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Serie: GP2 - Französische Meisterjahre: 13. Jean-Pierre Beltoise 1968

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: GP2 - Französische Meisterjahre: 13. Jean-Pierre Beltoise 1968

von Michael Zeitler

In den letzten Folge geht es um den ersten F2-Meister: Jean-Pierre Beltoise.

 

| Monza (!NS!DE-RAC!NG) - Er war also der erste im Bunde, der erste Franzose, der die zweite Liga gewonnen hat. Es war die zweite Saison der F2-EM, nachdem es schon seit Jahrzehnten F2-Rennen gab. Aber keine Europameisterschaft. Es gab in den 30er Jahren die Voiturette-Meisterschaft, die einen hohen Stellenwert (aber als Nummer zwei) im GP-Sport hatte. Jacky Ickx wurde 1967 der erste F2-Europameisterschaft, Beltoise trat 1968 in seine Fußspuren. Wer war dieser Beltoise? Nun, der Franzose kam vom Motorradsport, stieg dann auf vier Räder um. Ehe er F2-Europameister wurde, lag sein F1-Debüt längst zwei Jahre zurück. Beltoise war unter seinen Fahrerkollegen nicht beliebt, seine Fahrweise wurde als gefährlich erachtet. Als er bei einem Sportwagenrennen 1971 für den tödlichen Unfall von Ignazio Giunti verantwortlich gemacht wurde, wurde ihm sogar die Rennlizenz entzogen kurzfristig. Das Highlight seiner 86 WM-Rennen: Sieg beim Monaco GP 1972. Wie Jarno Trulli konnte Beltoise also nur einen Grand Prix gewinnen, dafür aber den bedeutenden Klassiker im Fürstentum. Seine beiden Söhne Anthony und Julien Beltoise haben sich ebenfalls als Rennfahrer einen Namen gemacht. Anthony schaffte es 1997 bis in die zweite Liga, der Formel-3000: Er fuhr aber recht erfolglos für das Team von Ferdinando Ravarotto.

Bereits beim Saisonauftakt in Hockenheim gewann Jean-Pierre Beltoise mit seinem Werks-Matra-Cosworth. Er siegte vor seinem Teamkollegen Henri Pescarolo und Piers Courage, der einen Brabham Ford für das Team von Frank Williams fuhr. Das Ergebnis wurde an jenen verregneten 7. April zur Nebensache: Jim Clark verlor bei einem Unfall mit seinem Lotus Cosworth das Leben. Der Schotte, der in der Formel-1 der beste seiner Zeit war, fuhr damals wie so viele andere F1-Fahrer in der Formel-2, um das Taschengeld mit den Preis- und Startgelder aufzubessern. Wohl wegen eines Reifenschadens verlor er die Kontrolle seines Rennwagens und krachte gegen einen Baum.

Auch in Thruxton wurde Beltoise als Sieger gewertet, dieses Mal gewann aber einer der nicht punktberechtigten F1-Fahrer: Jochen Rindt. Auf Rang drei kam Derek Bell mit einem Brabham Ford Cosworth des Church-Farm-Teams. Die Top-5: Beltoise (18), Pescarolo, Bell (je 6), Courage, Oliver (je 4). Beim Madrid GP gab es den dritten Sieg für Beltoise – dieses Mal auch wieder ein echter. Dahinter kamen der nicht punktberechtigte Rindt und der Deutsche Kurt Ahrens jr. ins Ziel. Erwähnenswert sind auch die zwei Punkte, die sich Jorge de Bagration sichern konnte. Er war zwar spanischer Staatsbürger, wurde 1991 aber anerkanntes Oberhaupt des ehemaligen georgischen Königshauses. Die Top-5: Beltoise (27), Pescarolo (10), Ahrens jr. (9), Bell (6), Courage, Oliver (je 4).

Rindt gewann das Rennen im Crystal Palace, volle Punkte kassierte aber Brian Redman als Zweiter. Er fuhr einen Lola Ford von David Bridges. Redman fuhr zwölf WM-Rennen, wurde Dritter beim Spanien GP 1968 im Cooper BRM, absolvierte aber nie eine volle Saison. Mitte der 70er Jahre hatte er mit dem Redman-Bright-Team einen eigenen Rennstall in der zweiten Liga, der Formel-3000. Die Top-5: Beltoise (27), Pescarolo (10), Ahrens jr., Redman, Regazzoni (je 9). Natürlich siegte Rindt auch zuhause beim Rennen in Trulln. Für die EM bedeutender war Rang zwei von Beltoise, vor Pescarolo. Damit vergrößerte Beltoise seinen Vorsprung in der Tabelle: Beltoise (36), Pescarolo (16), Ahrens jr. (13), Oliver (11), Redman, Regazzoni (je 9).

Beltoise gewann dann das Rennen in Zandvoort selber. Wieder wurde Pescarolo Zweiter, doch in der Gesamtwertung hinkte er hoffnungslos hinterher. Dritter wurde Richard Attwood in einem Tecno Cosworth von Ron Harris. Attwood war bereits seit 1965 in der Formel-1, seinen größten Erfolg hatte er aber auch 1968, beim Monaco GP als Zweiter. 1970 gewann er in einem Porsche und gemeinsam mit dem Deutschen Hans Herrmann die 24-Stundenrennen von Le Mans. Die Top-5: Beltoise (45), Pescarolo (22), Ahrens jr. (13), Oliver (11), Redman, Regazzoni (je 9).

Obschon Beltoise beim Mittelmeer-GP ausgefallen ist, wurde er in Enna zum Meister. Denn Henri Pescarolo kam nicht über Rang acht hinaus, dafür gab es noch einen Punkt, weil zwei Nicht-WM-Fahrer vor ihm ins Ziel kamen. Jochen Rindt zum Beispiel, der mal wieder ein Rennen für sich entschieden hat. Piers Courage wurde als Erster gewertet, obschon als Zweiter im Ziel. Der Punktgewinn für Pescarolo reichte nicht mehr, bei noch zwei auszustehenden Rennen die 22 Punkte Rückstand auf Beltoise aufzuholen. Die letzten beiden Rennen in Hockenheim und Vallelunga gewann Ernesto Brambilla. Der Endstand: Beltoise (48), Pescarolo (31), Brambilla (26), Bell (15), Oliver (14).

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