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Serie: Australischer Glanz alter Tage: Die Tasman-Serie: 4. 1968/1969

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Australischer Glanz alter Tage: Die Tasman-Serie: 4. 1968/1969

 von Michael Zeitler

Diese beiden Jahre waren die letzten, in denen die großen Stars in dieser Fülle nach Tasmanien kamen.

| Silverstone (!NS!DE-RAC!NG) -

1968:
Jim Clark legte 1968 noch einen drauf. Zum dritten Mal, zum zweiten Mal in Folge wurde er Tasman-Meister. Der Schotte, der damals als einer der besten Fahrer seiner Zeit galt, schaffte das, obgleich er in den ersten beiden Rennen in Pukekohe zum Neuseeland GP und in Levin ausgeschieden ist! Die Saison 1968 war im Vergleich zur Vorsaison aber um zwei Rennen verlängert worden und umfasste nun acht Läufe. Dadurch war der Rückstand von Clark noch aufholbar.

Gewonnen hat die ersten beiden Läufe Chris Amon, der neuseeländische Lokalmatador. Auch er gilt als einer der besten Fahrer, nicht unbedingt nur seiner Zeit, aber auf jeden Fall von den Fahrern, die nie ein F1-WM-Rennen gewinnen konnte. So oft war Chris Amon nah dran, aber nie kreuzte er die Ziellinie als Erster nach der festgelegten Distanz. Eine Mischung aus technischen Gebrechen, persönlichen Charakterzügen (wenn’s nicht lief, dann konnte Amon nicht richtig flott fahren) und anderen Zwischenfällen verhinderten einen GP-Sieg in der WM. Dass er Rennen auf Top-Niveau gewinnen kann, das zeigte er unter anderem 1968 in der Tasman-Serie. Amon fuhr dabei mit Ferrari-Boliden, setzte die aber privat mit einer Mannschaft ein. Das war eine Übung, später gründete Amon selbst einen Rennstall, der auch eigene F1-Fahrzeuge baute – aber das Projekt war bei weitem nicht ein solcher Erfolg wie das seines Landsmannes Bruce McLaren. Immerhin existiert das McLaren-Team noch heute, feierte in diesen Tagen sogar den 700. Grand Prix im Rahmen der WM!

Beim Auftakt in Pukekohe wurde übrigens Frank Gardner Zweiter. Er fuhr immer noch für das Team von Alec Mildren und immer noch mit einem Brabham, inzwischen aber motorisiert mit einem Alfa-Romeo-Motor. Dritter wurde Piers Courage, der einen McLaren Ford Cosworth privat einsetzte. Courage wurde in Levin auch Zweiter, vor Jim Palmer, der den gleichen Boliden wie Courage fuhr, ebenfalls privat eingesetzt.

In Wigram kam Clark erstmals ins Ziel – und siegte auch sofort, vor Amon und Denny Hulme, der einen Brabham Ford Cosworth kutschierte. Die Siegesserie von Clark wurde in Teretonga, dem Neuseeland-Abschluss, noch einmal unterbrochen, von Bruce McLaren, der nach diesem Rennen auch keine weiteren Läufe der Tasman-Serie 1968 aktiv besuchte. McLaren, der längst seinen eigenen F1-Rennstall hatte, fuhr bei dem Rennen einen Werks-BRM. Starts bei Konkurrenzteams waren damals also noch nicht verpönt. Clark verwies Gardner hinter McLaren immerhin auf Rang drei.

Dann, es ist bereits angedeutet worden, legte Clark los. Es folgten die Tasman-Siege Nummer zehn, elf und zwölf für den Schotten. Clark holte Amon in der Meisterschaft erst ein und überholte ihn schließlich. Es half, dass sich andere Fahrer zwischen ihm und Amon pflanzten. Zum Beispiel der zurückgekehrte Graham Hill, der für das Lotus-Team unterwegs war und Surfers Paradise und Warwick Farm auf Rang zwei fuhr. In Sandown zum Australien GP wurde Amon wieder Zweiter, vor Graham Hill.

Zum Abschluss in Longford wurde Clark wieder geschlagen, aber nicht von Amon, sondern von Piers Courage, der vor BRM-Pilot Pedro Rodriguez und Gardner siegte. Clark wurde Fünfter, Amon Siebter – das ergab folgenden Endstand: Clark (44), Amon (36), Courage (34), Hill, Gardner (je 17).

1969:
Jim Clark konnte seinen Titel 1969 nicht mehr verteidigen. Kaum ging die Saison in Europa los, so stürzte Clark in ein Unglück: Beim F2-Rennen in Hockenheim krachte er mit seinem Lotus Ford Cosworth gegen einen Baum und war tot. Der beste Fahrer seiner Zeit. Der Vizemeister der Tasman-Meisterschaft 1968 wurde Nachfolger von Clark als Tasman-Meister, Vizemeister Jochen Rindt aus Österreich, in Mainz geboren, wurde der neue Star bei Lotus – und verstarb 1970 selbst in einem Lotus-Fahrzeug beim Italien GP.

Amon fuhr wieder einen Ferrari, dieses Mal übernahm die Scuderia Veloce von David McKay. Beim Auftakt, dem Neuseeland GP, gewann Amon vor Jochen Rindt und Piers Courage, dessen Brabham vom Williams-Team betreut wurde, das noch heute Teil des F1-Zirkuses ist. Dass diese Reihenfolge – Amon-Rindt-Courage – auch das Endergebnis der Saison 1969 sein würde, konnte man zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen, deutete sich aber bald an. Amon legte in Levin gleich nach, vor Courage und Frank Gardner, der Mildren die Treue hielt. Neu aber war, dass Mildren inzwischen selbst einen Formel-Rennwagen für die Tasman-Serie baute. Der Mildren Mono wurde von einem Alfa-Romeo-V8 angetrieben.

Rindt, der in Levin nicht ins Ziel kam, gewann den Lauf in Wigram. Rindt führte dabei einen Lotus-Doppelsieg an, weil Graham Hill auf Rang zwei fuhr und damit Amon auf Rang drei verdrängte. Amon wurde auch beim Neuseeland-Abschluss in Teretonga Dritter, wieder hinter Hill, aber der Sieger hieß anders: Piers Courage.

Dann aber, beim Australien GP, kam die Revanche von Amon: Er siegte vor seinem Teamkollegen Derek Bell und Leo Geoghegan, der einen Repco-Motor (der australische Hersteller wurde mit Brabham Weltmeister in der Formel-1) in einen Lotus 33 baute und diesen privat in der Tasman-Serie 1969 gefahren ist. In Warwick war es wieder Rindt (vor Bell und Gardner), der siegte, beim Finale in Sandown aber siegte Amon vor Rindt und Jack Brabham – und wurde damit Meister. Als zweiter Neuseeländer nach Bruce McLaren 1964. Der Endstand: Amon (44), Rindt (30), Courage (22), Bell (21), Hill (16).

 

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