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Serie: GP2 - Französische Meisterjahre: 10. Patrick Depailler 1974

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: GP2 - Französische Meisterjahre: 10. Patrick Depailler 1974

von Michael Zeitler

Patrick Depailler wurde 1974 F2-Europameister.

 

| Monza (!NS!DE-RAC!NG) - Marsch von March – die Engländer bauten für die F2-Saison 1974 die besten Chassis. Die ersten drei in der Gesamtwertung waren allesamt mit March-BMW-Chassis unterwegs, erst dann folgte Jean-Pierre Jabouille mit einem Elf BMW. Der Mineralölkonzern Elf leitete einen eigenen Rennstall und benannte die Chassis auch so, doch in Wahrheit kamen die Fahrzeuge vom französischen Chassishersteller Alpine.

March baute nicht nur erfolgreich Autos, sondern setzte auch einen eigenen Rennstall ein. Beim EM-Auftakt in Barcelona gab es prompt einen Doppelsieg für March Engineering. Siegreich war dabei Hans-Joachim Stuck, der Sohn des erfolgreichen, deutschen Rennfahrers Hans Stuck. Hans Stuck gewann in den 30er Jahren vier bedeutende Grand Prix für die Auto-Union, aber noch viel mehr Bergrennen. Stuck war der König der Berge. Stuck Junior kam bei GP-Rennen im Rahmen der F1-WM nur auf zwei Podestplätze. Ein Cockpit 1978 bei Williams lehnte er ab – die vielleicht schlechteste Entscheidung seiner Laufbahn. Denn genau jetzt wurde Williams zu einem Topteam. Stuck fuhr für March, Brabham, Shadow und ATS 74 WM-Rennen. 2011 fuhr er beim 24-Stundenrennen am Nürburgring gemeinsam mit seinen beiden Söhnen Ferdinand und Johannes mit und trat danach vom aktiven Rennsport endgültig zurück.

Stuck fuhr 1974 die erste volle F2-Saison. Vier Rennen fuhr er aber schon 1973 für March. Patrick Depailler, der in Barcelona hinter Stuck auf Rang zwei ins Ziel kam und später Meister wurde, war erfahrener. Aber er war auch doppelbelastet, denn neben der Formel-2 fuhr Depailler mit Tyrrell bereits in der Formel-1! Bis 1978 blieb er bei Tyrrell, gewann einen Grand Prix, 1979 bei Ligier einen zweiten. Die Saison hätte seine werden können, wäre er nicht in der zweiten Saisonhälfte verletzt ausgefallen. Sein F1-Comeback gab der Franzose erst 1980 wieder – bei Alfa Romeo. Bei Testfahrten in Hockenheim crashte Depailler und zog sich tödliche Verletzungen zu.

Dritter in Barcelona 1974 wurde übrigens Jean-Pierre Jabouille im Elf BMW. Dessen Teamkollege Michel Leclère, in Barcelona Sechster, fuhr dann beim zweiten Saisonrennen in Hockenheim als Dritter aufs Treppchen. Wieder aber siegte Stuck – sehr zur Begeisterung des heimischen Publikums. Auf Rang zwei kam John Watson im Surtees Ford. Watson war damit auf der Position, die er in der Formel-1 so oft innehatte. Der Brite war so etwas wie in der jüngeren Vergangenheit Giancarlo Fisichella, Rubens Barrichello, Felipe Massa oder Mark Webber waren – Nummer-zwei-Fahrer. Etwa als Watson neben Niki Lauda bei McLaren fuhr. Immerhin konnte er bei seinen 152 WM-Rennen für Brabham, Surtees, Lotus, Penske und McLaren fünf Siege einfahren. Noch 1990 war er als F1-Testfahrer von Jordan in der Formel-1 und bereitete damit den F1-Einstieg des F3000-Teams vor. Zu jener Zeit fuhr Watson Sportwagen, unter anderem beim 24-Stundenrennen von Le Mans. Genauso wie Depailler fuhr auch Watson 1974 sowohl in der Formel-1, als auch in der Formel-2. In der Gesamtwertung arbeitete er sich auf Rang drei nach vorne, an der Spitze blieb aber Stuck: Stuck (18), Depailler (9), Watson (6), Leclère (5), Jabouille (4).

In Hockenheim durften die deutschen Fans zuhause Feiern, in Pau die französischen: Doppelsieg, mit Depailler vor Jacques Laffite. Laffite fuhr einen March BMW für das BP-Team. Er verwies Andy Sutcliffe auf Rang drei. Er fuhr ebenfalls einen March BMW für den Rennstall von Brian Lewis. 1977 beim Großbritannien GP sollte er ebenfalls einen March fahren, allerdings mit Ford-Cosworth-Power. Das RAM-Team gab ihm eine F1-Chance, seine einzige im Rahmen der Weltmeisterschaft. Sutcliffe konnte sich aber nicht qualifizieren. In der Gesamtwertung wurde es wieder spannend: Stuck, Depailler (je 18), Leclère, Jabouille (je 7), Watson, Laffite, Sutcliffe (je 6).

Die Meisterschaft wurde nach dem Rennen in Salzburg noch spannender. Stuck und Depailler blieben ohne Punkte, Jacques Laffite kam mit dem Sieg bis auf drei Punkte an beide heran. Zweiter wurde David Purley im Chevron Ford für das Harper-Team. Der Brite machte in der Formel-1 durch zwei schwere Unfälle auf sich aufmerksam. Erst versuchte er verzweifelt, beim Grand Prix der Niederlande 1973 den verunfallten Roger Williams aus seinem Feuerwrack zu befreien. Beim Großbritannien GP 1977, inzwischen hatte Purley mit dem LEC-Team einen eigenen Rennstall und er ließ sich für diesen auch Chassis konstruieren, verunfallte dann Purley selbst und war bei dem Crash 180g ausgesetzt! Schon unter 10g gelten für gewöhnlich tödlich, die Kräfte, die bei Purleys Unfall wirkten, wurden lange als die höchste Kraft bezeichnet, die ein Mensch überlebte. Seine F1-Karriere war aber damit freilich nach sieben WM-Rennen beendet. Die Top-5: Stuck, Depailler (je 18), Laffite (15), Purley, Leclère, Jabouille (je 7).

Zum zweiten Mal in der Saison 1974 machte sich die Formel-2 auf nach Hockenheim. Dieses Mal meldete sich noch ein vierter Fahrer im Kampf um den Titel zu Wort: Jean-Pierre Jabouille siegte vor Laffite und Stuck. Damit sah der Stand in der Meisterschaft so aus: Stuck (22), Laffite (21), Depailler (18), Jabouille (16), Leclère (9). Ausgerechnet der Fahrer aus dem vorderen Feld, der in Hockenheim ohne Punkte blieb, siegte dafür in Mugello: Patrick Depailler. Dahinter kam Jean-Pierre Paoli auf Rang zwei. Er fuhr für das BP-Team, hinter dem eigentlich das Martini-Team steckte, sich aber nach dem Sponsor nannte – die Macht der Mineralölfirmen war damals sehr groß. Paoli kam nie als Fahrer in die Formel-1, spielte in jener aber durchaus eine Rolle. Erst als Manager des GP-Kurses in Le Castellet, dann auch als Manager des Ligier-Teams. Dritter wurde Tom Pryce auf einem Chevron BMW. Ein ehrenhafter Fahrer aus Wales, dem eine große GP-Karriere bescheinigt wurde. Beim Südafrika GP 1977 verunglückte er im Shadow Ford aber tödlich. Die Top-5: Depailler (27), Stuck (22), Laffite (21), Jabouille (16), Leclère (9).

Auch beim Ausflug nach Schweden durfte sich wieder Depailler die vollen Punkte gutschreiben lassen – und baute damit die Führung in der Tabelle aus. Gewonnen hat aber ein Gaststarter, einer der wegen seiner F1-Erfolge nicht mehr punktberechtigt war: Ronnie Peterson. Er fuhr einen Werks-March-BMW und führte damit einen Doppelsieg mit Depailler an. Dritter wurde Laffite, der ärgste Verfolger von Depailler: Depailler (36), Laffite (27), Stuck (22), Jabouille (16), Leclère (9).

Die Deutschen machen nicht nur gerne Urlaub am Mittelmeer, sondern gewinnen dort auch F2-Rennen. So wie 1974 Hans-Joachim Stuck beim Mittelmeer-GP im italienischen Enna. Er verwies David Purley und den Lokalmatadoren Gabriele Serblin auf die Plätze zwei und drei. Serblin fuhr für das italienische Trivellato-Team einen March BMW. Dabei bereitete Trivellato nicht nur das Auto vor, sondern auch den Motor, verzichtete also auf einen Tuner. Serblin fuhr seine erste volle F2-Saison, nachdem er schon 1973 zwei Rennen mit einem Brabham mit von der Partie war. Der dritte Platz in Enna blieb sein Highlight, der Aufstieg in die Königsklasse des Motorsports blieb ihm verwehrt. Mit dem Sieg von Stuck kämpfte der sich auch wieder in der Meisterschaft an Depailler ran: Depailler (36), Stuck (31), Laffite (27), Jabouille (16), Purley (13).

Zum dritten Mal in dieser Saison ging es nach Hockenheim – damit fanden fast ein Drittel der Saison auf dem deutschen Kurs statt! Gerade in Deutschland musste Stuck im Titelkampf aber eine herbe Niederlage einräumen. Er wurde von Stallgefährten Depailler geschlagen Zweiter, vor Jabouille. Damit wuchs sein Rückstand in der Gesamtwertung auf acht Punkte an. Er konnte nur noch dann Meister werden, wenn er das Finale gewinnt und Depailler dabei das Ziel nicht unter die ersten sechs erreicht: Depailler (45), Stuck (37), Laffite (27), Jabouille (20), Purley (13).

Beim finalen Rom-GP fiel also die Entscheidung zwischen Depailler und Stuck. Wieder holten sich beide einen Doppelsieg, wieder allerdings mit Depailler vor Stuck. Damit war auch klar: Depailler wurde Meister. Und das Ergebnis des Rom GP entsprach auch den ersten drei in der Gesamtwertung: Depailler (54), Stuck (43) und Laffite (31). Dahinter noch Jabouille (20) und Purley (13).

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