"Wussten S!E, dass...?": Welche, später erfolgreiche Team-Motorenkombination scheiterte 1983?

Geschrieben von: Roland Schäfges. Veröffentlicht in "Wussten S!E, dass...?"

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"Wussten S!E, dass...?": Welche, später erfolgreiche Team-Motorenkombination scheiterte 1983?

Wussten Sie, dass, Williams und BMW sich schon 1982 einig waren! Es aber am Geld letztlich doch scheiterte...

 | 12. AUSGABE: Wussten S!E, dass  zwischen der zweiten August Woche 1982 und Ende September 1982, eine Ehe zwischen BMW und Williams, als ganz heißes und offenes Geheimnis, die Runde durch das Fahrerlager machte!  Im Jahr 1982 machten die Turbo-Motoren von Ferrari und Renault sowie die von BMW, eingebaut im Brabham-Chassis vorne die Musik.  Jeder wollte, nein musste einen Turbofahren, um abschätzbare Sieg-Chancen zu haben.

Frank Williams, damals wie heute ein Schlitzohr, wusste das genau: "Wir haben gegen die Turbos angekämpft, wir konnten nichts ausrichten; jetzt führt kein Weg dran vorbei! Ich muss das Geld für den Turbo irgendwie auftreiben!" sagte er in einem damaligen Interview.

Das Jahresbudget für eine Saison mit einem Turbo (also das Jahr 1983) bezifferte Williams damals auf 5 Millionen britischen Pfund.  Gesponsert von der unglaublich Reichen arabischen TAG (Techniques d'Avant Garde) Gruppe um Mansour Ojjeh.

"Ich habe 22 BMW-Motoren für 1983 bestellt" informierte er die Fachpresse im Rahmen des Hockenheim-Grand-Prix am 9. August 1982.  Der noch heute aktive Teamchef stellte im gleichen Atemzug fest: "Meine 18 Cosworth-Saugmotoren kann ich mir an den Hut stecken".

Am 1. September platzte dann in der deutschen Fachpresse die Bombe. TAG soll die neuen, von Porsche entwickelten und später sehr erfolgreichen, Turbo-Motoren von Formel 1 Rivale "Marlboro Mclaren International" bezahlen!

Damit rechnete bei Williams scheinbar keiner. Ohne das Geld schien auch der BMW Motor wieder in weite ferne zu rücken. Zumal auch Wunschfahrer Alain Prost nicht zu Williams wechseln wollte. Dies alleine wäre nicht das Problem gewesen. BMW wollte jedoch ihren Werksfahrer Manfred Winkelhock als Fahrer im Williams sehen. Prost und Winkelhock wäre ein annehmbare Kombination für Frank Williams gewesen, sofern die starken BMW Motoren kostenfrei rausgesprungen wären (Servicekosten hätte Williams bezahlt). Da sich jedoch Prost weigerte zum britischen Rennstahl zu wechseln (er fuhr damals für Renault) und eine Paarung Rosberg - Winkelhock für den Racer nicht verantwortbar war, war klar. Williams müsste für BMW-Motoren bezahlen!

Dies wollte Williams aber eigentlich nicht. Er hoffte zu diesem Zeitpunkt noch, eine alternative zu besitzen. Sprich, über TAG den Porsche-Turbo ab Ende 1983 zu bekommen. Was illusorisch war, da Mclaren diesen exklusiv bis Ende 1984 an sich gebunden hat.

Am 13. September wurde es dann offiziell. Mclaren bekommt exklusiv TAG, Prost und den Porsche Turbo ab 1984!

Und Williams servierte als Reaktion die BMW-Rechnung. 2,97 Millionen DM Gesamtleasing für 22 Motoren Made in Bayern machen 135.000 DM pro Motor. Und das noch ohne Servicekosten. Der Grund war klar. Brabham und damit Ecclestone bekamen die bayrischen Power-Pakete bereits zum Nulltarif und ohne Winkelhock sah man erst recht nicht ein, Williams die Motoren zu schenken.

Im Gegenzug wollte Frank WIlliams nicht Brabham-Sponsor spielen und verschwand vor dem Italien Grand Prix Richtung Japan. Einige Tage nach der offiziellen Absage an BMW tauchte Williams mit einem mehrjährigen Honda-Megadeal aus Japan wieder auf.

Williams-BMW war damit, jedenfalls vorerst, Geschichte. Nelson Piquet wurde 1983 mit BMW-Power Weltmeister. Williams-Cosworth (ab Mitte der Saison 1983 mit Honda) fuhr in der Konstrukteurswertung auf Platz 4, einen Platz vor Mclaren (die in den letzen vier Rennen 1983 auf den neuen TAG-Porsche setzten). Ab 1984 dominierte Mclaren-Tag-Porsche die Formel 1 fast nach belieben. BMW und Brabham rutschten hingegen immer mehr ab.  Williams-Honda wurde mit 141 Punkten 1986 Weltmeister. Brabham-BMW im gleichen Jahr mit 2 WM-Punkten und vielen Motorschäden Neunter der Weltmeisterschaft.

Happy End: 1998 schließlich fanden BMW und Williams schließlich doch noch zusammen. Als exklusiver Werkspartner wollte man die WM-Gewinnen. Man gewann zwar gemeinsam Le Mans, aber nie eine Weltmeisterschaft in der Formel 1. 2005 trennte man sich von Williams nach einem erfolglosen Jahr. 2010 stieg man nach endgültig, nach Sauber-Übernahme im Jahr 2005, aus der Formel 1 aus.

Ihr Roland Schäfges


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Antwort Online: 21. Februar 2011 ab 23:30h bei !NS!DE-RAC!NG

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