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Serie: Formel-1 - Brabham-Team: 3. Teamgründer Jack Brabham

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Formel-1 - Brabham-Team: 3. Teamgründer Jack Brabham

von Michael Zeitler

Ein recht faktisch gestalteter Rückblick auf die Karriere des Brabham-Gründers Jack Brabham.

| Melbourne (!NS!DE-RAC!NG) - In wenigen Tagen wird Jack Brabham 85 Jahre alt! Der Australier, der wegen seinen pechschwarzen Haaren auch gerne „Black Jack“ genannt wurde, wurde beim Saisonauftakt 2011 gefeiert, ist der erste australische F1-Weltmeister und der früheste, noch lebende Weltmeister. 1947 begann Jack Brabham mit dem Rennsport, in den 50er fuhr er bereits für seinen Freund Ron Tauranec in einem Cooper Bristol, den es aus England nach Australien verschlagen hatte, Berg- und Straßenrennen. 1955 durfte er für Cooper einen Cooper Bristol T40 beim Großbritannien GP fahren. Der Australier schied aber in Runde 31 von Startplatz 25 gestartet mit Motorschaden aus.

1956 fuhr er neuerlich in der Formel-1 den GP von Großbritannien. Startete dabei aber in einem Team namens Brabham, das Maserati-Chassis einsetzte. Keiner ahnte damals, dass es das Team bald wieder geben würde und auch sehr erfolgreich werden würde. Aber auch das Rennen 1956 konnte er aufgrund eines Motorschadens nicht beenden. Dieses Mal startete er auch nur von dem 28. Platz aus.

1957 durfte Brabham dann wieder einige Male für Cooper fahren, beim Großbritannien GP auch für das Rob Walker Racing Team, das ja auch den Cooper Climax T43 einsetzte. Sein erstes Rennen 1957 war der Monaco GP. Es war praktisch seine erfolgreiche Geburtsstunde: Brabham meldete einen Formel-2 Cooper mit 2,2 Liter Climax Motor für das Rennen im Fürstentum von Monte Carlo. Als er mit diesem verunfallte, überließ ihm Rob Walker ein Cooper-Chassis. Brabham montierte seinen Climax-Motor an und wurde zur Sensation des Rennens. Er lag mit dem winzigen Heckmotor auf Platz drei, als drei Runden vor Schluss das Triebwerk verendete. Brabham schon das Auto über das Ziel und wurde noch als Sechster gewertet! Cooper löste damals mit seiner Heckmotor- und Leichtbauphilosophie eine Revolution aus. Die kleinen, wendigen und sehr zuverlässigen Renner machten den schweren Frontmotorboliden harte Konkurrenz. Doch noch sind wir im Jahr 1957. Der Grundstein seines Erfolges war gelegt. Die restliche Saison verlief aber schlecht. Für Cooper und Rob Walker fiel er noch drei Rennen aus (Unfall, Kupplung und Kraftübertragung als Ausfallursachen) und konnte lediglich beim Pescara GP als Siebter noch das Ziel erreichen. Zweimal (Frankreich und Großbritannien) stand er dazu auf Rang 13 im Grid.

1958 fuhr er dann die ganze Saison für Cooper. Der Cooper Climax T45 war immerhin für Punkte gut, aber der große Wurf kam erst ein Jahr später. Beim Monaco GP 1958 startete Brabham von Rang drei und beendete das Rennen als Vierter. Danach gab es einen achten Platz und einen Ausfall. Beim Frankreich- und Großbritannien GP holte er sich jeweils noch Mal einen Punkt (durch zwei sechste Plätze). Beim Deutschland GP hatte er einen Crash. Es folgte Rang sieben in Portugal, ein Unfall in Italien mit Ferrari-Pilot Olivier Gendebien und ein 11. Rang zum Abschluss in Marokko. Damit wurde er WM-18.

1959 wurde aber mit dem Cooper Climax T51 sein Jahr. In Monaco zum Saisonauftakt siegte er bereits. Der zweite Sieg folgte beim Großbritannien GP (wo er erstmals auch von der Pole Position startete), nach dem er in Holland Zweiter und in Frankreich Dritter wurde. Beim Deutschland GP hatte er einen Unfall. Wegen einer Kollision mit dem Cooper-Maserati-Pilot (Scuderia Centro Sud Team) Mario Araujo de Cabral konnte er auch das Rennen in Portugal nicht beenden. Doch beim Italien GP wurde er Dritter und beim Saisonfinale in den USA noch Vierter. Dadurch wurde Jack Brabham mit 31 Punkten erstmals Formel-1-Weltmeister. Der zweite WM-Titel folgte gleich 1960. Dies gelang ihm mit dem Cooper Climax T53. Nach einem Motorschaden in Argentinien und einer Disqualifikation in Monaco (angeschoben worden) folgten von Holland bis Portugal fünf Siege in Folge! Lediglich beim USA GP wurde es wie im Vorjahr nur Rang vier.

1961 hatte er fiel Pech: Nur zwei Mal kam er ins Ziel. In Holland wurde er Sechster und Großbritannien Vierter. Ansonsten eine rießen Liste mit Ausfällen mit dem Cooper Climax T55 und dem T58: Zündungsprobleme in Monaco, Motorschaden in Belgien, Öldruck in Frankreich, Unfall in Deutschland und jeweils Überhitzung in Italien und in den USA. Das bedeutete am Ende der elfte Platz in der Fahrerwertung.

1962 machte Brabham einen einigen Rennstall mit Ron Tauranac auf. Zunächst baute man in der Formel-Junior Renner und setzte in der Formel-1 zunächst einen gekauften Lotus Climax T24 ein. Fahrer war ja Brabham selbst, erst 1963 bekam er mit Dan Gurney auch einen Teamkollegen. Fünf Rennen fuhr Brabham im Brabham-Team 1962 mit dem Lotus (Unfall in Holland, Unfall in Monaco, sechster Platz in Belgien, Aufhängungsschaden in Frankreich und fünfter Platz in Großbritannien), danach debütierte der erste Brabham der Formel-1 Geschichte: der Lotus BT3 mit Climax-V8-Motor. Es war ein einfaches, aber effizientes Rohrrahmengefährt. In Frankreich 1964 gewann damit (leicht überarbeitet) Gurney für das Brabham-Team das erste Rennen. Das Debüt mit dem BT3 in Deutschland ging schief: Er schied nach einem Defekt am Gaspedal aus. Doch dann wurde es für die letzten beiden Rennen erheblich besser: Statt Rang 24 in der Startaufstellung am Nürburgring wurde es in den USA und in Südafrika Rang fünf bzw. Rang drei. Im Rennen wurde er jeweils Vierter. In der Fahrer-WM wurde er so 1962 WM-9.

1963 fuhr er im ersten Rennen mit einem Lotus Climax 25, dann kam aber der Brabham Climax BT7. Immer wieder wurde auch der BT3 eingesetzt. Die ersten drei Rennen verliefen schlecht: Neunter Platz in Monaco und danach zwei Ausfälle, erst beim Frankreich GP ging’s mit Rang vier in die Punkte. Es folgte noch ein Motorschaden in Großbritannien, was gleichzeitig der letzte Ausfall der Saison war für Jack Brabham. Es folgte Rang sieben in Deutschland, Rang fünf in Italien, Rang vier in den USA, Rang zwei in Mexiko und Rang 13 in Südafrika. Er steigerte sich auf Rang sieben in der Fahrer WM. 1964 zündete Brabham mit seinem Team den Brabham BT7, der wieder mit Climax-Motoren angetrieben wurde. Im späteren Verlauf der Saison kam auch der neue BT11 zum Einsatz. Nach dem Jack Brabham die ersten beiden Rennen wegen Defekten nicht beenden konnte, fuhr er in Belgien und Frankreich jeweils als Dritter auf das Podium. In Großbritannien wurde er Vierter. In Deutschland, Österreich und Italien kam er jeweils außerhalb den Punkterängen ins Ziel. Die letzten beiden Rennen überstand er nicht die volle Renndistanz.

1964 wurde er so WM-8. Noch schlechter ging es 1965. Man fuhr wieder mit dem Brabham Climax BT11, der bereits bei den Rennen 1964 keinen guten Speed an den Tag legte. Die Saison begann miserabel, auch wenn er im Qualifying immer gut dabei war. Rang acht in Südafrika folgte ein Motorschaden in Monaco. Beim Belgien GP holte er sich als Vierter die ersten Saisonzähler. Beim Großbritannien GP konnte er nach Problemen nach dem Training im Rennen erst überhaupt nicht starten. Doch Rang fünf in Deutschland bedeutenden wieder Punkte. Beim USA GP schaffte er es mit Rang drei sogar auf das Podium. Beim Mexiko GP aber schied er wegen Probleme mit dem Öldruck aus. Er wurde WM-10.

Doch 1966 schrieb Jack Brabham Formel-1-Geschichte: Als erster und bisher einziger Fahrer schaffte er es mit seiner eigenen Konstruktion Weltmeister zu werden. Diesen, seinen dritten WM Titel, hat er wohl seinem technischen Verständnis zu verdanken. Denn er baute auch 1967 einen Rennwagen mit dem Dennis Hulme Formel-1-Champion wurde. Der ehemalige KFZ-Mechaniker Brabham hatte viele Ideen. Umgesetzt wurde diese durch seine technischen Zeichner. So war er bei der Konstruktion und der Abstimmung seiner Renner selbst mitbeteiligt. Konkret sah das Erfolgsjahr für Brabham 1966 so aus: Getriebeschaden in Monaco, vierter Rang in Belgien, danach vier Siege in Folge, zwei Defekte in Italien und den USA und ein zweiter Platz in Mexiko. Beim Holland GP feierte er seinen 40. Geburtstag – mit einer humorvollen Einlage: Brabham kam mit einem angeklebten Bart und einem Stick ins Grid und ließ sich von seinen Mechanikern ins Auto heben. Der Sieg auf der Rennstrecke war eine perfekte Antwort auf den Sarkasmus über sein für Sport-Verhältnisse fortgeschrittenen Alters.

1967 wurde er von Hulme geschlagen, seinem Teamkollegen. Aber auch Brabham zeigte eine tolle Saison. Beim Auftakt in Südafrika gab es Rang sechs, dann einen Motorschaden. Doch beide Rennen startete der Brabham-Repco-Pilot von Pole Position aus. Danach gab es beim Holland GP einen zweiten Platz, ehe in Belgien wieder der Repco-Motor in die Luft ging. Danach aber gab es nur noch Resultate in den Punkten: Sieg in Frankreich, vierter Platz in Großbritannien, zweiter Rang in Deutschland, Sieg in Kanada, Zweiter in Italien, Fünfter in den USA und Zweiter in Mexiko. Er wurde Vize-WM. 1968 litt er unter einer Zuverlässigkeit des Brabham BT26, was eine Frechheit darstellte: Nur einmal kam er ins Ziel: In Deutschland wurde er Fünfter. Ansonsten gab es viele technische Defekte, sowie viele Motorschäden des Repco-Aggregats.

1969 hatte er erstmals einen Ford-Motor eingebaut. Doch in Südafrika kam er mit dem Heckflügel nicht zurecht: Er brach und Brabham war out. In Spanien platzte wieder der Motor und in Monaco hatte er einen Crash mit BRM-Pilot John Surtees. In Holland wurde er Sechster. Danach gab es wieder einen Ausfall. In den letzten drei Rennen holte er aber noch 13 Punkte und wurde nach einem 23. Rang 1968 1969 WM-10.

1970 fuhr Jack Brabham seine letzte Formel-1-Saison. Gewann den Auftakt in Südafrika, wurde noch jeweils Zweiter in Monaco und Großbritannien und in Frankreich Dritter. Ansonsten gab es nur noch wenige Punktplatzierungen und wieder einige Defekte. In seiner letzten Saison wurde er aber nochmals WM-5. Dabei hätte er locker noch zwei weitere Rennen gewinnen können: In Monaco fuhr er in der letzten Runde in Führung liegend in die Barrieren. In Brands Hatch rollte er ohne Benzin aus. Die Legende ist bekannt: Der damalige Mechaniker, ein gewisser Ron Dennis, der heute noch Mitbesitzer des McLaren-Teams ist, füllte damals angeblich zu wenig Benzin ein.

Sein Team Brabham überlebte noch bis Ende 1992. Jack Brabham fuhr in der Formel-1 126 Rennen, konnte davon 14 gewinnen und 13 von Pole Position aus starten. Er sammelte 261 Punkte. Seine drei Söhne David, Gary und Geoff fassten ebenfalls im Motorsport Fuß, doch die Fußstapfen des Vaters waren für alle drei mindestens eine Nummer zu groß. David und Gary schafften es immerhin bis in die Formel-1, waren dort aber erfolglos. David fuhr 1990 für Brabham, war danach Footwork-Testfahrer und kehrte erst 1994 bei Simtek wieder ins Stammcockpit zurück. Gary konnte sich bei zwei Versuchen im Flop-Auto der Saison 1990, dem Life, nicht qualifizieren. 1998 stieg Jack Brabham mit 73 Jahren noch einmal in Goodwood bei einem Rennen gegen alte Konkurrenten ins Auto. Fuhr dabei einen McLaren, crashte und zog sich blaue Flecken sowie angeknackste Rippen zu. In Daytona 1970 fuhr er gemeinsam mit Francois Cevert in Daytona einen Matra, genau so wie in Le Mans. Auch in der Formel-2 war er aktiv, wurde 1958 und 1966 britischer F2-Meister.

An diesem Wochenende feierte Brabham seinen 85. Geburtstag. Inzwischen ist er gebrechlich, muss alle drei Tage ins Krankenhaus zur Dialyse: Seine Nieren arbeiten nicht mehr richtig.

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