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Serie: Formel-1 - Brabham-Team: 4. Erfolgreichste Boliden

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Formel-1 - Brabham-Team: 4. Erfolgreichste Boliden

von Michael Zeitler

Welche Brabham-Rennwagen waren am erfolgreichsten und wieso? Eine technische Reise durch die Vergangenheit.

| Melbourne (!NS!DE-RAC!NG) - Mit vier WM-Titel und 35 Siegen im Rahmen der F1-WM waren die Brabham-Chassis sehr erfolgreich. Das erfolgreichste Modell war der Brabham Ford BT49. Der Rennwagen wurde in nur sechs Wochen von Brabham-Technikchef Gordon Murray auf Kiel gelegt. Der Südafrikaner betrieb dabei im Prinzip eine Weiterentwicklung des BT48, verbaute davon auch viele Teile. Vieles musste man aber schon aufgrund des Motorenwechsels von Alfa Romeo zum Ford-Cosworth-Motor neu gestalten. Der Wechsel war riskant, weil der Alfa-Romeo-Motor durchaus stark war. Doch es war eine Zeit, in der die Aerodynamik eine immer größere Rolle spielte und nachdem Alfa Romeo mit Euroracing ein eigenes Werks-Team in die Formel-1 brachte, war für Brabham-Chef Bernie Ecclestone die Partnerschaft mit den Italienern nicht mehr aufrecht zu halten. Der Motorwechsel hatte auch Vorteile: Der Ford-Cosworth war verbrauchsärmer, Brabham konnte also einen kleineren Tank konstruieren, der statt 205 nur noch 173 Liter Benzin fassen konnte. Das wirkte sich auch auf die Seitenkästen an, von denen aus rückwärts das Auto eine Neukonstruktion darstellte. Außerdem war das Fahrwerk etwas länger als der Vorgänger BT48. Besondere Merkmale waren seine hydropneumatische Federungen und wassergekühlte Bremsen. Er folgte außerdem den gängigen Trends, war also aus Aluminium und beschleunigte die Luft am Unterboden, wodurch der so genannte Ground Effekt zur Abtriebsgewinnung entstand. Der BT49 war eine so gute Basis, dass Murray nur einige Ausbaustufen brachte. Von 1979 bis 1982 setzte Brabham mehrere Versionen des BT49 ein, sogar die D-Version gewann noch ein Rennen – und 2005 auch die historische F1-Meisterschaft mit dem Deutschen Christian Gläsel an Bord. In der F1-WM gewann der BT49 insgesamt sieben Rennen und den WM-Titel 1981 durch Nelson Piquet.

Die B-Version unterschied sich vom BT49 am bedeutendsten beim Getriebe. Der amerikanische Getriebespezialist Pete Waismann konstruierte ein neues Getriebe, das quer eingebaut werden konnte und mit wahlweise fünf oder sechs Gängen ausgestattet werden konnte. Dadurch war das Getriebe zwar groß, aber deutlich schmaler. Brabham gewann Platz, den Ground-Effect weiter auszureizen. Der BT49T wurde nie im Rennen eingesetzt, sondern war ein Testauto für den neuen BMW-Turbomotor. Der BT49C wurde gebaut, um das Auto an die neuen Regeln anzupassen. Darüber hinaus verlor er an Gewicht, weil mehr Karbon-Teile benutzt wurden. Unter anderem ersetzte Brabham die Stahlbremsen durch Karbonbremsen. Der BT49D für 1982 war nur eine kleine Anpassung, weil man längst schon am Turbo-Wagen für 1983 baute.

Auf fünf Siege kommt der Brabham Ford BT44, der 1974 in der F1-WM eingeführt wurde. Auch er wurde von Murray konstruiert und war eine eindeutige Handschrift von Murray, der die Auto aerodynamisch mit klaren Linien designete. Trotz der einfachen Aerodynamik war der Brabham BT44 siegfähig, holte nämlich drei Siege, zwei weitere mit der B-Version.

Nach Siegen gemessen ist der Brabham Repco BT19 mit vier Siegen im Rahmen der F1-WM nur Platz drei im Ranking. Aber mit zwei WM-Titeln ist er durchaus wohl der erfolgreichste Brabham-Rennwagen. Dabei war die Vorbereitung gar nicht mal so toll: Zwischen Jack Brabham, sowie Cheftechniker und Teamteilhaber Ton Tauranac entbrannte eine kleine Meinungsverschiedenheit über die Rolle von Tauranac im Team selbst. Denn Tauranac arbeitete nach wie vor für Motor Racing Developments, aus dem zwar das Brabham-Team entsprang, das aber nach wie vor eine Chassisschmiede war. Das Brabham-Team Brabham Racing Organisation war eine separate Mannschaft und daher kam Tauranac nur selten zu Rennen. Tauranac verlor das Interesse und Brabham sah sich nach neuen Herstellern um. Dann gab es die Lösung, als MRD das Brabham-Team kaufte und Tauranac damit im Team involviert war. Bis das geklärt war, hielt Tauranac die Füße still, die Pläne des neuen F1-Renners für die Saison 1966 lagen lange auf Eis. Dabei stellte sich 1966 das Reglement auf dem Kopf: Der Hubraum wurde auf drei Liter verdoppelt. Das rettete Brabham aber wohl auch, denn man gab bei Repco einen Motor in Auftrag, der sich als besonders stark erwies und mit dem die beiden Titelgewinne 1966 mit Brabham persönlich und Denny Hulme 1967 möglich waren. Dabei war der Repco ein Achtzylinder, während die Konkurrenz einen leistungsstärkeren, aber dafür auch schwereren V12-Motor einsetzte. Der Bolide war eine Stahlkonstruktion und folgte den gängigen Formen damals. Noch heute werden BT19-Chassis bei Demofahrten ausgeführt.

Nach Siegen gleichbedeutend mit dem BT19 war der Brabham BMW BT52. Es war das Weltmeisterauto 1983 von Nelson Piquet, dem ersten Weltmeister-Rennwagen, der von einem Turbomotor angefeuert wurde. Neben dem Turbomotor war auch der Verbot des Ground-Effect eine bedeutende Thematik des BT52, denn deshalb musste Brabham flache Unterböden verwenden. Außerdem wurden die Seitenkästen nun nicht mehr als Saugwirkung benutzt, sondern für die Luftkühlung. Sie waren daher kleiner und eckiger. Die Form des Rennwagens glich einer Flasche, war vorne also schmal und ging hinten in die Breite. Und das, obschon man die Tanks deutlich kleiner machte, weil Boxenstopps wieder erlaubt waren. Die Heckflügel waren im Vergleich zu den Jahren davor deutlich wuchtiger, damit wollte man den Antriebsverlust durch das Verbot des Ground Effect zumindest zu einem Teil wettmachen – natürlich auf Kosten des Luftwiderstands. Der Bolide war recht einfach zu bändigen, was ein Vorteil war. Trotzdem benötigte es eine gute Weiterentwicklung, nachdem Brabham zur Saisonmitte in Rückstand kam. Es kam eine B-Version, Piquet wurde am Ende Champion.

Der Brabham Repco BT24 kam zur Mitte der Saison 1967 und gewann drei Rennen, obschon das Design etwas der Zeit hinterherhinkte. Trotzdem machte Denny Hulme damit den Titelgewinn klar. Die meisten Chassis wanderten nach Südafrika und siegten bei einigen Rennen zur südafrikanischen F1-Meisterschaft. In den Händen von Lokalmatadoren kam der BT24 auch in der WM beim Südafrika GP in den folgenden Jahren noch einmal zum Einsatz.

Brabham Climax BT7 siegte bei immerhin zwei Rennen. Weil Brabham aber beim Bau von F1-Rennwagen noch in den Kinderschuhen steckte, holte man sich Unterstützung. So kaufte man das Getriebe von Hewland, für das Design des Rennwagens beauftragte Ron Tauranac den Jaguar-Designer Malcolm Sayer. Der Brabham Ford BT26A gewann ebenfalls zwei F1-Rennen und wurde ebenfalls im historischen Rennsport noch eingesetzt.

Obschon ebenfalls nur für zwei Siege in der F1-WM gut, ist der Brabham Alfa Romeo BT46 deutlich bekannter. Die B-Version, die beim Schweden GP eingesetzt wurde, war nämlich der bekannte Staubsauger-Brabham. Der BT46 hatte eine Reihe von Revolutionen und damit ist nicht nur die Turbine gemeint, die nach dem GP in Schweden wieder verboten wurde. Angeblich schleuderte der Staubsauger hinten raus Steine, andere Fahrer wehrten sich. Der Wahrheit näher kommen dürfte aber die Tatsache, dass Brabham damit einen Weg gefunden hat, den Ground-Effect zu verstärkten und dadurch stark dominierend war. Beispielsweise hat man eine Art Wärmetauscher beim Testen eingebaut, statt der herkömmlichen Kühlung. Im Rennen verwendete man das aber nie. Darüber hinaus hat man auch ein pneumatisches System eingesetzt, mittels dem man den Wagen beim Reifenwechseln an der Box anheben konnte. Die Bremsen waren zwar nach wie vor aus Stahl, hatten aber auch schon Teile aus Karbon.

Auch der Brabham BMW BT53 war für zwei Siege gut. Es war eine Evolution des bereits beschriebenen BT52. Kleine Veränderungen nahm man am Turbomotor und am Turbolader vor. Außerdem setzte man einen Ölkühler in die Fahrzeugnase, was sich zwar als schnell erwies, aber bei den Fahrern auch für verbrannte Füße sorgte. Auch die Zuverlässigkeit des Rennwagens war eher mäßig.

Brabham-Boliden mit den meisten Siegen
1. Brabham Ford BT49: 7 Siege (BT49 drei, BT49C drei, BT 49D einer)
2. Brabham Ford BT44: 5 Siege (BT44 drei, BT44B zwei)
3. Brabham Repco BT19: 4 Siege
3. Brabham BMW BT52: 4 Siege (BT52 einer, BT52B drei)
5. Brabham Repco BT24: 3 Siege
6. Brabham Climax BT7: 2 Siege
6. Brabham Ford BT26A: 2 Siege
6. Brabham Alfa Romeo BT46: 2 Siege (BT46 einer, BT46B einer)
6. Brabham BMW BT53: 2 Siege

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