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Serie: Formel 1 - Ferrari-Rennleiter: 6. Die Konstante Marco Piccinini

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Formel 1 - Alle Ferrari-Rennleiter: 6. Die Konstante Marco Piccinini

von Michael Zeitler

 

Nachdem praktisch jährlich die Rennleiter bei Ferrari wechselten, war Marco Piccinini die erste Konstante seit Jahren. Der 6. Teil der Serie befasst sich aber auch mit Roberto Nosetto und Cesare Fiorio.

 

Roberto Nosetto (1977)
Roberto Nosetto war ein etwas eigenartiger Mann. Er passte nicht wirklich perfekt ins Ferrari-Bild, denn Nosetto trug stets grüne Kleidung. Begründet war dies auf seinem Aberglauben, der jenen starken Aberglaube von Alberto Ascari übermannte. Eine schwarze Katze durfte ihm jedenfalls bei der Autofahrt nie begegnen, sonst stieg er aus. Bei Ferrari war er 1977 Rennleiter und damit im Weltmeisterjahr von Niki Lauda. Wie Nosettos Vorgänger Daniele Audetto war aber auch Roberto Nosetto kien Lauda-Freund. Als Lauda Weltmeister wurde, war Nosetto auf keiner einzigen typischen Lauda-Sause anwesend. Gefeiert hat Nosetto den Titel nie. Nach seiner Aktivität bei Ferrari wurde Roberto Nosetto Präsident der Strecke in Imola. Als Ayrton Senna 1994 seinen schweren Unfall hatte, gehörte Nosetto deshalb jenem Konsortium an, das 1995 den Unfall bis ins Detail untersuchte und die Ergebnisse dem Gericht, das die Anklage gegen einige Williams-Teammitglieder führte (Frank Williams, Patrick Head, Adrian Newey), präsentierte. Zu dieser Gruppe um Nosetto gehörte daneben noch Emmanuele Pirro, Tommaso Carletti, Mauro Forghieri und Jean-Claude Migeot und Professoren an.


Marco Piccinini (1978-’88)
In den 60er und 70er Jahre hielten sich die Rennleiter bei Ferrari oft nur sehr kurz. Fallweise 2 Jahre, nur sehr selten mehr als 3 Jahre. Aber 1978 kam ein Rennleiter an Bord, der über 10 Jahre bleiben sollte, nämlich bis Ende 1988: Marco Piccinini. Der wohlhabende Italiener war in einer Zeit Rennleiter bei Ferrari, als das Team nach dem WM-Titel von Jody Scheckter 1979 jahrelang eine Durststrecke hatte. Es gab zwar immer wieder recht konkurrenzfähige Jahre, vor allem Anfang der 80er Jahre, aber ab Mitte der 80er Jahre lief nicht mehr viel zusammen. Ende 1988, nach einem Katastrophen-Jahr bei Ferrari, ging Piccinini. Es war weniger aufgrund der Leistung ein Katastrophen-Jahr, denn immerhin konnte Gerhard Berger in Italien als einziges Team außer McLaren 1988 ein F1-Rennen gewinnen! McLaren Honda war 1988 übermächtig. Viel mehr ging es hinter den Kulissen drunter und drüber nach dem Tod von Enzo Ferrari wenige Wochen vor dem Italien GP.

Marco Piccinini stammte aus einer reicheren Familie. Er selbst übernahm sämtliche Geschäfte der Eltern, verdiente in Banken sein Geld. Piccinini aber war schon immer dem Motorsport verfallen. So gründete er nach einigen Jahren Zusammenarbeit dem dem F3-Hersteller De Sanctis in den 70er Jahren Automobiles MP, eine megassische Firma, die 1974 auch einen F3-Renner baute. Der Bolide bekam den Namen MP301 und wurde in ein paar Rennen in der italienischen Formel-3 eingesetzt. Der italiensiche F3-Meister Carlo Giorgio fuhr den MP301 auch in einem interntionelem Event in Monaco. Konkurrenzfähig war das F3-Modell aber nicht. Piccinini sah Automobiles MP als gescheitert an und zog sich zunächst wieder vom Motorsport zurück.


Erst 1978 kehrte er wieder zurück – als Ferrari-Rennleiter. Piccinini wurde aber nicht nur als Rennleiter von Ferrari berühmt, sondern er war auch eine tragende Figur im FISA-FOCA-Streit. Piccinini mischte auch tatkräftig mit, als das erste Concorde Agreement in der Formel-1 aufgesetzt wurde. Sein Engagement über das Ferrari-Team hinaus, brachte Piccinini nach seiner Karriere bei Ferrari eine Rolle im italienischen Motorsportverband CSAI und in der FIA ein. Jahrelang arbeitete Piccinini im Hintergrund bei der FIA, saß lange auch im World Motorsport Council der FIA, also jener Behörde, die etwa auch bei der Spionageaffäre 2007 von McLaren Mercedes tagte und Enstcheidungen traf. Spätestens seit dem Wirken von Piccinini in der FIA gibt es festgesetzte Gerüchte, wonach Ferrari von der FIA bevorzugt werde. Piccinini ist mittlerweile im Präsidentenkreis der FIA und wird immer wieder als möglicher Nachfolger als FIA-Präsident von Max Mosley ins Spiel gebracht.


Cesare Fiorio (1989-’91)
Cesare Fiorio kam 1989 als Rennleiter zu Ferrari. Den italienischen Automobilkonzernen war Fiorio schon lange angehörig. Bereits sein Vater Sandro Fiorio war bei Lancia beschäftigt. Bevor Cesare Fiorio zunehmends Rennställe managte, war er auch Rennfahrer, wie auch sein Sohn Alessandro Fiorio, der von 1986 bis 1995, sowie von 2000 bis 2002 bei insgesamt 51 Rallye-WM-Läufen am Startw ar, davon zwar keinen gewinnen konnte, aber immerhin 10 auf dem Podium beendete. Für das Jolly Club Team fuhr Alessandro Fiorio 1988 und 1989 die größten Erfolge heraus: 1988 wurde er im Lancia WM-3., 1989 sogar Vizemeister hinter Massimo Biasion. Auch für das Lancia-Werksteam, Astra Racing und Ralliart Italia ging er an den Start.

Cesare Fiorio fuhr nur eine Rallye – die Rallye Monte Carlo 1961, bei der er prompt einen schweren Unfall hatte. Im gleichen Jahr wurde er Meister der italienischen GT-Serie seiner Klasse. 1963 wechselte er ins Management von Lancia und gründete die HF Squadra Corse – eines der erfolgreichsten Lancia-Rallye-Teams der Geschichte. Über viele Jahre hinweg blieb Fioro im Management bei Lancia und war damit für zahlreiche Titel, Siege und Erfolge verantwortlich. Gleichzeitig warf Fiorio aber auch seine Augen auf die Formel-1. 1980 verhandelte er im Namen von Lancia mit dem Toleman-F1-Team. Lancia sollte für das Team einen Formel-1-Turbo bauen. Mitte der 80er Jahre war Fiorio bereits ein angesehener Manager. Er übernahm Managementaufgaben bei Fiat, sowie beim Fußballverein Juventus Turin. Als Fiat 1988 Alfa Romeo schluckte, managte er auch das Motorsportprogramm von Alfa Romeo.

Er war der perfekte Mann für den Posten des Ferrari-Rennleiters in der Formel-1. 1989 übernahm er den Posten und tatsächlich ging es mit dem Team aufwärts. Als 1990 Alain Prost verpflichtet wurde, kämpfte Ferrari erstmals seit Jahren wieder um die Weltmeisterschaft, und das nicht nur dank Außenseiterchancen. Ferrari stellte Prost 1990 das schnellste Auto im Feld, nicht immer war die Zuverlässigkeit aber herausragend. Auch die Endlosfehde von Prost mit Ayrton Senna gestalteten das Titelrennen schwierig. Beim Japan GP revanchierte sich Senna für den Rammstoß von Prost ein Jahr zuvor. Damit verlor Prost den WM-Titel. Der verlorene Titel war einer der Gründe, wieso Fiorio etwas überraschend kurz vor der Saison 1991 seinen Hut nehmen musste.

Schon 1994 kehrte Cesare Fiorio aber wieder in die Formel-1 zurück – als Teammanager bei Ligier. Der Italiener blieb aber nur bis Tom Walkinshaw als Teamchef an Bord kam. Fiorio war danach im F1-Projekt von Forti verwickelt, kehrte 1996 aber nochmal für wenige Monate zu Ligier zurück – bis das Team an Alain Prost verkauft wurde. Mit Prost konnte er nicht weitermachen, schließlich war eine politische Außeraindersetzung mit Prost der Grund für den Rauswurf von Fiorio 1991 bei Ferrari. Ein weiteres Fiorio-Comeback gab es 1998, als er als Sportdirektor zu Minardi kam. In der Saison 2000 verließ er das Team wieder, nachdem er eine Außereinandersetzung mit Minardi-Teilhaber Gabriele Rumi hatte. Seither arbeitet Fiorio, geboren am 5. Mai 1939, für das italiensiche Fernsehen.

Im Oktober 2007 wurde Cesare Fiorio mit den Worten zitiert: “Wäre ich heute noch Ferrari-Teamchef, würde ich mit allen Mitteln versuchen Lewis Hamilton zu verpflichten. Zu meiner Zeit hatten wir mit Alain Prost und Nigel Mansell 2 sehr gute Fahrer, aber ich habe versucht, Ayrton Senna zu kontaktieren. Für ihn hätte ich einen der beiden Champions geopfert. So eine Chance bekommt man nicht oft.” MZ

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