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Serie: Alle britischen GP-Sieger: Teil 4

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Alle britischen GP-Sieger: Teil 4

von Michael Zeitler

Der letzte Teil der Serie.

| Budapest (!NS!DE-RAC!NG) - 

Umstrittener Hawthorn
Wie Irvine ebenfalls auf vier Siege (drei in der WM, einer außerhalb davon) kommt Mike Hawthorn. Er war stets in der Öffentlichkeit in der Kritik. Angefangen mit dem Wechsel zu Ferrari nach Italien, wodurch er – so glaubten einige – in England sich dem Militärdienst entzog. Durch sein Nierenleiden hätte Hawthorn vermutlich eh nicht den Dienst antreten müssen, andererseits war er auch Spitzensportler. Sein Nierenleiden wurde oft für seine schwankende Form als Entschuldigung herangezogen, andere sahen die Formschwankungen eher als Resultat seiner Lebensweise, getreu dem Motor: Sag niemals nie – zum Alkohol und zu hübschen Frauen. Hawthorn hatte wegen seiner Kriegserlebnisse eine tiefe Abneigung gegenüber Deutschen und deutschen Rennautos. Womöglich trieb ihn das 1959 auch in den Tod, als er sich im öffentlichen Straßenverkehr ein Duell mit dem Rennstallbesitzer Rob Walker lieferte, der einen Mercedes pilotiert hat. Gefühlskälte wurde Hawthorn immer wieder nachgesagt. Nach seinem Sieg beim 24-Stundenrennen von Le Mans lächelte er, obschon bei dem Renen 84 Menschen getötet wurden – durch einen Unfall, an dem Hawthorn nicht unschuldig war, ganz im Gegenteil. Sein WM-Titel 1958 soll ein Ergebnis interner Bevorzugung bei Ferrari gewesen sein. Er bekam als einziger Werksfahrer Scheiben- statt Trommelbremsen. Dass Ferrari mit dem ins Alter gekommene Frontmotorenkonzept überhaupt den WM-Titel erlang, lag auch an der mangelnden Zuverlässigkeit der starken Vanwall-Rennwagen. Nichts desto trotz: Hawthorn wird in den letzten Jahren ein Wandel nachgesagt, unter den Fahrerkollegen wurde er immer beliebter. Hawthorn verlor im Rennsport Freunde wie Peter Collins, deshalb trat er nach seinem WM-Titel 1958 zurück.

Immerhin drei GP-Rennen gewann Johnny Herbert. Der Brite bewies damit, dass man auch an der Seite von Michael Schumacher Rennen gewinnen konnte. Schumacher genoss damals eine unangefochtene Nummer-1-Stellung, das erschwerte das Leben der Fahrer an seiner Seite. Alle drei GP-Siege von Herbert waren glücklich. Der Sieg beim Europa GP 1999 auf dem Nürburgring für das Stewart-Team (aus dem das heutige WM-Team Red Bull wurde), war ein Resultat eines absoluten Chaosrennens. Und dann eine beiden angesprochenen Siege 1995 im Benetton Renault. Sowohl bei seinem ersten GP-Sieg ausgerechnet vor heimischem Publikum in Silverstone, als auch später beim Italien GP, profitierte er von einer Kollision zwischen Michael Schumacher und Damon Hill, den beiden WM-Kandidaten. Herbert gilt als sympathische Persönlichkeit, dessen Karriere ohne seinen schweren F3000-Unfall 1988 in Brands Hatch einen ganz anderen Verlauf hätte nehmen können. Damals zeigte Williams Interesse an einer Verpflichtung Herberts. Noch immer ist er im Motorsport involviert, war 2006 F1-Sportdirektor bei Midland und aktuell immer wieder Rennkommissar bei GP-Rennen.

Alle guten Dinge sind drei und somit gab es auch drei Briten, die drei GP-Rennen gewonnen haben. Neben Herbert waren das auch noch Reg Parnell und Trevor Taylor. Parnell fuhr nur sechs WM-Rennen, beim ersten in der Geschichte, beim Großbritannien GP 1950, wurde er mit seinem Alfa Romeo Dritter. Die Siege holte sich Parnell alle außerhalb der WM, alle drei zwischen 1949 bis 1951 bei den vielen Rennen in Großbritannien. Schon in den 40er Jahren sammelte er GP-Rennen aus den 30er Jahren, sein Weg musste also irgendwann an die andere Seite der Boxengasse führen. Sein Reg Parnell Racing Team setzte zum Beispiel 1962 einen Lola Climax für John Surtees ein, was mit zwei zweiten Plätzen endete. Siege in der WM gab es keine. 1964 endete eine Blinddarmoperation für ihn tödlich. Sein Sohn Tim Parnell war ebenfalls Rennfahrer und Teamchef, unter anderem bei BRM. Trevor Taylor gewann alle seine drei GP-Rennen außerhalb der WM – und alle drei 1962, darunter der Sieg beim Mexiko GP. Damals fuhr er für das Lotus-Team. Insgesamt kommt er auf 27 WM-Rennen, für Lotus, BRP und Paul Emery.

Nur wenig GP-Siege vor 1950
Briten mit zwei GP-Siegen gibt es viele. Darunter Peter Gethin, der erst kürzlich einem Krebsleiden erlag. Gethin gewann den Italien GP 1971, eine Windschattenschlacht, die den bisher knappsten Zieleinlauf der GP-Geschichte hervorbrachte: Nicht weniger als fünf Fahrer kamen innerhalb von 0,61 Sekunden ins Ziel!

Unter den Briten mit zwei GP-Siegen ist aber auch eine Reihe von Vorkriegsfahrer. Williams Grover-Williams zum Beispiel. Grover-Williams spielte im Zweiten Weltkrieg eine große Rolle und wurde 1945 von den Nazis auch umgebracht. 1929 gewann Grover-Williams mit einem Bugatti den ersten Monaco GP der Geschichte, genauso auch den Frankreich GP. Dick Seaman war ein aufstrebender Fahrer Mitte der 30er Jahre. Erst 1934 begann er mit dem Rennsport, gewann auf Anhieb ein Rennen in der Voiturette-Klasse (heute GP2) und wurde 1937 ins Mercedes-Werksteam aufgenommen. Seine Mutter wollte nicht, dass Seaman für ein Team der Nationalsozialisten fahren würde, aber bei Mercedes strebte Seaman zu einem starken GP-Fahrer heran, gewann den Donington GP 1936 und den Deutschland GP 1938. Beim Belgien GP 1939 krachte er bei einem Unfall gegen einen Baum und verstarb. Henry Segrave war der erste Brite, der einen Grand Prix mit einem britischen Fahrzeug gewinnen konnte, als er 1923 den Frankreich GP mit einem Sunbeam für sich entschied. 1924 folgte ein weiterer Sieg beim San-Sebastian-GP in Spanien. Segrave suchte die Geschwindigkeit nicht nur auf der Straße, sondern auch im Wasser an in der Luft.

Mike Parkes war ein starker Sportwagenfahrer in den 60er Jahren, landete mit Ferrari zwei Mal auf Rang zwei beim 24-Stundenrennen von Le Mans. In der F1-WM fuhr er nur sieben Rennen, erlangte 1966 zwei zweite Plätze. 1967 gewann er die nicht zur WM zählenden F1-Rennen Sizilien GP und BRDC International Trophy. Beim Belgien GP jenes Jahres brach er sich bei einem Unfall beide Beine, in den 70er Jahren kehrte er nochmals als Sportwagenfahrer zurück, konnte an vergangene Erfolge aber nicht mehr anknüpfen. 1977 verstarb er bei einem Verkehrsunfall. Mike Spence gewann seine zwei GP-Rennen ebenfalls außerhalb der WM, darunter beim Südafrika GP 1967 im Lotus Climax. Tatsächlich stand er bei Lotus in jener Zeit im Schatten von Jim Clark.

Eintagsfliegen
Geoffrey Ansell gewann 1948 mit einem Vorkriegs-ERA einen Grand Prix. Bob Anderson, ein erfolgreicher Motorradfahrer, der auf vier Räder umstieg, fuhr in den 60er Jahren einige WM-Rennen mit einem privat eingesetzten Brabham Climax. Rang drei beim Österreich GP 1964 war das beste Resultat in der F1-WM, außerhalb davon gab es den Sieg beim Rom GP 1963 mit einem Lola Climax. In Belgien 1946 gewann Leslie Brooke mit einem ERA einen Grand Prix. Die in den 30er Jahren gebauten ERA erwiesen nach dem zweiten Weltkrieg wohl auch aus Mangel an Konkurrenz als siegreich und so durfte ein Jahr später bei einem Grand Prix Bob Gerard, der spätere Rennstallbesitzer, gewinnen. John Moore-Brabazzon war der erste Brite, der 1907 einen Grand Prix gewinnen konnte, mit einem Minerva. Der Adelige (das war damals im Rennsport nicht selten) wurde vor allem als Luftfahrtpionier bekannt. Dario Resta, der auch bei den IndyCars sehr erfolgreich war, folgte 1915 mit einem Sieg in einem Peugeot beim America Grand Prix in San Francisco. 1949 gewann 1949 den Masarykuv Okruh GP in Tschechien mit einem Ferrari. Und schließlich gab es noch den talentierten Waliser Tom Pryce, der 1975 in Brands Hatch mit seinem Shadow Ford ein F1-Rennen gewann, das nicht zur Meisterschaft zählte. 1977 verstarb er beim Südafrika GP durch einen üblen Crash.


 

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