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Serie: GP-Epochen seit 1906: 10. Fahrer der fünften Epoche

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: GP-Epochen seit 1906: 10. Fahrer der fünften Epoche

von Michael Zeitler

Immer wieder überstrahlen Talente alle anderen Fahrer. In den 50er Jahren war Juan-Manuel Fangio ein solches Talent.

| Paris (!NS!DE-RAC!NG) - Die 50er Jahren kannten vor allem einen Sieger: Juan-Manuel Fangio. Beinahe schien es so, als würde der Argentinier bereits in den Anfangsjahren der F1-WM Rekorde aufstellen, die nie mehr danach gebrochen werden können. Es hat auch 50 Jahre gedauert, bis es Michael Schumacher und seine Ära Ferrari gab. Der Unterschied: Schumacher baute um sich herum ein Team auf, das über Jahre nicht zu schlagen war, ganz anders Fangio: Er wechselte das Team beinahe jedes Jahr, 1954 wurde er der bis heute einzige Weltmeister, der auf zwei verschiedenen Rennwagen Weltmeister wurde, erst fuhr er für Maserati, dann erst für Mercedes Benz, weil der neue Silberpfeil noch nicht rechtzeitig fertig wurde. Fangio wurde auch Weltmeister mit Alfa Romeo und mit Ferrari. Man könnte nun sagen, er fuhr halt immer mit den Boliden, die gerade am besten waren. Aber sie waren das teilweise auch nur, wenn Fangio am Steuer saß. Vielleicht war es der Krieg, der seine Erfolge in dieser Form zugelassen hat. Denn während des Zweiten Weltkriegs und danach gab es entweder keinen Rennsport, oder viele hatten andere Probleme als Rennen zu fahren. Und so fuhren in den 50er Jahren vor allem viele alte Herrschaften, die bereits in den 30er Jahren unterwegs waren. Gewiss ein Vorteil für Fangio, aber sein Talent ist unumstritten. Und sein Charakter, ein wahrer Gentleman. Fangio verhalf José Froilán Gonzalez erst über den Großen Teich nach Europa, und dann auch in Europa. Gonzalez stand stets im Schatten von Fangio, aber er war beim Großbritannien GP 1951 der erste Fahrer, der für Ferrari bei einem F1-WM-Rennen gewinnen konnte.

Einer, der ebenfalls im Schatten von Fangio stand, war Stirling Moss. Den fünf WM-Titel kann Moss keinen entgegensetzen, dafür aber gefühlt so viele Vizemeisterschaften. Tatsächlich ist der Brite bis heute der Fahrer, der die meisten Vizemeisterschaften und GP-Siege in der WM holte, ohne aber Weltmeister zu werden. Fangio und Moss fuhren zusammen bei Mercedes, und bis auf den britischen Grand Prix 1955 war immer Fangio der Schnellere. Moss aber, und das charakterisiert auch die Gentleman-Fahrer der damaligen Zeit, respektierte das und freute sich, hinter Fangio Zweiter zu sein. Denn damit besiegte Moss alle anderen Fahrer, nur eben Fangio nicht. Moss ist noch heute ein Kritiker der heutigen Formel-1 und hat erst im Mai seinen Helm endgültig an den Nagel gehängt, längst enthaart und über 80 Jahre alt.

Im Schatten Fangios findet man auch Giuseppe Farina. Der Italiener schaffte es aber, einmal herauszutauchen – als er 1950 der erste F1-WM in der Geschichte wurde. Farina hatte Glück, weniger technische Gebrechen als Fangio – und die entschieden damals nicht selten über Sieg oder Niederlage. Auch intern bei Alfa Romeo bevorzugte man eher Farina, denn Fangio war eben kein Italiener, sondern Argentinier. Dass Fangio überhaupt für Alfa Romeo fuhr, brachte schon viel Zorn der italienischen Fans hervor. Auch wenn Fangio 1951 klar stellte, wer der bessere Fahrer ist, bleibt Farina als erster F1-Weltmeister in der Geschichte in Erinnerung. Erst wer sich näher mit Farina beschäftigt, findet auch dunkle Flecken auf seiner Weste. Es war ein brutaler Fahrer, ein Fahrer, der fast schon selbstmörderisch fuhr. Wenn Farina kam, machten andere Fahrer einen Bogen, entweder freiwillig, oder unfreiwillig. Unter den Fahrerkollegen war Farina deshalb nicht unbedingt beliebt.

Bei Ferrari ging er dann auch national unter, weil Alberto Ascari den Ton angab. Ascari wurde Weltmeister 1952 und 1953, mit der Scuderia Ferrari. Ascari dominierte die beiden Jahre, aber es waren auch eigenartige Jahre. Alfa Romeo hat sich mit der Saison 1951 aus dem GP-Sport zurückgezogen, wohl weil man die Konkurrenz aus dem eigenen Land fürchtete. Denn Ferrari wurde immer stärker. Theoretisch hatte Ferrari auch Anteil an den Alfa-Romeo-Erfolgen, denn die wurden noch mit den GP-Boliden vor dem Krieg herausgefahren, wenn auch etwas überarbeitet. Und damals leitete Ferrari die Alfa-Romeo-Einsätze und war auch bei der Entwicklung der Rennwagen mit verantwortlich. Der Rückzug von Alfa Romeo riss ein Loch ins Fahrerfeld. Die Veranstalter jener Grand Prix, die zur Fahrermeisterschaft gerechnet wurden, wurden deshalb nach F2-Regeln ausgetragen. Das passierte 1952 und 1953, also wurde Ascari eigentlich nie F1-Weltmeister. Dessen Leben endete 1955 nach einem Unfall und Flug ins Hafenbecken von Monaco erst fast, und wenige Wochen später bei Testfahrten auch tatsächlich.

Jim Clark war der Nachfolger von Juan-Manuel Fangio. Als Clarks Zeiten in der Formel-1 angebrochen sind, waren die von Fangio zu Ende. Clark war vielleicht noch etwas besser als Fangio, gilt bis heute neben Tazio Nuvolari, Fangio und Ayrton Senna als einer der besten Rennfahrer, den der GP-Sport je gesehen hat. Wieso wird 1965 deutlich, dem Jahr, als er zum zweiten Mal Weltmeister wurde: Clark machte damals mit seinem Lotus-Team auch einen Abstecher nach Indianapolis zum Indy 500 – und fuhr zur Entrüstung der amerikanischen Fans den IndyCar-Stars um die Ohren. Clark zeigte sich danach unbeeindruckt: „Ich bin halt ein paar hundert Mal links gefahren.“ Clark wurde zum Publikumshelden, der 1968 an einem Baum zerschellte – bei einem unwichtigen F2-Rennen in Hockenheim.

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