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Serie: Formel 1 - Historie des Kanada GP: Teil 2

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: F1: Historie des Kanada GP (2)

von Michael Zeitler

 

Im 2. Teil der Serie über den Kanada GP erfahren Sie mehr über den ersten chaotischen Safety-Car-Einsatz 1973 und vieles vieles mehr.

 

Das erste Saftey Car 1973 – Ein Chaos
In Amerika ist das Safety Car (Pace Car) schon seit Jahrzehnten ein ständiger Begleiter bei Rennen. Die Idee dahinter: Um den Zuschauern auf den Rängen Zeit zu geben, sich eine neue Dose Bier und eine neue Portion Pommes Frites zu holen, hat man das Rennen neutralisiert – hinter einem Pace Car. Seit Jahren ist das Safety Car auch in der Formel-1 nicht mehr wegzudenken, allerdings aus anderen Anlass: Das Saftey Car kommt auf die Strecke, falls es auf der Strecke zu Gefahren kommt, sei es wegen eines Unfalls, wegen Regen, oder wegen eines liegen gebliebenen Fahrzeugs. 1992 wurde das Safety Car in das Reglement der Formel-1 aufgenommen. Beim Großbritannien GP kam es erstmals zum Einsatz, nachdem Johnny Herbert seinen Lotus Ford nach einem Getriebeschaden an einer ungünstigen Stelle anstellte. Aber schon 2 Mal zuvor gab es in der F1-Geschichte ein Safety Car: Beim Australien GP 1991 kam ein BMW M5 zum Einsatz, weil es stark regnete. Und in Kanada 1973 gab es das erste Safety Car überhaupt – und es löste ein ungeheures Chaos aus!

Das Safety Car kam nach einer Karambolage zwischen François Cevert (Tyrrell Ford) und Jody Scheckter (McLaren Ford) auf die Strecke – nicht aber vor dem Führenden Lotus-Ford-Fahrer Emerson Fittipaldi, sondern vor dem achtplatzierten ISO-Ford-Chauffeur Howden Ganley! Im nachfolgenden Chaos von Regen, schlechter Sicht, Boxenstopps und Safety Car verlieren die Rennkommissare in einem Zeitalter, in der Computer-Zeitabnahme mehr als nur ein Fremdwort war, den Überblick. Um 21 Uhr abends wird Peter Revson im McLaren Ford zum Sieger des Kanada GP 1973 erklärt, 4 weitere Fahrer waren aber davon überzeugt, dass sie den Grand Prix gewonnen haben: Fittipaldi, Jackie Oliver und Jean Pierre Beltoise. Beweisen konnte das aber keiner von ihnen – und so blieb Revson der Sieger des Grand Prix.

Der Fahrer des Safety Cars (ein Porsche 914), der das ganze Chaos auslöste, war Eppie Wietzes. Der Kanadier fuhr auch 2-mal beim Kanada GP mit einem F1-Boliden mit: 1967 war er in einem Werks-Lotus Ford gemeldet, schied aber ebenso aus, wie bei seinem 2. Versuch 1974, in einem Brabham Ford des Canadian Formula One Team. Es blieben die einzigen 2 WM-Rennen von Wietzes. Außerhalb der Formel-1 war Wietzes aber überdurchschnittlich erfolgreich: 2 Mal wurde er Meister in der kanadischen Formel-Atlantik, zudem holte er mehrere Siege in der amerikanischen Formel-5000.

1974 kam die Formel-1 mit einem interessanten WM-Kampf nach Kanada. Emerson Fittipaldi holte im McLaren Ford vor Ferrari-Star Niki Lauda und Jody Scheckter im Tyrrell Ford die Pole Position – alle 3 waren mitten im WM-Kampf! Am Start übernahm Lauda vor Fittipaldi und Laudas Teamkollegen Clay Regazzoni, der die Meisterschaft anführte, die Führung. Scheckter lag auf Platz 4 und diese Reihenfolge hielt lange im Rennen stand. Für das WM-Finale hätte das eine an Spannung nicht zu toppende Ausgangslage bedeutet: Fittipaldi, Regazzoni und Scheckter wären punktgleich gewesen, Lauda nur 2 Punkte dahinter! Dich 30 Runden vor Schluss lichteten sich die Reihen: Scheckters Bremsen versagten, der Südafrikaner überstand den folgenden schweren Unfall allerdings unverletzt. Lauda warf seinen Sieg 10 Runden vor Schluss durch einen Fahrfehler weg. Fittipaldi gewann so vor Regazzoni und Ronnie Peterson (Lotus Ford).

Nachdem der Kanada GP 1975 eine Pause machte, kehrte er 1976 wieder in den Kalender zurück. Das Rennen wurde bestimmt von einem dominierenden James Hunt. Der McLaren-Ford-Pilot gewann von der Pole Position aus und musste seine Führung nach dem Start nur kurzfristig an Ronnie Peterson im March Ford abgeben. Hunts Rivale um den Titel, Niki Lauda, schied aus. 1977 fand der letzte Kanada GP in Mosport statt, danach wechselte das Event nach Montréal. Die Sicherheit des Morsport Parks wurde stark angeprangert und prompt verunfallte Ian Ashley im Training schwer. In seinem Hesketh Ford flog der Brite von der Strecke und krachte gegen einen TV-Masten. Er verletzte sich an den Beinen und war für das Wochenende nicht mehr einsetzbar. Auch Jochen Mass crashte schwer. Dafür kamen die kanadischen Fans auf ihre Kosten: Mit Gilles Villeneuve übernahm ein Lokalmatador das Ferrari-Cockpit des aus dem Ferrari-Team zurückgetretenen Weltmeisters Niki Lauda. Im Rennen, das Mario Andretti im Lotus Ford von der Pole Position aus in Angriff nahm, schied Villeneuve aber aus. Das Rennen wurde recht statisch, entwickelte sich dann aber doch noch zu einem Krimi: Hunt übernahm vor Andretti und Jochen Mass die Führung. In der 60. Runde passierte das Unglaubliche: Hunt kollidierte beim Überrunden seines Teamkollegen Mass mit genau diesem und schied aus. Aber auch Andretti konnte sich nicht freuen: Er strandete mit Motorschaden. So erbte Jody Scheckter im Ford angetriebenen Wolf den Sieg vor Patrick Depailler (Tyrrell Ford) und Mass, der sich noch als 3. ins Ziel rettete.

Kanadische Sternstunde: Villeneuve-Sieg 1978
1978 wanderte der Kanada GP nach Montréal. Der Grand Prix wurde für die Kanadier zu einer unvergessenen Siegesfeier. Bei außerordentlich kalten Temperaturen siegte nämlich ihr Nationalheld Gilles Villeneuve. Es war der erste von insgesamt 6 Siegen des Ferrari-Superstars. Villeneuve begeisterte in dessen Karriere nicht nur die kanadischen Fans mit seinem aggressiven und zugleich spektakulären Fahrstil, der zwar sauschnell war, aber immer wieder in heftige Unfälle mündete. Villeneuve war ein heißer Titelanwärter in der für ihn recht positiv gestarteten F1-Saison 1982, starb dann aber bei einem seiner Unfälle im belgischen Zolder. Der Sieg beim Kanada GP 1978 ging nicht nur auf die Leistung Villeneuves selbst zurück. Der Vater des F1-Weltmeisters von 1996, Jacques Villeneuve, profitierte auch von technischen Problemen seiner Kontrahenten, wie etwa Jean-Pierre Jarier, dessen Lotus Ford streikte. Villeneuve gewann vor Jody Scheckter (Wolf Ford) und Teamkollege Carlos Reutemann.

Im Training zum Kanada GP 1979 wurde Geschichte geschrieben. Mit den legendären Worten „Ich habe keine Lust weiter im Kreis zu fahren“, beendete Niki Lauda seine F1-Karriere vorzeitig. Jahre später gab er mit McLaren allerdings wieder ein F1-Comeback. Der Rücktritt des Österreichers überschattete den starken 2. Startplatz von Gilles Villeneuve, hinter Williams-Ford-Fahrer Alan Jones. Im Rennen machte Villeneuve Jones den Sieg mit einem herzhaften Rad-an-Rad-Duell strittig, besser gesagt, das war eher umgekehrt der Fall. Denn nachdem Villeneuve zunächst in Führung ging, holte sich Jones die Führung zurück und gewann am Ende vor Villeneuve und Teamkollege Clay Regazzoni. 1980 gab es gleich 2 Starts, denn im ersten Start lösten die beiden WM-Rivalen Alan Jones und Nelson Piquet eine Massenkarambolage mit 8 Autos aus. Beim Re-Start schob sich Didier Pironi zwischen die beiden Piloten. Aber nur kurzzeitig, denn der Ligier Ford wurde schnell wieder von Piquet überholt, genauso wie der Führende Jones. Piquet fiel aber in Runde 24 mit Motorschaden aus. Jones führte nun das Rennen wieder an, wurde aber von Pironi erst ein- und dann überholt. Der Franzose konnte sich über seinen Sieg aber nicht freuen: Wegen eines Frühstarts wurde er bestraft und fiel noch auf Platz 3 zurück. So holte Williams Ford mit Jones und Carlos Reutemann einen Doppelsieg. Jones war damit vorzeitig F1-Weltmeister!

1981 regnete es im Rennen. Nelson Piquet konnte seine Pole Position nicht ausnutzen: Nach dem Start wurde der Brabham-Ford-Star von Alan Jones im Williams Toyota überholt, der hinter Teamkollege Carlos Reutemann von Platz 3 losdüste. Dabei kollidierte Jones mit Reutemann leicht. Jones und Piquet kämpften um die Führung und fielen deshalb zurück. Bald übernahm Renault-Passagier Alain Prost die Führung. Prost wurde aber bald von Jacques Laffite (Ligier Matra) und Gilles Villeneuve (Ferrari) überholt. Villeneuve musste dazu Platz 2 an John Watson hergeben. Der McLaren-Ford-Pilot rundete ein Rennen voller Überholmanöver ab und wurde hinter Laffite 2. MZ

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