F1 Terminkalender

Zur Zeit sind keine Eintrge vorhanden!

Kommentar der Woche

  • Woche 16| Applaus für Sergio Perez von !NS!DE-RAC!NG-Redakteur Michael Zeitler. Weiterlesen...

Serie: GP-Epochen seit 1906: 12. Fahrer der siebten Epoche

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: GP-Epochen seit 1906: 12. Fahrer der siebten Epoche

von Michael Zeitler

Nigel Mansell, Ayrton Senna, Nelson Piquet und Alain Prost - das sind nur vier der Fahrer, die die Zeit von 1978 bis 1986 bestimmten.

| Paris (!NS!DE-RAC!NG) - Ab Mitte der 80er Jahren übernahmen vier Fahrer das Kommando – und behielten es bis in die 90er Jahre hinein: Alain Prost, Nelson Piquet, Nigel Mansell und Ayrton Senna. Ein Fahrer hätte dem Quartett wohl ordentlich eingeheizt, wäre er nicht im Qualifying zum Belgien GP 1982 tödlich verunglückt: Gilles Villeneuve. Die Fahrzeugbeherrschung des Kanadiers war einmalig, sein Charakter war sein Fahrstil. Er prügelte seinen Ferrari um die GP-Kurse der Welt, als gäbe es kein morgen. Viele Fahrer tasten sich von unten ans Limit heran, werden also immer schneller. Villeneuve suchte das Limit von oben. Immer wieder hatte er deshalb spektakuläre und gefährliche Unfälle, wie 1977 beim Japan GP, als Fotografen in einer Sperrzone getötet wurden. Villeneuves Sohn Jacques vollendete das Werk seines Vaters und holte 1997 den WM-Titel. Gilles’ Bruder Jacques Villeneuve fuhr dagegen nur fallweise F1-Rennen.

Neben Villeneuve war sicher Ayrton Senna einer der beliebtesten Charaktere jener Epoche, wenn nicht sogar der Rennsportgeschichte. Das Charisma des Ayrton Senna beeindruckte nicht nur viele Fans, sondern auch viele Rennfahrer. Senna wurde zum Idol so vieler Rennfahrer. Er lebte und liebte den Rennsport und für den Rennsport, wie kein Zweiter. Sein Rivale Alain Prost war immer wieder überrascht, wie leidenschaftlich und wie diszipliniert er sich der Formel-1 verschrieben hat. Senna war auf einer Runde nicht zu schlagen, seine 65 Pole Positions waren selbst für den Rekordjäger Michael Schumacher lange ein Mount Everest der F1-Statistik, der nicht erklommen werden konnte. Letztlich schaffte er es schon, dank seiner überlegenen Ferrari-Rennwagen. Senna hatte auch oft Spitzenmaterial zur Verfügung, wie den McLaren Honda Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre, mit dem er auch seine drei WM-Titel gewonnen hat. Anders als Schumacher hatte Senna aber auch Teamkollegen, die richtig stark waren. Mit Alain Prost führte er eine bittere Fehde, erst kurz vor dem Tod von Senna versöhnten sich beide wieder. Senna, der 1984 sein F1-Debüt bei Toleman gab, dann bei Lotus mit dem ebenfalls sehr charismatischen Elio de Angelis für die letzten großen Auftritte des Traditionsteams sorgte, bei McLaren dann am Höhepunkt seiner Karriere angelangte und schließlich 1994 seinen Tod in einem Williams Renault fand, konnte aber auch mit eher mittelklassigen Material zaubern. So mit dem Toleman Hart 1984, oder mit dem McLaren Ford 1993, mit dem er sich in Donington eines der beeindruckendsten Rennen der Geschichte leistete, als er in der ersten Runde vier Kontrahenten überholte und das wechselhafte Rennen gewann. Sein Tod sorgte für drei Tage Staatstrauer in Brasilien – und einen langen Prozess gegen das Williams-Team.

Sein Rivale Prost war nicht ganz so flott wie Senna, aber er war clever. Ein bisschen ist das Teamduell damals bei McLaren vergleichbar mit dem heute, Lewis Hamilton gegen Jenson Button. Hamilton der aggressive und schnelle Fahrer, Button der ruhige und intelligente Fahrer, der Rennen liest und den Rennverlauf voraussehen kann. Prost wurde deshalb auch als Professor betitelt. Prost war über Jahre hinweg Jahr für Jahr ein Titelkandidat, das ging schon Anfang der 80er Jahre bei Renault los. Mit den Franzosen reichte es aber nur zum Vizetitel. Dann kämpfte er bei McLaren gegen Niki Lauda. War schneller, aber oft nicht ganz so vom Glück gesegnet wie Lauda. Die WM 1984 verlor Prost um einen halben Punkt gegen Lauda, 1985 holte er aber schließlich die WM – dieses Mal streikte der McLaren Porsche stets bei Lauda. Dann hatte es Prost gegen Senna schwer, holte sich 1989 aber mit der berühmten Kollision gegen Senna in Japan den Titel. Senna rächte sich 1990 an gleicher Stelle, schoss Prost ab und wurde Weltmeister. Damals fuhr Prost aber schon für Ferrari. Genauso wie bei Renault wurde er aber auch bei Ferrari gefeuert, wegen negativer Stimmungsmache. Prost pausierte ein Jahr und spielte damals bereits mit dem Gedanken, ein F1-Team zu kaufen. 1993 kehrte er aber nochmals zurück und holte im überlegenen Williams Renault seinen vierten WM-Titel. Aber schon nach einem Jahr ging er wieder – weil Senna kam. 1995 testete Prost für McLaren, kehrte aber nicht noch einmal zurück. Ab 1997 war er Teamchef seines eigenen Rennstalls, den ehemaligen Ligier-Rennstall. Der Traum vom französischen Nationalteam ging aber nie auf, Peugeot zog sich Ende 2000 zurück und ein Jahr später ging das Team Pleite. Sein Sohn Nicolas Prost fährt heute immer wieder einen aktuellen F1-Renault, meist aber nur zu Demozwecken.

Bei Ferrari fuhr Prost gegen Nigel Mansell im Team. Der Brite mit dem charakteristischen Schnauzbart war sehr schnell, rannte aber lange dem WM-Titel hinterher. Als er 1992 mit dem dominierenden Williams Renault Weltmeister wurde, war er bereits ins seiner 13. Saison. Gerade das Jahr mit der Unglückszahl war das Glückliche, Unglück hatte er in anderen Jahren. Etwa 1987, als er den Titel im Stallduell gegen Nelson Piquet wegen eines Reifenschadens verlor. Das Verhältnis zu Piquet war nicht das Beste, trieb der abseits der Strecke doch einige Psychospielchen. Aus dem Rennfahrerleben von Nigel Mansell gibt es so viele Anekdoten zu erzählen, das Buch wäre so schwer wie er, als er 1995 angeblich nicht mehr in den McLaren Mercedes passte. Nach wenigen WM-Rennen war daher Schluss. Und das, obschon Mansell, der nach seinem Titel 1992 in die IndyCar abwanderte und dort 1993 mit Newman Haas auf Anhieb Meister wurde, eigentlich ein erfolgreiches Comeback 1994 bei Williams gab, als er gegen Ende der Saison den erkrankten David Coulthard ersetzte und das Saisonfinale in Adelaide auch gewann. 1996 gab es noch Testfahrten für Jordan, aber keine Rennen mehr. 2010 startete Mansell mit seinen beiden rennfahrenden Söhnen Greg und Leo beim 24-Stundenrennen von Le Mans – und crashte schon nach wenigen Minuten, allerdings waren die Gründe technischer Natur.

Mansells Gegenspieler war also Nelson Piquet. Der Feind im eigenen Lager. Und Piquet war wirklich ein Feind. Der Brasilianer stänkerte gegen einige seiner Kollegen. Mansell versuchte er durch Beschimpfungen gegen dessen Frau aus der Fassung und von der Rolle zu kriegen. Piquet hatte zu Frauen ein besonderes Verhältnis, nämlich viele. Er schafft es, innerhalb von zwei Wochen zwei Mal Vater zu werden! Einer seiner Söhne, ausgerechnet jener, der auch seinen Vornamen trägt, wurde selbst Renn- und F1-Fahrer. Piquet Junior fuhr 2008 und 2009 für Renault in der Formel-1, wird aber nicht durch seine Leistungen (sein zweiter Platz beim Deutschland GP 2008 kam durch eine Safety-Car-Phase zustande) in Erinnerung bleiben, sondern wegen seinem Crashskandal beim Singapur GP, der Teamkollege Fernando Alonso den Sieg bescherte. Noch heute sind Flavio Briatore und Pat Symonds dafür aus der Formel-1 verbannt, auch wenn Symonds bei Virgin inzwischen wieder de facto Technikchef ist. Zurück zu Piquet Senior: Er wurde drei Mal Weltmeister, zwei Mal mit Brabham. Darunter fällt der Titel 1983: Mit dem BMW-Turbomotor befeuert wurde Piquet zum ersten Turboweltmeister der F1-Geschichte.

Wir haben 100 Gäste online

Next Race:

© 2008 - 2013 !R Redaktionsgemeinschaft / !NS!DE-RAC!NG Online Magazin
Ein Angebot der RTV-WORLD MediaGroup - Fa. Roland Schäfges: Katzenberger Weg 114 - 56727 Mayen - www.rtv-world.de - redaktion@inside-racing.de