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Serie: Die Italiener mit den meisten WM-Rennen: 4. Giancarlo Fisichella (229)

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Die Italiener mit den meisten WM-Rennen: 4. Giancarlo Fisichella (229)

 von Michael Zeitler

Noch ist er als Ferrari-Testfahrer mit einem Bein in der Formel-1. Ein Comeback ist aber unwahrscheinlich.  

| Pescara (!NS!DE-RAC!NG) - Giancarlo Fisichella bereut nichts. Ende 2009 wechselte der Italiener von Force India zu Ferrari – und fuhr damit seine letzten fünf WM-Rennen hinterher. Nicht einmal Punkte waren für Fisichella drin. Dabei hatte Fisichella noch beim Belgien GP seinen Force India Mercedes völlig überraschend auf Pole Position platziert und das Rennen als Zweiter beendet – hinter Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen, der das Rennen gegen Fisichella wohl nur dank des Energierückgewinnungssystems KERS für sich entscheiden konnte. Fisichellas Leistungen aber waren verblüffend, die von Luca Badoer als Ersatz für den verletzten Felipe Massa dagegen nicht. Also holte Ferrari Fisichella. Doch ähnlich wie Badoer, der nach zehn Jahren Abwesenheit wieder F1-Rennen fuhr, hatte auch Fisichella mit dem Ferrari große Probleme. Noch heute sind viele überzeugt: Der Ferrari F60 war ein äußerst schwer fahrbares Fahrzeug, deshalb ist auch Michael Schumacher doch nicht als Massa-Ersatz zurückgekehrt. Der Rekordweltmeister hätte darin wohl wie Badoer und Fisichella keine gute Figur gemacht.

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Giancarlo Fisichella: Aktuell Testfahrer bei Ferrari

Für Fisichella ging mit den fünf WM-Rennen für Ferrari, das Traditionsteam schlechthin und damit auch ein Traum für mindestens alle italienischen Rennfahrer, ein Wunsch in Erfüllung. Er wollte unbedingt Mal für Ferrari F1-Rennen bestreiten. Was hatte Fisichella auch groß zu verlieren? Trotz der starken Leistungen bei Force India war die Karriere von Fisichella ohnehin so gut wie beendet. Nun ist er bei Ferrari als F1-Testfahrer nach wie vor involviert – und fährt parallel dazu für das Ferrari-Kundenteam AF Corse GT-Rennen. Ein F1-Comeback von Fisichella ist unwahrscheinlich, auch wenn sich einer der beiden Ferrari-Stammfahrer weh tut.

Die Karriere von Fisichella begann wie bei den meisten Rennfahrern üblich im Kartsport. Mit guten Resultaten empfahl er sich für höhere Aufgaben, also für den Formel-Sport. In der italienischen Formel-3 fuhr er für das RC-Team einen Dallara Opel, gewann die Meisterschaft aber erst im dritten Anlauf. Benetton-Teamchef Flavio Briatore nahm Fisichella dennoch als Nachwuchsfahrer unter Vertrag. In dieser Rolle durfte er hin und wieder für das Minardi-Team testen, das zum Teil auch Briatore gehörte. Dazu fuhr er 1995 für Alfa Romeo in der deutschen Tourenwagenmeisterschaft DTM.

Früher als erwartet gab Fisichella 1996 sein F1-Debüt. Bei Minardi absolvierte Fisichella immerhin seine ersten sieben WM-Rennen. Eigentlich sollte der Minardi Hart vom Japaner Taki Inoue gesteuert werden. Doch die versprochenen Gelder trieb Inoue für den Platz nie auf. Dafür aber Giovanni Lavaggi, der deshalb nach sieben Rennen den Platz von Fisichella übernahm. Zwischenzeitlich fuhr auch Mal Tarso Marques mit dem Rennwagen.

Die erste wirkliche F1-Chance für Fisichella gab es 1997 bei Jordan. Der pfiffige Ire verpflichtet mit Ralf Schumacher und Fisichella zwei junge Talente. Die riskante Strategie ging auf: Beide überzeugten. Fisichella aber noch mehr als Schumacher: Beim Kanada GP steuerte Fisichella den Jordan Peugeot als Dritter erstmals aufs Podium. Beim Deutschland GP qualifizierte er sich für die erste Startreihe und kämpfte gegen Gerhard Berger um den Sieg. Ein Reifenschaden brachte Fisichella um den möglichen ersten F1-Sieg. Im Regenrennen von Spa wurde Fisichella Zweiter.

Mit solchen Resultaten wurde Fisichella zum Nachwuchstalent des Jahres. Dementsprechend rauften sich die Teams um die Dienste Fisichellas. Briatore und Jordan gingen vor das Vertragsgericht um zu klären, für wen Fisichella fahren müsse. Beide glaubten, mit Fisichella einen Vertrag zu haben. Briatore brachte seinen Vertrag von vor wenigen Jahren, als er Fisichella als Nachwuchsfahrer verpflichtete, hervor, Jordan berief sich auf eine Option. Letztlich entschied das Gericht: Benetton hat das Recht auf Fisichellas Engagement.

Leider befand sich Benetton ab 1998 (eigentlich schon seit 1996) auf dem absteigenden Ast. Doch 1998 waren immerhin noch ein paar Highlights möglich, wie zum Beispiel Fisichellas erste Pole Position beim Österreich GP. Damals halfen im Alpenland aber auch die Bedingungen ein bisschen nach. 1999 und 2000 verstärkte sich der Abwärtstrend bei Benetton. Dennoch blieb Fisichella auch 2001 an Bord. Denn hinter den Kulissen wurde Benetton vom französischen Hersteller Renault gekauft.

Als aber auch 2001 eine enttäuschende Saison war, in der Fisichella nur durch Glück beim Belgien GP aufs Treppchen fuhr, wechselte Fisichella am Ende der Saison doch das Team – und kehrte zu Jordan zurück. Bei Jordan gab es einen wichtigen Kampf gegen BAR: Den Kampf um die Honda-Motoren. Jordan unterlag gegen BAR und musste 2003 mit Kundenmotoren von Ford Cosworth Vorlieb nehmen. Noch schlimmer aber: Die Unterstützungsgelder von Honda blieben aus. Der Fall des Jordan-Teams, das noch 1999 für Furore sorgen konnte, war damit spätestens jetzt eingeleitet. Doch Fisichella sorgte noch einmal für ein Glanzlicht: Beim Brasilien GP gewann er völlig überraschend das Rennen! Der Grand Prix war damals ein Chaosrennen sondergleichen. Nach zwei heftigen Unfällen von Mark Webber und Fernando Alonso wurde das Rennen vorzeitig abgebrochen – mit Fisichella als zu diesem Zeitpunkt führenden. Allerdings schrieb das Reglement vor, dass im Falle eines Abbruchs der Stand zwei Runden vor dem Unfall zählen würde. Also wurde erst Kimi Räikkönen zum Sieger gemacht, doch in der Berufungsverhandlung konnte Jordan belegen, dass Fisichella bereits zwei Runden in Führung lag. Fisichella bekam den Sieg zurück. Es war sein erster von drei GP-Siegen.

Fisichella wusste dennoch: Mit Jordan war kein Blumentopf zu gewinnen. Also wechselte er 2004 zu Sauber. Dort war Fisichella absoluter Wunschkandidat – und er wurde den Erwartungen von Peter Sauber vollkommen gerecht: Felipe Massa war kein wirklicher Gegner für Fisichella im Team. Der Italiener fuhr konstant in die Punkte und war damit wieder im Interessensfeld der Topteams. Eigentlich hatte Fisichella auch 2005 einen Vertrag mit Sauber. Peter Sauber stand Talenten und rosigen Zukunftsaussichten aber noch nie im Weg. Vertraglich durfte Fisichella dann das Team wechseln, wenn es ein Topteam sein würde. Als solches wurden im Kontrakt Ferrari, McLaren und Williams festgelegt. Doch inzwischen wurde auch Renault zum Topteam. Durch einen cleveren Schachzug (Renault verpflichtete Mark Webber, Williams Fisichella und beide tauschten die Fahrer aus) landete Fisichella 2005 bei Renault.

Damit war Fisichella erstmals in einem Team, das auch um den Titel kämpfen würde. Das Auftaktrennen gewann prompt Fisichella. Allerdings deutete sich da schon an: Alonso ist schneller. Und so übertrumpfte Teamkollege Fernando Alonso Fisichella deutlich. Alonso wurde Weltmeister, Fisichella wurde nur WM-Fünfter. 2006 verbesserte er sich um einen Rang im Klassement, gewann außerdem den Grand Prix von Malaysia. Der Weltmeister hieß wieder Alonso. 2007 sah dann aber Fisichella seine große Chance, nachdem Alonso zu McLaren gewechselt war. Doch Fisichella erlebte seine wahrscheinlich schlechteste Saison: Der neue Renault war keinesfalls ein Siegerauto mehr. Und teamintern musste sich Fisichella sogar Neuling Heikki Kovalainen beugen.

Dass Fisichella 2008 überhaupt noch einmal ein F1-Cockpit bekam, war keine Selbstverständlichkeit. Fisichella setzte sich in einem Shoot-Out bei Force India aber gegen namhafte Konkurrenten wie Ralf Schumacher oder Christian Klien durch – und bekam deshalb das Cockpit. 2008 war Force India noch ein Hinterbänklerteam, aber 2009 war man vor allem auf Strecken mit hoher Durchschnittsgeschwindigkeit richtig stark. Daher auch der Beinahe-Sieg in Belgien.

2009 heiratete Fisichella auch seine Frau Luna. Gemeinsam haben sie drei Kinder. Fisichella war im Motorsport auch als Teambesitzer aktiv: Von 2006 bis 2009 gab es Rennställe unter seinem Namen in der GP2, Formel-Superleague und Formel-BMW. Betrieben wurde das Team vom Ex-F1-Rennstall Coloni. Fisichella sammelte in den 229 Rennen 275 WM-Punkte, drei Siege, vier Pole Positions und zwei Schnellste Rennrunden.

 

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