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  • Woche 16| Applaus für Sergio Perez von !NS!DE-RAC!NG-Redakteur Michael Zeitler. Weiterlesen...

Serie: Die Italiener mit den meisten WM-Rennen: 10. Vitantonio Liuzzi (80)

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Die Italiener mit den meisten WM-Rennen: 10. Vitantonio Liuzzi (80)

von Michael Zeitler

Genau wie Jarno Trulli dürfte auch Vitantonio Liuzzi 2011 seine letzte F1-Saison bestritten haben.

| Pescara (!NS!DE-RAC!NG) - Sein Aus bei HRT ist mit ein Grund, wieso wir diese Serie hier verfassen. Besonders bitter: Eigentlich hatte Vitantonio Liuzzi für 2012 noch einen Vertrag mit dem HRT-Team. Doch gerade bei einem solchen Hinterbänklerteam wie HRT fährt der, der Geld bringt. Spätestens seit dem Rauswurf aus dem Red-Bull-Juniorenprogramm hat Liuzzi keinen großen Geldgeber mehr im Rücken, der seinen Platz bei GRT stützen könnte. Trotz seines noch jungen Alters, er ist erst 30 Jahre alt, lehnen wir uns aus dem Fenster und glauben: Wir werden Liuzzi wohl nicht mehr in der Formel-1 sehen.

Wobei er schon zwei Mal unerwartet ein Cockpit bekam. Das F1-Debüt 2005 kam nicht unerwartet: Liuzzi war in den Nachwuchsserien richtig stark unterwegs, holte sich 2001 den WM-Titel im Kart und 2004 den Titel in der internationalen Formel-3000, dem letzten Jahr, bevor die Meisterschaft in GP2 umbenannt wurde. Dazwischen wurde er 2002 Gesamt-4. in der deutschen Formel-3, fuhr 2003 im von Coloni geleiteten Red-Bull-Juniorteam in der Formel-3000, absolvierte außerdem zwei Rennen für RC in der Formel-World-Series-by-Renault, sowie einen F1-Test mit Williams.

Besonders der F3000-Titelgewinn 2004 war beeindruckend: In zehn Rennen startete er neun Mal von der Pole Position und gewann immerhin sieben Mal. Besonders Peter Sauber hatte anschließend Interesse an Liuzzi bekundet und lud ihn zu einem Test ein. Just an dem Tag, an dem Liuzzi im Sauber Petronas Gas gab, verpflichtete Sauber aber den Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve – für Sauber eine unbedingt brauchbare Publicity. Darüber hinaus war Liuzzi nach wie vor im Red-Bull-Nachwuchskader und Red Bull und Sauber gingen getrennte Wege: Red Bull übernahm Jaguar und machte fortan sein eigenes Ding. Teamchef wurde Christian Horner, der in der Formel-3000 das Arden-Team leitete, mit dem Liuzzi 2004 Meister wurde. Beste Voraussetzungen also für eine Beförderung ins F1-Team Red Bull.

Ursprünglich war geplant, dass Liuzzi und Christian Klien, der 2003 bereits für Jaguar fuhr, sich das Cockpit teilen müssen – im Vier-Rennen-Rhythmus. Nach den ersten vier Rennen wurde Klien in der Tat für vier Rennen von Liuzzi vertreten, der gleich zum Debüt in Imola als Achter einen WM-Zähler einheimste. Doch nach vier Rennen wurde Liuzzi, der vor der Saison sogar bei Ferrari als Testfahrer im Gespräch war, für die restliche Saison durch Klien ersetzt. 2006 kaufte sich Red Bull aber auch das Minardi-Team und formte daraus das Red-Bull-Nachwuchsteam Toro Rosso. Hier fand Liuzzi seinen Platz. Zwar war der Italiener deutlich flotter unterwegs als sein Teamkollege Scott Speed, doch spätestens nach eineinhalb Jahren fielen beide Fahrer in Ungnade und wurden von den Teamchefs Franz Tost und Gerhard Berger öffentlich hart in Kritik genommen.

Berger bezichtigte Liuzzi der Faulheit. In der Tat wirkte Liuzzi cool und lässig, wenn er mit Flipflops und Ohrringen durch das Fahrerlager schlenderte. Doch Liuzzi war nicht der erste und auch nicht der letzte Fall von krassem Fallenlassen im Red-Bull-Förderprogramm. Aktuell können Sébastien Buemi und Jaime Alguersuari davon ein Liedchen singen.

Trotzdem wirkte die öffentliche Kritik von Tost und Berger nach. Man glaubte kaum, dass Liuzzi einen neuen Vertrag in der Formel-1 ergattern würde. Doch der neue Force-India-Chef Vijay Mallya lud Liuzzi zum Shoot-Out um das zweite Cockpit bei Force India. Liuzzi unterlag zwar seinem Landsmann Giancarlo Fisichella, setzte sich aber gegen andere Bewerber wie Ralf Schumacher und Christian Klien durch und wurde als Testfahrer unter Vertrag genommen. Eineinhalb Jahre saß er auf der Ersatzbank, dann gab es die Beförderung, als Fisichella seinerseits zu Ferrari befördert wurde. Gleich beim Comebackrennen zu Hause in Monza 2009 qualifizierte sich Liuzzi sensationell auf Rang sieben! Damals ging der Force India Mercedes auf Hochgeschwindigkeitsstrecken richtig schnell.

Nach der Saison 2010 geriet Liuzzi nach einer Niederlage gegen Adrian Sutil aber auch bei Force India ins Wanken. Erneut saß Liuzzi vor der Türe, erneut sah es nach dem vorzeitigen F1-Aus aus. Dann fing ihn HRT auf, deren Teamchef Colin Kolles zuvor Rennleiter bei Force India war. HRT war das schlechteste Team, Liuzzi fuhr statt gegen Konkurrenten gegen die Qualihürde, die er in Australien nicht packte. Nun wurde er auch von HRT durch Narain Karthikeyan ersetzt.

Sind nun alle guten Dinge drei und Liuzzi kommt erneut unerwartet zum Comeback? Man darf jedenfalls eines fast sicher sagen: Liuzzi wird seine Freude auch in anderen Rennserien finden. Schon während seiner F1-Laufbahn, die 80 WM-Rennen und 26 WM-Punkte umfasst, fuhr Liuzzi auch in anderen Rennserien: 2009 fuhr er vier Rennen für das von Ex-F1-Pilot Piercarlo Ghinzani geleitete italienische A1GP-Team, 2008 fuhr er in der Speedcar-Serie und 2011 in Surfers Paradise bei den V8-Supercars.

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