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Serie: GP2 - Französische Meisterjahre: 9. Jacques Laffite 1975

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: GP2 - Französische Meisterjahre: 9. Jacques Laffite 1975

von Michael Zeitler

Jacques Laffite gewann 1975 nicht nur den F2-EM-Titel, er dominierte die Saison sogar.

 

| Monza (!NS!DE-RAC!NG) - Auch 1975 war ein Franzose F2-Europameister, und auch 1975 engagierte sich der Mineralölkonzern Elf stark in der Formel-2. Man unterstützte gleich mehrere Rennteams, auch das March-Werksteam, für das dadurch auch französische Fahrer unterwegs waren. Und schon den Auftakt in Estoril gewann ein Fahrer, der von Elf gestützt wurde: Jacques Laffite, der spätere Meister. Er fuhr einen Martini BMW für ein Schweizer Team des Unternehmers Ambrozium. Er stieg später auch als Sponsor des Williams-Teams in die Formel-1 ein, Laffite fuhr dadurch später auch für Williams. Ansonsten war Laffite ein treuer Rennfahrer, fuhr die meisten seiner F1-Rennen für Ligier. Ende der 70er Jahre hatte der Rennstall von Guy Ligier ein Hoch und hätte beinahe den Anschluss an die Weltelite geschafft. Laffite gewann Rennen, 1979 hatte man sogar WM-Chancen. Aber es blieb ein kurzes Vergnügen. Spätestens ab der Turboära war das Ligier-Team wieder nur ein Mittelfeldteam.

So viel zum Team und dem Fahrer. Die BMW-Motoren, mit denen Laffite den Auftakt in Estoril für sich entschied, waren die dominierenden Triebwerke des Jahres. Die meisten Teams vertrauten auf die Kraftquelle aus Bayern. In Estoril war nur ein Nicht-BMW am Start: Hector Rebaque fuhr einen Chevron Ford für Fred Opert. Schon nach fünf Runden war aber Schluss: Reifenschaden. Später in der Saison gab es auch noch Chrysler-Motoren, die vom Sté-Team beispielsweise zum Einsatz kamen. Viele BMW-Motoren wurden von Schnitzer vorbereitet, so auch der Siegermotor von Laffite. Zweiter wurde Jo Vonlanthen. Er fuhr einen March BMW für Brissago Blauband Racing, dahinter kam Lamberto Leoni mit einem March BMW für die Scuderia del Passatore ins Ziel. Aus jenem Team wurde 1976 die Scuderia Everest, dann die Scuderia Minardi und heute das F1-Team Scuderia Toro Rosso.

Laffite gewann auch in Thruxton wieder und führte in der Tabelle damit schon mit zwölf Punkten Vorsprung. Denn es tat sich bis dato kein wirklicher Gegner hervor. Dieses Mal wurde nämlich Patrick Tambay Zweiter, Fahrer des March-Werksteams. Auf Rang drei fuhr Giancarlo Martini für die Scuderia del Passatore. Die Gesamtwertung: Laffite (18), Vonlanthen, Tambay (je 6), Martini (5), Leoni (4). In Hockenheim gab es dann einen neuen Sieger: Gerard Larrousse. Damals war der Franzose also noch selbst Fahrer, fuhr im gleichen, von Elf unterstützten, Team wie Jean-Pierre Jabouille. Beide waren auch in der Teamverantwortung. Jabouille überarbeitete die alten Alipine-Rennwagen und machte daraus den Jabouille-F2-Flitzer, mit dem Larrousse das Rennen in Hockenheim auch gewinnen konnte. Natürlich hatte auch dieser Rennwagen einen BMW-Motor im Heck. Larrousse hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits einmal in der Formel-1 versucht, als er beim Belgien GP 1974 einen Brabham Ford der Scuderia Finotto fuhr, das Rennen aber nicht beenden konnte. Er ging also zurück in die Formel-2, kam später wieder in die Formel-1, aber nur noch als Teamchef: Erst leitete er die Geschicke des Renault-Werksteams, dann stampfte er seinen eigenen Rennstall aus dem Boden, der 1994 von der F1-Bildfläche verschwand.

Hinter Gerard Larrousse kam in Hockenheim Hans-Joachim Stuck ins Ziel. Der Deutsche absolvierte aber nur einen Gaststart im March-Werksteam, fuhr also außer Konkurrenz mit. Dritter wurde Brian Henton, ein Brite, der einen March Ford privat meldete. Er bekam sogar sechs Punkte, weil er im EM-Klassement sogar Zweiter wurde, vor Loris Kessel. Die Top-5: Laffite (18), Larrousse (9), Vonlanthen, Tambay, Henton, Francia (je 6). Die F2-Szene blieb in Deutschland zum Eifelrennen am Nürburgring, der Nordschleife wohl gemerkt. Und ehe es in der Gesamtwertung auch nur einen Hauch von Spannung geben konnte, schlug Laffite zurück: Sieg, vor Tambay und Harald Ertl. Der Österreicher fuhr einen Chevron BMW für das Team von Fred Opert. Der BMW-Motor wurde damals übrigens von Jochen Neerpasch getunt, der später einer der Entdecker von Michael Schumacher war und ihn in den Förderkader von Mercedes holte – und damit auch Ende der 80er Jahre ins Sportwagenteam Sauber Mercedes, das später ebenfalls in die Formel-1 kam – wie Schumacher, der ja bekanntlich siebenmaliger Rekordweltmeister ist. Ertl schaffte es auch in die Formel-1, nie aber gab es dort den Durchbruch für den wie die Märchenfigur Löwenzahl aussehenden Ertl. Die Gesamtwertung: Laffite (27), Tambay (12), Larrousse (9), Francia (7), Vonlanthen, Henton (je 6).

So ging es weiter nach Pau. Und es gab keinen Grund, wieso Laffite nicht auch zu Hause gewinnen konnte. So siegte er vor Jean-Pierre Jabouille und Patrick Depailler, der im Project-Three-Team von Ron Dennis nur einen Gaststart absolvierte. Als Dritter gewertet wurde Larrousse. Laffite blieb der Dominator der Saison: Laffite (36), Larrousse (13), Tambay (12), Jabouille (11), Francia (7). Auch in Hockenheim siegte Laffite. Inzwischen war der zweite Platz der, der für die Konkurrenz der begehrteste war. Den holte in Hockenheim ein Belgier: Claude Bourgoignie. Sein Nachname ist keiner, der einem leicht von der Hand fällt, weder schriftlich, noch mündlich. Die Journalisten brauchten den Namen aber auch nie wirklich zu üben: Nur 1979 fuhr er ein F1-Rennen für Surtees, aber das zählte nicht einmal zur Weltmeisterschaft. Bourgoignie fuhr 1975 in der F2-EM einen March BMW für Michel Vaillant. Dritter wurde in Hockenheim Maurizio Flammini, im March BMW für Trivellato. Die Top-5: Laffite (45), Larrousse (13), Tambay (12), Jabouille (11), Bourgoignie, Francia (je 9).

In Salzburg konnte Laffite geschlagen werden. Aber es war kein Sieg auf der Strecke, denn Laffite kam nicht über die Distanz. So war es Jean-Pierre Jabouille, der mit seinem eigenen Jabouille BMW, das Rennen gewinnen konnte. Er verwies den Lokalmatadoren Hans Binder aus dem Team von Jörg Obermoser und den Italiener Gabriele Serblin auf die Plätze zwei und drei. Beide fuhren mit einem March BMW. Jabouille übernahm nun Rang zwei in der Gesamtwertung und war damit Best of the rest: Laffite (45), Jabouille (20), Larrousse (13), Tambay, Bourgoignie (je 12).

In Rouen gab es das große Motorensterben: Laffite: Motorschaden, Runde 28; Jabouille: Motorschaden, Runde 17. Es war auch Jabouille, der die Pole Position sich erkämpfte. Laffite trumpfte aber meistens erst im Rennen auf. Vom Favoritensterben profitiert hat Michel Leclère, der das Rennen gewinnen konnte. Er führte einen Doppelsieg des March-Teams an, denn Tambay wurde hinter Leclère Zweiter. Dritter wurde Bourgoignie. Vorne blieb damit alles beim Alten: Laffite (45), Jabouille (20), Tambay (18), Bourgoignie (16), Larrousse (13).

Nächster Halt: Mugello in Italien. Kaum zu glauben, aber es gab einen Fünffach-Triumph von italienischen Piloten. Laffite und auch Jabouille fielen wieder aus und so war der Weg frei für Maurizio Flammini, der jüngst einen Rom-GP für die Formel-1 organisieren wollte. Er fuhr für das Trivellato-Team. Die Italiener hatten damals eine Reihe von recht starken Teams in der F2-EM. Neben Trivellato waren das auch die Scuderia del Passatore, dem heutigen Toro-Rosso-F1-Rennstall, sowie das Osella-Team. Enzo Osella ließ seine F2-Rennwagen sogar selbst bauen – damit übte er bereits für die Formel-1, denn in den 80er Jahren hievte er seine Osella-Mannschaft in die Königsklasse des Motorsports. Das Team existiert noch heute: Osella baut inzwischen Sportwagen für Bergrennen. Der beste Osella-Fahrer in Mugello war Diulio Truffo auf Rang fünf. Mit Flammini auf dem Podest standen Alexander Pesenti-Rossi, sowie Gianfranco Trombetti. Letzterer startete lediglich unter seinem Vornamen – und für die Scuderia del Passatore. Pesenti-Rossi meldete auf Eigenregie einen March BMW. Alle drei Fahrer auf dem Podium fuhren übrigens mit der Kombination March-Chassis mit BMW-Aggregat. Wieder blieb vorne alles wie gewohnt: Laffite (45), Jabouille (20), Tambay (18), Bourgoignie (16), Flammini (14).

Bisher war Laffite in einer höchst komfortablen Situation. Immer, wenn er das Ziel erreichte, dann als Erster. Wenn nicht, dann gab es keinen ärgsten Verfolger, der wirklich in den Titelkampf mit eingreifen konnte. Die anderen Sieger wechselten sich ab, einen richtigen Verfolger von Laffite gab es nicht. Die EM 1975 war also nicht die spannendste, zumal Laffite beim Mittelmeer-GP wieder gewinnen konnte, vor Larrousse und Serblin. Damit war Laffite schon so gut wie Meister. Vier Rennen standen noch an, 36 Punkte waren also zu vergeben. Und auf 34 Punkte vergrößerte Laffite seinen Vorsprung mit dem Rennen in Enna: Laffite (54), Jabouille (20), Larrousse (19), Tambay (18), Bourgoignie (16).

Schon in Silverstone konnte Laffite Meister werden – und wurde es auch, obschon er keine Punkte machte! Gewonnen hat Leclère, dann kamen Larrousse und Henton und so war Laffite mit 54:25 Punkten auf den ärgsten Verfolger Larrousse (27 Punkte waren noch zu vergeben) nicht mehr einholbar. Leclère, Tambay und Vittorio Brambilla (Project Four) waren die Sieger der letzten drei Rennen. Und der Endstand hieß: Laffite (60), Leclère, Tambay (je 36), Larrousse (26), Jabouille (24).

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