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Serie: Die Italiener mit den meisten WM-Rennen: 5. Andrea de Cesaris (208)

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Die Italiener mit den meisten WM-Rennen: 5. Andrea de Cesaris (208)

 von Michael Zeitler

Andrea de Cesaris ruinierte sich seine Karriere mit einem schlechten McLaren-Jahr. Heute hat er wenig ruhmvolle Rekorde. 

| Pescara (!NS!DE-RAC!NG) - Trotz – oder gerade wegen – nur gerade geringer Erfolge ist der Name Andrea de Cesaris vielen ein Begriff. Aus verschiedenen Gründen: Erstens ist de Cesaris als Crashfahrer bekannt. 1981 wurde er zynisch Andrea de Crasheris getauft. Damals bekam er im McLaren-Team ein Stammcockpit, nachdem er ein Jahr zuvor für Alfa Romeo sein F1-Debüt gegeben hat und den neuen McLaren-Chef Ron Dennis bereits aus gemeinsamen F2-Tagen kannte. Doch die Saison entpuppte sich zum Flopp: De Cesaris crashte unzählige Male und kam daher zum bereits erwähnten zweifelhaften Ruf. In einem Interview einige Jahre später kritisierte er, dass dieser Ruf nicht gerecht sei. Der McLaren Ford sei damals alles gewesen, aber nicht gut fahrbar. Ferner wenig Tests, kaum Erfahrung und ganz einfach eine enttäuschende Saison. Später hätte er nicht mehr so viele Unfälle gehabt.

Trotzdem blieb De Cesaris das Pech an den Reifen kleben: Von 1985 bis 1988 erreichte er bei 42 Rennen tatsächlich nur ein einziges Mal das Ziel – eine solche Pechsträhne ist Rekord. Gleichzeitig fuhr De Cesaris, und damit wären wir bei Punkt zwei, wieso der Italiener dennoch recht erfolgreich ist, 208 WM-Rennen, keines davon gewann er. Auch das ist Rekord, ein Rekord, den Nick Heidfeld bisher noch nicht geknackt hat, aber nah dran war:

1. Andrea de Cesaris (ITA) 208
2. Nick Heidfeld (GER) 183
3. Martin Brundle (GBR) 158
4. Derek Warwick (GBR) 146
5. Eddie Cheever (USA) 132
5. Jean-Pierre Jarier (FRA) 132
7. Pierluigi Martini (ITA) 118
8. Philippe Alliot (FRA) 109
8. Mika Salo (FIN) 109
10. Nico Rosberg (GER) 108

In Deutschland ist De Cesaris aber auch wegen seiner Saison 1991 recht bekannt. Damals fuhr er für das Jordan-Team, für das in Belgien der Rekordweltmeister Michael Schumacher sein F1-Debüt gab. Während Schumacher beim Belgien GP schon nach wenigen Metern mit einer defekten Kupplung ausschied, hätte De Cesaris beinahe das Rennen gewonnen! Da er im Quali von Schumacher distanziert wurde, braucht man sich kaum ausmalen, was im weiteren Verlauf des Rennens möglicherweise passiert wäre. Aber auch De Cesaris blieb mit technischem Defekt liegen. Trotzdem war 1991 eine der besten Jahre für De Cesaris.

Richtig stark war er auch 1982 und 1983, als er nach dem enttäuschenden McLaren-Jahr wieder zu Alfa Romeo zurückkehrte. Als bis dato jüngster Fahrer holte sich der ehemalige Kart-Weltmeister 1982 beim Grand Prix in Long Beach die Pole-Position! Beim Deutschland- und Südafrika GP 1983 wurde er jeweils Zweiter. Doch an alte Tage konnte Alfa Romeo, immerhin Weltmeister stellend 1950 und 1951, nicht anknüpfen.

Also wechselte De Cesaris zu Ligier. Gerade um die Jahrzehntenwende herum war Ligier sehr stark, doch 1984 und 1985 erfolgt ein klarer Abwärtstrend, den auch De Cesaris nicht stoppen konnte. Beim Monaco GP 1985 wurde er zwar Vierter, aber das war auch das höchste der Gefühle. In der schnelllebigen Formel-1 waren die guten Jahre bei Alfa Romeo schnell vergessen, das schlechte bei McLaren – weil es so herausragend war – nicht. Also musste De Cesaris um die Fortsetzung seiner Karriere bangen. Diese fand bei Minardi dann auch die Fortsetzung, aber ohne WM-Punkte.

1987 wechselte er zu Brabham, immerhin ein Weltmeister-Team. Die guten Jahre waren nicht lange her, doch 1987 stand Brabham vor dem Abgrund. Bernie Ecclestone kümmerte sich immer mehr um die Organisation der Formel-1, weniger um die des Brabham-Teams. Zwar steuerte De Cesaris beim Belgien GP den Brabham BMW noch einmal auf Rang drei, aber gemessen an den beiden WM-Titel von Nelson Piquet 1981 und 1983 (er wurde auch 1987 Weltmeister, allerdings für Williams) war das nichts.

So musste De Cesaris 1988 wieder in einem eher schlechten Team Platz nehmen: Rial. Mit dem Rial Ford war mehr als ein vierter Platz beim Grand Prix in Detroit nicht drin. 1989 und 1990 fuhr De Cesaris dann für das Scuderia-Italia-Team, das auf Dallara-Kundenchassis wechselte. Beim Kanada GP 1989 hüpfte De Cesaris damit immerhin auf das Treppchen, wurde Dritter.

1991 kam das angesprochene gute Jahr bei Jordan, nachdem er ein Angebot von AGS ablehnte. 1992 und 1993 fuhr er für das Tyrrell-Team. Auch das ein Team mit alten Glanz, aber jungen Problemen. Ken Tyrrell hielt das Rennteam gerade noch so über Wasser. Immer wieder gab es Verkaufgerüchte. 1992 fuhr De Cesaris mit Tyrrell noch fallweise Punkte ein, 1993 war selbst daran nicht mehr zu denken. Und damit stand De Cesaris vor dem F1-Aus. Verhandlungen mit Footwork und Minardi kamen zu keinem Ergebnis, also fehlte er beim Saisonauftakt. Erst als Ersatzfahrer bei Jordan und dann Sauber kam er zu einigen Rennen. Aber dann war Ende 1994 endgültig Schluss.

Heute ist De Cesaris in Rom und Monte Carlo Devisenhändler. 2005 und 2006 galt er als einer der besten Fahrer der Grand-Prix-Master-Serie für ausrangierte F1-Fahrer.

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