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Serie: Die Italiener mit den meisten WM-Rennen: 11. Alessandro Nannini (76)

Geschrieben von: Michael Zeitler.

Serie: Die Italiener mit den meisten WM-Rennen: 11. Alessandro Nannini (76)

von Michael Zeitler

Im letzten Teil unserer Serie portraitieren wir Alessandro Nannini.

| Pescara (!NS!DE-RAC!NG) - Immer wieder der rechte Arm. Das F1-Comeback von Robert Kubica steht weiterhin in Sternen, nachdem sich der Pole bei einem Rallye-Unfall im Februar 2011 schwer am rechten Arm verletzt hatte. Vielleicht ist seine GP-Laufbahn sogar ganz beendet. Auch Alessandro Nanninis F1-Karriere wurde durch einen lädierten rechten Arm beendet: 1990 flog er ohne Fluglizenz Helikopter und crashte bei der Landung. Dabei wurde Nannini aus dem Cockpit geschleudert und trennte sich am Rotorblatt den rechten Arm ab. Der konnte in einer zehnstündigen Operation zwar wieder angenährt werden, doch F1-Rennen konnte er damit nicht mehr fahren. Immerhin fuhr er 1993 bei Ferrari und 1996 bei Benetton noch F1-Tests. Und auch bei den Tourenwagen war er als Profirennfahrer weiter aktiv, gewann in der DTM 14 Rennen!

Wie bei fast jedem italienischen Fahrer, der mindestens Mal das Treppchen besucht hat, war Nannini erstens bei Ferrari im Gespräch und galt zweitens als ein viel versprechendes Talent. Tatsächlich soll es für 1991 Verhandlungen mit Ferrari gegeben haben, aber a) unterschrieb er bereits frühzeitig bei Benetton und b) wäre es dazu wegen des Helikopterunfalls eh nicht gekommen. Nannini wäre auch zu einer äußerst schwierigen Zeit zu Ferrari gekommen. Darüber hinaus war auch Nannini sicherlich nicht der Topfahrer, wie es damals Ayrton Senna, Nigel Mansell oder ein paar andere waren. Nannini war auch gar nicht so zielstrebig. Er hätte vielleicht noch besser in eine frühere Ära gepasst: Er bestritt Motorsport vor allem aus Freude und Leidenschaft. Hartes Training und gesunde Ernährung kamen für ihn nicht in Frage. Zu einer Stange Zigaretten und einem deftigen Espresso ließ er sich schon eher überreden.

Alessandro Nannini stammt auch aus einer reichen Familie. Sein Opa Guido Nannini gründete eine der bekanntesten Konditoreien Italiens, die inzwischen von Alessandro geführt wird. Seine Schwester Gianna Nannini ist eine weltweit bekannte und erfolgreiche Rocksängerin. Wenig bekannt ist sein Bruder Guido, der ebenfalls Rennen fuhr und 1993 in der britischen Formel-2 einen Reynard Ford für Weylock Racing steuerte.

Nannini engagierte sich aber auch für wohltätige Zwecke und wird auch sonst als recht umgänglicher Mensch beschrieben, der auch seine Zeit in der Formel-1 genoss. Mit dem Motorsport begann er bei Crossrennen, wechselte dann zu den Rallyes, dann zu den Sportwagen und begann erst danach als Formel-Rennfahrer. 1981 holte er sich den Titel in der Formel-Italia, danach war er drei Jahre lang für Minardi in der Formel-2 unterwegs. Zwar gab es immer wieder Podestplätze, doch für eine Superlizenz langte es nicht. Minardi wollte für den F1-Einstieg 1985 aber trotzdem ursprünglich auf Nannini setzen, was am Veto von McLaren-Chef Ron Dennis gescheitert sein soll.

So verschob sich das F1-Debüt auf das Jahr 1986. Bis dahin fuhr er wie seit 1982 für Martini Lancia Sportwagenrennen. Die Saison 1986 wurde für Nannini trotz nur einer Zielankunft doch irgendwie zum Erfolg. Seinem wesentlich erfahreneren Teamkollegen Andrea de Cesaris jedenfalls konnte Nannini recht gut folgen und ließ ihn sogar etwas hinter sich. Überhaupt: Egal ob bei Minardi oder später bei Benetton: Nannini hatte seine Teamkollegen mit einer Ausnahme deutlich im Griff (und dazu gehören auch Fahrer wie Johnny Herbert): Weltmeister Nelson Piquet. 1987 besiegte Nannini Adrian Campos, dem heutigen Auto-GP-Teambesitzer, mit 16:0 im Qualifying!

Wieder blieb Nannini allerdings punktlos, was sich änderte, als er 1986 zu Benetton ging und in Imola das Rennen als Sechster beendete. Im regennassen Silverstone trug er seinen Benetton Ford gekonnt über das Wasser und wurde starker Dritter. Nach einem weiteren Podestplatz beendete er die Saison als WM-7. Noch etwas besser ging es 1989: Dann war neben WM-Rang sechs auch der Sieg beim Japan GP ein Highlight. Zugegeben: Nannini profitierte von einer höchst umstrittenen Disqualifikation von Ayrton Senna nach dessen Kollision mit seinem McLaren-Stallgefährten Alain Prost. Einmal mehr machte die Formel-1 durch Politik und nicht durch Sport Schlagzeilen. Auch 1990 fuhr Nannini bis zu seinem Helikopterunfall in der Formel-1, die er auch danach als Minardi-Teilhaber kurze Zeit wieder begleitete.

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