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Serie: GP-Epochen seit 1906: 9. Fahrer der vierten Epoche

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: GP-Epochen seit 1906: 9. Fahrer der vierten Epoche

von Michael Zeitler

Nach dem Krieg bis zur ersten F1-WM war vor allem Jean-Pierre Wimille eine sichere Bank und auf dem Weg zu einer Weltmeisterschaft.

| Paris (!NS!DE-RAC!NG) - Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich der Rennsport in einer Aufbauphase. Die dauerte lange, viele Länder hatten andere Probleme als den Rennsport. Aber es war eine bedeutende Zeit: Nach und nach wurde die Motorsport-Formel ausgetüftelt, nach der ab 1950 die Fahrermeisterschaft ausgetragen wurde: Die Formel-1. Die meisten Fahrer jener Zeit, und das war auch in den ersten Jahren der Formel-1 noch so, fuhren vor allem Fahrer, die bereits in den 30er Jahren recht stark waren, oder zumindest Erfahrungen sammeln konnten. Fahrer, die in den 50er Jahren prägende Figuren waren, wie Juan-Manuel Fangio, Giuseppe Farina oder Alberto Ascari gewannen bereits in den 40er Jahren einige GP-Rennen.

Aber der dominierende Mann war damals Jean-Pierre Wimille. Er fuhr im Werksteam von Alfa Romeo, das damals stärkste Team. Wimille zählte aber auch zu den absolut besten Fahrer der damaligen Zeit. Viele sind überzeugt: Wenn der Franzose nicht 1949 bei einem Rennen in Argentinien tödlich verunglückt wäre, er wäre 1950 F1-Weltmeister geworden.

Wimille kam durch seinen Vater zum Motorsport, denn der war Motorsportjournalist. Mit Rund 22 Jahren gab er beim Frankreich GP 1930 sein GP-Debüt mit einem privaten Bugatti. Für Bugatti und Alfa Romeo fuhr Wimille dann auch die meisten Rennen, teilweise mit privaten Autos dieser Marken, nicht selten aber auch im Werksteam. Von 1934 bis 1939 (mit Ausnahme 1938) gehörte er zum Aufgebot der Werksmannschaft von Bugatti, gewann in vielen Voiturette-Rennen, vergleichbar mit der heutigen GP2, und viele Sportwagenrennen, wie das 24-Stundenrennen von Le Mans 1937 und 1939, aber nur wenige GP-Rennen, wie den Frankreich GP 1936, allerdings gemeinsam mit Raymond Sommer. Das lag schlicht und ergreifend an der Überlegenheit von Mercedes Benz und Auto Union, aber auch Alfa Romeo war deutlich besser aufgestellt als Bugatti. Wimille siegte auch in vielen Rennen, die den Namen Grand Prix trugen (1932 in Algerien erstmals), aber damals war das nicht genau festgelegt. Jeder Veranstalter konnte nach eigenem Gutdünken die Rahmenbedingungen festlegen, also das Reglement, aber auch die Start- und Preisgelder.

Aber auch neben der Strecke machte Wimille Schlagzeilen. Dass er 1946 ein nicht erfolgreiches eigenes Straßenauto auf den Markt brachte, war eine der unspektakuläreren davon. Die spektakulärste war sicher die Verstrickung in die Geheimorganisation, an der neben Wimille auch die GP-Fahrer Robert Benoist und William Grover-Williams beteiligt waren.

Das Problem, dass in den 30er Jahren Mercedes Benz und Auto Union den Ton abgeben haben, hatte auch Carlos Felice Trossi. Der Italiener war ein Herrenrennfahrer, ein Gentleman. Er musste sich als Graf seinen Broterwerb nicht über das Rennfahren finanzieren, sondern konnte genau dorthin sein Geld stecken – und das wollte er auch. In den 30er Jahren versuchte er mehrmals, einen Mercedes Benz oder einen Auto Union zu erstehen, aber die Deutschen hatten kein Interesse an einem Verkauf des Rennwagens. Zu groß war die Chance, dass Privatfahrer der Werksmannschaft mit der dominierenden Technik die Butter vom Brot nehmen würden.

Gemeinsam mit Augusto Monaco entwickelte Carlo Felice Trossi 1935 deshalb einen eigenen GP-Rennwagen, allerdings ohne Erfolg. Nachdem der Kauf eines siegfähigen Wagens scheiterte, und auch der eigene, exotische Rennwagen, kein Hit war, fuhr Trossi vor allem bei Voiturette-Rennen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam er an gutes Material und gewann 1948 prompt bedeutende Rennen wie den Schweiz GP und den Italien GP. Längst war er aber krank, hatte Krebs. 1949 verstarb er mit nur 41 Jahren genau daran.

Sein Landsmann Luigi Villoresi machte in den 40er Jahren ebenfalls Schlagzeilen. Auch er fuhr zwar in den 50er Jahren in der Formel-1, kam auf 31 Meisterschaftsläufe, aber keinen davon gewann er – obschon er vor 1950 einige für sich entscheiden konnte. Villoresi, dessen kleiner Bruder Emilio ebenfalls Rennfahrer war und 1939 Testfahrten bei Alfa Romeo mit dem Leben bezahlte, war ein enger Freund von Alberto Ascari. Beide fuhren die meisten F1-Rennen zusammen, erst bei Ferrari, dann auch bei Lancia. Ascari verzichtete sogar auf eine Vertragsverlängerung bei Ferrari, als Villoresi nicht mehr sein Teamkollege gewesen wäre. Als Ascari 1955 tödlich verunglückte, verstarb er in den Armen von Villoresi. In der Fahrermeisterschaft war Villoresi konstant und gut, wurde zwei Mal WM-5., aber gewonnen hat er keinen Grand Prix im Rahmen der WM.

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