F1 Terminkalender

Zur Zeit sind keine Eintrge vorhanden!

Kommentar der Woche

  • Woche 16| Applaus für Sergio Perez von !NS!DE-RAC!NG-Redakteur Michael Zeitler. Weiterlesen...

Serie: GP-Epochen seit 1906: 13. Fahrer der achten Epoche

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: GP-Epochen seit 1906: 13. Fahrer der achten Epoche

von Michael Zeitler

Im Zeitraum von 1987 bis 2001 begann die Ära Michael Schumacher.

| Paris (!NS!DE-RAC!NG) - Die Schumacher-Ära war von 2000 bis 2004 mit fünf WM-Titeln in Folge, keine Frage. Aber von 1987 bis 2001 muss man – sofern man Ayrton Senna schon in die Epoche davor einordnet, einfach Schumacher nennen. Der Deutsche hat die Arbeit eines F1-Fahrers neu definiert. Rennfahren geriet in den Hintergrund, die Arbeit mit den Ingenieuren, das perfekte Abstimmen des Autos auf der Strecke, das Sieben-Stunden-Trainingsprogramm für die Nackenmuskeln – all das hat Schumacher vielleicht nicht erfunden, aber auf jeden Fall perfektioniert. Schnell fahren konnte Schumacher auch noch. Wie schnell, das ist bis heute umstritten, wie auch seine Person an sich. Seine Persönlichkeit hat gewisse Kratzer, wegen unfairen Manövern wie in Adelaide 1994, Jerez 1997 oder Monaco 2006. Schumacher musste sich auch nie gegen einen bärenstarken Teamkollegen wehren, wie andere Fahrer wie Senna, Prost oder Mansell. Denn das gehörte zur Perfektion: Schumacher die klare Nummer eins im Team, seine Teamkollegen als Wasserträger. Davon abkupfern tut heute einer: Fernando Alonso. Kein Wunder: Beides sind Schützlinge von Flavio Briatore. Er führte das Benetton-Team, mit dem Schumacher 1994 und 1995 seine ersten beiden WM-Titel gewann. Dann kam er Wechsel zu Ferrari. Zwei Mal wurde er Vizemeister, 1997 aber wegen des Remplers gegen Jacques Villeneuve aberkannt, 1999 dann der Beinbruch. 2000 aber platzte der Knoten und eine bis heute unerreichbare Erfolgsära begann. 2006 trat er als Vizemeister ab, 2010 kehrte er mit Mercedes zurück. Einst war er im Mercedes-Förderkader, nun ist er bei Mercedes F1-Opa. Trotz seiner 42 Jahre schlägt sich Schumacher gut. Nico Rosberg nahm ihm zwar oft die Butter vom Brot, aber sein Rennspeed 2011 ist gut, wenngleich Schumacher ungewohnt viele Fehler in Form von Kollisionen und Drehern macht.

Schumachers Erfolge waren aber vielleicht auch deshalb möglich, weil seine Kontrahenten nicht ganz so stark waren, wie Senna, Prost oder Mansell. Schumacher fuhr vor allem gegen Adrian Newey, der noch heute stets WM-Autos konstruiert und immer im Konkurrenzteam von Schumacher war. Erst bei Williams, dann bei McLaren. Schumacher hatte durchaus Rivalen. Gegen Damon Hill und Jacques Villeneuve hatte er weniger guten Kontakt, zu Mika Häkkinen sehr wohl. Der Finne erfreute sogar in Deutschland einer großen Fangemeinde, denn Schumacher und Häkkinen mochten sich. Häkkinen besiegte Schumacher 1998 und 1999, wurde zwei Mal Weltmeister. Er war ein Gentleman, ein friedlicher Charakter, der lange hinter den Erfolgen her fuhr. Bei Lotus hatte er kein gutes Material, ein Wechsel zu Williams 1992 scheiterte an einem dummen Fehler des Williams-Teams. Williams hatte vergessen, sich für die F1-WM zu nennen, eine Teilnahme war nun an den Einverständniserklärungen aller anderen Teams geknüpft. Lotus gab sein Okay nur, weil man auf Häkkinen im Team beharrte. Der Wechsel zu Williams wäre vielleicht der Schlüssel zu ersten WM-Titel gewesen. Häkkinen kam stattdessen 1993 zu McLaren, auch dort musste er lange auf erste Erfolge warten. Erst mit Newey an Bord ging es aufwärts. Nach einer verkorksten Saison 2001 trat Häkkinen zurück. Comebackversuche gab es einige Jahre später, ernsthaft waren die aber nicht. Häkkinen fuhr aber wieder DTM-Rennen.

Häkkinen hatte als Langzeit-Teamkollegen David Coulthard. Der Schotte stand 1998 und 1999 zwar im Schatten von Häkkinen, immer wieder war er aber besser. Coulthard sorgte durchaus für einige Siege – und für viel Freude. Er ist ein Charakterkopf, ein wahrer Gentleman. Sein F1-Einstand hätte glücklicher sein können: Er kam für den tödlich verunglückten Ayrton Senna 1994 in den Williams Renault. Wegen des guten Materials war Coulthard sofort ein Topfahrer, gewann 1995 seinen ersten Grand Prix. Dann ging es zu McLaren, wo weitere Siege folgten. 2001 überlebte Coulthard einen Flugzeugabsturz und wurde am folgenden Wochenende Zweiter in Spanien! Mit der Saison 2004 endete die Ära Coulthard bei McLaren, er ging zu Red Bull. Er passte zur Spaßtruppe der Formel-1, aber 2008 war Schluss. Er räumte das Feld für Sebastian Vettel, der nun als Weltmeister die Früchte der Aufbauarbeit auch von Coulthard erntet. Coulthard ist bei Red Bull nach wie vor als Berater an Bord, fährt außerdem für Mercedes in der DTM.

Schumachers bittersten Rivalen waren Damon Hill und Jacques Villeneuve. Hill gelang bis heute als einziger das Kunststück, als Sohn eines F1-Weltmeisters selbst die F1-WM zu gewinnen. Dabei konnte Graham Hill seinem Sohn selbst nicht viel beibringen, weil Hill schon früh bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Damon kam auch erst spät zum Rennsport und in die Formel-1. 1992 fuhr er einen unterlegenen Brabham Judd, wurde dann aber von Williams verpflichtet. Dort hatte er absolutes Spitzenmaterial. Gegen Schumacher zog Hill zwei Mal den Kürzeren, aber 1996 holte er sich den WM-Titel. Bis heute hält sich die Kritik, Hill hätte damals keine Gegner gehabt, der Williams Renault sei zu stark gewesen. Sein Teamkollege Jacques Villeneuve war ein Frischling in der Formel-1.

Der Kanadier holte sich selbst 1997 den WM-Titel, ebenfalls in einem überlegenen Williams Renault. Hill war des Geldes wegen längst zu Arrows abgewandert. Bei Arrows und Jordan fuhr Hill noch drei eher erfolglose Jahre und trat dann frustriert ab. Villeneuve war auch 1997 nur noch auf der Höhe. Sein Teamkollege Heinz-Harald Frentzen, auf den Williams schon lange ein Auge geworfen hatte, enttäuschte. Villeneuve kämpfte gegen Schumacher in einem erstarkten Ferrari-Team. Schumachers Aktion in Jerez 1997 war weniger stark. Der Rammstoß kostete Schumacher Sympathien, Villeneuve aber nicht den WM-Titel. Nach dem Sieg beim Indy 500 1995 holte Villeneuve damit schon den zweiten Stein für die Tripple Crown, die sich bisher nur Graham Hill sichern konnte. Ein Sieg beim 24-Stundenrennen von Le Mans fehlt Villeneuve, der sagen wir mal, nicht auf den Mund gefallen ist, noch. Mit Peugeot hatte er durchaus Chancen das zu schaffen. Jetzt versucht sich Villeneuve in der Nascar, nachdem er vergebens ein eigenes F1-Team gründen wollte. Seine F1-Laufbahn endete 2006, de facto aber schon 1998, als es mit Williams bergab ging. 1999 schloss sich Villeneuve dem neuen BAR-Team an, das große Ziele verfolgte, die aber Wunschtraum blieben. Villeneuve hatte fahrerisch gegen Jenson Button Mühe, stand 2004 deshalb vor dem Aus. Mitte der Saison wäre er beinahe bei Williams zurückgekehrt, aber es dauerte noch ein paar Wochen, dann holte ihn Renault zurück in die Formel-1. 2005 dann die letzte Station Sauber. An die Erfolge von 1997 konnte er aber nicht mehr ansatzweise anknüpfen.

Wir haben 57 Gäste online

Next Race:

© 2008 - 2013 !R Redaktionsgemeinschaft / !NS!DE-RAC!NG Online Magazin
Ein Angebot der RTV-WORLD MediaGroup - Fa. Roland Schäfges: Katzenberger Weg 114 - 56727 Mayen - www.rtv-world.de - redaktion@inside-racing.de