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Serie: GP-Epochen seit 1906: 2. Epochen 1-3

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: GP-Epochen seit 1906: 2. Epochen 1-3

von Michael Zeitler

Die ersten drei Epochen führen uns in die Steinzeit des Rennsports. Wie alles begann, wie es weiterging und wie Politiker immer mehr Macht bekamen.

| Paris (!NS!DE-RAC!NG) -

Epoche 1: Wie alles begann (1906-1914)
Die Einteilung der Rennsportgeschichte ist auch eine Darstellung der Entwicklung des Rennsports. Die erste Epoche reicht letztlich vom ersten Rennen 1895 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Zumindest kulturell, technisch entwickelten sich die Fahrzeuge natürlich rasant, das Automobil war ja quasi gerade erst erfunden. Der erste Grand Prix fand 1906 in Frankreich statt, also letztlich die Geburt der heutigen Formel-1. Wenn gleich auch der Frankreich GP 1906 nie stattgefunden hätte, wenn es davor die Stadt-zu-Stadtrennen oder den Gordon-Bennett-Cup nicht gegeben hätte. Es war eine permanente Entwicklung. Letztlich war der erste Grand Prix eine Auswirkung der Gründung der AIACR 1904, der heutige Automobilweltverband FIA. Sie versuchte die Regeln international abzustimmen. Damit sollte die Macht der nationalen Automobilclubs geschwächt werden, denn beim Gordon-Bennett-Cup lief die Meldung noch über diese nationalen Clubs. Jeder von ihnen durfte drei Wagen melden, die komplett im jeweiligen Land aufgebaut werden mussten, beim Frankreich GP 1906 konnten die Hersteller direkt melden, ein Vorteil, denn damit war das Starterfeld freilich weitaus größer. Denn während es in Frankreich viele Interessen gab, hatten andere Clubs Mühe, überhaupt drei Fahrzeuge zu stellen. Die nationalen Clubs hatten aber damals, das gehörte zu dieser Ära, eine große Macht, schrieben die (technischen) Regeln der Veranstaltungen nach ihren Gutdünken aus, so wie es für das Land eben am besten war. Das ging über das Gewicht, Motorabmessung und sogar Verbrauchslimits.

Auch schrieben die Rennveranstalter eigene Start- und Preisgelder aus. Vor allem die Zeitungen rissen sich um die Rennen, traten oft auch als Veranstalter auf – denn durch die Berichterstattung erhofften sie sich eine erhöhte Auflage. Für die Hersteller war das natürlich perfekte Werbung, weshalb auch viele Hersteller bei den Rennen angetreten sind. Auch Gordon Bennett war bekanntlich ein prominenter Verleger. Daneben gab es in Zeitungen auch Inserate, oder an den Strecken selbst Bannerwerbung. Aber ansonsten war der Rennsport eher ein Zuschussgeschäft. Das Geldverdienen kam erst nach und nach, als es die F1-WM längst schon gab. Also vermutlich in den 70er Jahren, auch wenn es davor schon erste Ansätze gab. So zum Beispiel war 1949 Stirling Moss in der Formel-3 mit einem Cooper unterwegs, der bereits einen Werbeschriftzug am Auto trug. In der Formel-1 gab es sowas erst in den 60er Jahren, auch wenn das BRP-Team 1959 erste Sponsorenverträge ausgehandelt hat, mit Yeoman Credit, weshalb das Team auch so benannt wurde.  

Die erste Epoche ist also die Steinzeit-Epoche, in der sich der Automobilrennsport entwickelt hat. Damit verbunden auch die Fahrzeuge. Zunächst nahmen an den Rennen normale Straßenautos teil, später gab es immer mehr eine Entwicklung zu eigenen Rennwagen. Zunächst unterschieden sich die nur durch größere Motoren oder fehlende Karosserien. Dann ging der technische Fortschritt in Schallgeschwindigkeit weiter: Die 4,5-Liter-Fahrzeuge von 1914 leisteten bereits so viel wie die 15-Liter-Monster aus dem Jahre 1906!

Teilnehmer waren natürlich die Automobilhersteller selbst, richtige Rennteams gab es noch nicht. Und auch keine richtigen Rennfahrer. Damals fuhren noch die Besitzer selbst, also beispielsweise die Renault-Brüder, oder eben deren Mechaniker, Angestellte oder Kunden, die damit besonders gut umgehen konnten. Damals war der Begriff Werksfahrer also noch wörtlich zu nennen. Besonders Mechaniker wurden oft eingesetzt, denn an den Autos durften während der Rennen oftmals nur der Fahrer und sein mitfahrender Mechaniker schrauben, außerdem waren die Mechaniker auch oft die Testfahrer bei den Herstellern und damit mit dem Fahrverhalten vertraut.

Die Strecken waren noch die üblichen Straßen, wobei die Qualität deren noch eine ganz andere war als heute, denn letztlich waren diese immer noch für Pferde und Kutschen ausgelegt. Später wurden etwas längere Landstraßenkurse abgesperrt und mehrmals befahren, auch erste permanente Rennstrecken wie Indianapolis oder Brooklands gab es recht früh, aber sie setzten sich erst einmal noch nicht durch. Es war eben die Epoche der Entwicklung.

Epoche 2: Krieg fördert Rennsport (1921-1932)
Nach dem Weltkrieg ging es auch in Europa wieder mit dem Rennsport weiter. Und gerade der erste Weltkrieg war es, der dem Motorenbau ungeahnte Fortschritte brachte, weshalb die Motoren immer mehr reglementiert worden – also Ansätze im Motorsport, die es auch heute noch gibt. Die Erfolge der Rüstungsindustrie kamen vor allem dem Motor zugute, wie beispielsweise Kompressoren. Aber auch die Bremsen, Reifen oder das Fahrwerk wurden immer weiter entwickelt, selbst erste aerodynamische Überlegungen machten die Runde.

Und es wurden auch verschiedene Klassen erfunden, etwa die Voiturette-Klasse, also die kleinere GP-Klasse, heute GP2 genannt. Dann auch Sportwagen und Tourenwagen, wobei ein GP-Fahrzeug sehr schnell in Sport- und Tourenwagen umgebaut werden konnte.

Auch wurden immer mehr permanente Rennstrecken eröffnet. Die Strecken wurden immer kürzer und damit für Zuschauer auch attraktiver. Inzwischen konnten Rennveranstalter wegen der überschaubaren Größen auch Eintritte verlangen und so langsam entwickelte sich aus dem Motorsport auch ein Geschäft. Das gilt aber noch nicht für Fahrer und Teams, denn inzwischen wurden auch Privatfahrer zugelassen, was meistens natürlich wohlhabende, oder adelige Berühmtheiten waren, die sich den Rennsport leisten konnten. Sie kauften sich Rennfahrzeuge und hatten damit Spaß. Es entstanden auch eigene Rennteams, die diese Fahrzeuge einsetzen, Privatfahrer unterstützten oder auch die Renneinsätze der immer größer werdenden Automobilfirmen leiteten. Aus jener Zeit entstammt auch die Scuderia Ferrari, die ab den frühen 30er Jahren die Einsätze von Alfa Romeo leitete und heute noch im GP-Sport vertreten ist.

Epoche 3: Staatssportler und Nationalfanatiker (1933-1939)
Manche würden Epochen vielleicht auch nach Erfolgen einteilen. So gibt es ja die Schumacher-Ära zu Beginn des aktuellen Jahrtausends. Die Epoche von 1921-1932 wurde vor allem von französischen Werken dominiert. 1927 gewann Robert Benoist alle wichtigen GP-Rennen des Jahres mit seinem Delage, später war auch Bugatti ein Sieggarant.

Und diese französische Dominanz, begründet dadurch, dass in Frankreich auch der Motorsport erfunden wurde, fand in den 30er Jahren ein Ende. Denn dann begann eine andere Epoche, die Ära der Silberpfeile. Diese Epoche ist nicht wegen den herausragenden Erfolgen von Mercedes Benz und Auto Union charakteristisch, denn diese beiden deutschen Teams dominierten damals den GP-Sport. Es ist eine eigene Epoche, weil hinter den Einsätzen der Auto Union und Mercedes Benz auch die Politik stand. Es ist die Epoche der Politiker, der Staatssportler, der Nationalfanatiker.

Die Politiker benutzten den Sport zur Machtdemonstration. Dafür prädestiniert war natürlich der Rennsport, denn dabei ging es nicht nur um die Sportler, sondern auch um die Technik, um den Fortschritt – mit dem Automobil als Symbol. Eine Macht im Rennsport sollte die Macht des Landes demonstrieren, das war sicher ein entscheidender Grund, wieso die deutschen Erfolge in diesem Maß möglich waren. Es ist nur eine recht kurze Epoche, denn dann brach der Zweite Weltkrieg aus.

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