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Serie: Alle britischen GP-Sieger: Teil 3

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Alle britischen GP-Sieger: Teil 3

von Michael Zeitler

Vom Bad-Boy Lewis Hamilton bis zum Gentleman-Driver Peter Collins. Teil 3.

| Budapest (!NS!DE-RAC!NG) - 

Bester aktueller Akteur: Hamilton
Ein solcher F1-Stand ist selten: Gleich in seiner ersten F1-Saison 2007 kämpfte Lewis Hamilton um den WM-Titel – und unterlag nur um einen Punkt, war aber punktgleich mit dem damaligen amtierenden Doppelweltmeister und Teamkollege Fernando Alonso! Natürlich war das nur möglich, weil Hamilton eine Vorbereitung in der Formel-1 genoss, die seinesgleichen sucht – und weil er mit dem McLaren Mercedes ein konkurrenzfähiges Auto hatte. Trotzdem: Hamiltons Talent in der Formel-1 ist unbestritten, auf einer Runde gilt er als einer der schnellsten Fahrer im Feld, wenn nicht sogar der schnellste Fahrer. Mit seinen drei GP-Siegen aus der Saison 2011 hat Hamilton inzwischen 17 GP-Siege. Tendenz steigend. Denn 2011 galt eher als ein schlechtes Jahr für den ersten dunkelhäutigen Weltmeister. Zu aggressiv auf der Strecke, zu sehr abgelenkt von Boulevard-Geschichten daneben. Das Duell gegen seinen Landsmann und Teamkollegen Jenson Button elektrisiert. Button ist smart, Button fährt reif und intelligent – aber vom Grundspeed her eben nicht so flott wie Hamilton. Trotzdem wurde Button 2011 Vizemeister, nicht Hamilton.

Button selbst steuert zwölf GP-Siege bei und liegt damit in der britischen Liste auf Rang zehn. Drei davon kommen aus der Saison 2011, doppelt so viel aus seiner WM-Saison 2009. Das war das Jahr, in dem der Knoten sich öffnete und Button überraschend Weltmeister wurde. Überraschend deshalb, weil viele Button das nicht mehr zugetraut haben. Er wurde schlicht nicht in eine Kategorie wie die großen Champions geschoben – und das Team, für das er fuhr, sperrte zu, wurde in letzter Sekunde an den damaligen Teamchef Ross Brawn verkauft. Aber wurde trotzdem Weltmeister. Es ist eines von so vielen Sport-Märchen. Seit 2010 fährt Button für McLaren, der Schritt war mutig, hat sich aber ausgezahlt: Er kann viel besser mit Hamilton Schritt halten, als man sich das vorgestellt hatte.

Zwischen Hamilton und Button liegen in der britischen Liste auch noch James Hunt, David Coulthard und John Surtees. Hunt kommt auf 14 Siege – und mindestens so viele halbe Bier pro GP-Wochenende. Mit keinem anderen Fahrer verbindet man Sex, Drugs and Rocken Roll mehr als mit James Hunt. Ein Überbleibsel der Hippi-Zeit, mitten in der knallharten Rennsportbranche der 70er Jahre. Er suchte die Ideallinie auf der Strecke – und die Idealkurven abseits davon. Ein Lebemann, der sein Leben mit dem Leben bezahlen musste. 1993 verstarb er an einen Herzinfarkt.

Coulthard und Surtees gewannen je 13 GP-Rennen. Coulthard hat immer einen flotten Spruch auf der Lippe. Auch er ist ein Genießer des Lebens – in seiner Jugendzeit allerdings nicht unbedingt. Die Anforderungen des Rennsports mit all den inzwischen athletischen Ansprüchen haben zu einer Essstörung geführt. Coulthard ist einer der letzten Fahrer, die sich immer wieder mit dem Tod auseinandersetzen mussten. 1994, als er das vakant gewordene Williams-Cockpit des verstorbenen Ayrton Senna übernahm und damit sein F1-Debüt gab, oder 2000, als er dem Tod bei einem Flugzeugabsturz nur knapp über der Klippe gesprungen war. Noch heute ist Coulthard als Sympathieträger Berater bei Red Bull, war erst letzte Woche wieder bei Demofahrten im Einsatz. Daneben fährt er für Mercedes in der DTM.

Surtees wird in Erinnerung bleiben, als der Fahrer, der sowohl auf zwei, wie vier Räder Weltmeister wurde. Das könnte auch in der Zukunft so bleiben, denn noch nie waren die Trennlinien zwischen dem Motorradsport und dem Automobilrennsport so deutlich, wie aktuell. Trotz der Bemühungen von Ferrari, einen dritten Wagen für den Motorrad-Rekord-Weltmeister Valentino Rossi an den Start zu bringen. Der Italiener, so genial wie er auf dem Motorrad ist, er hätte in der Formel-1 wohl nur wenig gerissen.

Brooks und Collins – Gentleman-Fahrer
Tony Brooks und Peter Collins steuerten jeweils sieben GP-Siege bei. Brooks kommt in der WM auf sechs Siege. Doch dann würde man seinen eigentlich ersten F1-Sieg vergessen, den Sizilien GP 1955, als er mit einem Aston Martin sein erstes F1-Rennen überhaupt gewann. Es war ein Lauf, der nicht zur Fahrermeisterschaft zählte, für den es also keine Punkte gab, der aber dennoch sehr beliebt war. Brooks war ein Gentleman-Fahrer. Statt Samstagabend vor dem Rennen vorzeitig zu feiern, verpasste er als strenger Katholik keinen Gottesdienst am Sonntagmorgen. Noch mehr Gentleman als der Vizemeister von 1959 (auf Ferrari) war Peter Collins. Er gehörte eher zu den Partylöwen, war aber teamintern mehr als sozial. 1956 überreichte er seinen Ferrari an Juan-Manuel Fangio beim Saisonfinale, als dieser ausschied. Wohlwissend, dass Collins damit seine Chancen auf den Titel vergab und Fangio zum Weltmeister machen könnte. Später sollte er argumentieren, dass er ja noch jung sei und im Gegensatz zu Fangio noch mehrere Gelegenheiten bekommen würde, Weltmeister zu werden. Aber der Ferrari-Fahrer täuschte sich: Beim Deutschland GP 1958 überschlug er sich, schleuderte aus dem Wagen gegen einen Baum und verstarb.

Innes Ireland gilt bis heute als einer der schillernsten F1-Piloten der Geschichte. Der Schotte war für jeden Spaß zu haben. Der Spaß verging ihm, als er von Lotus Ende 1961 vor die Türe gesetzt wurde, obschon er beim USA GP 1961 den ersten GP-Sieg für Lotus holte! Angeblich wollte Lotus-Chef Colin Chapman damals lieber auf Jim Clark setzen. Auch Fahrerkollegen wie John Surtees fanden das Umgehen mit Ireland nicht lustig, Surtees verzichtete deshalb auf ein Angebot von Lotus. Ireland fuhr anschließend noch einige GP-Rennen für BRP, Reg Parnell und Bernard White, konnte aber an seinen F1-Sieg 1961 nicht mehr anknüpfen. Vier weitere Siege holte er bei Nicht-WM-Rennen.

John Watson gewann alle seine fünf GP-Siege auch innerhalb der WM. Fünf Siege sind nicht unbedingt viel, aber darunter sind ganz bedeutende: Sein erster GP-Sieg in Österreich 1976 war gleichzeitig auch der einzige Sieg in der F1-WM für das Penske-Team, das bis heute in der IndyCar, der so genannten amerikanischen Formel-1, ein Spitzenrennstall ist. Oder der Sieg beim US-GP in Long Beach 1983, als er im McLaren Ford Cosworth von Startplatz 22 aus gewann - bis heute Rekord! 1982 war auch seine beste Saison, er wurde Gesamt-3. Watson war ab 1984 nur noch Testfahrer bei McLaren und sprang nur fallweise ein, wenn ein Stammfahrer ausfiel. Über den Grund des Rücktritts gibt es bis heute Diskussionen: Waren es zu hohe Gehaltsforderungen, oder eine Beziehung mit der Witwe des verstorbenen Rennfahrers Ronnie Peterson, die Watson dazu drängte, den Helm an den Nagel zu hängen?

Eddie Irvine kommt aus dem britischen Teil von Irland. Und manchmal war er auch irre. Irvine ist ein Charakterkopf gewesen, der der Formel-1 gut getan hat. Draufgängerisch, einer der sich auch mal umschaute, wenn ein Boxenluder vorbeimarschierte. Irvine war aber auch erfolgreich: Vier GP-Rennen hat er gewonnen, zwei wurden ihm aber geschenkt. Als sich Michael Schumacher 1999 beim Großbritannien GP das Bein gebrochen hatte, war Irvine plötzlich bei Ferrari der Titelkandidat. Beim Deutschland GP bekam er für den Kampf um die WM-Krone von Schumacher-Ersatz Mika Salo einen Sieg geschenkt (der Finne ist deswegen nun sieglos), später beim Malaysia GP von Rückkehrer Michael Schumacher. Alle Siege von Irvine kommen aus der Saison 1999 - trotzdem wurde er nur Vizemeister. 2000 wurde er bei Ferrari durch Rubens Barrichello ersetzt, mit dem er gemeinsam schon bei Jordan gefahren ist. Danach fuhr er noch drei Saisons bei Jaguar, bevor Irvine aus der Formel-1 verschwand. Leiser, als wie er gekommen ist. Denn damals legte sich Irvine immer wieder mit Fahrern wie Ayrton Senna an und bekam für seine Kollisionen immer wieder Strafen. Wegen des Unfalls beim Brasilien GP 1994 wurde er sogar für drei Rennen gesperrt.

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