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Serie: GP2 - Französische Meisterjahre: 2. Sébastien Bourdais 2002

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: GP2 - Französische Meisterjahre: 2. Sébastien Bourdais 2002

von Michael Zeitler

Sébastien Bourdais ist der unmittelbare französische Vorgänger von Romain Grosjean - und F3000-Meister 2002. 

 

| Monza (!NS!DE-RAC!NG) - 2002 für Bourdais übrigens für Super Nova. Das britische Team von David Sears hatte 2011 weniger Glück in der GP2. Luca Filippi wurde erst zum Siegerfahrer, als er in den Coloni-Stall wechselte. Der Italiener wurde sogar noch Vizemeister! Die beiden anderen Fahrer, Adam Carroll, der den Filippi-Platz übernahm, sowie Fairuz Fauzy sicherten der Mannschaft vor allem Sponsorengelder, aber nur wenig Punkte. 2002 aber war Super Nova das Topteam. Der Auftakt der Saison wurde damals noch in Übersee ausgetragen, im Rahmen des Brasilien GP in Interlagos. Heute fährt die GP2 nur noch die Europarennen, hatte für die Asienläufe eine eigene Meisterschaft. Weil die aber nicht fruchtete, werden die ab nächstem Jahr auch zur Hauptserie gerechnet. Damit wird der GP2 auch wieder etwas mit Internationalität eingehaucht.

Die brasilianischen Fans durften sich 2002 jedenfalls freuen: Die Lola-Zytek-Rennwagen der ersten vier Plätze wurden von Lokalmatadoren gesteuert! Gewonnen hat das Rennen Rodrigo Sperafico, der Mann aus der großen Rennfahrerfamilie. Er fuhr damals für das Durango-Team. Zweiter wurde Mario Haberfeld, der für Astromega fuhr und bereits seine vierte Saison bestritt. Ricardo Maurício komplettierte das Podium. Er war damals beim Red-Bull-Junior-Team angestellt, das damals vom ehemaligen F1-Fahrer Dr. Helmut Marko geleitet wurde – heute der Fadenhalter im Red-Bull-Team. Und Vierter wurde schließlich Antônio Pizzonia, der es später bei Jaguar und Williams auch in die Formel-1 schaffte und der für das brasilianische Petrobras-Team seine Runden drehte. Best of the rest wurde ein Schwede: Björn Wirdheim. Er wurde damals durch Arden beschäftigt, das damals noch Christian Horner Vollzeit leitete. Heute ist Horner Teamchef von Red Bull.

Bourdais reiste ohne Punkte aus Brasilien ab. In Imola schlug er dafür zurück und holte sich seinen ersten Saisonsieg. Damit schoss er sofort auf Rang zwei in der Tabelle. Brasilien-Sieger Sperafico wurde Zweiter und blieb damit mit 16 Punkten Spitzenreiter. Das Podest komplettierte Giorgio Pantano. Der bis heute erfahrenste Pilot jener Rennserie (Luca Filippi könnte seinen Rekord brechen, fährt er auch 2012) fuhr damals für das italienische Coloni-Team und sammelte mit Rang drei die ersten vier Saisonzähler. Gemeinsam mit Maurício lag er in der Gesamtwertung dadurch auf den fünften Platz.

In Barcelona wurde dann aber klar: Auch mit Pantano ist zu rechnen. Tatsächlich dauerte es zwar noch bis zur Saison 2008 bis der Italiener seinen Titel für sich gewinnen konnte. Dann war der Zug für ihn auch abgefahren: 2004 gab Pantano einen bescheidenen Einstand bei Jordan, war dort aber nur wegen seiner Sponsorengelder verpflichtet worden. Immer, wenn die nicht zahlten, sprang Timo Glock ein. Pantano fuhr stets unter Druck. Ausgerechnet als Pantano 2008 GP2-Meister wurde, bewegte sich im F1-Feld beinahe gar nichts: Nur Sebastian Vettel kam von Red-Bull-B- ins A-Team, wofür David Coulthard nach einigen GP-Siegen seine F1-Karriere beendete. Coulthard ist heute weiterhin Berater bei Red Bull, außerdem fährt er für Mercedes in der DTM. Vettel wurde bei Toro Rosso aber durch einen Red-Bull-Nachwuchsfahrer ersetzt: Sébastien Buemi.

Zurück nach Spanien 2002: Pantano gewann also das Rennen vor Tomas Enge. Der Tscheche machte im weiteren Verlauf jener Saison noch von sich reden. Im positiven Sinne, weil er einige Rennen gewann, im negativen Sinne aber auch, weil er des Dopings überführt wurde. Dabei lief es doch gerade damals so gut für ihn: 2001 schnupperte er als Ersatz für den verletzten Luciano Burti (schwerer Unfall in der schnellen Blanchimond-Kurve vor der letzten Schikane in Spa) erste F1-Erfahrungen bei Prost. Und nun ging es mit Arden und Enge auch in der Formel-3000 (also der GP2) bergauf. Enge verwies Bourdais damals auf den dritten Platz, der damit aber auf Sperafico in der Gesamtwertung aufholte. Die Top-5 nach Barcelona: Sperafico (16), Bourdais, Pantano (je 14), Haberfeld (8) und Enge (7).

Für Sperafico begann in Barcelona eine Serie von Nuller: Fünf Rennen konnte er keine Punkte holen. Damit fiel er natürlich auch in der Gesamtwertung zurück. Schon in Österreich musste er die Spitzenposition abgegeben: Enge und Pantano kamen beide auf 17 Punkte, Sperafico mit seinen 16 Zählern war damit geschlagen. Enge führte wegen den besseren Platzierungen vor Pantano. Und er wurde nach Österreich zum Favoriten erklärt: Denn sein Sieg und der zweite Platz von Teamkollege Björn Wirdheim zeigte, dass das Arden-Team für das Titelrennen gut aufgestellt war. Wirdheim stand im Schatten von Enge – zwei Jahre später auch im Schatten von Vitantonio Liuzzi, immer noch bei Arden. Während sich Liuzzi völlig eindrucksvoll den Titel sicherte, wurde Wirdheim wieder geschlagen. Zwar kam auch er zu F1-Testerfahrungen mit Jaguar, aber für die Formel-1 war das einfach zu wenig. Als Dritter stieg in Österreich übrigens Haberfeld auf das Treppchen. Auch ihn schrieben die Experten nicht ab: Mit zwölf Punkten war er absolut in Schlagdistanz – und er hatte einen ordentlichen Batzen Erfahrung. Bourdais blieb ohne Punkte und fiel damit auf Rang vier in der Fahrermeisterschaft zurück: Enge, Pantano (je 17), Sperafico (16), Bourdais (14), Haberfeld (12).

Beim Klassiker in Monaco schlug Bourdais zurück: Sieg im Fürstentum. Wichtig war außerdem, dass der Österreicher Patrick Friesacher als Zweiter dem Meisterschaftsrivalen Enge, der Dritter wurde, wichtige Punkte abnahm. So schnappte sich Bourdais die Tabellenführung. Friesacher war der Bruder von Markus, der ebenfalls schon in jener Rennserie aktiv war. Für Markus war in der zweiten Liga Endstation, für Patrick ging es 2004 mit Minardi in die Formel-1. Apropos Bruder: Gar der Zwillingsbruder von Rodrigo Sperafico, Ricardo Sperafico, machte in den Straßenschluchten von Monte Carlo als Fünfter seine ersten Punkte der Saison. Am Ende sollte der Petrobras-Pilot noch vor seinem Bruder in der Gesamtwertung landen! Ricardo war erst der elfte Fahrer, der punkten konnte, bis zum Ende sollten es nur insgesamt 15 Fahrer sein – das zeigt, dass es meistens die gleichen Fahrer waren, die die Punkte untereinander verteilten, trotz der Wechselhaftigkeit ganz vorne. In Monaco zum Beispiel erwischte es Pantano, der ohne Punkte blieb und damit auch etwas abreißen lassen musste. Die Top-5 sahen nach Monaco so aus: Bourdais (24), Enge (21), Pantano (17), Sperafico (16), Haberfeld (13); Sechster: Friesacher (10).

Es folgte der erste von zwei Läufen in Deutschland. Zunächst ging es auf den Nürburgring. Deutsche spielten damals in der Serie keine Rolle. Nur zwei Deutsche standen überhaupt am Start, beide fuhren aber im Hinterfeld mit: Das war zum einen Alex Müller, der heute in der Tourenwagenszene eine bekannte Größe ist. Er war damals für das Minardi-Junior-Team unterwegs und hätte bei größeren Erfolgen sicherlich Chancen im F1-Team von Minardi gehabt – wenn er das nötige Kleingeld aufgetrieben hätte, versteht sich. Das Team wurde damals aber von Coloni betreut, die ihr eigenes Werksteam hatten und Minardi dadurch ein bisschen unter ferner liefen lief. Und selbst bei Coloni lief es nicht rund: Toccacelo hatte bis dato nur zwei Punkte gesammelt, Pantano blieb auch auf dem Nürburgring wieder erfolglos und fiel in der Gesamtwertung dadurch auch zurück. Der zwei Deutsche war Tony Schmidt, der für PSM Race Line startete, was einfach kein Topteam war. Während beispielsweise Enge bereits in seine fünfte Saison ging, war Schmidt außerdem ein Greenhorn. In den beiden folgenden Jahren verbesserten sich seine Leistungen und er sammelte auch Punkte. 2005 bekam er aber kein Cockpit mehr und er hing daraufhin seinen Helm an den Nagel.

Vorne an der Spitze aber schaffte Bourdais es als erster in der laufenden Saison, sich zwei Siege hintereinander zu holen. Weil Enge darüber hinaus nicht punktete, verschaffte sich Bourdais in der Gesamtwertung ordentlich Luft – nicht wissend, dass nun Enge zum Gegenschlag ausholen würde und Bourdais im wahrsten Sinne des Wortes wieder in die Enge treiben würde. Zweiter auf dem Ring wurde Ricardo Sperafico, vor Pizzonia, beide für das Petrobras-Team unterwegs. Die Fahrermeisterschaft sah so aus: Bourdais (34), Enge (21), Pantano (17), Sperafico (16), Haberfeld, Friesacher, Pizzonia (je 13).

Der erste Enge-Gegenschlag, und es war ein enger Gegenschlag, kam in Silverstone: Sieg für Enge, aber Bourdais ging als Zweiter über die Ziellinie. Dritter wurde Ricardo Sperafico. In der Gesamtwertung schrumpfte der Bourdais-Vorsprung um vier Punkte auf deren neun: Bourdais (40), Enge (31), Pantano (20), Sperafico (16), Pizzonia (15). In Frankreich siegte wieder Enge, wieder allerdings vor Bourdais. Nachdem er in Silverstone bereits Vierter wurde, meldete sich auch Pantano als Dritter wieder zurück. Damit belegten die drei Fahrer, die auch in der Meisterschaft ganz vorne waren, auch in Magny-Cours die ersten drei Plätze. Damit führte Bourdais (46), vor Enge (41), Pantano (24), Pizzonia (18) und Sperafico (16).

Als nächstes ging es nach Hockenheim, das zweite deutsche Rennen. Sowohl Bourdais, als auch Enge bleiben ohne vorzeigbares Ergebnis – die Chance also für Giorgio Pantano. Und der packte sie beim Schopfe. Auf Rang zwei fuhr Wirdheim, Dritter wurde Sperafico, dieses Mal wieder Rodrigo, nicht Ricardo. Die Saison von Rodrigo erinnert ein bisschen an die von Giovanni Venturini in der 2011er Auto-GP-Meisterschaft, der ehemaligen europäischen Formel-3000-Meisterschaft. Wie Sperafico fährt auch Venturini für Durango, wie Sperafico begann auch Venturini die Saison stark mit einem Sieg. Dann kam lange nichts mehr. Neben Venturini fährt übrigens Giuseppe Cipriani für Durango in der Auto-GP. Der Italiener ist auch in der zweiten Liga des GP-Sports kein Unbekannter: Er leitete das Team II Barone Rampante, für das Rubens Barrichello 1992 immerhin Gesamt-3. wurde – seine Fahrkarte in die Formel-1 und die besitzt er auch heute noch! Auch das Barone-Rampante-Team hatte F1-Ambitionen und sollte ein Zweigrennstall von Benetton werden. Dazu kam es aber nichts. Mit seinen inzwischen 46 Jahren gab Cipriani nun aber immerhin sein Renncomeback. Das ist nicht ungewöhnlich: In Monza fuhr mit Christophé Hurni ein 48-jähriger Schweizer in der GP3 für Jenzer. Hurni war in den 80er Jahren F3-Fahrer und ist mittlerweile in der Organisation von Rennserien tätig.

Wie Cipriani hat inzwischen auch Tiago Monteiro einen eigenen GP2-Rennstall, das Ocean-Team. Bisher ist das Team aber eher erfolglos unterwegs. Das Ocean-Team hieß 2002 noch Nordic Racing und holte mit Zsolt Baumgartner immerhin einen Punkt. Das allerdings erst beim Saisonfinale in Monza. In Hockenheim holte dafür Monteiro die ersten zwei Punkte. Für Portugiesen, der beim USA GP 2005 Dritter wurde, war das zu wenig – immerhin fuhr er im gleichen Team, wie Bourdais, und der führte weiterhin die Gesamtwertung an: Bourdais (46), Enge (41), Pantano (34), Sperafico (20), Haberfeld (18).

In gewisser Weise konnte Bourdais aber auch froh sein, dass Monteiro nicht so stark war. In Budapest hätte sich genau das Pantano bestimmt gewünscht: Er wurde nur Zweiter – geschlagen von seinem überraschend stark auftrumpfenden Stallgefährten Enrico Toccacelo! Das ehemalige F1-Team Coloni freute sich über einen Doppelsieg, weil Bourdais aber Dritter wurde, holte Pantano nur zwei weitere Punkte in der Gesamtwertung auf – und blieb in dieser auch noch hinter Enge zurück. Der schied zwar aus, dafür holte sich sein Arden-Teamkollege Wirdheim als Vierter drei Punkte und kämpfte sich im Klassement damit auf Rang fünf nach vorne. Nun sah es so aus: Bourdais (50), Enge (41), Pantano (40), Sperafico (20), Wirdheim (19).

In Belgien feierte Coloni den dritten Sieg in Folge, dieses Mal auch wieder mit Pantano. Damit wahrte er sich Titelchancen beim Saisonfinale, auch wenn Bourdais als Zweiter wichtige Punkte sammelte und immer noch sechs Punkte Vorsprung hatte. Enge wurde noch hinter Ricardo Sperafico Vierter und war damit auch rechnerisch aus dem Meisterschaftsrennen raus. Mit folgendem Punktestand ging es nach Monza ins Finale: Bourdais (56), Pantano (50), Enge (44), Sperafico (20), Wirdheim, Sperafico (je 19). Den ersten Punkt der Saison gab es übrigens für das deutsche PSM Race Line Team, herausgefahren von Nicolas Kiesa.

Kiesa fuhr auch in Monza wieder in die Punkte – ganz anders wie Bourdais! Doch Pantano konnte dieses Mal nicht davon profitieren: Als Dritter fuhr er zwar zum fünften Mal nacheinander auf das Podium, aber es reichte um zwei Punkte nicht für den Titel. Ausgerechnet bei Pantanos Heimrennen feierte Frankreich, nicht Italien. Und ein bisschen feierte auch Schweden, denn Björn Wirdheim gewann das Saisonfinale und war damit der erste siegreiche Schwede in dieser Meisterschaft nach Kenny Bräck, der für Super Nova in Silverstone 1996 gewann. Der Endstand: Bourdais (56), Pantano (54), Enge (50), Wirdheim (29), Ricardo Sperafico (22).

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