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Kommentar der Woche

  • Woche 16| Applaus für Sergio Perez von !NS!DE-RAC!NG-Redakteur Michael Zeitler. Weiterlesen...

Serie: GP-Epochen seit 1906: 3. Epochen 4-6

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: GP-Epochen seit 1906: 3. Epochen 4-6

von Michael Zeitler

Wie es nach dem Zweiten Weltkrieg weiterging und wie es zu den Wilden 70er kam.

| Paris (!NS!DE-RAC!NG) -

Epoche 4: Wiederaufbau des Rennsports (1945-1949)
Hat der Erste Weltkrieg den Rennsport in gewisser Weise beflügelt, so war der Zweite für den Motorsport eine Vollkatastrophe. Denn die meisten Länder hatten nach dem Krieg erst einmal ganz andere Probleme, als den Rennsport. Deutschland, die Rennsportnation der 30er Jahre, wurde außerdem vom Motorsport ausgeschlossen. Die Entwicklung des Rennsports verlief damals in Zeitlupe, und es war kein Fortschritt, sondern eher eine Rückkehr zur alten Stärke. Denn die meisten Fahrer, Teams und Hersteller jener Zeit griffen auf das Material aus den 30er Jahren zurück. Das geht sogar soweit, dass beim ersten Grand Prix, der zur heutigen F1-Weltmeisterschaft zählte, ein Großteil des Starterfeldes Vorkriegsmaterial war, auch der Siegerwagen von Alfa Romeo.

Epoche 5: Die Formel-1 ist geboren (1950-1965)
Nicht nur die meisten GP-Boliden jener Zeit stammten aus einer Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, sondern auch die meisten Fahrer von damals verdienten sich ihre Sponsoren bereits in den 30er Jahren. Deshalb waren die Rennfahrer dieser Periode oftmals auch recht alt. Die meisten Altersrekorde in der F1-WM wurden in den 50er Jahren aufgestellt. Es gab viele Fahrer, die so alt waren, wie das Jahrzehnt. Nur nach und nach kamen auch eigene Stars nach oben, wie zum Beispiel Juan-Manuel Fangio. Es war vielleicht auch deshalb etwas leichter für den Argentinier, den GP-Sport in den 50er Jahren derart zu dominieren.

Von den Fahrern und Teams sind zumindest die ersten Jahre der 50er Jahre nicht anders als die Nachkriegszeit seit 1945. Aber mit dem Beginn der Fahrermeisterschaft 1950, die ja heute oft als Geburtsstunde der Formel-1 gilt, ist ein Meilenstein gemacht worden. Die Idee, mehrere wichtige GP-Rennen des Jahres zu einer Meisterschaft zusammen zu fassen, gab es schon vor dem Krieg. Bereits in den 20er Jahren gab es eine Marken-WM, in den 30er Jahren dann die EM für Fahrer, quasi gleichbedeutend mit dem heutigen F1-WM-Titel.

In den 50er Jahren hatte die Meisterschaft aber noch nicht eine so große Bedeutung wie heute die WM. Heute wird auch gerne ein zweiter Platz eingefahren, weil das ja mehr Punkte sind als ein Ausfall. Damals stand das Einzelevent durchaus noch im Fokus. Das lag daran, dass die Finanzierung des Rennsports noch immer über Start- und Preisgelder funktionierte. Abgesehen von den großen Teams, und viele Hersteller beteiligten sich gar nicht mehr, zumindest nicht zur gleichen Zeit, mussten die Privatiers und kleinen Teams also die Kosten so gering wie möglich halten. Man fuhr deshalb nur bei Meisterschaftsrennen mit, die im eigenen Land, oder in den Nachbarländern stattgefunden haben, um die Reisekosten möglichst gering zu halten. Und wenn ein GP-Rennen an einem Termin stattfand, an dem es auch ein nationales Rennen mit höheren Preisgeldern gab, dann wurde der Grand Prix ausgelassen. Die Veranstalter konnten so mit höheren Start- und Preisgelder auch bessere Fahrer und Teams locken, oftmals entstand mit den Teams eigene Vereinbarungen, also zahlten die Veranstalter für Topteams mehr, als für unbekannte Fahrer. So brachten die Veranstalter wiederum mehr Zuschauer an die Strecke. Ein System, das eigentlich recht gut funktionierte.

Es entstanden aber schon richtige Rennfahrer, die neben Formel-1 also auch zahlreiche andere Rennen fuhren, Formel-2, Sportwagen und so weiter – eben wegen den Geldern. Auch die Teams nahmen nicht nur an der Formel-1 teil, die Autos unterschieden sich deshalb immer noch nicht so arg voneinander. Und wie unbedeutend die Fahrermeisterschaft damals war, zeigt, dass man auch das Indy 500 dazuzählte, eigentlich ein IndyCar, statt ein F1-Rennen. Nicht viele F1-Fahrer versuchten sich damals in Indianapolis in der amerikanischen Formel-1, aber just, als Indy nicht mehr zur F1-WM gerechnet wurde, siegte beispielsweise 1965 mit Jim Clark im Lotus ein F1-Pilot!

Epoche 6: Die Wilden Hunde (1966-1977)
Die Rennfahrer der 50er Jahren waren Gentleman-Rennfahrer. Beinharte Duelle auf der Strecke waren eher Mangelware, Kollisionen noch viel mehr. Die meisten Unfälle hatten technische Gründe, oder lagen einem Fahrfehler zugrunde. Natürlich gab es damals auch Ausnahmen, wie Giuseppe Farina, der F1-Meister von 1950. Er war knallhart, hatte einen fast schon mörderischen Fahrstil.

Die Charaktere von Rennfahrern ist durchaus auch ein Kriterium, den Rennsport in eine Epoche einzuteilen. Und die Zeit von 1966 bis 1977 ist eine solche Epoche, die sich durch eigene Fahrercharaktere auszeichnet. Es war die Hippie-Zeit der Formel-1. James Hunt, der F1-Weltmeister von 1976 symbolisierte diese Fahrergeneration natürlich wie kein anderer. Er bezeichnete seine Epoche als eine Zeit, „in der Rennfahren noch gefährlich war und Sex sicher, jetzt ist es umgekehrt.“ Hunt tobte sich neben der Strecke, wie auf der Strecke aus. Er verband den Rennsport mit schönen Frauen, eine Menge Bier und Zigaretten. Hunt und Konsorten waren damals auch abseits der Strecke auf der Suche nach der Ideallinie, der Idealkurven. Heute diskutieren Fahrer über G-Kräfte, damals über G-Punkte.

Ein James Hunt soll besoffen Testfahrten gefahren sein, ein Innes Ireland wurde nachgesagt, auf Journalisten geschossen zu haben. Zwar war das harmloser, aber es charakterisiert die Zeit. Nelson Piquet wurde innerhalb von zwei Wochen zwei Mal Vater – die Fahrer lebten, als gäbe es kein Morgen, weil es für viele auch kein Morgen gab. Sie lebten so, dass sie ja nichts verpassen würden. Mike Hailwood war ebenfalls ein solcher Typ und er sagte einmal: „Rennen fahren zu müssen ist eine schreckliche Krankheit. Meine Freunde sind alle tot. Aber was soll ich machen? Ich habe nichts gelernt und außerdem komme ich herum und verdiene Geld, ohne viel dafür tun zu müssen.“

Ansonsten zogen sich die Entwicklungen im Rennsport auch durch diese Epoche. Die Autos bekamen Flügel, auf Chassis wurde immer mehr Wert gelegt. Die Fahrer machten sich auch erstmals Gedanken um die Sicherheit, die Fahrervereinigung GPDA wurde gegründet, machte sich gegen unsichere Rennstrecken wie Barcelona oder dem Nürburgring stark. Aber die Sicherheitsbestrebungen kamen erst nach dem Tod von Ayrton Senna 1994 zum Höhepunkt.

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