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Serie: GP-Epochen seit 1906: 8. Fahrer der dritten Epoche

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: GP-Epochen seit 1906: 8. Fahrer der dritten Epoche

von Michael Zeitler

Von 1933 bis 1939 machten vor allem deutsche Fahrer von sich reden.

| Paris (!NS!DE-RAC!NG) - Die 30er Jahre waren die silbernen Jahre des GP-Sports, die Silberpfeil-Ära. Die Topstars der GP-Szene, die Fahrer, welche die meisten GP-Rennen für sich entscheiden konnten, fuhren in den Boliden von Mercedes Benz oder Auto Union. Ein Fahrer, der immer wieder dagegen halten konnte ist Tazio Nuvolari, der vielleicht beste Pilot, den es in diesem Sport je gegeben hat. Er fuhr auch, wenn eigentlich jeder andere aufgegeben hätte, zumindest einen sportlichen Wettkampf. Beispiele: Beim Monaco GP 1933 ging sein Alfa-Romeo-Motor in die Luft und rauchte, Nuvolari aber fuhr trotzdem weiter. Damals war das besonders gefährlich, weil die Motoren noch vor dem Fahrer angebracht waren, Nuvolari bekam also die Dämpfe voll ab. Selbst als nichts mehr ging, zeigte er Einsatz und schob seinen Boliden weiter! Beim Tripoli GP 1936 brach er sich bei einem Trainingsunfall und einem Wurf aus dem Auto mehrere Rippen. Die Ärzte rieten ihm dringend vom Start ab, für Nuvolari kam das nicht in Frage. Bei der Coppa Brezzi 1946 löste sich das Lenkrad seines Cisitalias, doch er fuhr die restliche Runde mit den Händen an der Lenkstange weiter! Selbst bei seinem letzten Rennen, der Mille Maglia – Nuvolari war durch eine verätzte Lunge längst geschwächt, hätte er beinahe noch gewonnen, wenn sein Ferrari sich nicht in alle Einzelteile aufgelöst hätte. Am Ende fuhr er auf einem Sack Orangen, weil sich sogar der Fahrersitz löste! Nuvolari machte alles für den Sieg, 1932 bei der Targa Florio nahm er als Beifahrer den erst 13-jährigen Paride Mambelli mit, um möglichst leicht zu sein. Und Nuvolari hatte Erfolg: 25 wichtige GP-Rennen gingen auf sein Konto.

Rudolf Caracciola war ein ähnlich harter Hund. Sein Name klingt italienisch, aber anders als Nuvolari war er nicht Italiener, sondern Deutscher – und Jahre lang das Aushängeschild von Mercedes Benz. Nicht weniger als 22 GP-Siege gingen auf sein Konto. Seine Leistung ist sehr hoch einzuschätzen, denn er fuhr mit einem um zehn Zentimeter verkürzten rechten Bein und einem Hüftschaden! 1933 in Monaco verunglückte er schwer, der Oberschenkelknochen war zertrümmert, die Gelenkkugel zersplittert und einige andere Knochen gebrochen. Die Ärzte sprachen vom Ende seiner Karriere. Der Spezialarzt Professor Putti nahm sich Caracciola an, der sieben Monate in Gips lag. Caracciola wurde tatsächlich wieder fitt und erlebte mit Mercedes seine größten Erfolge. Bereits Mitte bis Ende der 20er Jahre gab es die ersten GP-Siege mit Mercedes. Der damals zu vergebende EM-Titel ist quasi heute der WM-Titel. Wäre er als solcher schon damals bezeichnet worden, Caracciola wäre der erste deutsche F1-Weltmeister gewesen. Der Regenkönig gab nach dem Zweiten Weltkrieg ein Comeback, wollte – mit schweizer Lizenz – beim Indy 500 1946 teilnehmen, hatte aber einen schweren Unfall. Um diesen Unfall ranken sich viele Gerüchte, angeblich sei er angeschossen worden.

Caracciola hatte in Deutschland zwei Gegner, beide fuhren für Auto Union. Das waren erst Hans Stuck, dann Bernd Rosemeyer. Stuck, dessen Sohn Hans-Joachim Stuck ebenfalls F1-Fahrer war und vor wenigen Wochen beim 24-Stundenrennen auf dem Nürburgring seine Karriere endgültig beendete, war der ältere der beiden, der besonders bei Bergrennen der absolute König war. Bei GP-Rennen hatte er mit dem jungen Rosemeyer durchaus Konkurrenz im eigenen Team. Stuck war auf einer Runde sehr stark, aber mit der Zeit verließ ihn die Kondition, deshalb waren bei ihm die Bergrennen auch beliebter als die Rundstreckenrennen, wie die Grand Prix. Bei GP-Rennen startete er aber auch nach dem Krieg wieder. 1952 und 1953 tauchte er auch in der Fahrermeisterschaft noch einmal auf, reißen konnte er aber nichts mehr.

Stuck fand den Weg in den Motorsport, weil er damals als Bauer die Milch möglichst schnell kutschieren musste, damit die nicht sauer wurde. Rosemeyer kam zum Rennsport, weil sein Vater Josef Rosemeyer Radrennfahrer war und 1896 sogar bei den Olympischen Spielen in München mit dabei war. Bernd Rosemeyer begann seine Karriere ebenfalls auf zwei Rädern, allerdings motorisiert. Dann stieg er doch auf Rennautos um und war bei Auto Union sofort schnell und konkurrenzfähig. Viel zu jung verstarb er 1938 bei Weltrekordfahrten auf der Autobahn. Mercedes Benz und Auto Union leisteten sich damals auch auf der Autobahn mörderische Wettbewerbe. Rosemeyer und Caracciola waren sich im Übrigen auch nicht immer Grün. Bei einem GP in der Schweiz blockierten sie sich und stritten danach heftig.

Auch Nuvolari hatte aber Konkurrenz aus dem eigenen Land, mit Achille Varzi. Der stand aber eher im Schatten von Nuvolari. Um das Niveau von Nuvolari zu erreichen musste Varzi hart ans Limit gehen. Es war ein draufgängerischer Fahrer, auch neben der Strecke. So spannte er dem Deutschen Paul Pietsch die Frau aus, die ihn aber auch in die Drogenabhängigkeit geführt haben soll. Varzi war Morphiumsüchtig, am Rande des Schweiz GP 1936 fand die Auto-Union-Teamleitung bei einer Razzia Drogen in dessen Wohnung. Varzi wurde gefeuert, später aber wieder zurückgeholt. Auch nach dem Krieg fuhr Varzi wieder, verstarb dann aber beim Training zum Schweiz GP 1948.

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