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Serie: Australischer Glanz alter Tage: Die Tasman-Serie: 5. 1970-1972

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Australischer Glanz alter Tage: Die Tasman-Serie: 5. 1970-1972

 von Michael Zeitler

1970 wurde die Tasmanien-Serie nationaler.

| Silverstone (!NS!DE-RAC!NG) -

1970:
Mit dem neuen Jahrzehnt begann 1970 auch eine neue Ära in der Tasman-Serie. Die F1-Teams und zum Großteil der Fahrer mieden es inzwischen, den Winter in Neuseeland und Australien zu verbringen. Die meisten Fahrzeuge, die nun eingesetzt wurden, kamen aus der Formel-5000. Die Gründe für die plötzliche Abwertung: Der Motorsport begann professioneller zu werden, Sponsoren finanzierten immer mehr die Aktivitäten der Teams, die Fahrer und Teams waren nicht mehr zwingend auf Start- und Preisgelder angewiesen. Stattdessen kamen auch Testfahrten immer mehr in Mode. Dieser schleichende Prozess wurde vier Jahre später von Niki Lauda bei Ferrari weiter ausgebaut und ist heute nahezu ausgereift.

Apropos Ferrari: Der Tasman-Meister 1970 fuhr mit demselben Ferrari, wie der Vorjahresmeister Chris Amon, der sich nicht zur Titelverteidigung in seine Heimat aufmachte. Der Meister Ferrari 246T, mit acht Zylindern und 2,4 Liter Hubraum, obwohl mehr als doppelt so viel Hubraum erlaubt war, wurde von Chris Lawrence gefahren, einem Neuseeländer, der den Ferrari privat einsetzte. Lawrence fuhr nie ein F1-WM-Rennen, war in Tasmanien, in Südosteuropa, in Japan, in der australischen Formel-1 und in vielen anderen Formel-Sportarten in diesem Raum eine große Nummer. Lawrence gewann 1970 den Auftakt der Tasmanien-Serie in Levin. Es war sein einziger Saisonsieg, aber Lawrence punktete wortwörtlich durch konstante Platzierungen im vorderen Bereich des Feldes.

Den prestigeträchtigen Neuseeland GP gewann Frank Matich. Der Australier war im australischen Formel-Sport ebenfalls eine große Nummer und baute später sogar eigene Matich-Sportwagen. In der F1-WM tauchte er nie auf. Beim Neuseeland GP setzte sich Matich immerhin gegen den zweitplatzierten Derek Bell durch, der als einer der wenigen europäischen Stars den Weg nach Tasmanien ging. Er fuhr dabei einen Brabham Ford Cosworth für das Wheatcroft-Team. Matich übrigens war mit einem McLaren Chevrolet unterwegs, der die vollen erlaubten fünf Liter Hubraum ausschöpfte. Matich schickte dabei ein eigenes Einsatzteam mit. Dritter wurde Lawrence.

Matich ließ einen zweiten Sieg in Wigram folgen, vor Ron Grable (McLaren Chevrolet) und Max Stewart, der in seinem Werks-Mildren einen australischen Waggott-Motor eingebaut hatte, allerdings nur ein kleiner Zwei-Liter-Vier-Zylinder. Stewart war in Australien mehrfach nationaler Meister und F2-Champion, kam aber auch nie in die Formel-1. Graham McRae kam 1973 immerhin für ein Rennen in die F1-WM, als er beim Großbritannien GP einen Iso-Marlboro-Cosworth für das Williams-Team gefahren ist, allerdings ausschied. McRae baute eigene Formel-Rennwagen, die er bei nicht zur WM zählenden F1-Rennen und anderen Rennserien auch einsetzte. In der Tasmanien-Meisterschaft 1970 fuhr er mit einem McLaren Chevrolet von Crown Lynn. McRae siegte auch beim Australien-Auftakt in Surfers Paradise 1970, vor Kevin Bartlett, der 1970 für Webster auch IndyCar fuhr und Lawrence.

Bartlett siegte mit seinem Mildren Waggott auch in Warwick Farm, es folgte zum Saisonabschluss auch noch ein Triumph von Neil Allen, der einen privaten McLaren Chevrolet einsetzte. McLaren baute damals F5000-Rennwagen und verkaufte sie. Damals kam die Idee von Rennwagenverkäufen auf, um damit Geschäft zu machen. Immer mehr folgten dem Muster, es gründeten sich auch immer mehr reine Rennwagenschmieden. Heute werden in vielen Nachwuchsserien ausnahmslos Rennwagen von solchen Firme, oft Dallara, ab und an noch Lola, eingesetzt. In den aller meisten Fällen sogar als Monopol. Der Endstand 1970: Lawrence (30), Matich (25), Bartlett, Stewart (je 19), McRae (18).

1971:
Frank Matich wurde auch 1971 Vizemeister, der Meister wechselte aber – was in den folgenden Jahren nicht mehr so oft der Fall sein würde. Schon beim Auftakt siegte der spätere Meister Graham McRae. Nach wie vor fuhr er für Crown Lynn einen McLaren Chevrolet. Zweiter wurde Neil Allen, der das folgende Rennen in Pukekohe für sich entschied, in einem privaten McLaren Chevrolet. McLaren gab damals also klar den Ton an. Auf Rang drei kam übrigens in Levin Chris Amon, der nun wieder, allerdings unregelmäßig, an der Tasmanien-Serie teilgenommen hat – allerdings ohne einen Sieg 1971 für sich verbuchen zu können.

Nach dem Sieg von Allen in Pukekohe schlug McRae in Wigram zurück: Sieg vor Frank Matich in einem McLaren Repco Holden. Der Australier wurde damals drei Mal in Folge Zweiter, in Teretonga wieder hinter Allen. Anschließend siegte Frank Gardner, der zu jenem Zeitpunkt bereits acht WM-Rennen gefahren ist und in Warwick mit einem Werks-Lola-Chevrolet Chris Amon und Kevin Bartlett besiegte. Die letzten zwei Rennen gingen dann also an McRae und Matich. Der Endstand: McRae (35), Matich (31), Allen (27), Gardner (18), Amon (15).

1972:
Die Saison 1972 umfasste acht Rennen. Zum zweiten Mal in Folge holte McRae den Titel. Inzwischen fuhr er mit einem Leda-Rennwagen, also keinem Chassishersteller, der in der Formel-1 bekannt war. Die Tasmanien-Serie spaltete sich folglich von der Formel-1 noch weiter ab, auch wenn es weiterhin auch McLaren-Fahrzeuge gab, meistens aber F5000-Rennwagen.

Der Neuseeland GP bildete den Auftakt der Saison. Mit Frank Gardner wurde das Rennen von einem ehemaligen F1-Fahrer gewonnen. Dahinter kam Mike Hailwood ins Ziel, der für Surtees neben der Tasmanien-Serie auch in der F1-WM fuhr. Wie John Surtees, dem einzigen Fahrer, der bisher auf zwei und vier Räder Weltmeister wurde, kam Hailwood vom Motorradsport in den Formel-Sport – auch wenn er in beiden nicht so erfolgreich war wie sein britischer Landsmann. Hailwood brauchte jedes Rennen im Formel-Rennwagen, um Erfahrung zu sammeln. Deshalb fuhr er in einem Surtees auch in der Tasmanien-Meisterschaft im Winter mit. In den Surtees wurde sogar ein Chevrolet-Motor gebaut, der besser zu den Regeln passte. Auf Rang drei kam ebenfalls ein Brite ins Ziel: David Hobbs mit einem privat eingesetzten McLaren Chevrolet.

Die folgenden zwei Rennen wurden von McRae gewonnen. In Wigram kam Hailwood hinter ihm ins Ziel, zuvor in Levin hieß der zweitplatzierte Frank Matich. Der Australier fuhr erstmals mit einem eigenen Matich-Rennwagen mit, angetrieben von einem Repco-Holden-Motor. Repco baute in den 60er Jahren auch für Brabham Motoren und wurde 1967 sogar Weltmeister. In Levin also verdrängte Matich Hailwood auf Rang drei. In Wigram wurde Kevin Bartlett Dritter, der den folgenden Lauf in Teretonga mit seinem privaten McLaren Chevrolet gewinnen konnte, vor dem Belgier Teddy Pilette, der aus einer Rennfahrerfamilie stammt.

Den Australien-Auftakt in Surfers Paradise, wo auch die IndyCars gerne Halt gemacht haben, gewann wieder McRae, vor dem Lola-Chevrolet-Fahrer Frank Gardner, der nun drei zweite Plätze in Folge eingefahren hat. In Warwick Farm hinter Matich, in Sandown wieder hinter McRae. Das Rennen in Adelaide, später der GP-Kurs für die Formel-1, wurde von David Hobbs gewonnen. Der Endstand: McRae (39), Hailwood (28), Gardner (27), Matich (22), Hobbs, Bartlett (je 20).

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