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Serie: Formel 1 - Historie des Kanada GP: Teil 4

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: F1: Historie des Kanada GP (4)

von Michael Zeitler

 

Lesen Sie im 4. Teil unserer Story über den Kanada GP mehr üner die Rennen der letzten Jahre und zur Wall of Champions.

 

Alesis Sternstunde 1995
Emotionale Siegesmomente gab es 1995 in Kanada. Wenn es um Auflistungen derer Fahrer geht, die richtig stark waren, aber nie einen WM-Titel einfuhren, so wird natürlich ein Stirling Moss stets genannt. Immerhin wurde der Brite auch mehrfach Vizemeister. Aber auch Jean Alesi taucht auf dieser Liste auf, die auch die Namen Clay Regazzoni oder Carlos Reutemann trägt. Und das obwohl Alesi nur einen einzigen Grand Prix in seiner Karriere gewann – den Kanada GP 1995. Der Italo-Franzose war oft nah dran, sowohl nach seinem Sieg in Kanada, als auch zuvor. Aber nur in Kanada 1995 klappte es. Doch auf der Ausrollrunde ging dann sein Ferrari kaputt und Michael Schumacher nahm Alesi Huckepack auf seinem Benetton Renault mit auf die Ehrenrunde. Alesis Freude über den Sieg war emotionell rührend und einmalig zu gleich. So feiern manche nicht mal den Gewinn einer F1-Weltmeisterschaft! Es war Alesis 31. Geburtstag!

Aber nicht nur Alesi durfte jubeln, sondern auch das komplette Jordan-Team: Die beiden Jordan-Peugeot-Piloten Rubens Barrichello und Eddie Irvine stiegen mit Alesi auf das Podium. Das Rennen wurde von Michael Schumacher dominiert, doch der Deutsche, der 1996 Alesis Cockpit bei Ferrari übernahm und Alesi im Gegenzug seines bei Benetton, bekam gegen Ende ein elektronisches Problem und kam nur als 5. ins Ziel. Auch Schumachers WM-Rivale Damon Hill hatte Pech: Auch sein Williams Renault ging kaputt. Und so war es der Tag der Außenseiter – mit Alesi als Sieger und beiden Jordan-Fahrern auf dem Podium!

1996 war der Kanada GP eine Prozession von Williams. Nicht aber Lokalmatador Jacques Villeneuve gewann, sondern Damon Hill. Hill startete auch von Pole Position und hatte ein leichtes Rennen, nachdem Michael Schumacher in der Startaufstellung seinen Ferrari-Motor abwürgte und von ganz hinten starten musste. Die Ausgabe 1997 in Kanada wurde von einem schweren Unfall überschattet: Olivier Panis bretterte seinen Prost Mugen Honda mit voller Wucht in die Reifenstapel und zog sich mehrere Beinbrüche zu. Schade für den Franzosen: Er war bis zum Kanada GP gut unterwegs und holte konstant Punkte, lag deshalb auch auf Platz 3 in der Gesamtwertung. Der Unfall sorgte natürlich dafür, dass er für längere Zeit außer Gefecht gesetzt war. Der Unfall passierte in der Schlussphase des Rennens. Bereits am Start hatte Panis eine Kollision mit Mika Häkkinen, die dem McLaren-Mercedes-Fahrer das Rennen kostete. Gewonnen hat das Rennen Michael Schumacher im Ferrari vor Jean Alesi im Benetton Renault. Überraschend auf Platz 3 kam nach einer herausragenden Leistung Giancarlo Fisichella im Jordan Peugeot.

Auch der Kanada GP 1998 war wieder Schauplatz eines spektakulären Unfalls: Im Startgetümmel stieg der Benetton Playlife von Alexander Wurz in die Höhe und überschlug sich spektakulär. Der Österreicher funkte noch während des Unfalls an die Box, die Crew solle doch bitte den Einsatzwagen bereit machen. Den brauchte Wurz auch, denn der Start wurde abgebrochen. Wurz fuhr tatsächlich auch beim Re-Start wieder. Das Rennen war packend und geprägt von einigen Safety-Car-Phasen. Gewonnen hat das Rennen Michael Schumacher, aber nicht ganz unumstritten: Der Ferrari-Pilot drängte nämlich beim Herausfahren aus der Boxengasse seinen deutschen Landsmann Heinz-Harald Frentzen (Williams Mécachrome) in einem harten Duell ab.

Die Mauer der Weltmeister
Die letzte Schikane am GP-Kurs in Montréal ist etwas heikel. Fährt man zu weit über die Abweiser, hebt das Auto leicht ab. Die Lenkbewegung wird erst mit Verzögerung übertragen und weil am Ausgang der Kurve eine Mauer nicht weit von der Strecke ist, um nicht zu sagen, direkt an der Strecke dran, landet man schnell in der Mauer. Was sich aber im kanadischen Grand Prix 1999 abspielte, war ein historisches Rennen, in welchem die Mauer den Namen „Die Mauer der Weltmeister“ oder die „Wall of Champions“ bekam. Und das kam nicht von ungefähr: Im Fahrerfeld von 1999 waren genau 3 Weltmeister: Damon Hill (Jordan Mugen Honda), Jacques Villeneuve (BAR Supertec) und Michael Schumacher (Ferrari). Alle 3 landeten in exakt dieser Mauer, der Reihe nach Hill (15. Runde), Schumacher (30. Runde) und Villeneuve (34. Runde). Auch in den folgenden Jahren krachten immer wieder Fahrer in diese Mauer, die mittlerweile ein Stück nach hinten versetzt wurde.

2000 begann es im Verlauf des Rennens leicht zu regnen. Aber das hinderte Ferrari nicht daran, einen Doppelsieg einzuheimsen. Michael Schumacher gewann vor Rubens Barrichello und Überraschungsmann Giancarlo Fisichella, der im Benetton Supertec eine ansprechende Leistung bot und noch vor Mika Häkkinen ins Ziel kam. 2001 gab es einen historischen Doppelsieg in der Formel-1: Mit Ralf Schumacher (BMW Williams) und Michael Schumacher (Ferrari) belegte erstmals ein Bruderpaar die ersten beiden Plätzen bei einem F1-Rennen. Es war ein Podest mit lauter Jubelnden, denn auch Mika Häkkinen konnte sich über Platz 3 freuen: Es war der erste Podestplatz in einer völlig verpatzten Saison für den McLaren-Mercedes-Star. Wie üblich präsentierte sich auch der Kanada GP 2002 als spannend: Michael Schumacher gewann das Rennen, aber er profitierte auch ein wenig vom Pech der Konkurrenten: Juan Pablo Montoya holte mit riesigen Schritten auf, als ihm letztlich der BMW-Motor im Williams-Heck platzte. Auch David Coulthard, der noch aufholte, kam Schumacher nicht mehr nahe genug. Innerhalb von wenigen Sekunden kamen beim die Erstplatzierten beim Kanada GP 2003 ins Ziel. Wieder gewann dabei Michael Schumacher – und wieder wurde es ein Bruderdoppelsieg durch Ralf Schumacher auf Platz 2.

Der Kanada GP 2004 kam in die Schlagzeilen, weil Timo Glock aus deutscher Sicht in diesem Rennen seinen Einstand gab: Der Jordan-Ford-Pilot ersetzte Giorgio Pantano, dessen Sponsoren nicht mehr zahlungskräftig genug waren. Glock fuhr als 7. auch prompt in die Punkte – noch vor seinem Teamkollegen Nick Heidfeld. Glock profitierte aber von einem Problem von Heidfeld an der Boxengasse, sowie von den Disqualifikationen der beiden BMW-Williams- und Toyota-Fahrer, die wegen zu großen Bremsbelüftungen disqualifiziert wurden. Und Ralf Schumacher kam im BMW Williams hinter Bruder Michael immerhin als 2. ins Ziel. Auch Montoya und die beiden Toyota-Fahrer Cristiano da Matta und Olivier Panis sammelten Punkte.

2005 gab es den nächsten Wahnsinns-Kanada-GP. Er begann mit einem Raketenstart der beiden Renault-Piloten Giancarlo Fisichella und Fernando Alonso, wodurch beide in Führung kamen. Fisichella, der meist im Schatten seines Teamkollegen stand, fuhr ein absolut brilliantes Rennen und dominierte zunächst. Bis zu 34. Runde, dann schied der Italiener mit einem Hydraulikschaden aus. Alonso erbte die Führung, behielt diese aber nur 5 Runden inne – dann landete er nach einem Fahrfehler in einer Mauer! Nun führten die beiden McLaren-Mercedes-Fahrer Juan Pablo Montoya und Kimi Räikkönen. Als wegen des Unfalls von BAR-Honda-Pilot Jenson Button das Safety Car kam, tauschten Montoya und Räikkönen die Plätze. Montoya unterlief ein folgendschwerer Fehler: Er fuhr aus der Boxengasse, obwohl die Ampeln rot waren. Das ist in Kanada keine Seltenheit: 2007 wurden Felipe Massa und Giancarlo Fisichella wegen den gleichen Vergehen disqualifiziert. In Montréal kommen solche Situationen deshalb so oft zu Stande, weil der Weg durch die Boxengasse trotz der Temposchränkung theoretisch der Schnellere wäre – vor allem wenn das Safety Car auf der Strecke ist. Gewonnen hat das Rennen Räikkönen vor den beiden Ferrari-Piloten Michael Schumacher und Rubens Barrichello, die ansonsten 2005 eigentlich nicht viel zu feiern hatten. 2006 gab es in Kanada ein historisch betrachtet, erstaunliches Podest: Es standen nämlich 3 Weltmeister ganz oben: Fernando Alonso (Renault) gewann vor Michael Schumacher (Ferrari) und Kimi Räikkönen (McLaren Mercedes). MZ

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