden gewannen das Rennen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 222,304 Stundenkilometern – ein Rekord, der bis 2010 Bestand hatte!

Nach dem Unfall in Frankreich 1972 wurde Marko Geschäftsmann, managte danach Fahrer wie Gerhard Berger oder Karl Wendlinger. Von 1984 bis 1989 brachte er ein Team in der DTM an den Start, das aber nur ein Rennen gewinnen konnte (Peter Oberndorfer 1984 in Hockenheim in einem Alfa Romeo). In den 80er Jahren ging das Marko-Team auch in der deutschen Formel-3 an den Start (Wendlinger 1989 Meister, 1994 Müller), ab 1996 bis 2003 dann in der Formel-3000.

Meisten Rennen für RSM Marko in der GP2 (International F3000):
1. Ricardo Mauricio (BRA) 37 (1999-2002)
2. Patrick Friesacher (AUT) 32 (2001-’03)
3. Enrique Bernoldi (BRA) 20 (1999/2000)
4. Vitantonio Liuzzi (ITA) 10 (2003)
4. Craig Lowndes (AUS) 10 (1997)
4. Juan Pablo Montoya (COL) 10 (1997)
4. Jörg Müller (GER) 10 (1996)
4. Oliver Tichy (AUT) 10 (1996)
9. Antonio García (ESP) 4 (2001)
10. Markus Friesacher (AUT) 3 (1999)

Siege für RSM Marko in der GP2:
1. Juan Pablo Montoya (COL) 3
2. Jörg Müller (GER) 2
3. Patrick Friesacher (AUT) 1

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