F1: Paul Pietsch verstorben!

von Michael Zeitler

Der älteste F1-Fahrer ist 100 Jahre alt geworden.

Titisee-Neustad (!NS!DE-RAC!NG) - Der Johannes Heesters der Formel-1 ist tot: Paul Pietsch, der bis zu seinem Tod am 31. Mai 2012 älteste noch lebende F1-Fahrer! Pietsch wurde stolze 100 Jahre alt, in Kürze wäre er 101 Jahr alt geworden. Die 100er Marke ist respektabel, vor allem wenn man in einer Zeit Rennen gefahren ist, in der nach dem Renntag nicht selten eine Beerdigung folgte. Pietsch selbst zog sich bei einem Unfall 1934 einen Beinbruch zu, aber er überlebte eine Zeit, in der sich Triumph und Tragödien aneinander reihten wie Perlen am Rosenkranz. Pietsch hat sein Lebenswerk nicht nur auf der Strecke errichtet: Viel mehr gründete er Ende der 40er Jahre einen Auto-Verlag, zu dem heute zum Beispiel „Auto, Motor und Sport“ gehörtMit dem Rennsport begann Pietsch 1932, als er sich vom Erben seines Vaters einen Bugatti T35 gekauft hatte. Der Rennwagen wurde in seiner Basisform T30 erstmals beim Frankreich GP 1924 ausgeführt. Pietsch fuhr damit und mit dem Alfa Romeo Monza, den er 1933 und 1934 einsetzte, bei verschiedenen Rennen, vor allem Bergrennen. Die waren damals speziell in Deutschland prominent. 1935 wurde Pietsch auch Teamkollege des berühmtesten deutschen Bergrennfahrers: Hans Stuck. Bei Auto Union war Pietsch aber auch im Spitzenfeld des GP-Sports angekommen. Pietsch, der auch ein Angebot von Mercedes Benz auf dem Tisch hatte, schlitterte aber in eine äußerst schlechte Zeit: Seine Frau ließ sich scheiden und kam mit Pietsches Teamkollegen Achille Varzi zusammen. Während diese beiden im Morphium-Sumpf versanken verstritt sich Pietsch mit dem Teammanager Willy Walb. Auch sportlich war Pietsch nicht auf der Höhe (nur ein dritter Platz beim Italien GP) und so fuhr Pietsch künftig meistens wieder privat Rennen, mit einem Maserati.

1939 sorgte Pietsch beim Deutschland GP mit dem privaten Maserati um ein Haar für eine Sensation, als er in Führung liegend aber Zündungs- und Bremsbeschwerden am Maserati 8CTF bekam und noch auf Rang drei zurückfiel. Es war aber eine Rüge für die deutschen Nationalteams Mercedes Benz und Auto Union – ausgerechnet vor heimischem Publikum. Nach dem Krieg waren Deutsche im Rennsport zunächst nicht gerne gesehen. Dennoch startete Pietsch noch bei drei GP-Rennen, die nun Teil der neuen F1-Weltmeisterschaft waren. Dabei steuerte er privat Autos der Marken Maserati, Alfa Romeo und Veritas, holte sich aber keinen Punkt.

Anschließend zog er sich vom Rennsport in das Verlagswesen zurück. Seine Kinder folgten ihn in seine Fußstapfen, sein Sohn Peter-Paul Pietsch auch in den Motorsport zu einigen Läufen in der VLN-Meisterschaft. In die Fußstapfen des ältesten noch lebenden F1-Fahrers folgt ihm nun der Franzose Robert La Caze, der im Januar 95 Jahre alt geworden ist.

 

Kreuz


Paul Pietsch


*   20. Juni 1911

†   31. Mai 2012

 

 

Wir haben 107 Gäste online

Next Race:

© 2008 - 2013 !R Redaktionsgemeinschaft / !NS!DE-RAC!NG Online Magazin
Ein Angebot der RTV-WORLD MediaGroup - Fa. Roland Schäfges: Katzenberger Weg 114 - 56727 Mayen - www.rtv-world.de - redaktion@inside-racing.de